Kampfraum Frankfurt/Oder - Fuerstenberg, Februar - April 1945

  • Hier fehlt eine Anrede....


    Was geschah in diesem Abschnitt seit der Bildung des russischen Brueckenkopfes bei Aurith am 2. Februar 1945? Soweit ich weiss kamen die Russen erst Mitte April aus diesem Brueckenkopf heraus. Warum dauerte das so lange? Lag das am deutschen Widerstand oder an mangeldem Kampfeswillen der Russen?


    Dank im voraus fuer Eure Antworten!


    Grüße Gert

  • Hallo Gert,


    es lag vor allem wohl daran, dass für einen weiteren Vormarsch Richtung Berlin einfach der Nachschub fehlte bzw. der dem Tempo des seit dem 12. Januar andauernden Angriffs nicht mehr folgen konnte. Gerade in den ersten Februar-Tagen war die deutsche Verteidigung noch schwach und unorganisiert bzw. gar nicht vorhanden und die Oder konnte bereits an mehreren Stellen überschritten und so Brückenköpfe gebildet werden. Schwierig war jedoch das Übersetzen schwerer Waffen aufgrund der Vereisung bzw. des Eisgangs auf der Oder. Letztlich hatte die Rote Armee bis Anfang April eine massive personelle und materielle Überlegenheit geschaffen, dass die sicher im Laufe der Zeit deutlich erstarkte deutsche Verteidung der Wucht des Angriffs auf Berlin nicht lange standhalten konnte.


    Grüße


    Ulf

  • Besten Dank fuer Deine Antwort, Ulf!


    Ich interessiere mich besonders fuer diesen Abschnitt der Oderfront, da ich als gebuertiger Brieskow-Finkenheerder damals im Alter von 11 Jahren selber dicht vor Ort war und so einige persoenliche Erinnerungen an jene Tage habe, als der Krieg auch zu uns kam. Der russische Brueckenkopf von Aurith war nur etwa 8 km von uns entfernt. Am 3. Februar 1945 erschien ploetzlich eine deutsche Batterie von vier 10 cm-Kanonen, die ca. 400 m von unserem Haus in Stellung ging und in Richtung Aurith zu feuern begann. Mein Freund Claus und ich kletterten auf das Dach eines auf einer Anhoehe stehenden Hauses und konnten von dort aus die Einschlaege der Granaten am anderen Oderufer genau beobachten. Was sie trafen, war nicht zu erkennen. In der Nacht vom 5. zum 6. Februar schoss russische Artillerie ca. 15 Minuten lang auf unseren Ort. Das Heulen der hereinkommenden Granaten war scheusslich anzuhoeren. Einige davon schlugen so dicht bei unserem Hause ein, dass die Fensterscheiben herausflogen und das ganze Haus erzitterte. Das war das Signal fuer meine Mutter und mich sowie auch fuer die gesamte Brieskower Bevoelkerung, den Ort zu verlassen und sich auf die Flucht zu begeben. Aber wohin? Die Bahnlinie nach Frankfurt/Oder war bereits seit dem 26. Januar fuer zivilen Verkehr geschlossen. Die Alternative war die Linie Frankfurt-Muellrose-Cottbus. Also marschierten wir alle mit dem was wir an Gepaeck tragen konnten auf vereister Strasse zum 8 km entfernten Bahnhof Muellrose, wo wir voellig erschoepft ankamen. Gluecklicherweise stand dort ein leerer Transportzug der Wehrmacht, der Nachschub nach der Festung Frankfurt gebracht hatte und aus irgendeinem Grund auf die Weiterfahrt wartete. Diesen Zug konnten wir besteigen, und gegen Abend fuhr er endlich los.Wir hatten keine Ahnung, wohin genau es ging. Das wurde uns erst klar, als wir durch Finsterwalde und Zossen fuhren. Die Endstation war der Berliner Vorort Mariendorf, wo wir am Morgen des 7. Februars ankamen. Wir waren schockiert. Ausgerechnet Berlin, das ja gerade erst am 2. Februar seinen schwersten Luftangriff des Krieges erlebt hatte, bei dem ueber 25 000 Menschen umkamen. Die schrecklichen Folgen davon konnten meine Mutter und ich mit eigenen Augen sehen: ganze Haeuserblocks in Ruinen - viele schwelten noch - total verschuettete Strasenzuege, zerfetzte Alleebaeume, ausgebrannte Autos und Strassenbahnwagen. Zum Bahnhof Tempelhof mussten wir den ganzen Weg zu Fuss laufen. Von dort aber war die S-Bahn schon wieder in Betrieb, sodass wir auf diese Weise zum Lehrter Bahnhof gelangten, wo wir einen Zug nach Ludwigslust zu besteigen hofften, von wo aus wir weiter nach Wismar fahren wollten, um zu Verwandten dort zu gelangen (ich habe heute noch die Fahrkarten mit dem Stempel "Gestundet" und dem Datum 07.02.45). Stundenlang lagen wir unter freiem Himmel (das Dach der Bahnhofshalle war durch Bomben zerstoert), durchweicht von kaltem Regen, auf dem Bahnsteig. Zwischendurch heulten auch noch die Sirenen, und wir mussten den Bahnhof verlassen und zwei Stunden in einem grossen ueberirdischen Luftschutzbunker verbringen. Endlich spaet abends lief ein Lazarettzug mit verwundeten deutschen Soldaten ein. Zunaechst wollte der Zugfuehrer, ein Feldwebel, uns nicht mitnehmem ("Keine Zivilisten erlaubt!"), liess sich aber schliesslich doch erweichen und erlaubte uns einzusteigen. Wir waren sehr dankbar und froh, dieser fatalen Situation unversehrt entkommen zu sein. Die Fahrt nach Wismar hatte auch einige Probleme, aber sie waren nichts im Vergleich zu dem, was wir zuvor erlebt hatten.


