Übernahme von Heer in SS

  • Hallo ich habe mal eine Frage. Wurden auch Soldaten der Wehrmacht in den Konzentrationslagern als Wachmannschaften hingestellt die nicht in die SS übernommen wurden.
    Gruß Lucas

  • Guten Tag ans Forum und an Lucas,


    bitte einmal die Frage präzisieren. Welche Erkenntnisse liegen diesbezüglich vor bzw. wie kommen Sie auf diese Annahme?

    Denn es gab ja auch genug Lager, die von der Wehrmacht bewacht werden mussten.

    Nicht, dass eine Verwechselung bezüglich der Lager vorliegt.


    Und Lothar hat natürlich oder leider Recht: warum die gleiche Frage mehrfach stellen?

    Das verwirrt Auskunftswillige sehr.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo ja Entschuldigung habe aber mal gelesen dass das KZ Neuengamme der Fall war das 1945 dort angehörige der Wehrmacht in die Wachmannschaften gestellt wurden ohne Mitgliedschaft in irgendeiner Weiser bei der SS. Gab aber nur 2 Außenlager wo dies der Fall war trotzdem dachte ich dass in den KZ ausschließlich nur Angehörige der SS in den Wachmannschaften waren.

  • Hallo Lucas,


    speziell für das KZ Stutthof ist der Einsatz von Wehrmachtsangehörigen (überwiegend ältere Jahrgange kleiner 1900) als Wachpersonal gesichert. Hier wurde Ende Juni 1944 ein II.SS-Totenkopf-Sturmbann aufgestellt, zu großen Teilen aus vormaligen Wehrmachtsangehörigen. Viele Angehörige dieses Sturmbann wurden dann bereits im Juli/August auf andere KZs (Buchenwald, Sachsenhausen, Neuengamme - auch im Rahmen von Transportbegleitungen) verteilt.


    Mindestens die Außenlager Hersbruck, Holisev, Gundelsdorf, Litomerice des KZ Flossenbürg wurden von ehemaligen Offizieren d.Wehrmacht geleitet. Für den Bereich des KZ Flossenbürg habe ich einige 100 Wehrpässe von Wehrmachtsangehörigen, die ab Spätsommer 1944 Im Lagerdienst eingesetzt waren - leider noch nicht ausgewertet.


    Im Bereich des KZ Ravensbrück lassen sich ab Juli 1944 Wehrmachtsangehörige nachweisen, so auch Lagerführer der Außenlager Neubrandenburg und Holisev.


    Auch im Bereich des KZ Dachau läßt sich mindestens ein Lagerführer (Waldlager Mühldorf/Inn) von der Wehrmacht nachweisen (ab August 1944).


    Im Bereich des KZ Natzweiler mit seinem wuchernden Außerlagersystem in Baden-Württemberg gab es ebenfalls sehr viele ehemalige Wehrmachtsangehörige auch in leitenden Funktionen (z.B. Dautmergen, Offenburg, Mannheim-Sandhofe, Bisingen, Haslach).

    Diese Aufstellung ist sicher nicht vollständig...


    Grundsätzlich läßt sich wohl sagen, daß sich der betroffene (vorwiegend ältere) Personenkreis sowohl aus der Wehrmacht (z.B. Landesschützen-Bataillone), der Luftwaffe und vermutlich auch aus ehemaligen Angehörigen der Marine rekrutierten, die durch die Verkleinerung des besetzten Gebietes nicht mehr im Rahmen ihrer ursprünglichen Sicherungs- und Bewachungsaufgaben eingesetzt werden konnten und somit die Plätze der SS-Angehörigen einnahmen, die zum Fronteinsatz geschickt wurden. Manche wurden auch als quasi vorletztes Aufgebot erstmalig im Sommer 1944 nach kurzer Ausbildungszeit final zum Wachdienst eingezogen.


    Ein letzter Punkt: Die Erkenntnis des ökonomischen Ausbeutung der Arbeitskraft der KZ-Häftlinge führte ab 1944 zu einer immensen Vergrößerung des KZ-Systems mit einer Vielzahl von neuen Außenstellen und -kommandos - auch hiermit wuchs der Bedarf an Bewachungskräften.


    Gruß Frank


    Nachtrag:
    Der Wachdienst in den KZs bedeutete nicht automatisch eine Übernahme in die SS. Ich habe eine SSO gefunden, in der der betroffene Hauptmann ohne eine SS-Nummer erhalten zu haben das Recht zum Tragen der Uniform eines SS-Hstuf d.Res. erhielt (Dieses gab es auch schon lange im Sipo-Bereich).


    Nachtrag:

    1944 wiederholte sich ein Prozess von 1939 als Angehörige der Allgemeinen SS im Rahmen der verstärkten SS-Totenkopf-Einheiten auch in den KZ-Dienst überführt wurden.

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