JG 77 und Görings Befehl / Juni 1943

  • Guten Tag,

    gemeint ist sicherlich:

    Adolf Galland

    Die Ersten und die Letzen

    "Die Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg"

    Gruß Paule

  • Hallo,

    gemeint ist sicherlich:

    Adolf Galland

    Die Ersten und die Letzen

    "Die Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg"

    Gruß Paule

    Das denke ich auch.


    Wenn der Sachverhalt dort nicht erwähnt ist, so mag das wohl daran liegen, dass jede Darstellung begrenzten Umfang hat und nie alles was vielleicht auch bemerkenswert wäre vorkommen kann.

    Fragen können wir Herrn Galland leider nicht mehr...

    Herzliche Grüße

    Eberhrd

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo

    Vielleicht, oder sicherlich steht etwas darüber in Steinhoffs " Die Strasse von Messina".

    Gruss, Rene

  • Hallo,

    Hallo

    Vielleicht, oder sicherlich steht etwas darüber in Steinhoffs " Die Strasse von Messina".

    Gruss, Rene

    das hat Paule schon erläutert:


    in Steinhoffs "Strasse von Messina" ist auf Seiten 48-51 die

    Forderung von H. Göring besprochen worden.

    Herzliche Grüße

    Eberhard

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  • Hallo Eberhard

    Habe ich schlichtweg übersehen. Kommt davon wenn man nicht richtig liest, bzw. nur hin und wieder reinschaut.

    Gruss,Rene

  • Hallo Rene,

    ist mir auch schon passiert! Oft sogar!


    Herzliche Grüße

    Enerhard

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  • Hallo,


    genau, das ist es, Asche auf mein Haupt, ich habe etwas unvollständig zitiert.

    Glücklicherweise nicht in der Promotion.;)


    Gruß

    Dieter

  • Hallo Eberhard,


    aber andererseits nimmt der Mittelmeerraum 1943 einen erheblichen Teil ein, da diese Anordnung von Göring ja sehr "heftig" ist, kann ich das außer Acht lassen nicht nachvollziehen.


    Gruß


    Dieter

  • Hallo Eberhard,


    vor längerer Zeit habe ich mal sinngemäß gelesen, dass die Luftwaffe voll dem nationalsozialistischen Ideal entsprochen hätte, denn sie war ja der Wehrmachtsteil, der erst mit der Machtergreifung Hitlers wieder neu entstand und umfangreich ausgebaut wurde. Die Wurzeln der DKM liegen , verkürzt dargestellt, im Kaiserreich. Die Marine existierte ja auch nach den Versailler Bestimmungen weiter und natürlich auch der Korpsgeist. Das war Hitler suspekt. Die wenigen Besuche von Marinestandorten untermauern dies in meinen Augen. Daher war der Oberbefehlshaber der Wehrmacht nach meiner Meinung eher bereit, Angehörige der Luftwaffe mit den Brillanten zu beleihen als Angehörige der Kriegsmarine. Damit will ich nicht zum Ausdruck bringen, dass es für die Luftwaffenangehörigen einfacher gewesen ist, diesen Orden zu erhalten, als für die Angehörigen der DKM, Lüth und Brandi. Für die Marineleute hing eben der ,,Futterkorb" einfach noch höher.


    MfG Wirbelwind

  • Hallo Wirbelwind,

    da ist schon was dran.

    Es gab auch Konkurrenz zwischen Luftwaffe und Kriegsmarine, wobei vor allem Göring darauf bestand, das "alles, was fliegt" ihm unterstellt blieb. Das hat besonders die Luftaufklärung bei Einsätzen der Kriegsmarine beeinflusst, oft sogar erschwert oder blockiert.

    Die Jagdflieger standen hoch im Kurs, sie waren sehr erfolgreich ( es gab über 100 Flugzeugführer mit mehr als 100 Abschüssen) und wurden mit fortschreitender Luftoffensive der Alliierten im Rahmen der Reichsverteidigung immer wichtiger. Göring wusste das in der Regel auch entsprechend darzustellen.

