Hilfe bei Tagebucheinträgen

  • Hi Inga,

    hier kommt der 4. Februar:

    "So kalt und so hart dieser Polarwinter ist, so hat er aber auch seine eigenen Reize. Nur kann es leider nicht jeder verstehen. An mir aber haben diese Tage geformt."


    (Diana, beim letzten Satz muss Du bitte noch mal rüberschauen)


    8. Eintopfsonntag:


    "Seit meinem letzten Urlaub sind schon 17 Monate vergangen. Nach Norwegen soll es möglich sein in Urlaub zu kommen. Ich habe ein Urlaubsgesuch eingereicht, hoffentlich klappt es."


    Lieben Gruß

    Armin

  • Lieber Armin, super! Danke! Ich schreibe mal hier was ich meine vom 9. Februar zu entziffern. Vieles kann ich dort aber immer noch nicht lesen. Da war ich schon mehrmals dran an diesem Eintrag.


    Also:


    Heute war wieder Posttag. ........bekam ich die Nachricht............Winter...........Da stand ....... Name Hans.-Hans gefallen, ich kann ...... begreifen, .......................soll........ sein........habe ich ........,..............hat.........Schicksal..........., auf..........Ehre hat er sein Leben gegeben, Hero!

    Den Rest nach dem Wort Hero verstehe ich gar nichts mehr.


    liebe Grüsse Inga

  • Liebe Diana und Armin


    Habe gerade den Eintrag 8.2 abgetippt. Da beantragt er ja Urlaub nach Norwegen. Vielleicht ist es gut zu wissen, dass er dort ein Jahr davor meine Grossmutter geheiratet hat. Sie hiess Ellen. Mein Vater, Günther, ist dann auch noch 1941 zur Welt gekommen. Ich denke deshalb wollte er den Urlaub nach Norwegen. Ich vermute er hat seinen Sohn ja noch gar nicht gesehen zu diesem Zeitpunkt. Vielleicht nützt diese Info, falls er irgendwann mal drüber schreibt oder die Namen erwähnt. Im August 1942 ist meine Grossmutter dann mit meinem Vater nach Deutschland. Könnte auch sein, dass er das irgendwann mal ja dann erwähnt.


    Liebe Grüsse


    Inga

  • Liebe Inga,

    das ist interessant zu wissen. Obwohl ich noch nicht verstanden habe: War Deine Großmutter Norwegerin, Wehrmachtshelferin in Norwegen oder hat sie Deinen Opa in Norwegen während des Krieges einfach so aus Deutschland besuchen können?


    Für den 9. Februar gebe ich Dir mal den Text, so wie ich ihn lese. Hero ist einfach Hans, liegt an der "eigenen" Handschrift Deines Opas:

    9. Montag

    Heute war wieder Posttag. Von zu Hause bekam ich die Nachricht von all den Opfern die dieser Weltkrieg bis heute von meinem Heimatort verlangte. Da stand auch der Name Hans. - Hans gefallen, ich kann es nicht begreifen, mein bester Freund soll nie mehr sein. Mit ihm habe ich meine Jugend verbracht, all die Stunden und Freud und Leid geteilt, nun hat ihn das Schicksal gerufen, auf dem Felde der Ehre hat er sein Leben gegeben. Hans! Nie werde ich Dich vergessen können. Du warst mein bester Freund.


    Rest folgt nach, muss leider am Wochenende arbeiten, aber dann hast Du erst einmal was zum vergleichen und abtippen. Gerne Korrekturen/Ergänzungen.


    LG Armin

  • Lieber Armin


    Einmal mehr ein grosses Dankeschön, einfach genial.


