Recherche über meinen Opa, SS-Rottenführer bei der 15. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr.1), HG Nord 43-44 & HG Weichsel 45 OFFENE FRAGEN

  • Hallo Community,


    Ich freue mich sehr auf dieses Forum gestoßen zu sein und konnte bereits viele Infos gewinnen.


    Seit einiger Zeit recherchiere ich zu der Vergangenheit meines Opas im zweiten Weltkrieg.

    Dazu habe ich, leider erst nach seinem Tod, eine Kiste mit mehreren Unterlagen zu ihm gefunden. Darunter Entlassungsschein aus der Kriegsgefangenschaft in der er 3 Jahre war (England) als auch sein Entnazifizierungsschein sowie mehrere Anklageschriften in der er aber als Mitläufer eingestuft wurde. Schließlich war er erst 17 als er sich zur SS gemeldet hat.


    Und hier kommen wir zu meinen Fragen bei denen Ihr mir vielleicht weiter helfen könntet:


    Ich weiß, dass mein Opa vom 16.08.1943 bis zu seiner Gefangennahme am 02.05.1945 bei der 15. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr.1) war, zuletzt im Rang eines Rottenführers.


    Mein Opa war vor der Meldung zur SS bei der Hitlerjugend und danach beim RAD. Er war deutscher aus dem tiefsten Westen, Groß, blaue Augen etc. Wieso kam er zu einer lettischen Freiwilligen Einheit nach Russland und nicht zu einer regulären SS Einheit?

    Wie soll er sich denn dort verständigt haben?

    Mein einziger Schluss hierzu ist, dass er nicht in den Grenadier Regimentern sondern in einer anderen Funktion evtl. Verbindungsfunktion gewesen sein musste?

    Was meint ihr hierzu?


    Des Weiteren würde mich interessieren ab wann er bei der Einheit war.

    Die Einheit wurde Ende 43 erst gegründet.

    Die Ausbildung muss er in Riga durchlaufen haben. Hierzu habe ich eine Lazarettkarte aus einer Anfrage an das Bundesarchiv erhalten, indem er zu dieser Zeit in Riga behandelt wurde, Diphterie Verdacht. Er erzählte mir auch, dass er dazu in Riga war. Das könnte sich mit der Historie der Einheit decken. Er ist umgehend nach Entlassung aus dem RAD zur SS, das kann ich seiner Anklageschrift entnehmen.

    Wie lange hat damals die Grundausbildung gedauert bei der SS?

    Wenn ich das einschätzen kann weiß ich ungefähr ab wann er dazu gestoßen sein könnte.


    War bei der Grundausbildung bereits klar zu welcher Einheit man kommt? Ich habe ein Bild von ihm mit den "normalen" schwarzen SS Kragenspiegeln. Nach meiner Recherche hatten ausländische Einheiten allerdings spezielle Kragenspiegel (also eine Seite schwarz und die andere Seite Einheitenspezifisch), stimmt das so? Siehe Bilder


    Hat jemand mehr Informationen über diese Division? Ich suche hier gesonderte Literatur. Google habe ich bereits befragt und natürlich habe ich die Beschreibung beim Wehrmachtslexikon bereits gefunden.

    Besonders interessieren mich Lagekarten von Ende 43 bis Mitte/Ende 44, hier war die Division der HG Nord zugeteilt und wurde Mitte/Ende 44 fast vollständig vernichtet.

    Ab Feb 45 (Neuaufstellung in Westpreußen, HG Weichsel) kann ich ziemlich genau den Weg der Division nachvollziehen, da ich die Lagekarten hierzu gefunden habe. Er müsste auch bis zum Schluss dabei gewesen sein, da er angab, in Mecklenburg in Gefangenschaft gekommen zu sein und die Historie der Einheit endete in Neu-Brandenburg. Das könnte passen.



    Was ich nicht verstehe ist wieso er dann in britische Gefangenschaft kam?

    Sein erstes Gefangenenlager war Neuen Gamme bei Hamburg, wo die Briten ein ehemaliges KZ als Gefangenenlager für SS Angehörige umfunktioniert haben.

