• Partisanen


    Ein kontroverses Thema, ich weiß.
    Ich möchte hier die Rolle und die Eigenarten der Partisanen diskutieren.
    Einerseits ist es verständlich sich gegen eine besatzungsmacht zu stellen, ich würde das wahrscheinlich auch machen.
    Andererseits lässt ein Guerillia-kampf jeden Krieg eskalieren. Zum Nachteil der Zivilbevölkerung. Einerseits töten Partisanen Leute die sich mit den besatzungsmächten arragieren und nehmen zivile Opfer billigend in kauf (in dem sich als Zivilisten tarnen usw.). Außerdem sind sie gezwungen Gefangene hinzurichten (da kein Rückraum und keine Ressourcen um diese zu versorgen/festzuhalten), die Zivilbevölkerung auszurauben und menschen(auch minderjährige und Frauen) zum Kampf zu zwingen.


    Andererseits die Besatzungsmacht, die in der Regel mit harter gewalt gegen die Aufständischen vorgeht und häufig auch die Zivilbevölkerung in mitleidenschaft zieht.


    Beide Seiten Foltern, Misshandeln und brechen das Völkerrecht im Partisanenkrieg.


    Partisanen, Freiheitskämpfer oder Mörder?

  • Hallo,


    die Partisanenaktivität wurde ja auch noch von den Russen genährt, indem Waffen, Ausrüstung, Verpflegung und sogar Soldaten der RA hinter der Front abgeworfen wurden um die die Aktivität der Partisanen zu erhöhen!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Mein Opa war in der 7.SS, er hat gegen Partisanen auf dem Balkan gekämpft, deshalb ist das ein thema mit dem ich mich schon länger auseinandersetze.

  • Was sind Partisanen?
    Nur zivilisten .
    Oder auch Soldaten die von ihrer truppe getrennt wurden und dann hinter den feindlichen linien waren ?
    Oder waren dies alles Freieitskämpfer?
    Wie war es mit Wehrwolf?
    Gab es auch actionen "deutscher Partisanen"?

  • Partinsanen sind bewaffnete Personen die gegen eine reguläre Armee kämpfen/einen Staat/eine besatzungsmacht usw, allerdings weder Uniformen tragen noch sonst von Zivilisten groß zu Unterscheiden sind.

  • Quote

    Original von Arik-buka
    Mein Opa war in der 7.SS, er hat gegen Partisanen auf dem Balkan gekämpft, deshalb ist das ein thema mit dem ich mich schon länger auseinandersetze.


    Hallo,


    dann besorge Dir doch:
    Schmider, Klaus: Partisanenkrieg in Jugoslawien 1941-1944
    Mittler & Sohn, Hamburg 2002, ISBN: 3-8132-0794-3


    MfG - Uwe

  • Quote

    Partinsanen sind bewaffnete Personen die gegen eine reguläre Armee kämpfen/einen Staat/eine besatzungsmacht usw, allerdings weder Uniformen tragen noch sonst von Zivilisten groß zu Unterscheiden sind.


    Die Erklärung ist zu einfach. Es gibt einen Unterschied, ob der Partisan gekennzecihnet ist, unter einheitlicher Führung steht und die Waffen offen trägt oder nicht.

    Suche alles zur 2. Marineinfanteriedivision und zur 5. FallschJgDiv

  • Hoover:
    PRIMÄR gehts mir hier um die Frage ob man Partisanen gutheißen kann oder nicht. Ich persönlich würde mich einem Gegner der in Deutschland einmarschiert auch entgegenstellen, aber ein Partisanenkrieg schädigt immer primär die eigene Bevölkerung... das ist eben das Problem. Auch eben die damit (mit der irregulären kriegsführung) verbundenen Grausamkeiten sind zu bedenken...

  • Hallo,


    Das hängt davon ab was für Ziele die Partisanen verfolgen. Welchen Zeitraum man beachtet und gegen wen die Partisanen gekämpft haben.
    Wie definiert man die großen Verbände in Polen und Russland. Untergrundarmee? Anders?


    Wenn man sich mit den Partisanenarmeen in GG / Polen oder den Weiten von Weißrussland befasst, dann sieht man auch den Sinn in den Bewegungen und Aktionen.


    Man darf nicht vergessen, dass diese Verbände ja von oben bis nach unten gegliedert und bewaffnet waren.
    Die Verbände wurden von Außen (Versorgungsflüge der Alliierten) versorgt. Die hatten ihr Operationsgebiet und auch damit verbundene Ziele.
    Für diese Einheiten halte ich das Wort Partisanen als falsch. Da die Organisation einer Armee glich und die Ziele klar erkennbar waren. Viele Einheiten behielten ihre jeweilige Landesuniform der Armee.