    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo,


    ich möchte es mal so sehen:

    Hitler hatte, schon durch seine Teilnahme am I. WK, die Seeschlachten des I. WK und den Kieler Matrosenaufstand, einen erheblichen Vorbehalt gegenüber der Kriegsmarine. Trotz des umfangreichen Marinebauprogramms, z. B. des "Z. Programms" , das zeitlich nicht verwirklicht werden konnte, im Rahmen des "Rüstungswettlaufs zur See" , der Kiellegung "Dickschiffe" war Hitler ( obwohl Jachtbesitzer) nie maritim eingestellt. Es war ein Landmensch und so lag im die unmittelbare Umgebung näher wie die weite See. Außerdem waren die Flottenabkommen Hitler ein Dorn im Auge. !936 wurde mit dem Bau der beiden ersten Schlachtschiffe begonnen, was zu Spannungen mit England führte, die Hitler damals nicht wollte. Wenn man die Weisungen Hitlers betrachtet, so stellt man fest, dass die Beteiligung der Kriegsmarine an den Operationen manchmal relativ gering ausfällt. Z. B. in der Ostsee. Schon die hohen, vor allem Zerstörer -Verluste während der Operation " Weserübung" wirkten negativ.

    ( Hier nur kurz skizziert)


    Gruß Karl


    https://www.ndr.de/geschichte/…,matrosenaufstand132.html

  • Lieber Karl,

    das waren sicher die beeinflussenden Faktoren.

    Die junge, sehr schnell aufgebaute Luftwaffe war da "unbelastet" und Göring hat das entsprechend darzustellen verstanden.

    Heruliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo zusammen,


    die Ereignisse vom 25.06.1943 werden in "Geschichte des Jagdgeschaders 77 Teil 3, 1942 - 1943", von Jochen Prien, auf den Seiten 1601 bis 1610, abzüglich 5 Seiten mit Fotos, ausführlich beschrieben. Damit wird die in einem früheren Beitrag gestellte Frage nach einer weiteren Quelle beantwortet.


    Prien widerspricht den Darstellungen von Galland und Steinhoff aus deren Veröffentlichungen. So soll es das Telefonat zwischen Galland und Steinhoff gar nicht gegeben haben. Ganz im Gegenteil ...., ich zitiere kurz von Seite 1610:


    "Statt sich vor die Jagdflieger zu stellen und höheren Ortes über die tatsächlichen Schwierigkeiten ihres Einsatzes über dem Mittelmeerraum zu berichten, setzte Galland die menschenverachtenden und den tatsächlichen Verhältnissen ganz und gar nicht gerecht werdenden Befehle Görings in die Tat um und machte sich die gleichermaßen unsachlichen wie ungerechtfertigten Vorwürfe Görings vielfach zu eigen."


    Und weiter:

    "Besondere Erbitterung unter den Flugzeugführern löste die Rolle des Generals der Jagdflieger aus; von ihm hätten sie sich Abhilfe erhofft und erwartet, dass er sich angesichts der Ausfälle und Widerlichkeiten Görings vor sie stellen würde, doch das Gegenteil trat ein - GenMaj. Adolf Galland machte sich die Methoden Görings zu eigen, in dem er etwa in seinen Einsatzbefehlen für jeden Fall des Scheiterns, ungeachtet der wahren Ursachen und Umstände, von Versagen sprach und die Meldung der beteiligten Flugzeugführer zur kriegsgerichtlichen Verfolgung forderte, oder indem er den "Befehl" Görings wiederholt seinen Flugzeugführern einschärfte, wonach jeder Schwarm pro Einsatz wenigstens einen Abschuss zu erzielen habe, oder, soweit dies nicht der Fall sein sollte, jeder Maschine wenigstens Beschussschäden aufzuweisen hatte zum Beweis dafür, dass der Flugzeugführer "dran" gewesen war, andernfalls erneut mit dem Kriegsgericht gedroht wurde. GFM von Richthofen indes war mit dem Vorgehen Gallands offenbar sehr zufrieden, denn er notierte wenige Tage darauf in seinem Tagebuch:

    Bei Galland Besprechung der gesamten Jägerprobleme. Einig. Galland hat die Jäger, welche in letzter Zeit schlecht oder gar nicht angriffen, scharf angefasst. Ob zu scharf, muss sich herausstellen. Jedenfalls muss Galland die Sache in Ordnung bringen."

    Interessant sind auch die verschiedenen Hinweise und Klarstellungen bei den Fußnoten. Sie belegen die Argumentation von Prien.