    Gert

  • Hallo Gert,


    vielen Dank für Deinen Erlebnisbericht. Hier hatten wir schon einmal etwas zu den Brückenköpfen bei Fürstenberg geschrieben:


    Brückenköpfe Fürstenberg


    Kannst du dich noch erinnern, ob es sich bei den 10(,5) cm Geschützen um Haubítzen oder Flak im Erdeinsatz handelte?




    Im Anhang ein Kartenauschnitt vom 05.02.45 und 15.02.45.



    Grüße


    Ulf


    Brückenkopf Fürstenberg 05.02.45.jpg Brückenkopf Fürstenberg 15.02.45.jpg

    Edited 3 times, last by Ulf71 ().

  • Hallo Ulf,


    Diese Geschuetze waren keine leichten 10,5 cm Feldhaubitzen, die ja mit Granaten in Huelsen schossen, sondern 10 cm Kanonen mit Granate und Pulverladung getrennt. Kurz nachdem sie in Stellung gegangen waren, stellten mein Freund Claus und ich uns dicht neben einem davon auf und sahen mit gespannten Nerven zu, wie es gerichtet, geladen (erst mit der Granate, dann mit der Pulverladung in weissem Leinensack) und dann abgefeuert wurde. Der Geschuetzfuehrer wollte uns zuerst von da wegscheuchen, gab aber dann murrend nach und befahl uns, den Mund offen zu halten und die Finger in die Ohren zu stecken (wegen des uebergrossen Luftdrucks beim Abschuss). Auf seinen Befehl "Feuer!" zog ein Kanonier die Abzugsleine, und das Ding ging mit gewaltigem Krach und feurigem Muendungsblitz los. Fuer uns Jungens war das alles hoechstinteressant und aufregend. Doch mit dem Zauber war es bald vorbei, denn schon drei Tage spaeter mussten wir auf die Flucht gehen.


    Der auf der Karte eingezeichnete Pfeil zeigt die genaue Schussbahn der Granaten von der Batteriestellung in Brieskow aus nach Aurith und den dort stehenden Russen. Die Entfernung betrug ca. 10 km, so ziemlich die hoechste effektive Schussweite dieser Kanonen.


    Gert



                                      IMG_0711.JPGIMG_0708 (2).jpg

  • Guten Tag Gert,


    In der angehängten Datei können Sie die russische Karte von 49. schützen Division sehen, die in der Gegend von Aurith-Briskow angegriffen hat.

    Die Karte zeigt die Lage der russischen Teile per 8.2.45.


    Quelle: Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation.


    Viele Grüße Nikolay.

