Die deutsche Gendarmerie im Distrikt Galizien 1941 – 1944

  • Hallo Kollegen & Interessierte,


    durch meine intensiven Recherchen zum Einsatz der dt. Gendarmerie im Distrikt Lublin fallen als Randprodukt auch immer wieder mal interessante Angaben zur Gendarmerie im Distrikt Galizien ab. Eine genaue Gliederung über den Aufbau der Gendarmerie im Distrikt Galizien ist derzeit meinerseits aber leider noch nicht möglich. Im Vergleich zu den anderen Distrikten des Generalgouvernements ist der Aufbau der Gendarmerie im Distrikt Galizien auf Grund mangelnder Quellen bisher am schwierigsten zu rekonstruieren. Damit der Überblick nicht verloren geht, habe ich auf nähere Quellenangaben vorerst verzichtet, da ich der Meinung bin, dass es so schon bei der mageren Ausbeute recht unübersichtlich ist. Als Vorstellung eventuell hilfreich; Dieter Pohl gab an, dass um die Jahreswende 1942/43 etwa 706 Gendarmen im Distrikt Galizien eingesetzt waren; nur damit man mal eine Zahl im Kopf hat.


    Hier also meinerseits die ersten zusammengefügten Fragmente zum Thema. Wer Lust und Zeit hat kann in Zukunft gerne ergänzen oder vervollständigen, denn jeder noch so kleine Schnipsel ist natürlich jederzeit gern gesehen.


    Kommandeur der Gendarmerie (KdGend) im Distrikt Galizien, Standort: Lemberg

    Oberstleutnant d.Gend. Dr. Alois Schertler, geboren am 11.11.1899, Österreicher, Heimatdienststelle: Frankfurt/Oder, später Potsdam (00.00.1941 – 00.00.1943)

    Oberstleutnant d.Gend. Franz Gansinger, SS-Nr. 688.800, geboren am 05.12.1897, Heimatdienststelle: Potsdam, später Frankfurt/Oder, war vorher in Kroatien eingesetzt (00.00.1943 – mind. 25.10.1944)


    Stabs-Angehörige:

    Leutnant d.SchP. d.Res. Albin Totzer, Büro-Offizier, Heimatdienststelle: Polizeipräsident Wien, verstorben am 13.02.1944 im Reserve-Lazarett I in Lemberg


    Die dt. Gendarmerie im Distrikt Galizien war bekanntermaßen territorial stark aufgegliedert, zunächst in einige Gendarmerie-Hauptmannschaften, dann in jedem Kreis ein Gendarmerie-Zug und schließlich in allen größeren Ortschaften Gendarmerie-Posten. Die Gliederung der dt. Gendarmerie im Distrikt Galizien war somit durchaus vergleichbar mit dem Aufbau der Gendarmerie in den vier weiteren Distrikten Radom, Warschau, Krakau und Lublin des Generalgouvernements, ehemals Polen.


    Bisher sind folgende Gendarmerie-Hauptmannschaften im Distrikt Galizien bekannt:


    Gendarmerie-Hauptmannschaft Drohobycz

    Hauptmannschaftsführer:

    Hauptmann d.Gend. Nebel, eventuell mit Vornamen Ludwig, SS-Nr. 303.306, geboren am 03.06.1910 (00.10.1942)


    Gendarmerie-Hauptmannschaft Lemberg

    Hauptmannschaftsführer:

    Hauptmann d.Gend. Junge (00.09.1942)


    Gendarmerie-Hauptmannschaft Stanislau

    Hauptmannschaftsführer:

    Hauptmann d.Gend. Anton Dorsch, geboren am 18.05.1900 in Eberstal, Kreis Künzelsau/Württemberg, spätere Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Potsdam, 1932 Landjäger in Bad Mergentheim, Veröffentlichung einer Schrift mit dem Titel: „Die Bekämpfung der Zigeuner und Vaganten“, seit 1937 Mitglied in der NSDAP, seit Juli 1942 im GG eingesetzt, am 16.03.1944 Vorschlag zur Verleihung des KVK 2. Klasse mit Schwertern, 1948 wohnhaft in Braunenweiler, während der Entnazifizierung als Mitläufer eingestuft, Kriminalkommissar, Wiederauflage seiner Schrift gegen Zigeuner, 1951 Hauptkommissar, 1958 Kriminalrat in Tübingen, Leiter der dortigen Kriminalhauptstelle, verstorben am 14.03.1961 in Ravensburg (25.05.1944)