    Viele Grüße

    Helmut

  • Hallo Helmut,

    sehr interessant - das ist starker Tobak! Hatte das Geschwader möglicherweise bei der "Obrigkeit" einen schlechten Ruf? Gordon Gollob war zu dieser Zeit ja wohl schon in Frankreich.

    Oder ist das Ganze vor dem Hintergrund der Gesamtsituation im Mittelmeerraum zu sehen? Derartige Befehle dürften sonst vor allem bei Galland sicher nicht an der Tagesordnung gewesen sein?

    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo,

    was manchmal so alles ans Tageslicht kommt. Die Geschichte mit dem Mehrfacherhalt der Brillanten bei Galland war mir so nicht bekannt. Gibt es denn Erkenntnisse, was damit geworden ist? Lt. verlinkten Spiegelartikel ging bei Kriegsende zumindest die Kassette, in der sich ursprünglich die Brillanten und die Beleihungsurkunde befanden, verloren.


    MfG Wirbelwind

  • Hallo zusammen


    Kann mir, einem ahnungslosen auf dem Bereich, bitte einer von euch erklären was es für Probleme über dem Mittelmeer gab?

    Das Malta ein Stachel im Fleisch der Achsenmächte war ist mir bekannt!

    Allerdings hört es dann auch schon auf!

    Vielen Dank im voraus!


    Gruß Arnd


    PS: ein kurzer Abriss reicht

  • Hallo Arnd,

    bei den Kämpfen in Afrika ab Feb. 1941 war ja auch die Luftwaffe involviert- Kampf- und Jagdgeschwader. Im Rahmen des Rückzuges, bei den Kämpfen um Tunesien und vor der alliierten Landung auf Sizilien im Juli 1943 war die Lage der Achsenmächte sehr angespannt, daraus resultierten wohl auch hohe Erwartungen an die dort eingesetzten Verbände. Der hier diskutierte Befehl datiert wenige Wochen vor der alliierten Landung in Italien.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo Eberhard


    Danke dir

    Also sollte die Luftwaffe die Kastanien aus dem Feuer holen!

    Der Spiegel-Artikel zeigt mal wieder wie diese braune Bande unterwegs war.


    Gruß Arnd

  • Hallo zusammen,


    Bert, selbstverständlich lässt sich das nicht mehr klären, ich habe es nur so beschrieben, wie es bei Prien steht.


    Eberhard, ich sehe es ähnlich, dieser Vorfall hat mit Menschenführung nichts zu tun.


    Ich versuche nach Möglichkeit in Kürze und zusammengefasst die Situation zu schildern, die damals im Mittelmeerraum vorherrschte, Quelle wie bereits aufgeführt der Teil 3 der Geschaderchronik des JG 77.


    Am 12. Mai kapitulierten die Streitkräfte der Achse in Afrika/Tunesien.

    Die Luftwaffe verlor in Afrika wichtiges Material und Bodenpersonal.

    Aber auch das fliegende Personal hatte enorme Verluste. So verlor z.B. das JG 77 während seines Einsatzes in Tuniesien vom 25.10.42 bis 13.05.43 rund 55% seiner Flugzeugführer.

    Es flog in der Zeit Einsätze von bisher noch nicht gekannter Härte gegen einen zahlenmäßig vielfach überlegenen Gegner. Zudem wurden die Flugplätze pausenlos bombardiert. Das alles zerrte an den Nerven.


    Mit diesen Eindrücken musste nun innerhalb kurzer Zeit die Verteidigung von Sizilien aufgebaut werden, deren Eroberung die Alliierten am 13.05.1943 beschlossen hatten.

    Die alliierten Luftstreitkräfte sollten hierfür die Voraussetzungen schaffen und durch Luftangriffe auf Sizilien, Sardinien und Süditalien die deutsch/italienischen Luftstreitkräfte zerschlagen.

    Dafür standen den Alliierten rund 4.900 Flugzeug zur Verfügung, darunter alleine 2.100 Jagd- und Jaboflugzeug.

    Die Luftflotte 2 gegenüber verfügte Anfang Juni 1943 gerade mal über 750 Flugzeuge, davon 290 Jäger, von denen nur 160 einsatzbereit waren.

