Kümos zur Donau

  • Guten Tag,

    ich suche nach Unterlagen und Veröffentlichungen über den Landtransport von Küstenmotorschiffen von der Elbe zur Donau während des 2. Weltkrieges. Die Schiffe sind dann für die Kriegsmarine im Schwarzen Meer eingesetzt worden.

    Vielen Dank.

  • Hallo Maschinix,


    herzlich willkommen hier im Forum der Wehrmacht.


    Hättest Du evtl. auch Interesse an Bildern vom Landtransport von Schnell- und U-Booten in Richtung Schwarzes Meer, oder sind Dir diese Transporte schon bekannt?

    Viele Grüße

    Bernhard

  • Hallo Maschinix,


    im Jahr 2004 gab es einen Thread zum gleichen Thema bei "unterirdisch.de".

    Dort wurden auch weitere Suchmöglichkeiten aufgezeigt.


    Hier noch ein Bericht vom Transport von Binnenschiffen Dresden - Donau

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo Maschinix,


    ich wusste bisher auch nur vom Transport von U-Booten aus Norddeutschland ans Schwarze Meer. Die wurden 1942 auf der Elbe nach Dresden gebracht und dann mit Tiefladern auf der damals schon fertigen Autobahn bis Ingolstadt gefahren. Nahe der Autobahnbrücke über die Donau wurden die U-Boote auf Pontons in den Fluss gesetzt (ohne die Türme, wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Von dort ging es donauabwärts Richtung Schwarzes Meer.


    Es gibt dazu ein (schön bebildertes) Buch: Gerd Enders. Deutsche U-Boote zum Schwarzen Meer. Mittler-Verlag


    Neugierig geworden hab ich mal ein wenig das Internet befragt. Angeblich sollen wirklich mehrere hundert Schiffe und eben auch Kümos auf diesem Weg von der Elbe zur Donau gebracht worden sein. Es gab wohl sogar ein eigenes Spezialisten-Team für die Schwertransporte. Ich kenn die Stelle an der Donau, an der die U-Boote in die Donau gesetzt wurden. Dass da offenbar noch mehr Schiffe transportiert wurden, war mir aber neu.


    In dem Zusammenhang bin ich auf die "Schwarzmeer-Einheitsschiffe" gestoßen, knapp 60 Meter lange Kümos. Dazu gibt es einen Wikipedia-Eintrag, den Du bestimmt schon kennst. Danach sind vier der geplanten zwölf Schiffe über Land an die Donau gebracht worden. Aber in Teilen, da die Schiffe doch deutlich länger waren als die U-Boote. Diese Schiffe sind übrigens erst nach dem Zweiten Weltkrieg fertiggestellt worden und dann unter sowjetischer bzw. rumänischer Flagge gefahren.


    Auch dazu gibt es ein Buch: Wilhelm Donko. Die Schwarzmeer-Einheitsschiffe SME1 - SME12 der Deutschen Kriegsmarine.


    Theoretisch hätte es damals übrigens auch noch einen Wasserweg aus dem Norden zur Donau gegeben: den alten Ludwig-Donau-Main-Kanal. Der war bis nach dem Zweiten Weltkrieg noch schiffbar, allerdings halt nur für maximal 30 Meter lange und 4.20 Meter breite Schiffe. Ob über den Kanal auch kleinere Schiffe Richtung Schwarzes Meer gebracht wurden, kann ich allerdings nicht sagen.


    Hoffe ich konnte Dir ein klein wenig weiterhelfen


    Beste Grüße


    Glas62

  • Hallo Maschinix,


    ich war nicht ganz zufrieden mit meinem Beitrag gestern. Erst ordentlich recherchieren ist besser. Also:


    Nach Jürg Meister. Der Seekrieg in den osteuropäischen Gewässern 1941/45 (zitiert in einem Aufsatz von Gerd Enders) wurden über die Autobahn Dresden-Ingolstadt 500 Kriegs- und Handelsschiffe von Nord- und Ostsee in Richtung Schwarzes Meer verlegt. Darunter waren demnach neben den erwähnten 6 U-Booten und 16 Schnellbooten auch 113 Küstenmotorschiffe, Kutter und ähnliches. Es gibt Fotos, wie in Dresden-Übigau ein erstaunlich großer Schiffsrumpf (der aber mehr nach Binnenschiff aussieht) - offenbar mit Heimathafen Hamburg - für den Landtransport verladen wird. Das spräche dafür, dass auch kleinere Kümos "am Stück" über Land geschafft werden konnten. Das Problem dürfte wohl die Höhe gewesen sein, wegen der Donaubrücken.


    Nebenbei: Über den alten Ludwig-Donau-Main-Kanal wurden wirklich kleinere Marine-Einheiten aus dem Norden Richtung Donau gebracht. Darunter waren 12 kleine Fluss-Räumboote der Lürssen-Werft.


    Beste Grüße und Entschuldigung für die Lücken im ersten Beitrag


    Glas62