    Danach ging es 3 Jahre nach England.

    Aber wieso kam er in Britische Gefangenschaft? Was meint ihr?


    Es ist jetzt etwas Text aber ich hoffe ihr könnte mir weiterhelfen. Ich "quäle" mich schon einige Zeit mit diesen Fragen und drehe mich im Kreis :D


    Vielen Dank für eure Hilfe.




    Viele Grüsse aus Trier



    Bisherige Recherche:

    Das Bundesarchiv (Abtl PA) konnte mir einige Interessante Fakten liefern, obwohl er SS Angehöriger war. (Lazarettkarten und Anträge auf Kriegsgefangenenentschädigung die ziemlich detailliert ausgefüllt waren) Eine weiterführende Anfrage an die Abt BE habe ich ebenfalls gestellt. Dazu eine Anfragen an das Militärarchiv um eventuell Informationen über die Einheit zu erfahren.



    Anliegend noch zwei Bilder von ihm, hier noch als Schütze. Das müsste also von den Anfangsjahren 1943 stammen oder sogar vielleicht direkt nach der Ausbildung. Leider habe ich keine Angabe dazu. Auf dem einen Bild erkennt man die "normalen" Kragenspiegel. Auf dem zweiten Bild ist es nicht gut zu erkennen bzw. gar nicht.


    Peter

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  • Moin,

    Mein Opa war vor der Meldung zur SS bei der Hitlerjugend und danach beim RAD. Er war deutscher aus dem tiefsten Westen, Groß, blaue Augen etc. Wieso kam er zu einer lettischen Freiwilligen Einheit nach Russland und nicht zu einer regulären SS Einheit?

    Wie soll er sich denn dort verständigt haben?

    Mein einziger Schluss hierzu ist, dass er nicht in den Grenadier Regimentern sondern in einer anderen Funktion evtl. Verbindungsfunktion gewesen sein musste?

    Was meint ihr hierzu?

    Auch bei dieses Division handelt es sich um eine reguläre Waffen-SS-Division. Aber ja, der Gedanke ist nicht per se falsch, sondern wird ja auch in der Erinnerungsliteratur ab und zu erwähnt, dass man sich lieber bei einer der "berühmten" SS-Divisionen gesehen hätte, als in einer "fremdvölkischen".

    Nun sind nicht alle SS-Divisionen, die dem Namen nach aus Ausländern bestanden, in ihrer Personalstruktur gleich. Aber bei den baltischen Divisionen war es i.d.R. so, dass abgesehen von von Stab und Stabseinheiten das Personal nicht aus Deutschen bestand. Der Verdacht von dir ist also nicht ganz von der Hand zu weisen. Er könnte also als Schreiber, Melder, Funker etc. eingesetzt worden sein. Auch die Divisions-Nachrichten-Abteilung bestand vorrangig aus Deutschen. Aber wenn nur seine Divisionszugehörigkeit feststeht, wird sich die tatsächliche Verwendung nur schwer feststellen lassen.


    Die Einheit wurde Ende 43 erst gegründet.

    Die Aufstellung die späteren 15.SS-Division wurde am 15.02.43 befohlen. Im November 1943 kam es zum ersten Fronteinsatz.


    Wie lange hat damals die Grundausbildung gedauert bei der SS?

    Die Grundausbildung dauerte ca. 4 Monate. Wenn er noch eine Spezialausbildung bekam, entsprechend länger (z.B. Funker).


    Ich habe ein Bild von ihm mit den "normalen" schwarzen SS Kragenspiegeln. Nach meiner Recherche hatten ausländische Einheiten allerdings spezielle Kragenspiegel (also eine Seite schwarz und die andere Seite Einheitenspezifisch), stimmt das so? Siehe Bilder

    Auf dem rechten Kragenspiegel waren die SS-Runen, auf dem linken der Dienstgrad. Wenn der Dienstgrad der unterste war (Schütze, Kanonier, Funker etc.) dann war dieser rein schwarz. Für Einheiten deren Personal nicht in Gänze den rassischen Prinzipien der SS entsprachen, und dazu gehörten auch die lettischen Einheiten, wurden im Laufe der Zeit spezielle Kragenspiegel entworfen, die anstelle der SS-Runen zu tragen waren.

