​Ich suche einen Trefferbericht von "Dora" 80cm - kanone​

  • Hallo, alle zusammen,


    Ich bin der Wärter eines Museums der Küstenverteidigung der Nordbucht, in der Stadt Sewastopol. Den Angriff auf diese Bucht hat Manstein in seinen Memoiren am 24-25.06.1942 beschrieben. In den Tunneln der Bucht sprengten sich die Matrosen und Kommissare mitsamt Munition in die Luft, als sie von Bombenentschärfungsteams des 22 P./Btl. und 744 P./Btl. angegriffen wurden. - Nach dem Krieg verheimlichte die sowjetische Propaganda das Ergebnis des Einschlags der Dora-Kanone am 06.06.42 am Küstenhang der Nordbucht, wo sich die Munitionslager befanden, und ließ sie unter den Trümmern der Explosion begraben. Infolge der Explosion wurden 3 Tunnel mit Munition zerstört. Aber diese Tatsache wird durch die "heroische" Selbstaufopferung der Matrosen und Kommissare verändert, die es auch gab, aber nicht so massiv, wie es die damalige Führung wollte. Ich beschloss, der Sache nachzugehen und zu verstehen, wie die Ereignisse abliefen. Ich studierte die Luftbilder, den Bericht der Kampfgruppe der Operationsabteilung der 22. Infanteriedivision für den 24. bis 27. Juni 1942; ich las noch einmal die Erinnerungen von Manstein. Ich habe verstanden, dass die Minenstollen nicht an der Stelle gesprengt wurden, wo die sowjetischen Informationsquellen sagen, sondern auf der anderen Seite, die nicht erforscht wurde. Noch heute befinden sich dort die Überreste sowjetischer Matrosen und deutscher Pioniere. Ich glaube, dass dort in Zukunft Minenräumungsarbeiten durchgeführt werden. Ich möchte glauben, dass meine Arbeit nützlich sein wird. Die sterblichen Überreste aller Soldaten werden auf den Friedhof gebracht, wo sie begraben werden. Für ein tieferes Studium dieses Themas würde ich gerne eine elektronische Kopie des Kampfprotokolls der Waffe "Dora" finden, die im Internet existiert. Es enthält Informationen und Fotos von jedem ihrer Hits und Misses. Vielleicht haben Sie es oder wissen, wo es zu finden ist? Danke!


    Mit freundlichen Grüßen Romann.

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    Auf der Suche nach einem Foto von Sewastopol 1941-1944.

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  • ein weiteres Foto

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  • Hallo Romann,


    im Internet habe ich kein Kampfprotokoll der "Dora" gefunden.


    Ich habe aber zwei Bücher, in denen über die Schüsse der Dora berichtet wird:


    1. "Deutsche Eisenbahngeschütze", Gerhard Taube, Motorbuchverlag, 2. Auflage 1991

    Die Schüsse 23 - 31 wurden am 6. Juni 1942 auf das Munitionslager "Weiße Klippe" abgefeuert. Am 7. Juni 1942 die Schüsse 32 - 38. Siehe Kopie.


    2. "Festung Sewastopol", Gerhard Taube, Mittler-Verlag, 1995


    a) Dort ist eine "Meldung über Verteilung der "Dora"-Munition auf die einzelnen Ziele" der "Dora-Abteilung" teilweise abgedruckt.

    Laut Taube verurteilte Hitler die Beschießung des Munitionslagers. Hitler untersagte den weiteren Beschuß und befahl "Feuer frei nur noch auf betonierte Kampfstände".

    Der Bericht der "Dora-Abteilung" verteidigt das Beschießen des Munitionslagers als sinnvoll.


    b) Bei Taube heißt es auf Seite 45:

    "Jedenfalls hat "Dora" die "Weiße Klippe" mit insgesamt 16 Schuß bekämpft und gemäß KTB-Eintrag am 6. Juni mehrere Volltreffer erzielt. Die Beobachtung lautete: "120 m hohe, schnell ausschießende Rauchwolke".