    Gendarmerie-Hauptmannschaft Tarnopol

    Hauptmannschaftsführer:

    Hauptmann d.Gend. Anton Dorsch (00.12.1942)


    Da zu den jeweiligen Gendarmerie-Zügen der Gendarmerie-Hauptmannschaften bisher gänzlich Hinweise fehlen, folgt nun die ungeordnete Aufzählung der bisher belegbaren Gendarmerie-Posten im Distrikt Galizien. Die Auflistung ist des weiteren keinesfalls vollständig. Sie erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.


    Gendarmerie-Posten Grodek, Kreis Lemberg-Land

    Postenführer:

    Bez.-Leutnant d.Gend. Haase (00.06.1942)

    Bez.-Leutnant d.Gend. Hubertus Götz, Heimatdienststelle: Kassel (16.02.1944)


    Gendarmerie-Posten Komarno, Kreis Lemberg-Land

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Mosciska, Kreis Lemberg-Land

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Mosty-Wilkie, Kreis Lemberg-Land

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Jaryczow Nowy, Kreis Lemberg-Land

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Kamionka-Strumilowa

    Postenführer:

    Bez.-Oberleutnant d.Gend. Franz Riedel, geboren am 17.10.1889 in Craslitz, Kreis Eger, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Dresden-Bautzen (ab 01.06.1942 – 06.03.1944)

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Wilhelm Neumann, geboren am 28.11.1903 in Pehlonen, Kreis Wehlau, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Oppeln (00.02.1944)

    Meister d.Gend. Heinrich Hennecke, geboren am 16.04.1901 in Rehsiepen, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Minden in Westfalen


    Gendarmerie-Posten Radziechow, Kreis Kamionka-Strumilowa

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Zolkiew

    Postenführer:

    Bez.-Leutnant d.Gend. Johann Timischl, geboren am 11.02.1899 in Nitschaberg, Heimatdienststelle: Reichsstatthalter für die Steiermark in Graz, im Juni 1943 im Bereich Lemberg-Land eingesetzt (08.02.1944)


    Gendarmerie-Posten Stanislau

    Postenführer: ?

    Bez.-Leutnant d.Gend. Karl Noss, manchmal auch Noß, geboren am 20.10.1900 in Wülfringhausen, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Köln, im November 1944 Bez.-Obltn. d.Gend. (seit 01.01.1943 – mind. 01.06.1944)


    Gendarmerie-Posten Nadworna, Kreis Stanislau

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Tysmienica, Kreis Stanislau

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Brzezany

    Postenführer: ?

    Soll neun Mann stark gewesen sein.


    Gendarmerie-Posten Podhajce, Kreis Brzezany

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Skole

    Postenführer: ?

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Paul Meisel, Heimatdienststelle: Karlsbad (bis 04.02.1944, in die Heimat zurückbeordert)


    Gendarmerie-Posten Kopyczynce, Kreis Czortkow

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Mielnica, Kreis Czortkow

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Przemyslany

    Postenführer:

    Bez.-Leutnant d.Gend. Ernst Aurich, geboren am 29.10.1905 in Gera, Heimatdienststelle: Reichsstatthalter in Weimar (seit 05.01.1943 – mind. 06.03.1944)


    Gendarmerie-Posten Kolomea

    Postenführer:

    Bez.-Leutnant d.Gend. Leopold Mandl, Heimatdienststelle: Linz (16.02.1944)

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Max Krüger, geboren am 27.11.1901 in Steinwalde, Heimatdienststelle: KdGend Schwerin, Kraftfahrer und Streifenführer, vom 27.06.1940 bis 14.08.1941 beim Gend.-Posten Bilgoraj im Distrikt Lublin eingesetzt (00.08.1941 – 16.03.1944)


    Gendarmerie-Posten Zabie, Kreis Kolomea

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Ferdinand Drexler, Heimatdienststelle: Troppau (01.02.1944)


    Gendarmerie-Posten Horodenka, Kreis Kolomea

    Postenführer: ?

