Wer kennt schon die Neuerscheinung Ludger Tewes: Die Panzergrenadierdivision "Großdeutschland" im Feldzug gegen die Sowjetunion 1942 bis 1945?

  • Hallo zusammen,


    Ich interessiere mich für die Neuerscheinung von:

    Ludger Tewes: Die Panzergrenadierdivision "Großdeutschland" im Feldzug gegen die Sowjetunion 1942 bis 1945, Klartext Verlag, Essen 2020, 1288 Seiten.


    Nachdem mich eine ausführliche (negative) Rezension bei amazon.de doch etwas „verstört“ hat; sich dort und anderswo (AHF8|) nur wenig qualifizierte Besprechungen finden, würde ich mich freuen, wenn mir hier Mitforisten eine objektive Einschätzung dieses Werkes geben könnten.


    Beste Grüße

    Ingo

  • Hi Atlantis,


    ich denke die "1" Stern Rezession ist lesenswert genug um sich ein Bild zu machen ^^


    VG Taiko

  • Hallo Taiko,


    genau diese hat mich so " verstört"8|. Wenn das Buch wirklich "so" ist, wie es dieser Rezensent "qualifiziert" hat, wäre es für mich persönlich wenig brauchbar:/


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Hallo Ingo,

    ich verlasse mich sonst auch nicht auf Rezensionen. Aber wenn man davon ausgeht, was ich tue, dass der Bewerter seine Argumente nicht frei erfunden hat, dann ist das Buch tatsächlich absolut unbrauchbar...

    Grüße

    Danny

  • Hallo,

    Tewes ist ein anerkannter Historiker, der sich vor allem mit dem Thema Zweiter Weltkrieg im Ruhrgebiet, aber auch mit dem Sanitätsdienst der Wehrmacht befasst hat. Hier hat er in der hervorragenden Reihe "Krieg in der Geschichte" ein nachgerade Standardwerk über einen Teilbereich des Einsatzes der Rotkreuzschwestern geschrieben. Siehe dazu die Einträge zu Tewes bei der DNB:

    https://portal.dnb.de/opac.htm…%26any&currentPosition=10


    Das Inhaltsverzeichnis des Bandes zur GD findet man hier:
    https://d-nb.info/1174006099/04


    Die negative Rezension bei Amazon beeindruckt mich überhaupt nicht. Das Buch von Tewes genügt wissenschaftlichen Ansprüchen, deshalb auch der ausführlichen Anmerkungapparat. Es soll keine "Divisionsgeschichte" für ehemalige Divisionsangehörige sein und auch kein "Bilderbuch" mit vielen Photos.
    Wer - wie der Rezensent bei amazon - das Bilderbuch von Scheibert ( "PzGrenDiv Grossdeutschland und ihre Schwesterverbände" ) als hervorragend bezeichnet, den kann ich nicht ernstnehmen. Bei Scheibert gibt es keine Quellenangaben, Sachzusammenhänge, die Tewes analysiert, sind bei Scheibert nicht zu finden.

    Wer - auch wie der Rezensent bei amazon - Paul Carell heute noch mit folgenden Worten charakterisiert: "Die heutigen Historiker-cum-Autoren sollten sich da mal ein Beispiel an Paul Carrel und seinem 2-bändigen Epos über den Russlandfeldzug (Unternehmen Barbarossa; Verbrannte Erde) nehmen. DER konnte noch schreiben, so dass der Leser es nachvollziehen konnte.", der hat doch nicht mitbekommen, das die Wehrgeschichtschreibung in den letzten 60 Jahren deutlich fortgeschritten ist und heute andere Maßstäbe an Divisionsgeschichten anzulegen sind. Man schreibt heute nicht mehr im Stile von Landserheftchen, wie dies Carell getan hat.

    Der Rezensent hat anscheinend eine süffige geschriebene Soldatenstory im Stile von Scheibert oder Carell erwartet, er kann offensichtlich mit einem anspruchsvoll geschriebenen, wisenschaftlichen Ansprüchen entsprechenden Werk nicht umgehen.

    Grüße
    Jörg


  • Hallo Jörg,


    vielen Dank für Deine ausführliche Darstellung. Bewusst schrieb ich, dass mich diese Rezension in ihrem heterogenen Aufbau "verstörte". Auch ich bin kein Freund von "Carell & Co" oder von infantilen "süffigen Soldatenstories".

