369. I.D. (kroat.) "Teufelsdivision" Juni 1943: Kampfgruppe "Major Höhne"

  • Geehrte Experten für die "Schlacht an der Sutjeska",


    in den Berichten über die Schlacht an der Sutjeska und den erfolgreichen Durchbruch Titos durch den deutschen Einschließungsring im Juni 1943 wird immer wieder berichtet, daß dies nur möglich war, weil bei Balinovac bzw. Jelec die Kampfgruppe des "Major Höhne" völlig zersprengt wurde.

    Wer war dieser "Major Höhne"?

    Bei Schraml 1962 S. 2 wird er als Kommandeur des III./369. Gren.Rgt. (kroat.) als "Major Höhne" erwähnt, und diese (übliche) Kurzbezeichnung wiederholt sich in allen ihn betreffenden Erwähnungen, vor allem in allen deutschen und jugoslawischen/kroatischen/serbischen Darstellungen der "Schlacht an der Sutjeska", speziell der Vorgänge am 10.6.1943.

    Alle Versuche, via Internet etwas Näheres über "Major Höhne" herauszufinden, blieben bisher ergebnislos. Er kann wohl kaum mit einem Ritterkreuzträger Friedrich Höhne (geb. 1915) identisch sein. Auch unter der Annahme einer späteren, als unwahrscheinlich angesehenen Beförderung zum Oberstleutnant durchgeführte Suchen nach einem höheren Offizier Höhne blieben ergebnislos. Zwar konnten hier Treffer erzielt werden, aber der nächste Blick in die militärische Karriere zeigte, daß die betreffenden Offiziere Höhne nicht im Juni 1943 Major waren und um diese Zeit nicht an der Südostfront (Balkan) eingesetzt waren.

    Vorsorglich: Gräbersuche "Höhne" 1943 - 1945 ergab keinen über Mannschaftsdienstgrade hianusgehenden Treffer, WASt u. ä. wurden wegen zu geringer persönlicher Daten (noch) nicht angeschrieben.

    Wir danken für jedweden weiterführenden Hinweis.

    Kieker

  • Vielen Dank, Walter.

    Es ist genau der Gesuchte.

    Zunächst die herzliche Bitte um die genaue Fundstelle für diese Karteikarte.

    Ist sie über nasci.net oder nur über NARA erreichbar?


    Ich habe die Angaben der Karteikarte zwar noch nicht gänzlich entschlüsseln können, aber soviel lese ich daraus:

    Major Höhne kam im September 1941 von der Führungsreserve des OKH. Die Zuordnung vom 01.12.1941 weiterhin zur Führungsreserve OKH ist noch unverständlich, da er um diese Zeit - wie nachfolgend richtig vermerkt - Kommandeur des III./369. Gren.Rgt. (kroat.) war. Nach dem Desaster vom 10.06.1943 bei Balinovac/Jelec, in dem die "Kampfgruppe Höhne" gänzlich zersprengt worden war, wurde Höhne am 20.7.1943 zurückversetzt zum Heereswaffenamt Amtsgruppe Industrielle Rüstung OKH-WA J Rü (WuG 2), einem Teilbereich des OKH.

    Weiterer Verbleib?

    Leider ist noch immer nicht sein Vorname bekannt.

    Nochmals Dank in Erwartung weiterer förderlicher Hinweise.

    Kieker

  • Hallo Kieker,


    die Quelle ist T78 R906-2297.


    Das TH steht für Technische Hochschule; in der DAL 1942 heißt es:

    zur Verfügung Oberbefehlshaber des Heeres (Hochschule) (Ingenieur)


    Für den Jahrgang 1906 gibt es einen Treffer beim Bundesarchiv in Freiburg:


    PERS 6/278086

    Höhne, Hermann

    Bestandsbezeichnung: Personalunterlagen von Angehörigen der Reichswehr und Wehrmacht

    Geburtsdatum: 3.6.1906

    Amtsbezeichnung/Dienstgrad: Major

    Unterlagenart: Personalakte


    Gruß

    Jörg

  • Hallo zusammen,


    dieser heiratete am 23.03.1935 in Berlin-Dahlem (Register Nr. 21) als Oberleutnant der Landespolizei, Friedrich Hermann H., *03.06.1906 in Blönsdorf (Register Nr. 14), Kreis Wittenberg, wohnhaft in Breslau, Langegasse 49, die Ilse Marie Luise Kumrow, ohne Beruf, *24.04.1912 in Berlin (Berlin 2 - Register Nr. 213, wohnhaft in Berlin-Dahlem, Königin-Luise-Straße 13.