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Wilhelm Hollmann, geboren am 01.08.1890 in Berlinghausen, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Minden, seit 25.05.1940 im GG eingesetzt (06.03.1944)


    Gendarmerie-Posten Snyatin, Kreis Kolomea

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Kosow, Kreis Kolomea

    Postenführer: ?

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Richard Uecker, geboren am 22.11.1899 in Stöven, Kreis Dramburg, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. in Breslau, vorher beim Feldgendarmerietrupp 221 im Osten eingesetzt (ab 25.06.1942 – 06.03.1944)

    Meister d.Gend. Heinrich Främke


    Gendarmerie-Posten Rawa-Ruska

    Postenführer:

    Bez.-Leutnant d.Gend. Josef Klock, Heimatdienststelle: Graz (ab 04.02.1944)

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Walter Martin, geboren am 23.08.1900 in Aschersleben, Heimatdienststelle: Reg.-Präs- Trier, seit 01.02.1941 im GG eingesetzt (00.01.1943 – 06.03.1944)


    Gendarmerie-Posten Lubaczow, Kreis Rawa-Ruska

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Dolina, Kreis Stryj

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Willy Oltmann, Heimatdienststelle: Lüneburg (16.02.1944)


    Gendarmerie-Posten Sambor, Kreis Drohobycz

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Stützpunkt Mikolajow, Kreis Stryj

    Stützpunktführer: ?

    In Mikolajow selbst gab es nur einen Außenposten der Gendarmerie, dessen Kräfte die Gendarmerie aus Stryj stellte und mit ukrainischen Polizisten verstärkte.


    Gendarmerie-Posten Zalozce, Kreis Tarnopol

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Buczacz

    Postenführer:

    Meister d.Gend. Peter Pahl, geboren am 05.04.1904 in Wuhlenburg, Kreis Harbug-Hamburg, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. in Stade (07.07.1943 – 03.11.1943)


    Gendarmerie-Posten Bukaczowce

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Bursztyn

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Chodorow, Kreis Stryj

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Zurawno, Kreis Stryj

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Turka, Kreis Drohobycz

    Postenführer: ?

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Eduard Stratmann (28.12.1943)


    Gendarmerie-Posten Jaworow, Kreis Lemberg

    Postenführer: ?

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Friedrich Lohwasser, Heimatdienststelle: Karlsbad (bis 04.02.1944, in die Heimat zurückbeordert)


    Gendarmerie-Posten Brody

    Postenführer: ?

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Damm


    Gendarmerie-Posten Czortkow

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Tluste, Kreis Czortkow

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Kalusz

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Dolina, Kreis Kalusz

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Borszczow

    Postenführer:

    Bez.-Leutnant d.Gend. Karl Cermak, geboren in Wien, Heimatdienststelle: KdGend Wien (ab 00.01.1943 – 30.04.1944)


    Gendarmerie-Posten Trembowla, Kreis Tarnopol

    Postenführer: ?

    Soll 30 Mann stark gewesen sein.


    Gendarmerie-Posten Mikulince, Kreis Tarnopol

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Zborow, Kreis Tarnopol

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Zbaraz, Kreis Tarnopol

    Postenführer:

    Hauptwachtmeister d.Gend. Krützfeld (19.08.1942)


    Gendarmerie-Posten Zaleszczyki, Kreis Tarnopol

    Postenführer: ?


    Gendarmerie-Posten Tlumacz, auch Tlumatsch

    Postenführer: ?