    Ich habe hier angefragt, da ich im Netz keine andere "ausführliche" Besprechung fand und ich in letzter Zeit für "mangelhafte" Werke - wenn diese thematisch nur zu meinen Interessengebieten passten - zuu viel Geld ausgegeben habe;(.


    Das von Dir dankenswerter Weise eingestellte Inhaltsverzeichnis lässt mich durchaus "hoffen", sodaß ich diesem Werk wohl noch etwas "näher treten" werde:).


    Nochmals besten Dank

    Ingo

  • Hallo Jörg,


    dann will ich mal - nach dem Lockdown - versuchen, ob ich das Buch über meinen hiesigen Bibliotheksverbund kriege:).

    Obwohl, so wie ich mich kenne, werd ichs vorher schon kaufen8o....


    Beste Grüsse

    Ingo

  • (...)Der Rezensent hat anscheinend eine süffige geschriebene Soldatenstory im Stile von Scheibert oder Carell erwartet, er kann offensichtlich mit einem anspruchsvoll geschriebenen, wisenschaftlichen Ansprüchen entsprechenden Werk nicht umgehen.


    Grüße
    Jörg

    Guten Abend Jörg,


    es freut mich, daß Du hier eine gut begründete Klarstellung und persönliche Wertung zum Autor und zum Buch eingestellt hast. Besonders auch der letzte Absatz hat mir dabei gefallen..


    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Ingo,


    Obwohl, so wie ich mich kenne, werd ichs vorher schon kaufen 8o ....

    Kostet selbst gebraucht noch 53.- Euro. Aber bei der Güte des Werkes m. E. ein angemessener Preis.

    Für mich auch eine Überlegung - wegen der "Neubetrachtung" - wert, obwohl ich schon Literatur zur GD habe.


    Gruß Karl

  • .

    Obwohl, so wie ich mich kenne, werd ichs vorher schon kaufen8o....


    Hallo Ingo,

    das würde ich nicht tun, aber Du kannst es wahrscheinlich eh nicht lassen.;)


    Wenn Du das Buch durch hast, würde mich brennend interessieren, ob es Dir gefallen hat!

    Und vor allem, was aus diesem Buch Dich tatsächlich weitergebracht hat und warum.

    Wäre Klasse, wenn Du das gegebenenfalls hier schreiben könntest.


    Viele Grüße

    Danny

  • Hallo zusammen,


    natürlich habe ich das Buch bereits gekauft.

    Zum Glück habe ich es erheblich preiswerter bekommen. Das ist auch gut so, den.... bisher habe ich die ca. ersten 120 Seiten gelesen und kursorisch einige Kapitel im "hinteren Teil" und mein erster Eindruck ist leider etwas zwiespältig.

    Das Buch hätte m.E. dringend eines aufmerksamen und strengen Textredakteurs bedurft.


    Ich kann das derzeit nur schlaglichtartig an einigen Punkten darlegen:


    -Es gibt leider viele Weitschweifigkeiten, Sachverhalts-Wiederholungen an verschiedenen Stellen und Brüche in der stringenten Darstellung. So wird z,B, die Ankunft der "GD" 1941 in Belgrad kurz geschildert. Direkt daran schließen sich sehr lange Ausführungen zum Soldatensender Belgrad und der Entstehungsgeschichte des Schlagers "Lili Marleen" an. Warum??


    -Unzufrieden bin ich z.T. auch nach dem bisher Gelesenen mit der Darstellungen der Meinungen. So heißt es z.B. "X... hat recht, wenn er diese als Elite bezeichnet", oder Z sieht das richtig, wenn er...", oder "ich bin mit Y der Meinung, dass ..."Im Text wird dann zu der Aussage des Professors o.ä. nichts Substanzielles ausgeführt und in der jeweils angehängten Fussnote findet sich nur die Fundstelle des betreffenden Zitats. Zu selten findet man eine inhaltliche Darstellung bzw. Auseinandersetzung mit der zitierten Meinung, These etc.


    -So taucht z.B. mitten in Ausführungen zu einer Rede Hitlers taucht dann (ohne direkt vorher oder hinterher eingeführt worden zu sein) ein Hptm. X auf. Warum dieser genau dort erwähnt ist, wird nicht erläutert.


    - Darüber hinaus gibt es auch an zahleichen Stellen rein sachliche Fehler (z:B. nach Tewes gab es zum Westfeldzug nur 2 Sturmgeschützbatterien, davon 1 für "GD", die andere für die Waffen SS. Tatsächlich bestanden im Frühjahr 1940 6 Batterien)

    Ich werde weiter berichten...


    Beste Grüße

    Ingo

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