    Die wurde aber nicht gleich zu Beginn der Aufstellung vollzogen, sondern meist erst später und dauerte recht lange bis alle die trugen. Auch Angehörige, welche an sich dazu berechtigt waren, die SS-Runen zu tragen, sollten eigentlich den speziellen Kragenspiegel ihrer Einheit tragen. Diese hätten dann zusätzlich die SS-Runen als Abzeichen auf ihrer linken Brusttasche geführt. Aber das ist nur die von Himmler geforderte Theorie, auf vielen Bildern ist zu sehen, dass dies nicht vollständig umgesetzt wurde.

    Was ich nicht verstehe ist wieso er dann in britische Gefangenschaft kam?

    Nach meinem Stand gingen die Mehrheit der Division in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Da die Westalliierten aber ihre Gefangenen intern verteilten, könnte es durchaus sein, das er so bei den Briten landete. Auch wäre es denkbar, dass alle Gefangenen in Norddeutschland schlussendlich den Briten übergeben wurden, da diese örtlich zuständig waren (Besatzungszone). Das entzieht sich leider meiner Kenntnis.


    Grüße

    Christian

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS

  • Guten Tag ans Forum und an meinen anfragenden Namensvetter,


    ich begebe mich mal an die Beantwortung der gestellten Fragen, d.h. an die Sätze mit Fragezeichen.


    die Verwendung von "blonden und blauäugigen Ariern" ganz im Sinne des nationalsozialistischen Rassenwahns mag zwar bei der Auswahl von Angehörigen für Hitlers SS-Paradeformationen (Wachmannschaften der Reichskanzlei und des Berghofes) eine propagandistische Rolle gespielt haben, aber nicht für die Waffen-SS während des Krieges als solche.

    Mit dem deutschen Rahmen-, Verbindungs- oder Stammpersonal, hatten sich Anderssprachige in deutschen Diensten auf Deutsch zu unterhalten, ggf. mit Hilfe eines Dolmetschers oder Sprachmittlers.

    Als Rottenführer, d.h. als Mannschaftsdienstgrad vergleichbar einem Obergefreiten, kann der Großvater in einer seinem Dienstgrad entsprechenden Funktion das eine oder das andere gemacht haben, zum Beispiel kann er Ordonnanzbursche eines deutschen SS-Offiziers gewesen sein.

    Die Grundausbildung bei der Waffen-SS, d.h. die reine infanteristische Grundausbildung kann wie beim Heer zur damaligen Zeit 12 Wochen gedauert haben. Das würde ich so als Standard ansehen.

    Eine (infanteristische) Grundausbildung gab es auch bei der Waffen-SS für jeden Rekruten jeder Waffengattung. Wobei ein zukünftiger Artillerist oder Nachrichtenmann keine 12 Wochen als "Schütze Arsch" ausgebildet worden sein dürfte. Im Rahmen der militärischen Notwendigkeit konnte ein "gelernter" Infanterist/Grenadier beispielsweise auch zu einem Panzerfahrer "umgeschult" werden, um es mal so zu bezeichnen.

    Die normalen SS-Runen am Kragenspiegel des Großvaters können ein Hinweis darauf sein, dass er vor den Letten bei einer anderen Waffen-SS-Einheit gewesen ist. Auch bei der Waffen-SS waren Versetzungen von einer Division zur anderen Tagesgeschäft.

    Es ist so gewesen, dass der Großteil der genannten Division in westliche Kriegsgefangenschaft geriet. Die Briten gehörten halt nun mal zu den Westalliierten, wobei sie 1945 vor den Sowjets im Norden waren und dort die Divisionsangehörigen in ihr Gewahrsam nehmen konnte, bzw. übernehmen konnten.