    Meine Grossmutter war Norwegerin. Sie haben sich in Drammen kennengelernt. Sie wurde schwanger mit meinem Vater und dann haben die beiden im März 1941 gleich in Drammen geheiratet. Im September 1941 kam mein Vater in Drammen auf die Welt. Im August 1942 ist meine Grossmutter dann von Norwegen nach Deutschland. Dort blieb sie und ist erst Jahre nach dem Kriegsende wieder auf Besuch nach Norwegen. Ihre Mutter, also meine Urgrossmutter, konnte sie aber während des Krieges in Deutschland besuchen. Das hat mich sehr erstaunt, das geht aus Briefen hervor. Nach Kriegsende war meine Urgrossmutter ebenfalls in Deutschland. Und entging wohl so einer Verhaftung in Norwegen. Weil mein norwegischer Urgrossvater und die Schwester meinen Grossmutter wurden beide dann in Norwegen verhaftet. Weshalb genau und für wie lange, das habe ich noch nicht rausgefunden. Ein einziger Hinweis ist ein Gratulationsschreiben an meine Grossmutter zur Hochzeit vom SS-Sturmbannführer und Stadtkommandant Drammen Klaus Graf von Baudissin


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Klaus_Graf_von_Baudissin


    Ich weiss aber nicht, ob damals einfach alle Ehepaare ein Gratulationsschreiben erhalten haben, oder ob es ein Hinweis ist, dass meine norwegische Familie Freundschaften mit SS-Leuten gepflegt hat. Es wurde auch solches später in der Familie erzählt. Ob was dran ist, kann ich aber nicht beurteilen. Es sprechen aber eben auch die Verhaftungen nach dem Krieg dafür, über die aber nie gesprochen wurde. Vielleicht finde ich da ja noch mehr raus.


    Liebe Grüsse


    Inga

  • Lieber Armin


    Lieben Dank für den Link. Das hab ich nicht gewusst... Könnte es sein, dass der Vater und die Schwester meiner Grossmutter nach Kriegsende in Norwegen verhaftet wurden, weil sie einen Deutschen geheiratet hat und ihre Mutter zu dem Zeitpunkt auch noch in Deutschland war?


    Liebe Grüsse Inga

  • Hallo Inga,

    das kann ich Dir nicht sagen. Da bin ich kein Experte und weiß auch nur, was man so online findet. Ich möchte da nicht spekulieren, aber es heißt nicht umsonst: "Vae victis".

    Aber Du kannst das ja alles recherchieren, die Bücher bestellen, etc. Da gibt's ja einiges zu finden.

    Wir machen hier erst einmal mit dem Tagebuch weiter.


    LG Armin

  • Lieber Armin


    Ja da werde ich dann später mal noch genauer recherchieren. Dein Link war schon mal sehr hilfreich.


    Werde mich nachher dann mal an den nächsten Eintrag wagen.


    Liebe Grüsse Inga

  • Hi Inga,

    hier ist der Rest vom 9.

    ....warst mein bester Freund.

    "Mein letzter Gruß Dir, die kühle Erde, fern der Heimat in fremden Land, möge Dir die Ruhe geben."


    12. Donnerstag

    Läuse! Dies ist für die Soldaten hier in Baracken etwas selbst verständliches geworden. So auch bei mir. Lange konnte ich mich davon fern halten, doch heute hatte ich auch das Hemd voll. Ratas werden sie bei uns genannt, die Abschüsse sind doch oft sehr groß. Heute hatte ich Gelegenheit zur Entlausung zu gehen. Hoffentlich habe ich sie alle los.


    Lieben Gruß

    Armin

  • Hi Inga,

    und der nächste Absatz gleich hinterher:


    14. Sonnabend

    "Gestern war ich bei der Entlausung, nun heute schon wieder Abschüsse, ich glaube ich habe bei der Entlausung mehr erhalten, als ich zuvor hatte."


    LG Armin

  • Hallo zusammen,


    als kleine Entschuldigung für meine Abstinenz der letzten Tage: Urlaub und mal das Laptop nicht offen ;)


    Ihr ward ja schon sehr fleißig, das muß ich sagen. Meinerseits noch folgendes dazu:


    1. Sonntag

    Der Himmel ist ganz klar, das Thermometer liegt zwischen 31 u. 41 Grad. Der Himmel trägt alle Farben von Stahlblau bis zu tiefem rot.


    Ergänzungen/Fragen zum 9. Montag


    Heute war wieder Posttag.