    Anders als das JG 53, welches nach seiner Rückkehr aus Tunsien unverzüglich in den Abwehreinsatz über Sizilien geschickt wurde, erhielt das JG 77 aufgrund des völlig abgeflogenen Zustands seiner Gruppen eine kurz Pause zur Auffrischung. Die Gruppen verlegten bis Mitte Mai nach Bari, Foggia und Neubiberg. Dort wurde das verlorengegangene Gerät ersetzt und die Gruppen mit neuen Maschinen aufgefüllt. Als Ersatz wurden zahlreiche junge Flugzeugführer von der 1./JGr. Süd zum Geschwader versetzt, deren Ausbildungsstand den "alten Hasen" aber sehr zu denken gab. Es war nicht zu übersehen, dass manche der jungen FF erhebliche Probleme im Umgang mit den eigenen Maschinen hatte.

    Nach kurzer Pause wurde das JG 77 Anfang Juni 1943 wieder in den Abwehreinsatz über Sizilien, Sardinien und Süditalien geschickt.


    Schon seit dem 18.05.43 begannen die allierten Luftstreitkräfte mit voller Macht ihre Vorbereitung der beabsichtigten Landung auf Sizilien.

    11.06.43 - Wegnahme der Insel Pantelliera durch Kapitulation der Italiener unmittelbar vor der Landung, nachdem die alliierten Luftstreitkräfte in den Tagen zuvor 5.285 Einsätze mit etwa 6.200 Tonnen abgeworfene Bomben geflogen hatten. Tags darauf kapitulierten die Italiener auf Lampedusa und am 13.06.43 die Inseln Linosa und Lampione.

    Diese Schlappen der Italiener sorgten bei den Deutschen für erhebliche Verstimmung und zugleich für Besorgnis wegen der weiteren Entwicklung im Mittelmeerraum. Auch mit den Leistungen der eigenen Verbände war man nicht zufrieden und das betraf in erster Linie die Luftwaffe.

    Anfang Juni übernahm GFM von Richthofen, einer der fähigsten aber auch härtesten Führer, die Luftflotte 2. Von dieser Maßnahme versprach sie Göring eine sofortige Besserung der Lage und vor allem der Verfassung, in der sich die Luftwaffe nach der Niederlage in Tunesien befand.

    Auch die Jagdflieger, die am meisten der Kritik Görings ausgesetzt waren, weil sie seiner Meinung nach "zu wenig abschossen", erhielten eine neue Führung. GenLt. Theo Osterkamp, erst im April 1943 als Jafü Sizilien eingesetzt, wurde kaltgestellt und durch Gen.Maj. Adolf Galland ersetzt.

    Seit Anfang Juni erfolgten täglich allierte Luftangriffe auf Sizilien, mit zum Teil schwersten Bombardierungen. Ziele waren dabei u.a. auch die Liegeplätze der Jagdflieger.


    Am 22.06. übernahm Galland endgültig die Führung der Jagdflieger auf Sizilien, nach dem er anfangs sehr widerstrebend am 16.06.1943 von GFM v. Richthofen "eingenordet" wurde. Galland machte Sizilien zu einer persönlichen Angelegenheit und stellte höchste Anforderungen an die Jagdflieger, die er selbst und einige wenige hervorragende Jagdflieger der Jahre 1940/41 vielleicht hätten erfüllen können, nicht aber die FF die in diesem Sommer 1943 auf Sizilien im Einsatz standen. Die "Alten" ausgelaugt durch Monate im nahezu ununterbrochenen Einsatz und die "Jungen" mit fehlender Erfahrung und mangelhafter Ausbildung und allesamt mit unterlegenem Gerät.

    Entsprechend gedrückt war die Stimmung bei den Geschwadern, denen nach den Worten von v. Richthofens allen "Tunis irgendwie in den Knochen" steckt, mithin die schlimme Erfahrung, sich gegen einen weit überlegenen Gegner letztlich vergeblich zu wehren und dabei von der eigenen obersten Führung nicht nur nicht unterstützt, sondern noch zusätzlich mit Vorwürfen bedacht und sogar ohne erkennbaren Sinn bereitwillig geopfert zu werden.