    Unbekannte Dienststellung:

    Meister d.Gend. Ernst Kuhles, geboren am 22.02.1891 in Mühlheim an der Ruhr, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Troppau, seit 01.11.1940 im GG eingesetzt (00.07.1943 – 00.03.1944)


    Nachweisbare Gendarmen, mit bisher unbekannter Dienststellung beim KdGend im Distrikt Galizien, ab Rang: Meister d.Gend. aufwärts:

    Bez.-Hauptmann d.Gend. Georg Böhm, geboren am 19.01.1897 in Gifting, Kreis Kronach, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. in Postdam, seit 05.06.1940 im GG eingesetzt (10.02. – 06.03.1944)

    Hauptmann d.Gend. Wilhelm Tesch, geboren am 25.08.1903 in Osnabrück, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. in Posen, Gend.-Hauptmannschaftsführer seit 00.01.1943, wo genau leider unleserlich

    Bez.-Hauptmann d.Gend. Michael Absmeier, geboren am 16.10.1896 in Ortenburg, Kreis Vilshofen, Heimatdienststelle: Regierungspräsident in Potsdam, war u.a. im Bereich Tarnopol eingesetzt (07.07.1943 – 03.11.1943)

    Bez.-Oberleutnant d.Gend. Otto Siemon, geboren am 18.02.1899 in Ifta, Kreis Eisenach, Heimatdienststelle: Regierungspräsident Potsdam, war u.a. im Kreis Tarnopol eingesetzt (05.05.1943 – 03.11.1943)

    Bez.-Oberleutnant d.Gend. Walter Enders

    Bez.-Leutnant d.Gend. Max Thomann, geboren am 26.02.1905 in Plauen im Vogtland, Heimatdienststelle: Regierungspräsident Dresden-Bautzen, war in den Kreisen Stryj und Stanislau eingesetzt (ab 15.09.1942 – 05.02.1944)

    Bez.-Leutnant d.Gend. Ignaz Steiner, geboren am 01.07.1897 in Unterlaussa, Oberdonau Heimatdienststelle: Reichsstatthalter in Graz (00.07.1943)

    Bez.-Leutnant d.Gend. Otto Dahms, geboren am 14.10.1899 in Dramburg/Pommern, Heimatdienststelle: Reichsstatthalter Niederdonau in Wien, war im Bereich Rawa-Ruska und Lemberg-Land eingesetzt, später abgeordnet zum Polizei-Bezirksführer Vinkovci nach Kroatien (00.11.1941 – 25.11.1943)

    Bez.-Leutnant d.Gend. Michael Heuberger

    Bez.-Leutnant d.Gend. Karl Stuckert

    Bez.-Leutnant d.Gend. Hermann Lobel, geboren am 12.08.1900 in Lanzenkirchen, Heimatdienststelle: Reichsstatthalter in Salzburg, war im Kreis Lemberg-Land eingesetzt (04.06.1943 – 05.02.1944)

    Bez.-Leutnant d.Gend. Hechinger, im Kreis Stanislau eingesetzt (20.07.1943)

    Leutnant Richtsfeld, stammte aus Sachsen, soll vor Errichtung der Schutzpolizei-Dienstabteilung mit seinen Gendarmen in Stryj stationiert gewesen sein

    Meister d.Gend. August Lenger, geboren am 07.08.1899 in Admont, Kreis Liezen/Graz, Heimatdienststelle: Reichsstatthalter in der Steiermark in Graz (14.07.1943 – 16.03.1944)

    Meister d.Gend. Hermann Gerbsch, geboren am 27.03.1909 in Simselwitz, Kreis Döbeln, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Karlsbad, war Führer des Gend.-Stützpunktes Niemirow (01.07.1943 – 10.06.1944)

    Meister d.Gend. Franz Keßler

    Meister d.Gend. Erich Köpper, geboren am 07.03.1906 in Lauenbrunn, Kreis Frankenstein, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Breslau, im Frühjahr 1941 im Distrikt Lublin eingesetzt (00.07.1942 – 01.05.1944)

    Meister d.Gend. Hermann Bernhof, geboren im Kreis Brieg, Heimatdienststelle: Breslau (00.12.1943)

    Meister d.Gend. Albert Lang, geboren am 28.09.1902 in Dettingen, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Würzburg, seit 14.09.1939 im Osteinsatz (00.07.1943 – 06.03.1944)

    Meister d.SchP. Karl Nentwich, beim Gend.-Posten Kosow und Kolomea erwähnt (00.06.1943 – 00.03.1944)

    Meister d.Gend. Kurt Mehlhorn, Heimatdienststelle: Reg.-Präsident in Zwickau (16.12.1943 – 00.03.1944)