    Ein Sohn geboren Berlin-Dahlem Nr. 807/1936

    Ein Sohn geboren Berlin-Steglitz Nr. 672/1939


    Die Ehefrau wohnte nach 1945 an gleicher Adresse:


    1949: Ilse Höhne, Dahlem, Königin-Luise-Str. 13

    1950: Ilse Höhne, Dahlem, Königin-Luise-Str. 13

    1952: Ilse Höhne, Dahlem, Archivstr. 8


    Dies ist die Familie:

    1928-1934: Werner Kumrow, Grundbesitzer, Königin-Luise-Str. 13

    1936-1941: Werner Kumrow, Grundbesitzer, Podbielskiallee 77


    Grüße

    Jörg




    Gruß

    Jörg

  • Hallo,

    ich habe mir das KTB etwas angesehen.

    Major Höhne wird am 08.06.1943 erstmals erwähnt, immer wieder ist

    das Bataillon in schwere Kämpfe verwickelt, meist gegen zahlenmäßig weit

    überlegenen Gegner.

    Nach dem 13.06.1943 habe ich bislang keinen Nennung seines Namens mehr gefunden.

    Aber einen Hinweis wonach das Batailon wohl soweit geschwächt war das es aus dem

    Einsatz genommen wurde.


    servus

    uwys

    Keine Macht den doofen!

  • Hallo,


    Major Höhne war mindestens bis September 1944 im Heereswaffenamt tätig. Hier die Angaben aus der Stellenbesetzung:


    Wa J Rü (WuG 2), Stellenbesetzung vom 10.09.1944


    Dienststellung: Gruppenleiter VI

    Stellengruppe: BTauglichkeit: kv

    Höchste Tapferkeitsauszeichnung: EK I

    Seit wann im Ersatzheer: 20.07.1943

    Seit wann in jetziger Stellung: 01.07.1944

    Letzte Truppenverwendung: Bataillonskommandeur vom 01.12.1942-20.07.1943 im Feldheer

    Für Feldverwendung geeignet: Ja, als Bataillonskommandeur

    Spezialausbildung: Hochschule

    Bemerkungen: steht ab 01.01.1945 zur Verfügung


    Quelle: NARA T78 R947-00093


    Gruß

    Jörg

  • Quote

    Major Höhne wird am 08.06.1943 erstmals erwähnt, immer wieder ist

    das Bataillon in schwere Kämpfe verwickelt, meist gegen zahlenmäßig weit

    überlegenen Gegner.

    Hi zusammen,


    Man kann nur bedingt von zahlenmäßiger Überlegenheit der Partisanen in den Tagen 9-10.6.1943 sprechen. Am ersten Tag der Schlacht standen der KG "Höhne" nur drei Bataillone der 1. Proletarier-Brigade direkt gegenüber; zu diesem Zeitpunkt zählte die gesamte Brigade (fünf Bataillone) höchstens ca. 1.000 halbverhungerte Kämpfer/innen, die zudem (ab der Nacht 9/10.6.) über keinerlei schwere Waffen verfügten. Sie alle nahmen zwar Teil an dem Kampf um Balinovac teil, aber das war für das Ergebnis nicht ausschlaggebend. Vielmehr wichtiger war die Tatsache, dass die deutsche Aufklärung vollkommen versagt hat und Höhne sich überraschen ließ; Partisanen-Berichten zufolge waren die Schützengraben bei Balinovac nur teilweise besetzt und die Soldaten mehr mit ihrem Frühstück als mit ihren Waffen befasst.


    Über das Verhalten des Majors Höhne selbst, siehe das angehängte Dokument (Gefechtsbericht III/G.R. 369, III/G.R. 370, II/Jg.Rgt. 274, 15.6.1943).