    Vielleicht noch ein gut gemeinter Ratschlag zum Schluss, der nicht als Besserwisserei aufzufassen ist: So manche Frage hätte sich mit eigenem militärhistorischen Basiswissen selbst beantworten lassen. Vieles kann man im Internet problemlos recherchieren oder entsprechende Sachbücher können gelesen werden.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo

    Nach ihrer Aufstellung wurde dieser Division übelst mit gespielt.

    Sie wurde sofort in schwere Kämpfe verwickelt und hatte fürchterliche Verlust.

    1945 kam sie nach Pommern zur Neuaufstellung. In dieser kam der Stoß der Russen.

    Sie wurde vorverlegt um das absetzen der deutschen Verbände zu schützen.

    Lieber Ausländer verheizen als Deutsche. Das soll wohl ein General gesagt haben.

    Bach-Zeleweski oder Demmelhuber. So genau kann ich das nicht sagen.

    Was nicht starb oder in Gefangenschaft geriet, rettete sich über die Oder. Viel war es nicht mehr.

    Neuaufstellung.

    Bei dem Angriff auf Berlin kam das Füs.Btl.15 nach Berlin. Glaube mit 3 Kompanien.

    Bei den Ausbruchsversuchen haben sie die Letten vergessen Befehl dazu zu geben.

    Die saßen im Reichspostministerium.

    Bei ihren Ausbruch kamen viele um, aber es erreichten viele die Elbe.

    Der andere Teil kam mehr oder minder in Bau-Btl. zum Einsatz da Waffen fehlten.


    Das mal aus dem Ärmel geschüttelt.

    mfg Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Peter (Yuser),


    nachstehend ein paar Informationen hinsichtlich des Einsatzes der 15. SS Waffen-Grenadier-Division während der letzten Kriegswochen:

    - 12.03.1945: Durchbruch durch die russische Einschliessung im Raum Neustettin und Weitermarsch nach Swinemünde (Ankunft am 17.03.1945); Weitermarsch in den Raum Neubrandenburg (Ankunft am 18.03.1945). Dort Befehl für den Bau von Verteidigungseinrichtungen. Die Division war zu diesem Zeitpunkt unbewaffnet.

    - 27.03.1945: Verlegung der Division nach Fürstenberg-Lichen (20-25 Km von Neustrelitz entfernt).

    - 19.04.1945: Befehl zur Bildung einer Kampfgruppe unter dem Kommando von Oberst Janums (Kommandeur des SS Grenadierregiment 33) bestehend aus dem 1. Bataillon/SS Grenadierregiment 32, 1. Bataillon/SS Grenadierregiment 33 und SS Füsilierbataillon 15. Diese Kampfgruppe war für die Unterstützung der Verteidigung Berlins bestimmt und marschierte zu dem vorgesehenen Versammlungspunkt in Herzberg (15 Km östlich von Berlin). Dort kam die Kampfgruppe am 22.04.1945 an und dort wurde die Kampfgruppe mit Waffen ausgerüstet. Das SS Füsilierbataillon 15 wurde mit LKWs weiter nach Berlin transportiert. Oberst Janums entschied mit den beiden anderen Bataillonen anstatt nach Berlin in Richtung Westen zu marschieren, um sich den Amerikanern zu ergeben. Die beiden Bataillone marschierten über Blankenfelde nach Fichtenwalde (SW von Potsdam). Dort kamen die beiden Bataillone am 22.04.1945 an und es kam zu Kämpfen mit der russischen Armee. Die beiden Bataillone hatten Verluste von etwa 100 Mann und konnten sich aber in Richtung Süden absetzen. Die beiden Bataillone erreichten am 26.04.1945 Schora (NW von Zerbst) und nahmen dort Kontakt mit den Amerikanern auf. Oberst Janums übergab am 27.04.1945 um 03.00 Uhr dem 330. US Infanterie-Regiment der 83. US Infanterie-Division insgesamt 41 Offiziere und 855 Unteroffiziere und Mannschaften.