    Meister d.SchP. Karl Geppert

    Meister d.Gend. Willy Bilz, geboren am 26.11.1900 in Chemnitz, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Trier, von April bis Juli 1942 zeitlich begrenzt in Janow-Lubelski, im Distrikt Lublin eingesetzt (06.07.1943 – 05.02.1944)

    Meister d.Gend. Kurt Franzke, geboren am 30.03.1906 in Linden, Kreis Brieg, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Breslau, war im Kreis Stanislau eingesetzt (11.03.1943 – 05.02.1944)

    Meister d.Gend. Willy Oltmann, geboren am 13.12.1900 in Hemme, Kreis Norder-Dithmarschen, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Lüneburg (11.07.1943 – 25.11.1943)

    Meister d.Gend. Albin Krebs, geboren am 18.05.1904 in Bismark, Kreis Stendal, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. Magdeburg (ab 01.09.1943 – 10.06.1944)

    Meister d.Gend. Maximilian Steinbauer, geboren am 22.10.1909 in Bruck an der Mur, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. in Klagenfurt, war im Kreis Lemberg-Land eingesetzt (16.11.1943 – 05.02.1944)

    Meister d.Gend. Rudolf Zwilling, geboren am 13.01.1908 in Neustadt bei Koburg, Heimatdienststelle: Reg.-Präs. in Ansbach, war im Kreis Lemberg-Land eingesetzt (16.11.1943 – 05.02.1944)


    Vielleicht noch kurz abschließend zum Ende des KdGend Galizien:

    Vom 18.08. bis mind. 05.12.1944 lässt sich der SS- und Polizeiführer (SSPF), der Kommandeur der Sicherheitspolizei (KdS) und auch der Kommandeur der Ordnungspolizei (KdO) des Distrikts Galizien noch in Tarnow im Distrikt Krakau nachweisen. Dies gilt auch für die Angehörigen der Dienststelle des KdGend Galizien. Am 13.11.1944 scheinen weitere Teile auch in Neu-Sandez gelegen zu haben. Am 25.11.1944 werden Offiziere des KdGend Galizien beim Sonderstab Tarnow, Hauptbauabschnitt A erwähnt. In der Feldpostübersicht vom 06.02.1945 ist der KdGend Galizien, ebenso wie der aus Lublin, Krakau und Radom nicht mehr aufgeführt, daher vermutlich aufgelöst.


    Beste Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().

  • Guten Tag ans Forum,


    Daniel hat u.a. jede Menge Personaldaten aufgeführt.

    Zumindest die vier nun aufgeführten Gendarmerie-Angehörige haben den Krieg überlebt (Sterbejahr): Kurt Franzke (1960), Wilhelm Hollmann (1961) und Ludwig Nebel (2000). Willy Oltmann lebte 1960 als Polizeibeamter in Wolfsburg.

    Ludwig Nebel war schon 1937 Gendarm und zwar beim Landesgendarmerie-Kommando der Steiermark (Österreich) in Graz.

    Hermann Bernhof ist für 1942 als "Gendarmerie-Wachtmeister" im Adressbuch des Landkreises Breslau, Wohnort: Rogau-Rosenau, verzeichnet. Er ist am 29.12.1943 in Hole-Rawskie (?) gefallen und in Lemberg bestattet worden.

    Als letzter Truppenteil ist auf seiner Verlustkarte "Kdr. d. Gend. im Distr. Galizien in Lemberg" angegeben.

    Albin Totzer ist beim Volksbund verzeichnet. Ansonsten verweise ich zu ihm auf die Angaben von Daniel.

    Meine ergänzenden Fragmente konnte ich bei Ancestry zusammentragen.


    Zum Ende des KdGend Galizien möchte ich ergänzen, dass Lemberg als Hauptstadt von Galizien vom 30.06.1944 (Eroberung durch die Wehrmacht) bis zum 27.07.1944 (Rückeroberung durch die Sowjets) diente. Und ab August 1944 dürfte Galizien für die Deutschen verloren gewesen sein.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Daniel,


    ganz herzlichen Dank, dass Du mit dieser Aufstellung wieder einen großen Beitrag zur bisher eher weniger behandelten Thematik der Gendarmerie im auswärtigen Einsatz geleistet hast.