    MfG,

    Gaius

    Hoehne (NARA-315-2154).JPG

  • Allen Unterstützern meines Anliegens Dank zuvor.


    Jetzt fehlen zu einer Schlüsselfigur der Geschichte - so sehe ich Major Hermann Höhne wegen seines Kampfes um die an entscheidender Stelle "im Wege liegenden" ▲Höhe 1642 im Wortsinne durchaus - nur noch Angaben zu seinem weiteren Verbleib nach dem 10.09.1944.


    Zu dem vorangegangenen Beitrag von Gajus Rommel sei als Anmerkung gestattet:


    a) Ich erachte die abschließenden Worte im Gefechtsbericht, Major Höhne sei nichts vorzuwerfen, er sei nur der falsche Mann am falschen Ort gewesen, für sachgerecht und ihm gerecht werdend. Im Hinblick auf die historischen Folgen des Durchbruchs, den er nicht verhindern konnte, möchte man ihn als "tragische Figur" betrachten.


    b) Der Darstellung, der Durchbruch vom 10.06.43 sei vor allem wegen mangelnder Aufklärung und unzureichender Aufmerksamkeit deutscherseits möglich gewesen, möchte ich - wiewohl überzeugend klingend - so nicht zustimmen. Ich führe ihn vor allem - es gibt weitere Gesichtspunkte - auf mangelnde Standhaftigkeit der kroatischen Mannschaften der "Kampfgruppe Höhne" zurück.

    Zur "Kampfgruppe Höhne" gehörte das III./370. Gren.Rgt. (kroat.). Dieses war erst im Herbst 1942 in Döllersheim bzw. Bruck/Leitha aufgestellt und grundausgebildet worden. Seine Feuertaufe erhielt es am 14./15.1.43 in Bijelnik in einem Nachtgefecht, zu dem das DivKTB 15.01.43 23:00 vermerkt: "Die Kroaten ohne Feuerzucht kämpfen nur, soweit deutsche Unteroffiziere unter ihnen führen." Etwas besser scheint es am 6.2.43 bei Majkiki und am 8.2.43 auf dem ▲Grmec gewesen zu sein. Zuletzt hatte das Btl. am 1.3.43 das Nachtgefecht von Vujakovici bestanden. In der übrigen Zeit bis Anfang Juni 1943 war das Btl. im wesentlichen zur Partisanenverfolgung und zu Sicherungsaufgaben eingesetzt. Es hatte somit fast keinerlei Kampferfahrung, und im DivKTB finden sich immer wieder Hinweise auf unerlaubte Entfernungen von der Truppe.

    Major Höhne war am 9./10.6.43 somit Kommandeur eines kaum kampferfahrenen "Haufens", der sich plötzlich einem überaus erprobten und straff organisierten Angreifer gegenüber sah.

    Hier vorliegende Original-Merkbuchnotizen aus dem Bereich des III./370 berichten:

    "9.6.43: Kampf um Höhe ▲1642. Wir müssen zurück.

    10.6.43: 05:30 Uhr: Erstes Anstürmen. 05:40 Uhr: Feuer vom (Bavan-) Waldrand. Gefecht bei Balinovac. Verwundet bei ▲Höhe 1605."

    Diese Nachrichten, an deren Richtigkeit nicht zu zweifeln ist, widerlegen die legendenhafte Verbrämung der Vorgänge durch die gegnerische Seite, bestätigen aber indirekt, daß sich die Gruppe Popovic in einem Nachtmarsch durch den Flaschenhals nach Norden bewegt hatte. Bei ▲1642 steckte der Korken.

    Nächtliche Angriffe der Parisanen waren gang und gäbe. Es muß ihnen zugestanden werden, daß sie darin Meister waren (siehe im Februar 1945 Siroki Brijeg). "Schützengräben bei Balnovac", unachtsame Deutsche usw. halte ich für unwahrscheinlich. Hier sollte die Quelle für die Partisanen-Berichte angegeben und auf Stichhaltigkeit überprüft werden.


