requirierte Pferde in Frankreich

  • Hallo, ich grüsse Sie alle .

    Es ist ja bekannt,dass die deutsche Armee Pferde, vor allem Zugpfeerde requiriert haben . (Die Bauern wurden entschädigt)

    Aber es steht auch schwarz auf weiß im Archiv der 4.Armee, dass es absolut verboten war, wertvolle Hengste aus dem grossen Gestüt "Le Pin" ( in der Orne) und aus anderen mitzunehmen.

    Da ich einen Kontakt zu dem ehemaligen Historiker des Gestüts habe,habe ich ihn gefragt : leider haben die Deutschen da auch wertvolle Hengste mitgenommen ..Zum Teil sind welche nach 45 zurückgebracht worden .

    Liest man Archivmaterial über die Veterinärsachen,so ist man sofort überzeugt davon, das sich die Deutschen grosse Mühe gegeben haben, um die Pferde zu pflegen . Die Offiziere kannten die Pferde und wussten ganz sicher den Wert solcher Pferde zu schätzen .

    Folglich bin ich überzeugt davon,dass die requirierten Pferde aus diesem Gestüt für die Zucht in andere grosse deutsche Gestüte gebracht worden sind .

    Und meine Frage ist : Wohin? In welche Gestüte sind wohl die wertvollen Hengste gebracht worden ???

    Ich hoffe, dass sich einPferdefan damit beschäftigt hat und meine Frage beantworten kann .

    Im voraus bedanke ich mich sehr .

    Mit freundlichen Grüssen .

    Und frohe Weihnachten .

    Johannes Maria

  • Hallo Johannes Maria,


    möglicherweise wurden die Pferde auch in Heereszuchtgestüte der Wehrmacht verbracht. Das Thema Pferde bzw. requirieren von Pferden durch Wehrmachtsstellen war hier im FdW schon einmal Thema:


    Pferde im 2. WK.


    Möglicherweise sind die Beiträge interessant und hilfreich.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo zusammen,


    nicht nur das Militär, auch Bauern bekamen requirten Pferde. Mir klingt immer noch die Geschichte "vumm Franzoseklepper" (Klepper = Pfälzisch für "nicht ganz so tolles Pferd") im Ohr welche bei Familientreffen in den späten 1960., frühen 1970. Jahren gerne "vorgetragen" wurde, auch vor dem Hintergrund das die betroffene Tante im Verwandschaftsverbund "nicht gerade an der Spitze der Beliebtheitsskala stand."


    Einen schönen ersten Weihnachtstag, Thomas

  • Hallo Nicco, hallo Pogg!

    Vielen Dank für Eure Antworten . Ich habe schon einiges im " Pferde im 2.WK. " gefunden , aber nichts über meine Frage , was den Weg der requirten wertvollen Hengste anbelangt .Wahrscheinlich wurden sie also in diese Heereszuchtgestüte gebracht . Weiss man eigentlich wo diese Gestüte waren ? Denn in den entsprechenden Landesarchiven könnte man vielleicht etwas darüber finden .


    Die Anspielung auf den" Franzosenklepper" hat mir gut gefallen ! Es wundert mich nicht, denn es war bei uns bekannt, dass die Deutschen sehr kritisch und wählerisch waren ... solange sie die Wahl hatten ! und auf der anderen Seite, haben sich die Franzosen bemüht womöglich müde Gaule zu presentieren !

    Mit freundlichen Grüssen .

    Johannes Maria

  • Hallo Johannes Maria,


    hier habe ich etwas zu dem Heeresgestüt Altefeld im Ortsteil Altefeld im Werra-Meißner-Kreis (Hessen) gefunden. In dieses Gestüt wurden ab April 1941 erbeutete Zuchtpferde aus Frankreich und Polen gebracht:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptgest%C3%BCt_Altefeld.


    Hier noch etwas zu den Heeresgestüten Racot in der Nähe von Posen (Beberbecker Pferde), Schönböken (Holstein) und Graditz:


    http://www.senner.de/gesbeb.htm.


    Interessant ist der, in diesem Beitrag genannte, durchschnittliche Preis in Höhe von 3.125,- RM, für die im Jahre 1929 von Preußen nach Polen verkauften 160 Pferde. Unter Zugrundlegung eines Kurses von ca. 3,30 € für 1,- RM wäre dieses ein Preis in Höhe von 10.312,50 € pro Pferd.


    Im Wehrkreis III gab es im Standort Hoppegarten das Heeresgestüt Alt-Rehfeld:


    http://www.lexikon-der-wehrmac…KasernenHoppegarten-R.htm.


    Im Kreis Storman gab es ab 1942 das Heeresgestüt Gut Grabau, das 1936 von der Wehrmacht zunächst als Remonteamt übernommen wurde:


    Quelle: http://www.grabau-stormarn.de/grabau/historie.htm.


    Hier noch eine Leseprobe des Buches "Pferdewirtprüfung (Bd.9) - Zeitzeuge: Der Lipizzanerretter -" bezüglich Pferderennsport und die Wehrmacht:


    https://books.google.de/books?…20der%20Wehrmacht&f=false.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo Nicco .

    vielen herzlichen Dank für die zahlreichen hinweise , die ich mit Interesse besucht und gelesen habe.

    ich habe dabei viel gelernt.

    die Pferdepreise sind auch eindrucksvoll .Ich hätte nicht gedacht dass ein Pferd zu der Zeit so teuer gewesen wäre .

    Das hochwertige Hengste der Familie Rothschild angehörten, entspricht dem, was man weiss. Ich nehme an,das solche doch requiriert worden sind aber auch zurückgebracht worden sind. Ziel war die Besamung , und dafür wurde das kostabre Tier natürlich gut gepflegt .

    Vielen Dank noch und herzliche Grüsse .

    Einen guten Rutsch wünsche ich Dir .

    Johannes Maria

  • Hallo Johannes Maria,


    es freut mich, dass ich dir helfen konnte. Da ich auch kein Pferdekenner oder Pferdespezialist bin, finde ich das Thema "Pferde im 2. Weltkrieg" allgemein sehr interessant und habe auch einiges darüber gelernt. Vor allem aber, dass Pferde generell und Pferdezucht im besonderen einen hohen Stellenwert in der Wehrmacht besaßen und trotz aller Motorisierung ein wichtiger Faktor der Kriegsführung waren.


    Ich wünsche dir ebenfalls einen guten Start im neuen Jahr.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo Nicco .

    ich finde auch das Thema sehr interessant.

    Dieser hohe Stellenwert in der WH ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen,dass viele höhere Offiziere Aristokraten waren, und Pferde wenn nicht Gestüte besassen.Dann war es auch so, das die Soldaten, die Truppe, die sehr oft Bauern und Landwirte waren,auch mit Pferden gelebt haben, und diese Tiere kannten und mochten .Für diese leute waren die Pferde eine sehr grosse Hilfe, denn es ist unwahrscheinlich was man mit einem Pferd machen kann .Und Pferde in einem Raum mit Soldaten bringen Wärme !

    Alles Gute .

    Mit freundlichen Grüssen .

    Johannes Maria