    Ich möchte auf eine Organisationseinheit hinweisen, die ich auch früher falsch gedeutet habe. Es handelt sich um den "Gendarmerie-Zug",

    von dem Du schreibst, dass "zu den Gend.-Zügen der Gend.-Hauptmannschaften bisher gänzlich Hinweise fehlen", bzw. dass "in jedem Kreis ein Gend.-Zug war".


    Bei den "Zügen" handelt es sich um taktische Gliederungen, wie die drei Züge einer Kompanie bzw. die Gend.-Züge (mot), gekennzeichnet mit einer fortlaufenden Nummer

    (z.B. "Gend.-Zug (mot) 6". Diese nummerierten Gend.-Züge (mot). unterstanden direkt dem Kommandeur der Gend. und wurden im gesamten Bezirk eingesetzt.

    Bei den immer wieder auftauchenden Gend.-Zügen mit einer Ortsbezeichnung handelt es sich nicht um eine taktische Einheit, sondern um die Führungsstelle der nachgeordneten Gend.-Posten eines Kreises (z.B. "Gend.-Zug Poltawy"). Dabei handelte es sich um den Gend.-Einzeldienst auf dem Lande.

    Dies ist zugegebenermaßen sicherlich missverständlich.


    Aus mir vorliegenden Stärkeübersichten ergibt sich als Dienststärke des Gend.-Zuges oft nur 1:1. Dabei handelt es sich um einen Bez.-Offizier der Gend. mit einem Mitarbeiter für die Geschäftsführung. Diesem Führer des Gend.-Zuges unterstanden dann unterschiedlich viele Gend.-Posten eines Kreises.

    Dienstsitz des Gend.-Zuges war immer ein Hauptort, in welchem auch noch ein Gend.-Posten war. Mehrere Gend.-Züge (Kreise) gehörten zu einer Gend.-Hauptmannschaft.


    Dies schließt nicht aus, dass aus dem Personal der Gend.-Posten auch mal aus besonderem Anlass ein taktischer Zug temporär gebildet wurde.


    Die Gliederung der Gendarmerie sah also so aus:

    - Kommandeur der Gend. (mit direkt unterstellten Gend.-Zügen (mot).

    - Gend.-Hauptmannschaft(en)

    - Gend.-Zug

    - Gend.-Posten


    Mit besten Grüßen und bleib gesund

    Dieter

  • Hallo Daniel,


    vielen Dank für die gute Zusammenstellung!

    Zu den höheren Offizieren noch ein paar Bestätigungen und Ergänzungen:


    Gansinger Franz, geb. 05.12.1897,

    NSDAP ab 20.12.1931, Nr. 688 800,

    befördert mit Wirkung vom (m.W.v.)

    01.08.1918 Ltn.,

    01.10.1928 Oberleutnant,

    01.07.1932 Hauptmann,

    01.02.1936 Major d. Gend.,

    01.01.1942 Oberstl. d. Gend.,

    01.11.1944 Oberst d.Gend.


    Dr. Schertler Alois, geb. 11.11.1899,

    keine Parteizugehörigkeit (NSDAP),

    befördert m.W.v.

    31.03.1934 Major d. Gend.,

    01.05.1942 Oberstl. d. Gend.


    Dorsch Anton, geb. 18.05.1900,

    NSDAP ab 01.05.1937, Nr. 4 573 747,

    befördert m.W.v.

    01.10.1939 Gend. Insp.,

    01.12.1940 Hptm. d. Gend.


    Junge Hans, geb. 18.03.1903,

    keine Parteizugehörigkeit (NSDAP),

    befördert m.W.v.

    19.04.1939 Obltn. d. Gend.,

    01.10.1939 Hptm. d. Gend.


    Nebel Ludwig, geb. 03.06.1910,

    NSDAP ab 01.12.1933, Nr. 6 283 974,

    SS-Hstuf., SS-Nr. 303 306,

    befördert m.W.v.