    Am Beispiel von GG ist es zusehen, dass die "Partisanen" ganze Landstriche unter Kontrolle halten konnten und auch offen gegen die Wehrmacht operierten. Dazu kamen noch die russischen Partisanen, die mit Waffen und vor allem mit Funktechnik und neuen extra für den Kampf ausgebildeten Offizieren verstärkt worden sind.
    Dagegen hatten die Polen Verbindungen bis nach London. Woher immer neue Nachschub, per Flugzeug, an Mensch, Material und Geld kam.


    Zum Ende des Krieges wurde sogar der Stellenwert der polnischen und russischen "Partisanen" immer größer. Viele Dörfer, Städte und Regionen sind vor oder mit der Roten Armee befreit worden. Somit hatte die Wehrmacht nicht nur die Rote Armee vor sich, nein die Partisanen im Rücken. Somit in einigen Fällen war der Rückzugsweg versperrt (gutes Beispiel dafür ist der Lublinerraum 1944).


    Was für mich die größte Frage ist, wieso diese Partisanenverbände ihre untereinander Kämpfe nicht einstellten und zusammen kämpften konnten. Da war aber das Misstrauen der Polen und Russen groß. Ja selbst unter den Polen konnten sich nicht alle Einheiten unterordnen, da es verschiedene, politisch orientierte Kampfgruppierungen gab.


    Die Gewaltspirale nutze meiner Meinung keinem was. Da dadurch nur mehr Leuten den Partisanen zu kamen und auf der anderen Seite, der Hass gegenüber den Deutschen stärker wuchs.
    Eine Frage wäre, wieso man nicht mehr versuchte die Lager zu befreien. Oder Transporte zu befreien oder zu stören. Die Technik und das Wissen war ja da.

    Raffael

  • Quote

    Was für mich die größte Frage ist, wieso diese Partisanenverbände ihre untereinander Kämpfe nicht einstellten und zusammen kämpften konnten.


    Weil die Gruppen verschiedene Seiten vertraten. 1939 ist ja ein nicht geringer Teil Polens an die Sowjets "gegangen" (bzw. "wurde gegangen" ;) ) und in diesem Teil wurde es bis 1941 von Seiten der Sowjets blutig. Deshalb ist es kein Wunder dass diese Verbände zur Kooperation nicht fähig waren.

  • Hallo zusammen,


    ersrtmal Material aus Wikipedia uber die Partisanen.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Partisan


    In der Geschichte Russlands gab es zwei Kriege mit der stark entwickkelten Partisanenbewegung: Krieg gegen Napoleon in 1812 und der "Grosse Vaterlandische Krieg, 1941-1945".
    In beiden Fallen ging es um den Kampf der unregularen bewaffneten Truppen bestehend aus ganz verschiedenen Vertreter der Gesellschaft (inkl. Berufsmilitar) gegen die Besatzungsmacht im Hinterland dieser Besatzungsmacht.
    Morder oder Freiheitskampfer? Keinesfalls Morder. Eher die Freiwilligen Helfer der regularen Armee im Kampf gegen den Eroberer (auf den fremden Territorien kampften die Partisanen selten, obwohl es naturlich die Falle im IIWK gab).
    @ Raffael. Die sowjetischen Partisanen und die Verbande der "Armija Krajowa" hatten ganz verschiedene Ziele. Die sowjetischen kampften fur die Befreiung des UdSSR, die polnischen fur den Wiederkehr der Londoner regierung, was Stalin und die polnischen Kommunisten naturlich nicht wollten.
    Eskalierung des Krieges? Nein, um den Gegner zu besiegen sind alle Mittel gut.


    Gruss,


    Kirill

  • Die Gefangenenerschießungen? Die persönliche Bereicherungen? Die Vergewaltigungen und Morde an der Zivilbevölkerung?
    Freiheitskrieger?
    Auf dem Balkan ist das ganze vollkommen aus dem Ruder gelaufen, die Kroaten und Muslime haben zum großen Teil auf deutscher Seite gekämpft, ihnen entgegen standen mazedonier, Jugoslawen usw.
    Ein Potential an gegenseitigem Hass, dass während dem partisanenkrieg voll ausgelebt wurde.


    Auch ein bisher nicht angesprochenes beispiel der Kampf auf dem baltikum gegen den russischen Einmarsch und die besatzung. Auch dieser Partisanenkrieg eskalierte zunehmend und irgendwann richtete sich auch die Zivilbevölkerung gegen die partisanen weil diese anfingen zu rauben und zu morden.

