Feldkiste?

  • Hallo liebe Forums-Mitglieder,


    auf dem Speicher meiner Großmutter habe ich eine alte Holzkiste gefunden (siehe Bilder). Es befinden sich einige Aufschriften darauf, welche ich leider nicht entziffern kann. Die Kiste war ganz unten mit einer Zeitung vom Mai 1944 ausgelegt.


    Kann es sein, dass es sich um eine Wehrmachts-Feldkiste handelt (mein Großvater ist im August 1941 in Russland gefallen, persönliche Sachen wurden an meine Oma zurück geschickt)?


    Kann jemand die Aufschriften entziffern?

    Ich bin für jeden Hinweis dankbar.


    Viele Grüße

    Mario

  • Hallo Mario,


    zumindest im Internet auf gewissen Auktions-Plattformen sind ja alle "alten Kisten" gerne als "Wehrmachts-Kisten" angepriesen. Insofern bin ich bei sowas immer sehr zurückhaltend.


    In diesem Fall ist es nach meiner Ansicht keine offizielle Kiste, dagegen sprechen die einfachen Beschläge aus dem Haushaltswaren-Bereich, die Bauweise der Kiste und die fehlende Farbgebung.

    Das die Kiste eine Zeitung von 1944 enthält ( => was für eine Zeitung ? Deutsche oder sowjetische ? ) ist ja in dem von Dir selbst genannten Zeitunterschied ( der Vorfahre ist 1941 gefallen, die Zeitung ist von 1944.. ) auch kein klares Indiz.


    Die Beschriftung ist ja kyrillisch, was jetzt auch kein klarer Hinweis auf den früheren Nutzer ist.


    Meine Idee: eine "gewöhnliche" Kiste, die irgendwann im Gebrauch eines Osteuropäers etc. war. Wenn sie in Deutschland geblieben ist, liegt für mich die Vermutung am nächsten, daß es sich um eine Kiste zur Aufbewahrung von Sachen eines sowj, Zwangsarbeiters oder Kriegsgefangenen gehandelt hat, der dort zum Arbeitseinsatz war.

    Das ist wie gesagt aber alles nur eine Annahme aufgrund der bisher bekannten Details.



    Ein anderer Ansatz: Du schreibst, daß der Großvater in Rußland gefallen war und die pers. Sachen zurückgeschickt wurden.

    On dann eine Kiste mit kyrillisch und handschriftlichen Inschriften als Transportverpackung genutzt wurde? Für mich eher unwahrscheinlich...

    Was war denn dein Großvater als Soldat? ( Truppengattung und Dienstgrad ) Bei einem ganz einfachen Landser möchte ich annehmen, daß da dann auch keine "große Kiste" für die persönlichen Habseligkeiten von Nöten war...


    So, mehr gibt meine Glaskugel bei heute trübem Novemberwetter leider nicht her.


    Herzliche Grüße

    von einem (eher zufällig dazu gekommenem) Sammler von Munitionskisten der Wehrmacht


    Uwe


    (P.S:. Bild 4 steht auf dem Kopf.. )

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

    Edited once, last by MunaLisa ().

  • Hi,

    schon mal vielen Dank für den Input.


    Die Zeitung in der Kiste ist eine deutsche Zeitung aus unserer Region.

    Mein Großvater war Unteroffizier in einer Infanteriedivision.


    Das mit dem russischen Kriegsgefangenen klingt plausibel. Meine Oma hat öfter von Gefangenen erzählt, die bei den Bauern im Dorf arbeiteten, und dass zu ihnen auch Kontakt bestand.


    Mal sehen, evtl kann ja noch jemand die Schriften lesen...


    Grüße Mario

  • Hallo,


    ich möchte noch anmerken, dass meiner Meinung nach das Schloss schon einmal geknackt oder wegen Schlüsselverlust entfernt worden ist und dann das fehlende Schloss durch ein Blech und ein neues Schloss ersetzt wurden. Normaler- und üblicherweise war in dem Holz nur ein Schlitz für den Schlüssel und das Schloss eingebaut. Der Griff und die Überfallklappen sind niemals Militärfertigung, da dort flache und stapelbare Scharniere, Griffe und Beschläge ( Siehe auch bei Uwe) verwendet wurden. Selbst Offizierskisten waren kleiner bzw. flacher, obwohl ich hier vom Anschein ( Zeitungs- Größenvergleich) ausgehen muss, da keine Maße angegeben sind. Für eine Kompaniekiste ( Ge.Zi. Schreiber) ist die Kiste zu schwach ausgeführt, außerdem wurden da meist Munitionskisten verwendet.

    Ich tippe auf Haushalt - bzw. Aussteuer - Kleiderkiste, zumal die Verarbeitung als Verzahnung vergleichsweise aufwendig ist. Die erfordert, sofern nicht maschinell hergestellt, fundiertes handwerkliches Können.


    Mal sehen, was die Entzifferung der Schrift bringt


    Gruß Karl.

  • Hallo Mario,

    das letzte Bild solltest du mal umdrehen. Es steht auf dem Kopf. Aber ich denke das ist ein Name: (Aremia?) Marentschuk. Das hin und her zwischen Kyrillischen und lateinischen Buchstaben könnte in Richtung Ukraine weisen.

    Bild 3 lese ich als Stefan Tro...

    Aber wir haben ja hier noch ein paar Leute die der östlichen Sprachen mächtig sind. Vielleicht finden die noch etwas.

    Weiterhin viel Erfolg und viele Grüße.

    Björn

  • Hallo zusammen !!


    Bild 3: Stefan Trojan ?

    Mein erster Gedanke war kriegsgefangener Luxemburger, vielleicht weit hergeholt...

    Aber deutscher Name in kyrillisch? Einige von den Luxemburgern arbeiteten als Übersetzer für die Rote Armee (müsste da vielleicht noch Fotos haben vom Museum, wenn es denn in die Richtung geht).


    Gruß Gregor