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  • Hallo Nikolai,


    Vielen Dank fuer die Karte! Sie zeigt sehr gut die russischen Infanterievorstoesse in Richtung auf Brieskow seit der Bildung des Brueckenkopfes Aurith (d.h. zwei Tage nachdem meine Mutter und ich auf die Flucht gingen). Diese Angriffe konnten aber lange Zeit keine weiteren Fortschritte machen, weil die vorgeprellten russischen Gruppen voellig ungeschuetzt in dem flachen Sumpfgelaende zwischen dem Oderdeich und dem 30 m hohen Brieskower Hoehenruecken lagen, das von dort aus von den deutschen Verteidigern gut eingesehen und so wirksam bekaempft werden konnte. Es war also fuer die Russen ein ziemlich nutzloses und verlustreiches Unternehmen, Wie es sich ergab dauerte es noch fast drei Monate, bis sowjetische Truppen das zu dem Zeitpunkt nicht mehr verteidigte Brieskow schliesslich am 16.4.45 kampflos einnahmen.


    Hast Du vielleicht noch Karten vom 2. bis 7. Februar 1945?


    Gruss, Gert

  • Guten Tag Gert,


    Ich habe nur das Schema der Anordnung der russischen Artillerie 2.2.45 gefunden.

    Es gibt auch ein Schema über die Lage der russischen Einheiten um 11.2.45, das ein großes überschwemmtes Gebiet vor Brieskow zeigt.


    Viele Grüße Nikolay.

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  • Hallo Ulf,


    Ich hatte vergessen, Dir fuer die Karten zu danken - ich tue es hiermit. Diese Lagekarten, die aus den Anlagebaenden zum Kriegstagebuch der Heeresgruppe Weichsel (das KTB selber ist ja leider verloren gegangen) stammen, sind mir bekannt, da ich Kopien des gesamten darin enthaltenen Materials einschl. der Karten besitze. Diese Karten geben ein anschauliches Bild der taeglichen Entwicklung der Kaempfe in diesem Abschnitt der Oderfront vom 26. Januar bis 6. Maerz 1945 (leider keine mehr danach). Dabei sind besonders interessant fuer mich die vom 2. bis 6. Februar, dem Tage unserer Flucht aus Brieskow.


    Als eine wertvolle und interessante Quelle bezueglich des Kampfgeschens zu jener Zeit in und um meinen Heimatort Brieskow besitze ich eine Kopie des privaten Tagebuchs des SS-Scharfuehrers Horst Woyciniuk. W. war eingesetzt als Artilleriebeobachter einer Abteilung des SS-Art.Rgt.32 der 32.SS-Freiwilligen-Division "30. Januar", die diesen Frontabschnitt zu verteidigen hatte. Wie aus dem Tagebuch hervorgeht, hatte er seit dem 12. Februar 1945 seinen Sitz auf dem Dach der dreistoeckigen Brieskower Volksschule (in dieser war ich 1940 Schulanfaenger geworden), von wo aus er mit einer ausgezeichneten Halbrundsicht auf das nur ca. 6 km entfernte russenbesetzte Oderufer genaue Zielangaben fuer die Geschuetze seiner am Suedufer des Oder-Spree-Kanals gelegenen Abteilung per Funk durchgab. Seine staendige Klage war, dass nie genuegend Munition vorhanden war, um alle der von ihm erkannten Ziele zu bekaempfen. Oft mussten die Salven auf 10 pro Tag (!) beschraenkt werden. Trotzdem gelang es, mit den wenigen erlaubten Feuerschlaegen etliche wichtige russische Ziele zu vernichten, u.a. auch eine Faehre auf der Oder. - In derber Landsersprache verfasst, vermittelt das Tagebuch einen aeusserst lebendigen Eindruck von dem, was sich damals in diesem Kampfraum abspielte - ein echtes Zeitzeugendokument, wie ich es selten gelesen habe.


    Gruss, Gert

  • Hallo Gert,


    anbei ein Auszug aus der Lagekarte der HG Weichsel vom 6.2.45.


    Die RA hatte an diesem Tag bei Fürstenberg über die Oder gesetzt.


    Gruß Roland

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    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo

    Ich möchte darauf hinweisen das das KTB der HGr Weichsel zusammen mit dem der 3.Pz.Armee in Mecklenburg verbuddelt wurde.

    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Guten Abend, Gert.