    Im übrigen: Für eine weitgehend abgeschlossene Dokumentation zu "Märschen und Gefechten des III./370. Gren.Rgt. (kroat.) im 1. Halbjahr 1943" (bisher ca. 375 Seiten) suche ich weiterhin jedwedes Hintergrundmaterial (Berichte, Feldpostbriefe, Bilder usw.). Die über http://www.znaci.net erreichbaren DivKTB usw. wurden durchweg ausgewertet.


    Kieker

  • Hi Kieker,

    Hat die 369. Inf.-Div. ein Problem mit Kampfmoral gehabt? In der Tat, ja. Man muss jedoch sagen, dass diese Tatsache den Deutschen sehr gelegen kam: man konnte die Schuld für Niederlagen immer den kroatischen Rekruten zuzuschieben (Stichwort: Italiener in Nordafrika, Rumänen am Don). Die Kroaten waren ebenso wie Höhne "am falschen Ort" und haben auch "für den Gebirgskrieg keinerlei Ausbildung genossen", wie es im angehängten Bericht steht. Die 369. war eine reine Infanterie-Einheit mit der pferdebespannten Artillerie, üblichen Wehrmachtsstiefeln, usw. In anderen Worten, man hätte sie an einem Ort wie Zelengora überhaupt nicht einsetzen sollen. Die Verantwortung dafür tragen ausschließlich die höchsten Wehrmachtskreise im Land.


    Quote

    Major Höhne war am 9./10.6.43 somit Kommandeur eines kaum kampferfahrenen "Haufens", der sich plötzlich einem überaus erprobten und straff organisierten Angreifer gegenüber sah.


    Die Division stand seit Januar 1943 fast ununterbrochen im Einsatz, bei "Schwarz" vom Tag eins. Ab spätestens 7. Juni wussten die Deutschen, dass der Feind bis in den Raum Vrbnica vorgestoßen ist; zwei Tage später wurde KG "Höhne" frontal angegriffen; er, als Kommandeur, hätte vorausahnen müssen, dass die Partisanen nicht einfach stehen bleiben, sondern ihre Bewegung nach Norden am 10.6. fortsetzten würden. Vielleicht war er übermüdet, und er war sicherlich von seiner Aufgabe überfordert. Zu seiner Verteidigung muss gesagt werden, dass die Partisanen von der Präsenz des Feindes um Balinovac ebenso überrascht wurden, was viel über die äußerst schwierige Natur des Geländes spricht.


    Quote

    10.6.43: 05:30 Uhr: Erstes Anstürmen. 05:40 Uhr: Feuer vom (Bavan-) Waldrand. Gefecht bei Balinovac. Verwundet bei ▲Höhe 1605."


    Diese Nachrichten, an deren Richtigkeit nicht zu zweifeln ist, widerlegen die legendenhafte Verbrämung der Vorgänge durch die gegnerische Seite


    Was verstehen Sie unter "legendenhafte Verbrämung der Vorgänge"? Die Monografie der 1. Proletarier-Brigade enthält die folgende, eher bescheidene Zusammenfassun:


    „Die Brigade hat Balinovac, das von ziemlich schwachen Teilen der 369. Inf.-Div. gehalten wurde, relativ einfach erobert.“


    (Quelle: Miloš Vuksanović, Prva proleterska brigada, Belgrad: Narodna knjiga, 1981, [PDF-Seite] 258)


    Quote

    "Schützengräben bei Balnovac", unachtsame Deutsche usw. halte ich für unwahrscheinlich. Hier sollte die Quelle für die Partisanen-Berichte angegeben und auf Stichhaltigkeit überprüft werden.


    Für die Angaben über die mangelnde Abwehrbereitschaft der KG „Höhne“ (inkl. Herumstehen und Bewegungen im offenen Gelände, Verteilung der Frühstück, usw.) und erzielte Überraschung, siehe u.a.


    Đuro Kladarin, Slom Četvrte i Pete okupatorsko-kvislinške ofenzive (Zagreb: Kultura, 1956), S. 442-43;

    Sutjeska: zbornik radova (Belgrad: VII, 1958-61), Bd. I [PDF-Seite] 72, 492-95;

    Ibid., Bd. II, [PDF-Seite] 34;

    Ibid., Bd. IV, [PDF-Seite] 146.