    01.04.1939 Ltn. d. Gend.,

    01.01.1940 Obltn. d. Gend.,

    01.04.1942 Hptm. d.Gend.


    Mit besten Grüßen

    Werner

  • Hallo Freunde,


    vielen herzlichen Dank für eure zahlreichen Hinweise und Ergänzungen. 8):thumbup:


    @ Dieter/frankpol

    Hier ein Beispiel als erster Richtwert aus dem Nachbar-Distrikt, wird ja beim KdGend Galizien ähnlich gewesen sein:


    Übersicht aller im Kommandeurbereich des Distriktes Lublin vorhandenen Gendarmerie-Dienststellen.

    (Sollstärke mit 1. Juni 1944)


    Bezeichnung der Dienststelle, Sollstärke:

    Stab/KdGend 1/14 + 5 Kommandierte von auswärtigen Dienststellen

    Kdo. der überörtlichen Preisüberwachung 1/8

    jede Gend.-Hauptmannschaft 1/2

    jeder Gend.-Zug 1/3

    jeder Gend.-Posten, 1/14-18


    Gesamtstärke: 67/686


    Eine Ausnahme bildete der Gend.-Kreis Zamosc, hier sah die Aufteilung ein wenig anders. Ich bin aber der Meinung, dass die oben genannten Sollstärken, besonders bei den Gend.-Posten, zu keinem Zeitpunkt wirklich erreicht wurden. Wobei die Sollstärke einer Einheit eh nicht zu verwechseln ist mit der tatsächlichen Ist- und Dienststärke. Das sind ja drei verschiedene Paar Schuhe.


    Liebe Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

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  • Hallo Daniel,


    herzlichen Dank für die schnelle Antwort.

    Sie unterstützt ja meinen Hinweis, dass es sich bei dem Gend.-Zug nicht um eine taktische Einheit handelt, sondern die Führungsstelle auf Kreisebene für die Gend.-Posten. Die Sollstärke von

    1/3 belegt dies deutlich. Ebenso die Sollstärke der Gend.-Hauptmannschaft von 1/2, die ebenfalls übergeordnete Führungsstelle war.


    Was man bei den Gesamtstärken der Gendarmerie noch berücksichtigen muss, ist die Zuordnung von einheimischen Hilfspolizisten.


    Schönen Gruß

    Dieter

  • Hallo Daniel,


    hier aus den bayerischen Kriegsstammrollen wenige Details:


    Georg Böhm

    Beruf: Dienstknecht, wohnhaft in Steinbach, ledig; Kanonier, Rekrut

    04.04.1916: eingerückt beim Ersatz-Bataillon, 3. bayerisches Fuß-Artillerie-Regiment, II. Rekruten-Deport

    13.06.1916: zur 2. Ersatz-Batterie versetzt

    01.09.1916: zur 6. Batterie, 3. bayer. FAR versetzt


    Michael Absmeier

    Beruf: Konditor, wohnhaft in Passau, ledig; Infanterist

    16.02.1919: zur Republikanischen Schutztruppe aufgenommen

    02.06.1919: entlassen nach Passau


    Gruß

    Jörg

  • Hallo Jörg,


    Du hast offensichtlich übersehen, dass es sich um die Gendarmerie in Galizien 1941 - 1944 handelt.


    Die Moderatoren sollten den Beitrag herauslöschen.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo

    ...

    Gendarmerie-Posten Czortkow

    Postenführer: ?

    ...

    Laut eines SS-Feldpostbriefes vom 06.03.1943 war ein

    Bez.-Leutnant d.Gend. Georg Bratsch

    Postenführer des Gendarmerie-Postens Czortkow, Kreis Czortkow.


    Er schrieb u.a. an seine Schwester Gertrud Bratsch nach Berlin:

    "Ich werde wohl bald von hier versetzt werden und zwar werde ich wohl an die rumänische Grenze kommen."


    Das bedeutete, dass er mit großer Wahrscheinlichkeit nur innerhalb des Distriktes versetzt wurde, zu einem anderen Gendarmerie-Posten.


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo,


    hier wieder eine Kleinigkeit. Dieser Posten fehlte in der obigen Auflistung.


    Gend.-Posten Solotwina, manchmal auch Solotwyna geschrieben:

    Postenführer:

    Bez.-Leutnant d.Gend. Metzdorf (02.08.1942)


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.