    Vielleicht erinnern Sie sich an dieses Kraftwerksgebäude in Brieskow.

    Das Foto wurde in den Dokumenten der russischen 33. Armee gefunden.

    Die beiden anderen Fotos sind Feuerpunkte im Inneren des Kraftwerks.


    Quelle: TSAMO


    Viele Grüße Nikolay

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  • Hallo Roland,


    Danke fuer die Karte! Sie ist mir bekannt, da ich den gesamten Satz der in den Anlagebaenden enthaltenen Lagekarten der Hgr Weichsel besitze. Die roten Pfeile zeigen die erwarteten Angriffspunkte, auf welche die Russen offenbar zielten. Der links oben eingezeichnete Pfeil und der rote Fleck direkt daneben bezeichnen die Annahme der Hgr, dass die Russen an dieser Stelle bei Lindow den Brieskower Kanal zu ueberschreiten suchten, um die im Raum Brieskow-Finkenheerd stehenden deutschen Teile abzuschneiden. Dazu kam es aber nicht, weil die russischen Infanteriespitzen in dem aufgetauten sumpfigen Gelaende der Niederung stecken blieben und nicht vorwaerts kommen konnten. Diese Situation bestand lange Zeit bis zum 12. April 1945, als sich die deutschen Verteidiger unter dem Druck der aus dem Brueckenkopf Gueldendorf-Buschmuehle nach Sueden vordringenden Russen aus diesem Abschnitt zurueckzogen und sich anschliessend mit anderen Teilen der 9. Armee auf den verhaengnisvollen Durchbruch nach Westen begaben.


    Gruss Gert

  • Hallo Roland,


    ich will nur noch kurz dies hinzufuegen: Wenn die geplante russische Absicht gelungen waere, waere die Flucht der Brieskow-Finkenheerder Zivilbevoelkerung einschl. meiner Mutter und mir am 6.2.45 ueber Lindow nach Muellrose auf der Strasse entlang dem Brieskower Kanal nicht moeglich gewesen. Wie es dann mit uns gekommen waere, darueber moechte ich lieber schweigen.


    Gruss Gert

  • Hallo Nikolay,


    Vielen Dank fuer die Fotos! Das Kraftwerk war mir als Brieskower Kind sehr gut bekannt. Direkt noerdlich davon gab es eine Badestelle, die besonders populaer war, weil gerade dort das verbrauchte Kuehlwasser der Turbinen des Werkes in den Brieskower See geleitet wurde. Das bedeutete, dass der See staendig ueber normale Temperatur erwaermt war, sodass man noch bis in den Spaetherbst und fruehen Winter hinein wie in einem Thermalbad sehr angenehm schwimmen konnte. Schoene Erinnerungen! Merkwuerdigerweise ist das Kraftwerk von den Russen nie beschossen worden, obwohl es doch ein so leicht erkennbares und lohnendes Ziel war. Warum wohl?


    Weisst Du vielleicht, von welchem Typ die bei Kunitz aufgestellten Geschuetze waren? Waren es 12,2 cm Haubitzen M-30?


    Gruss Gert

  • Guten Abend, Gert.


    Ich glaube, dass die Kraftwerke versucht haben, minimale Schäden zu verursachen, um angesichts des nahenden Kriegsendes weniger Aufwand für ihre weitere Sanierung zu betreiben.


    Als die 49 Schützen-Ddivision am Ostufer der Oder im Bezirk Kunitz-Aurith 2.2.45. eintrat, gab es nur Artillerie in den Infanterie-Kampfordnungen, die sich mit Hilfe von Pferden bewegte.

    Die ganze Artillerie auf dem Kraftfahrzug ist von-für den Mangel an Brennstoff zurückgeblieben.

    So wurde am 2.2.45. im Gebiet von Kunitz nur Artillerie von 212. Schützen-Regiment mit 4 Geschützen 7,62 cm und 7 Geschützen 4,5 cm aufgestellt. Sowie zwei Batterien, bestehend aus 6 oder 7 Kanonen 7,62 cm ZiS-3 des Artillerie-Regiments 31 der 49. SD und 1 Batterie, bestehend aus 4 12,0 cm Mörsern des 115. Granatwerfer-Regiments.