    Darüber hinaus sind beinahe alle jugoslawischen Quellen darin einig, dass es den Partisanen gelungen ist, bis auf 50-100 Meter an die feindlichen Stellungen heranzukommen ohne bemerkt zu werden, und dass dieselben innerhalb von Minuten, bereits im ersten Ansturm, genommen wurden.


    Quote

    Nächtliche Angriffe der Parisanen waren gang und gäbe. Es muß ihnen zugestanden werden, daß sie darin Meister waren (siehe im Februar 1945 Siroki Brijeg)


    Wie aus den von Ihnen zitierten Merkbuchnotizen klar ersichtlich, handelte es sich bei Balinovac nicht um einen Nachtangriff (am 10. Juni um 05:30 ist es bereits hell); das war höchst ungewöhnlich, aber die Partisanen hatten keine andere Wahl, die Zeit war zu knapp. Ihre Vorliebe für Nachtangriffe ist bekannt, nur Široki Brijeg ist nicht das beste Beispiel. Im Februar 1945 verfügten die Jugoslawen über Panzer, Artillerie, und Luftunterstützung, und kämpften wie jede andere reguläre Armee. Der Angriff am 6.2.1945 begann deshalb um 07:00 Uhr, der am 7.2. um 05:00 Uhr


    (Quelle: Zbornik/IV/33/[PDF-Seite] 626-27, 8. Korps, Bericht Mostar-Operation, 25.2.1945).

    MfG,

    Gaius

    Edited once, last by rommel_gaj ().

  • Weiterhin allen Unterstützern meines Anliegens herzlichen Dank zuvor.


    In den bisherigen Darstellungen zur "Schlacht an der ~Sutjeska" werden Berge usw. stets nur - wie militärisch üblich - als Höhen bezeichnet und durch die jeweiligen Gipfelhöhen in Metern unterschieden. Gerade aber in einem nunmehrigen Touristikgebiet, wie es der ▲Dumitor ist, kann man wohl davon ausgehen, daß die einzelnen Berge auch geographische Namen haben. Nur über diese sind sie (und etwaige Abbildungen) nämlich/namentlich via Wikipedia usw. zu finden.


    Wie heißen also im Raum Balinovac - Jelec -Tjentiste

    a) die vielumkämpfte ▲Höhe 1642?

    b) die wohl benachbarte ▲Höhe 1605?

    c) weitere markante oder im Gef.-Bericht usw. erwähnte Höhen in deren Umgebung?


    Für hilfreiche Hinweise danke ich auch hier schon einmal im voraus. -


    Zum vorigen, aisführlichen Beitrag von Gajus Rommel, dem ich für sein Engagement besonders danke, möchte ich mir wiederum folgendes gestatten:

    Alle Darstellungen zur Schlacht an der Sutjeska und speziell zu den Ereignissen um die "Kampfgruppe Höhne" leiden an dem Handicap, daß es keine echten Primärquellen aus deutscher Sicht dazu gibt. Unter Primärquellen verstehe ich hier Berichte auf Kompanie- oder Btl.-Ebene, z. B. das Btl.-KTB, Feldpostbriefe, Erinnerungen unmittelbar Beteiligter u. ä. Selbst der vielzitierte Gefechtsbericht aus dem Div.-KTB der 369. I.D. (kroat.) ist danach nur eine Quelle 3. Güte, weil leider auch die Regt.-KTB des 369. und 370. Gren.Rgt. (kroat.) nicht erhalten sind. Als Primärquellen in diesem Sinne können die im BA/MA Freiburg hinterlegten Berichte einiger Truppenangehöriger angesehen werden, die Schraml 1962 ausgewertet hat. Aber schon Schraml 1962 S. 48 bedauert, daß er zum Unternehmen Schwarz "leider wieder (eine nur) lückenhafte Darstellung" geben kann. Nachforschungen in Freiburg im Bestand RH 26-369/35 wären somit wohl nützlich, aber möglicherweise wenig erfolgreich.

    Es muß also weiter nach hoffentlich noch nicht vernichteten Primärquellen gesucht werden.