    - Der Rest der Division blieb im Raum Neustrelitz. Als sich die Russen am 28.04.1945 Neustrelitz näherten, wurden die Reste der Division an den Malchiner See verlegt, Ankunft dort am 29.04.1945. Um einer drohenden Einkesselung zu entgehen, zogen sich die Reste der Division in Richtung Schwinz zurück. Hier erhielt die Division den Befehl Verteidigungspositionen in der Linie Goldberg - Nienhagen zu beziehen. Da der Kommandeur der Division bereits entschieden hatte sich den Amerikanern zu ergeben, gab er die Genehmigung diesen Befehl zu ignorieren.

    - Am 02.05.1945 waren die Reste der Division im Schweriner Forst versammelt und nachdem Kontakt mit den Amerikanern aufgenommen war, legte die Division am 02.05.1945 um 18.00 Uhr die Waffen nieder.

    Somit kann davon ausgegangen werden, dass dein Opa entweder bei Zerbst oder bei Schwerin von den Amerikanern gefangengenommen wurde. Nach der Gefangennahme durch die Amerikaner bzw. Briten in Norddeutschland wurden alle Angehörigen der Waffen SS gleich welcher Einheit ausgesondert und nach Neuengamme bei Hamburg abtransportiert.

    Quellen: G2 Bericht Nr. 238 der 9. US-Armee vom 30.04.1945; G2 Bericht Nr. 216 der 83. US Infanterie-Division vom 27.04.1945.

    Gruss

    Wolfgang

  • Vielen, vielen Dank für eure Antworten. Das hilf mir riesig weiter!


    Könnte ihr noch was über die Kampfkraft und Ausrüstung der Division sagen?

    Ich habe diese Austelleung vom 8.3.45 gefunden. Da ist die Stärke mit 1 bewertet. Ich gehe mal davon aus das 1 das schlechteste war?

    Was genau sagt das aus und wie waren hier die Kriterien der Bewertung? Was bedeuten die anderen Spalten, die bei der 15. Gren Div zwar nicht ausgefüllt wurden aber bei den anderen?


    Nochmal danke für eure Mühe


    Gruss


    Peter

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  • Quote

    12.03.1945: Durchbruch durch die russische Einschliessung im Raum Neustettin


    Wie verlässlich sind diese Angaben?

    Nach meiner Einschätzung müsste das bereits früher passiert sein, so um den 5.3.45 herum. Dazu war die Einheit, den Lagekarten zu Urteilen (siehe Bild 1 oder https://wwii.germandocsinrussia.org/pages/301362/map) auch nie wirklich im Bereich Neustetting sondern im Raum Schneidemühl. Man könnte natürlich noch diskutieren ob das noch als "Raum" gilt.


    Ein Ausbruch muss aber tatsächlich zwischen dem10 und 12.03.45 passiert sein aber direkt an der Küste ( Siehe Bild 2 und Lagekarte vom 10.03.45 https://wwii.germandocsinrussia.org/pages/301379/map und vom 11.03.45 https://wwii.germandocsinrussia.org/pages/301382/map).


    Ich gehe hierbei davon aus, dass die 15. immer in der Kps Gr v. Tettau gewesen ist. So kann man das zumindest den Gliederungen aus diesen Tagen vom OKH entnehmen.


    17.03 Swinemünde könnte sein. Am 15.03.45 tauchen sie nochmal auf der Lagekarte in der Bucht vor Swinemünde auf, hier mit dem Vermerk 1000 was auf nur noch 1000 Man Stärke hinweisen könnte. (siehe Bild 3)


    Ab dem 16.03.45 ist die Division auf den Gliederungsverzeichnissen keine Kampfgruppe mehr zugeordnet. Vermutlich war sie zu schwach und wurde, wie oben erwähnt zurück genommen in den Raum NeuBrandenburg. Dann verliert sich die Spur auf den Karten. Am 30.03.45 taucht sie wieder auf und zwar auf den Gliederungen des OKH zur wieder Auffrischung und zwar tatsächlich im Raum NeuBrandenburg (https://wwii.germandocsinrussi…ge/14/mode/inspect/zoom/9) was zum 15.04. abgeschlossen sein soll.