    Von zu Hause bekam ich die Nachricht

    von all den Opfern die dieser Winter-

    krieg bis heute von meinem Heimatort

    verlangte. Da stand auch der Name

    Hans. - Hans gefallen, ich kann

    es nicht begreifen. Mein bester

    Freund soll nimmer sein. Mit ihm

    habe ich meine Jugend erlebt, all

    die Stunden in Freud und Leid geteilt,

    nun hat ihn das Schicksal ge-

    rufen, auf dem Felde der Ehre hat

    er sein Leben gegeben. Hans! nie

    werde ich Dich vergessen können. Du

    warst mein bester Freund.


    Ergänzungen/Fragen zum 12. Donnerstag:


    Läuse! Dies ist für die

    Soldaten hier in Karelien etwas

    selbstverständliches geworden.

    So auch bei mir. Lange konnte ich

    mich davon fern halten, doch heute

    habe ich auch das Hemd voll. Ratas

    werden sie bei uns genannt, die

    Abschüsse sind doch oft sehr groß.

    Heute hatte ich Gelegenheit zur

    Entlausung zu gehen. Hoffentlich habe ich sie alle loß.


    Armin, kannst Du bitte über das Fettmarkierte nochmal drüberschauen? Vielen Dank.


    Gibt es einen Grund, warum die Tage 5. bis 7. übersprungen wurden? Es wäre doch besser, wir würden chronologisch vorgehen, oder? Sonst gibt's Kuddelmuddel ;)


    5. Donnerstag

    So fahre ich schon Wochen und

    Monate durch diesen tiefen Wald Kare-

    lien, die Natur hat diesem Land

    nicht viel Abwechslung gegeben,

    Wald und wieder Wald und


    doch kann man hier soweit sehen.

    So heute. Es war in den Morgenstunden,

    es war schon ziemlich kalt, die

    Bäume ließen die Äste herunter hängen

    Alls wären sie schon längst gestorben.


    Doch in den Mittagsstunden, da

    sendet die Sonne eine Zeit ihre

    Strahlen, noch ist es keine

    Wärme, doch diese Strahlen sie

    wirken auf mich, sie lassen auch


    mich nun aufatmen. So kann ich

    auch sehen, wie die Natur diese

    Strahlen aufnimmt, die

    Bäume beginnen zu atmen, ich

    glaube zu sehen wie sie ihre Äste

    heben. Ja, dieser Tag wird kommen

    wo alles wieder in vollem Leben steht,

    wo wir wieder Luft atmen werden, wo

    alles grün uns vor Augen stehen wird.


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hi Diana,

    siehste, das ist mir gar nicht aufgefallen, dass wir da einen Tag übersprungen haben. So weit alles okay meiner Meinung nach.


    Hi Inga,

    hier kommt erst einmal der Rest der Seite.

    Wie von Dir schon angekündigt, wird hier das erste Mal Deine Großmutter erwähnt:


    10/2. Ich muß noch heute zum Batl. wegen der Übersiedlung von Ellen nach Deutschland melden. Bei dieser Gelegenheit kann ich auch mal ganz nach vorn. Die Front war den ganzen Winter ruhig. Nur Spähtrupptätigkeiten, Störungsfeuer der Artillerie und Scharfschüsse (?), so war es auch heute.


    LG Armin

  • Guten Morgen zusammen,


    Armin, nur kleine Ergänzungen:


    10/2. Ich muß mich heute beim

    Batl. wegen der Übersiedlung von

    Ellen nach Deutschland melden.

    Bei dieser Gelegenheit kann ich

    auch mal ganz nach vorn. Die Front

    war den ganzen Winter ruhig. Nur

    Spähtrupptätigkeiten, Störungsfeuer der Artillerie

    und Gewehrschüsse, so war es auch heute.


    Inga, die nächsten Seiten können gerne eingestellt werden. Hast Du zufällig Fotos von Deinem Opa in seiner Zeit in Finnland? Ich schaue immer gerne den Protagonisten einmal ins Gesicht, deren Texte ich translitiere - sofern das natürlich möglich ist.


    Beste Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)