    Diese ins Kriegstagebuch und in die Literatur eingegangenen "Volltreffer" müssen als Irrtum oder Propaganda angesehen werden, wenn stimmt, was Dimitrij J. Stognij dazu recherchiert hat. Nach der deutschen Version hat mindestens ein 7-Tonnen-Panzergeschoß die Felsdeckung durchschlagen und mit dem Detonieren im Inneren einen Teil der natürlichen Decke sowie Außenwände und Eingänge zerstört. Nach der jetzigen Version haben ein oder mehrere Geschosse zwar auch getroffen, allerdings Munition, die gerade gelöscht wurde und in den Stollen verbracht werden sollte. Entweder hätte die deutsche Seite geglaubt, das Lager getroffen zu haben, so die Vermutung, oder aber die Truppe hätte ein Alibi für den beanstandeten Beschuß gebraucht. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Treffer-Erfolg als Rechtfertigung für den "Dora"-Einsatz überhaupt hinzustellen. Wie auch immer, bei den Diskussionen scheint man den Umstand aus den Augen verloren zu haben, daß die Geschosse Munition getroffen haben - ob nun innerhalb oder außerhalb des Lagers."


    c) Auf Seite 69 ist Dein Bild "номера" abgebildet. Der Text dazu ist: "Munitionslager´Weiße Klippe´ mit ´Dora´-Beschußspuren". Der Schuttkegel, der hinter dem Schiff zu sehen ist, stammt aber dem Gefechtsbericht der Pioniere nach von der Selbstsprengung der Verteidiger.


    Viele Grüße nach Sewastopol

    Bernhard

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  • Hallo Bernhard. Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, sie wird mein Wissen in dieser Angelegenheit erweitern. Dieses Thema wird immer wieder für Diskussionen sorgen, aber die Fakten werden uns helfen, uns nicht zu verlieren :). Ich möchte die Bücher von Gerhard Taube, auf die Sie oben hingewiesen haben, kaufen, übersetzen und lesen. Aber es gibt auch eine Frage zu mehreren Büchern: Franz Kurowski. Sewastopol: Der Angriff auf die stärkste Festung der Welt 1942. Vielleicht haben Sie sie schon gelesen und können angeben, ob es eine detaillierte Beschreibung des letzten Teils des Angriffs 13.06.-01.06.42 gibt?

    Und das Buch "Ich War Dabei...: Polen - Nordfrankreich - Krim - Stalingrad - Kuban - Italien" - von Josef Wimmer (Autor). Es ist nicht billig, so möchte ich verstehen, wie der Autor beschreibt die Schlacht in Sewastopol im Detail? Ich habe verstanden, dass der Autor in der Pionierbataillonsdivision kämpfte, die der 11. Armee unterstellt war. Könnte es 744 P.B./Btl. sein? Deren Erfahrung mich interessiert...

    Grüßen, Romann.

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  • Hallo Romann,


    ich habe auch das Buch "Wir erobern die Krim - Soldaten der Krim-Armee berichten", 1943


    Darin gibt es auf S. 197 einen Abschnitt "Bunkerkampf in der Ssewernaja-Bucht" (6 Seiten) von einem Leutnant Zwiebler. Er beschreibt den Kampf um 12 Stollen (Munitionsbunker) in der Steilwand.

    "Der Feind hat, wahrscheinlich durch Fernzündung, vier der gewaltigen Munitionsbunker ... in die Luft gejagt."

    Am nächsten Tag erfolgte eine weitere Sprengung.


    Wenn Du möchtest, kann ich Dir die Seiten zusenden.


    Viele Grüße

    Bernhard

  • Guten Abend, Bernhard! Für Kopien dieser Seiten wäre ich Ihnen sehr dankbar. Wenn es Ihnen passt, können Sie sie per E-Mail an pavlyuk91@bk.ru senden.