    Zur Qualität der Darstellungen in jugoslawischer/serbischer/kroatischer Sprache vermag ich nichts zu sagen, da mir dazu jegliche Sprachkenntnisse fehlen. Es gibt solche Darstellungen der Ereignisse am 10.6.43, aber ob sie wirklich primär im strengen Sinne sind, müßte im Einzelfall geklärt werden. So berichtet Djilas im Kapitel "Im Kessel" zwar über seinen Marsch aus dem Kessel. Er gehörte aber nicht zur Gruppe Popovic und schon gar nicht zur Gruppe des Danilo Lekic, die den Durchbruch bei Balinovac erzielte (Djilas). Insoferen gestatte ich mir kritische Zurückhaltung gegenüber jugoslawischen Darstellungen zur "Kampfgruppe Höhne", vor allem solchen vor 1990.


    Auf weitere Unterstützung hofft

    Kieker

  • Hallo Kieker,

    ich nehme mal an die beiden NARA Rollen

    T 315 R 2154 und 2155 sind dir bekannt und wurden von dir ausgewertet.


    servus

    uwys

    Keine Macht den doofen!

  • Hi Kieker,

    kritische Zurückhaltung gegenüber allen Quellen, egal in welchem Land und politischem System sie entstanden sind, vor oder nach 1990, gilt als allgemein anerkanntes Gebot der Historiografie. Genauso wichtig ist es die sprichwörtliche andere Seite zu hören: ohne jugoslawische Quellen lässt sich die Schlacht nicht sachgerecht rekonstruieren.

    MfG,


    Gaius

  • Guten Tag,


    die angefragten Höhen lassen sich mit geringem Aufwand ermitteln:


    a) ▲ Höhe 1605 ist der ▲Plijes N 43.26.06 E 18.36.00, südlich von Jelec N 43.29.37 E 18.36.57.

    In den DivKTB findet sich häufiger die Formulierung "▲Höhe 1605 (Plijes)". Die Kampfgruppe Höhne wurde am Osthang des Plijes zersprengt.


    b) Die ▲Höhe 1642 findet sich in einem Kartenwerk von 1915 1:75000 Blatt "Zone 32 KDL XIX Jelec und TJentista S. 78" in der rechten Hälfte links oben ca. 4,2 km südlich des ▲Plijes, von dort aus in ca. 192 Grad. Die Höhe ist in der Karte unbenannt. Die Angabe eines etwaigen Namens ist weiterhin erwünscht. -


    @ Dr. "Rommel" (die Auflösung Ihrer Identität war das geringere Problem):

    Dann sind wir uns ja voll und ganz einig.


    Es grüßt

    Kieker

  • Geschätzte Erxperten,

    über der Diskussion zu seiner Rolle am 10.06.1943 ist die Frage nach dem späteren Schicksal des Major Hermann Höhne, geb. Blönsdorf 03.06.1906, mindestens bis September 1944 als Gruppenleiter im Heereswaffenamt (Berlin?) tätig, in den Hintergrund geraten. Er wohnte wohl in Berlin-Dahlem, Königin-Luise-Str. 13. Es wurde mitgeteilt: "Seine Ehefrau (Ilse) wohnte 1945 an der gleichen Adresse." Die gilt auch für 1950 und 1952. (Sie scheint noch 1957 in Berlin-Dahlem, Peter-Lenne-Str. 40 - 42 gewohnt zu haben).

    Aus alledem möchte man schließen, daß Major Hermann Höhne das Kriegsende 1945 in Berlin nicht überlebt hat. Über die Gräbersuche des Volskbundes läßt sich für Friedrich Hermann Höhne geb. 1906 nichts ermitteln.

    Die Frage nach seinem letztlichen Schicksal steht somit weiterhin unbeantwortet offen.

    Wer vermag etwas beizutragen?

    Es dankt im voraus

    Kieker

  • Hallo,


    am Besten aus Blönsdorf die Geburtsurkunde anfragen, möglicherweise gibt es dort einen Randvermerk zu seinem Verbleib (Sterbefall / Todeserklärung). Alternativ im Landesarchiv Berlin eine Recherche in den alten Einwohnermeldeunterlagen starten.


    Gruß Alex