    Und nur im Laufe des Tages 5.2.45. in der Gegend von Kunitz-Aurith kamen Haubitzenbatterien 31. Artillerie-Regimenter bestehend aus 12 Haubitzen M-30 12,2 cm.


    Viele Grüße Nikolay

  • Hallo Gert,


    wie bereits geschrieben und von Nikolay bestätigt, konnte in den ersten Februartagen bei der Roten Armee der Nachschub einfach nicht mehr folgen. Trotzdem gelang noch an einigen Stellen, vor allem aufgrund des zügigen Angriffsmoments der Oderübergang. Und die davon völlig überraschte deutsche Verteidigung, soweit überhaupt vorhanden, war nicht in der Lage, sie in diesen ersten Tagen auch gleich wieder zurückzuwerfen. Der von dir geschilderte Munitionsmangel ist da nur eine Ursache, Fehllieferung eine andere. Dazu kamen Einheiten, oft mit ganz jungen, unerfahrenen Soldaten, selten geschlossen in die Einsatzräume und zum Angriff. Das Ganze kann man recht gut in Bezug auf die Brückenköpfe bei Groß Neuendorf/Ortwig nachlesen. Auch die völlige Überraschung über das Überschreiten der Oder ohne jegliche Gegenwehr. Da fuhr beispielsweise der planmäßige Zug mit Zivilisten völlig ahnungslos in das von der Roten Armee besetzte Groß Neuendorf ein... Die Brückenköpfe waren natürlich eine hervorragende Ausgangsbasis für den Sturm ab dem 15./16.04. und wurden mit großem Einsatz und sicher auch entsprechend hohen Verlusten gehalten. Gegenteiliges spielte sich gegenüber Schwedt bzw. Hohenwutzen/Zehden ab. In Schwedt sollte der gehaltene deutsche Brückenkopf dem Unternehmen Sonnenwende eine weitere Ausgangsbasis verschaffen. Das hier kein überraschender Oderübergang erfolgte, war wohl der ordnenden Hand und dem entschlossen und auch rücksichtslosen Handeln Skorzenys geschuldet. Sein Nachfolger Kempin (in Schwedt aufgewachsen, sein Vater war hier Schumacher), der den Brückenkopf zurücknahm, führte ja anschließend, und hier schließt sich der Kreis zu Fürstenberg, die 32. SS-Division "30. Januar".


    Grüße


    Ulf

  • Hallo Nikolay,


    Dank fuer die Auskunft! Dass sich dort am 5.2.45 12,2 cm Haubitzen M-30 befanden, bestaetigt meine alte Vermutung, dass es Geschuetze schweren Kalibers waren, die Brieskow in der Nacht vom 5. auf den 6. Februar beschossen. Das merkte man an dem ueberlauten Heulen der hereinkommenden Granaten und der grossen Wucht der Einschlaege, von denen einige so dicht an unserem Hause lagen, dass der Kalk von der Decke fiel und die Fensterscheiben herausflogen - ein ziemlich aufregendes Erlebnis, um es milde zu sagen. Am Morgen des 6.2. ging daraufhin die zutiefst verschreckte Brieskower Zivilbevoelkrung auf die Flucht. Dazu muss bemerkt werden, dass sich zu diesem Zeitpunkt keinerlei deutsche Truppen in unserem Ort befanden.


    Gruss Gert

  • Halle Gert.


    Habe da mal eine Frage zu:

    Pri. Tagebuch von SS-Scharführer Horst Woyciniuk.

    SS-Art. Reg.32 der 32.SS-Freiwi.-Division "30Januar"!


    Finden sich dort Hinweise zu, SS-Hauptsturmführer Werner König.

    Er war Kommandeur des SS Pionier Bataillon 32 Er war bei Kämpfen

    in der Nähe von Wiesenau nördl. Fürstenberg gefallen.


    Schönen Gruß Helmut

  • Hallo Helmut,


    lt. VDK ist ein Hstf. Werner König in Halbe begraben.


    Nachname: König

    Vorname: Werner

    Dienstgrad: Hauptsturmführer

    Geburtsdatum: 13.12.1903

    Geburtsort: Möllenbeck

    Todesdatum: 14.02.1945

    Todesort: Umgegend von Fürstenberg/Oder


    Werner König ruht auf der Kriegsgräberstätte in Halbe.

    Endgrablage: Block 8 Reihe 10 Grab 2514


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.