    Wolfgang, super Beitrag mit viel Detail und bis auf das erste Datum (12.03.45) konnte ich zumindest bis zum 30.03. alle soweit nachvollziehen. Danach habe ich bisher keine Unterlagen mehr gefunden.


    Viele Grüße


    Peter

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  • Guten Abend Peter (Yuser),


    Die Aussage, wonach die 15. SS Waffen-Grenadier-Division am 12.03.1945 bei Neustettin aus der russischen Einschliessung ausgebrochen ist, stammt aus dem Protokoll der Befragung von Oberst Janums durch die Amerikaner nach seiner Gefangennahme bei Zerbst. Effektiv zog sich die Division entlang der Ostküste zurück und überschritt am 12. und 13.03.1945 bei Diewenow die Meerenge in Richtung Swinemünde. Die Trosse und Versorgungseinheiten der Division, die in Kolberg eingeschlossen waren, wurden am 17.03.1945 von der Deutschen Kriegsmarine von Kolberg nach Swinemünde gebracht. Während ihres Rückzugs durch Pommern Anfang März 1945 unterstand die Division zusammen mit der 33. SS Waffen-Grenadier-Division "Charlemagne" und 3 weiteren deutschen Divisionen dem Korps "von Tettau".

    Die von dir bei deinem vorletzten Beitrag angehängte Aufstellung gibt gemäss meinem Verständnis für die 15. SS Waffen-Grenadier-Division an, dass die Division am 08.03.1945 nur noch über ein "starkes" Bataillon verfügt, d.h. 1 Kampfbataillon mit einer Stärke von mindestens 400 Mann. Hier werden die Bataillone je nach ihrer Stärke in die Kategorien "stark", "mittelstark" usw. eingeteilt. Die Tauglichkeit einer Division wird in den wöchentlichen oder monatlichen Stärkemeldungen in eine von 4 Kategorien festgelegt, d.h. Kategorie I, II, III und IV; davon steht z.Bsp. die Kategorie I für voll einsatzbereit (die Division ist geeignet für Angriffs- und Verteidigungsaufgaben).

    Am 27.03.1945 wurde die 15. SS Waffen-Grenadier-Division mit Ersatz soweit aufgefüllt, dass der Division wieder ein kampfkräftiges Regiment zur Verfügung stand. Dabei ist zu bemerken, dass die Division nach ihrem Rückzug aus Pommern alle ihr noch verfügbaren Waffen an andere deutsche Einheiten abgeben musste. Eine Bewaffnung von Einheiten der Division erfolgte erst wieder am 22.04.1945 als die am 19.04.1945 gebildete Kampfgruppe unter dem Kommando von Oberst Janums für die Verteidigung von Berlin abkommandiert wurde. Während der übrigen Zeit wurden die Divisionsangehörigen für Schanzarbeiten herangezogen.

    Gruss

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    vielen Dank für diesen Text. Der Kreis schließt sich so langsam.


    Ich habe in einem alten Bilderbuch dieses Bild von ihm gefunden. Darauf steht Kohlberg und darunter das Datum vom 12.03.45. Wenn dieses Datum stimmt könnte man behaupten dass er in Kohlberg eingeschlossen sein musste. Das würde bedeuten dass er zum Tross bzw. Versorgung gehört haben muss!


    Ich kann mich auch daran erinnern dass er mir in seinen recht wenigen Erzählungen sagte, dass er in letzter Minute mit dem Schiff evakuiert wurde. Das würde ja hierzu passen.


    Viele Grüße


    Peter

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  • Hallo Peter (Yuser),


    effektiv sind Einheiten des Divisionshauptquartiers, der Divisionsversorgungstruppen und die Nachrichtenabteilung der Division in Kolberg eingeschlossen worden; diese Einheiten wurden am 17.03.1945 von der deutschen Kriegsmarine nach Swinemünde gebracht. Somit kommt es hin, dass dein Grossvater am 12.03.1945 in Kolberg gewesen sein kann.

    Gruss

    Wolfgang