  • Was stimmt ist dass es sehrwohl richtig organisierte Partisanen gab sowie auch Banden die aus gewöhnlichen Verbrechern bestanden. Wie bei vielen Sachen muß man hier richtig differenzieren.

  • @ slowik


    Quote

    Weil die Gruppen verschiedene Seiten vertraten ........
    ...... Deshalb ist es kein Wunder dass diese Verbände zur Kooperation nicht fähig waren.


    ja, wenn ich hier die ganzen Organisationen und Einheiten aufzählen würde, dann würde das die komplette politische und soziale Schichten der Bevölkerung wiederspiegeln.
    Was aber nicht heisst, dass ich jetzt den Nachbarverband bekriegen muss und dann morgen die Wehrmacht.


    @ kirill


    die "großen" Ziele des Kampfes hast Du ja schon hin geschrieben.
    Aber ich kenne genug Beispiele, wo polnsiche und russische Einheiten zusammen gekämpft haben. (Besonders Lublin/Zamosc) als auch Verrat/Verkauf der jeweiligen gegnerischen Verbände an die Wehrmacht.


    Raffael

  • Quote

    Was aber nicht heisst, dass ich jetzt den Nachbarverband bekriegen muss und dann morgen die Wehrmacht.


    Ich kann leider nur aus dem Gedächtnis schreiben aber die Gebiete der sogenannten "Nachbarverbände" (solcher die nicht der gleichen "Richtung" angehörten) haben sich oft überlappt wobei es nicht selten zu Gefechten zwischen diesen kam. Oft war nicht nur die Wehrmacht die Gefahr für diese Verbände sondern auch die rivalisierende (sprich "ideologisch anders eingestellte") Gruppe.


    Quote

    Aber ich kenne genug Beispiele, wo polnsiche und russische Einheiten zusammen gekämpft haben.


    Natürlich gibt es solche Beispiele. Jedoch wie ich bereits gesagt habe, muß man hier anmerken dass es oft lokale Ziele waren die zu solcher Zusammenarbeit verleiteten und nicht "globale" ;)

    Edited once, last by slowik ().

  • Hallo,



    Ich denke, es ist legitim sich gegen einen Aggressor zur Wehr zu setzen, sei es nun direkt oder indirekt.


    Man darf natürlich nicht vergessen, dass die Partisanen ein nicht unerheblicher militärischer Faktor waren. Ob nun auf dem Balkan oder in Russland, sie banden enorme milit. Kräfte und trugen ihrerseits zu einem schnelleren Kriegsende bei. Ich erinnere auch an die Partisanentätigkeiten in den Pripjat Sümpfen zu Beginn der Operation "Barbarossa". Wenn ich mich noch recht erinnere wurden dort doch wesentliche Teile der 6. Armee gebunden bzw. sogar am Vormarsch gehindert.



    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Quote

    Original von Raffael

    @ kirill


    Aber ich kenne genug Beispiele, wo polnsiche und russische Einheiten zusammen gekämpft haben. Raffael


    Ja, Raffael, Du hast recht. Naturlich haben die polnischen und russischen Einheiten zusammengekampft. Aber in Polen sah das Bild nicht so eindeutig aus, wie es auf den ersten Blick scheint. Die zwei grossten Widerstandsgruppen (Armija Krajowa und kommunistischer Widerstand) hatten sehr verschiedene politische Ziele.
    In Jugoslavien sah es noch komplizierter aus.


    @ Arik-buka. Hast Du unter Jugoslawen Serben gemeint? Kroaten, Mazedonier usw. waren damals alle Jugoslawen. Und hatten Recht gegen Okkupanten mit eigenen Methoden zu kampfen. efangenenerschiessungen? - A la guerre comme a la guerre.


    Kirill

  • Ja, Serben...


    Gefangenenerschießungen sind ein besonderes Problem bei Partisanen weil diese nicht wie eine reguläre Armee Hinterland haben und lager in die man die Gefangenen stecken konnte. Also wurden diese Erschossen.


    edit: Deshalb haben/hatten Partisanen auch keinen Schutz durch das Kriegsrecht.

    Edited once, last by Arik-buka ().

  • die Deutschen haben sich aber wenig darum geschert, ob in Frankreich die FFI uniformiert waren, Waffen offen trugen oder nicht. Auch uniformierte alliierte Soldaten wurden einfach erschossen.

    Suum cuique

  • Kirill
    Der kommunistische Widerstand von dem du schreibst ist soweit ich weiß die "Armia (keine "Armija", gilt auch für die AK) Ludowa", d.h. die "Volksarmee".