    Grüßen, Romann.

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  • Guten Abend Eumex, danke für den Link. Ich werde dieses Buch bestellen. Grüßen Romann

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  • Hallo Bernhard,


    eine Bitte, wenn Du den o. a. Bericht per email verschickst, dann könntest Du den ja auch hier einstellen, damit der "Thread" wieder Futter hat.


    Danke, Gruß Karl

  • Hallo,


    mache ich gerne, nachdem das Buch "Wir erobern die Krim" von 1943 ist, gehe ich davon aus, dass ich mit dem Einstellen der Auszüge keine Urheberrechte verletzte.


    Viele Grüße

    Bernhard

  • Hallo,


    hier der Bericht über die Kämpfe um die Stollen in der Steilküste aus dem Buch "Wir erobern die Krim" von 1943.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    Vielen Dank für diese Kopien. Mit Interesse werde ich sie übersetzen und studieren. Aber nach einiger Zeit will ich es im Internet kaufen, es ist ein seltenes und schon antikes Buch mit Details des Angriffs auf Sewastopol. Wenn Sie in Sewastopol sein werden, werde ich Ihnen gerne interessante Exkursionen auf alle Hauptorte der Schlachten und Verteidigungsfestungen organisieren!:thumbup:


    Danke, Gruß Romann

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  • Guten Abend Eumex! Danke für den Link, der Preis ist wirklich der beste von denen im Verkauf.

    Gruß Romann.

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  • Hallo zusammen, ich möchte sagen, dass es ein neues Argument in der Studie von Dora gun hits vom 06.06.42 № 23,24,25 gibt. Hier ist ein Foto, das der sowjetische Operator nach dem 11. Juni gemacht hat, weil ein Stuka 87-Bomber das Sanitätsschiff "Abchasien" am 11.06.42 gesprengt hat. Aber die Tunnel in der linken Ecke sind noch intakt, also wurde das Foto vor dem Sturm vom 24.06.42 gemacht. Und in den Erinnerungen von Augenzeugen ist zu lesen, dass die Bombe am 06.06.42 in Stapeln von Kisten mit Bomben einschlug, die sich auf dem Pier befanden und für die Verladung auf die Schiffe vorbereitet waren, sie begannen zu explodieren und eine Säule aus Feuer und Rauch stieg auf, wie von der deutschen Intelligenz festgelegt wurde.

    Gruß Romann.

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  • Hallo,


    1. Romann schrieb "Und in den Erinnerungen von Augenzeugen ist zu lesen, dass die Bombe am 06.06.42 in Stapeln von Kisten mit Bomben einschlug, die sich auf dem Pier befanden und für die Verladung auf die Schiffe vorbereitet waren, sie begannen zu explodieren und eine Säule aus Feuer und Rauch stieg auf, wie von der deutschen Intelligenz festgelegt wurde."


    2. Im Buch "Festung Sewastopol", Gerhard Taube, Mittler-Verlag, 1995 heißt es

    a) " ... gemäß KTB-Eintrag am 6. Juni mehrere Volltreffer erzielt. Die Beobachtung lautete: "120 m hohe, schnell ausschießende Rauchwolke".


    b) "Diese ... "Volltreffer" müssen als Irrtum oder Propaganda angesehen werden, wenn stimmt, was Dimitrij J. Stognij dazu recherchiert hat. Nach der deutschen Version hat mindestens ein 7-Tonnen-Panzergeschoß die Felsdeckung durchschlagen und mit dem Detonieren im Inneren einen Teil der natürlichen Decke sowie Außenwände und Eingänge zerstört. Nach der jetzigen Version haben ein oder mehrere Geschosse zwar auch getroffen, allerdings Munition, die gerade gelöscht wurde und in den Stollen verbracht werden sollte."


    Viele Grüße nach Sewastopol
    Bernhard