    Rücksichtsloser Einsatz wurde fortan gefordert mit ständiger Einsatzbereitschaft vom FF bis zum Geschwaderkommodore. Streng angeordnete, oft stundenlage, Sitzbereitschaft bei glühender Sommerhitze mit aufgeklappter Kabinenhaube und einem Sonnenschirm darüber war die Folge.

    Der Reichsmarschall hatte Galland darauf eingeschworen, die Luftverteidigung im Süden "in Ordnung" zu bringen .... und Galland behorchte. Bedingungs- und rücksichtslos!


    Das drängendste Problem der deutschen Luftverteidigung Siziliens war die schon seit Tunesien anhaltende Erfolgslosigkeit der deutsch/italienischen Jagdflieger gegen angreifende 4-mot-Verbände der Alliierten. Nur ganz selten war es gelungen den angreifenden Verband vor erreichen des Zieles abzudrängen und gerade die Abschusserfolge gegen die Boing und Liberatorpulks waren sehr gering. Der neu ernannte Jafü Galland sah zudem die Gefahr der Verzettelung der wenigen vorhandenen Jäger, wenn der Versuch unternommen wurde, alle feindlichen Einflüge zu bekämpfen. Er beabsichtigte daher unter Zusammenfassung möglichst vieler Jäger einen Viermot-Einflug möglichst massiert zu bekämpfen. Die Gelegenheit für so einen Einsatz kam am 25.06.43.


    Am Vormittag wurde ein starker Verband von etwa 120 Viermotorigen nördlich von Sizilien mit vermuteten Angriffsziel Neapel von den deutschen Funkmessgeräten aufgefasst. Tatsächlich richtete sich jedoch der Angriff gegen Messina. Über der Stadt kam es zum Luftkampf mit der III./JG 53, die bei einem eigenen Verlust 2 B-17 abschiessen konnte, während die Flak 3 Abschüsse für sich beanspruchte.

    Das JG 77 wurde zur Abwehr des Angriffs auf Messina eingesetzt. Dabei sollte es nach den Vorstellungen Gallands zusammen mit dem JG 53 zu einem Gefechtsverband zusammengefasst und geschlossen zum Angriff geführt werden. Doch es kam anders. Bereits bei der Versammlung stellten sich erheblich Schwierigkeiten ein, denn als der Einflug erkannt wurde, war es für einen Abwehreinsatz vor dem Erreichen des vermuteten Angriffsziels bereits zu spät, so dass der amerikanische Bomberverband erst im Abflug bekämpft werden konnte.

    Dazu sollten der Stab/JG 77 mit der I. und II. Gruppe und der eigens dazu von Comiso nach Trapani verlegten II./JG 53 eingesetzt werden, während die I. und III./JG 53 getrennt von den übrigen Gruppen über Messina zum Einsatz kamen und die III./JG 77 auf Sardinien unberührt blieb.

    Während sich der US Kampverband nach dem Angriff auf Messina mit Westkurs weit über See ausholend auf den Rückflug machte, erfolgte gegen 12.55 Uhr und kurz danach bei den eingesetzten Jagdgruppen der Alarmstart. Etwa 80 Bf 109 machten sich auf die Verfolgung des Kampfverbandes. Es herrschte starker Dunst, so dass sich der Verband während des Anflugs auseinanderzog. Nach einiger Zeit, kam über Funk der Hinweis, dass die Funkmessgeräte den Viermot-Verband vor der Nordküste Siziliens verloren hätten. Aufgrund der diesigen Sichtverhältnisse konnten die vorausfliegenden FF jedoch erst im letzten Augenblick, bevor der Sprit zu Neige ging, unter sich einen größeren Viermot-Pulk im Tiefflug erkennen. Teile des Geschwader kamen noch zum Ansatz, doch konnte wegen des knappen Sprits nur ein Angriff geflogen werden.


    Der Angriff gegen den Viermotverband war ein Fehlschlag. Die tatsächlichen Ursachen dafür haben die oberste Führung nicht interessiert. Stattdessen wurden gleichermassen schwerwiegende wie weitgehend unsachliche Vorwürfe gegen die beteiligten Jagdflieger erhoben. Trauriger Höhepunkt war das in diesem Thread anfangs genannte Fernschreiben Görings.


    Soweit die Hintergründe zu dem Ereignis, teils zusammengefasst und teils wörtlich zitiert aus o.g. Quelle.


    Viele Grüße

    Helmut