SS-Sturmbrigade "Dirlewanger", Gliederung und Zustandmeldung

  • Hallo zusammen,



    In dem Findbuch zum Bestand des Bundesarchivs betreffend NS 19 Persönlicher Stab RFSS, bearbeitet von Josef Henke, Koblenz, 1997, finden sich u.a.



    NS 19/1 SS-Sonderkommando Dirlewanger – Einsatz, Ausrüstung, Gerichtsbarkeit, Rekrutierung von Konzentrationslager-Häftlingen und SS-Angehörigen aus Strafvollzugslagern 1942 - 1945

    Persönlicher Stab RFSS, bearbeitet von Josef Henke, Koblenz, 1997, Bestand NS 19 S. 774



    NS 19/1207 SS-Obersturmbannführer Dr. Oskar Dirlewanger, Kommandeur des SS-Sonderkommandos „Dirlewanger“ – SS- und polizeigerichtliches Ermittlungsverfahren, insbes. Unterrichtung des Persönlichen Stabes über den Sachstand (mit Kopien aus Slg. Schumacher), hierin

    Aufnahme in die SS bzw. Waffen-SS (1938) 1939 – 1940

    Untersuchung des Zwischenfalls zwischen Dirlewanger und SS-Hauptsturmführer Brandenburg in Minsk 1944-1945

    Bestand NS 19 Persönlicher Stab RFSS, bearbeitet von Josef Henke, Koblenz, 1997, S. 436 unten



    Hat jemand evtl. diese Unterlagen vorliegen und kann mir evtl. mit Dokumenten, die den Zeitraum Herbst 1944 – Januar 1945 betreffen, weiterhelfen?



    SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei Hermann Höfle, Deutscher Befehlshaber in der Slowakei, Preßburg, Tgb.Nr. 376/45 geh., den 6.Januar 1945, erwähnt in seinem Schreiben an den RFSS u.a.

    “…Nachdem ich erfahren habe, dass SS-Oberführer Dirlewanger einen Bericht über den Einsatz seiner Brigade im Raum Ipolysag unmittelbar an SS-Gruppenführer Fegelein überreicht hat, dass dieser Bericht einige einseitige Darstellungen enthält, und dass dieser Bericht Dir, Reichsführer, vorgelegt worden ist, halte ich es für meine Pflicht, unaufgefordert zu melden, wie sich der Einsatz der SS-Brigade Dirlewanger abgewickelt hat….”

    (T175 R59 2 675 316)


    Hat jemand diesen Bericht von Dirlewanger an Fegelein schon mal gesehen und/oder hat ihn vorliegen oder weiß, wo er eventuell zu finden ist?



    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,


    In einem alten Artikel aus dem Axis History Forum fand ich Hinweise auf mehrere Namen von Personen, die Offiziere der Einheit sein könnten, einer ist Reinhold und einer ist Eilers. Sie erscheinen im Rahmen einer Operation der SS-Sturmbrigade in der Slowakei. während des Aufstands. Dieser Link führt uns zu einem anderen Link auf der Seite wwii.germandocsinrussia.org


    Der Link lautet:


    https://forum.axishistory.com/…185439&p=2124648#p2124648


    Andererseits erscheint in diesem Dokument ein Hinweis auf einen Offizier namens Ruhsam, ich glaube nicht, dass es derselbe Ruhsam ist, der zu dieser Zeit in der Slowakei unter dem Kommando des Einsatzkommandos Ruhsam war. In dem Dokument spielt er auf einen Offizier mit dem Rang eines Hauptmanns an, und der Offizier des Einsatzkommandos Ruhsam, einer in der Slowakei und in ihrer Umgebung operierenden Einheit, befehligte einen Major der Gendarmerie, und SS-Sturmbannführer, sein Rang war nicht übereinstimmen.


    Der Link lautet wie folgt:


    https://wwii.germandocsinrussi…e/110/mode/inspect/zoom/6


    Grüße an alle, Jena

  • Hallo Jena,



    ein herzliches Willkommen hier im Forum!


    Vielen Dank für den Hinweis auf das Dokument vom 16.10.1944, interessanterweise zeigen die beiden folgenden Skizzen, u.a. Ortsverteidigung von Morovce durch das III./Dirlewanger sowie dann die Unterbringung der Brigade im Raum Diviaky,

    interessanterweise zu diesem Zeitpunkt mit

    Stab,

    vier Bataillonen und

    zwei Artillerie-Batterien!!!


    Das dürfte bedeuten, das zu diesem Zeitpunkt noch k e i n e Regimentsstäbe bestanden... in wie weit die Kompanien durchnummeriert waren, wenn es z.B. auch die beiden o.g. Kp. "Eilers" und "Reinhold" gab, wäre interessant zu erfahren!



    Bei dem im Gefechtsbericht genannten Hauptmann Ruhsam dürfte es sich um Paul Ruhsam

    Paul Ruhsam und Hinrich Pape 1944/45

    gehandelt haben...


    Anscheinend hat die Brigade ihre Verluste nicht mehr gemeldet oder die Meldungen sind verloren gegangen, da Ruhsam nach dem Krieg als vermisst gemeldet wurde, inzwischen aber bei Volksbund online mit Sterbedatum genannt ist??!!


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo,


    nach Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944-1947) Hans Bernstein (*23.10.1915 Berlin, vormaliger SS-Ustf im KZ Majdanek und Buchenwald) am 13.07.1944 degradiert und zu 2 Jahren Haft verurteilt (wg.Beschimpfung Vorgesetzter und Dienstverweigerung an zwei Tagen).

    Seit 7.11.1944 Zugführer in der Strafeinheit Dirlewanger, geriet am 23.12.1944 vor Ereg im Raum Ladzam in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Am 18.3.1945 von einem SMT der 2.Ukrainischen Front zum Tode verurteilt und am 3.4.1945 hingerichtet.


    Gefunden habe ich nur Eger (130 km östlich von Budapest), Ladzam bleibt ein Rätsel :rolleyes:


    Gruß Frank

    Edited once, last by micha18 ().

  • Seit 7.11.1944 Zugführer in der Strafeinheit Dirlewanger, geriet am 23.12.1944 vor Ereg im Raum Ladzam in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Am 18.3.1945 von einem SMT der 2.Ukrainischen Front zum Tode verurteilt und am 3.4.1945 hingerichtet.


    Gefunden habe ich nur Eger (130 km östlich von Budapest), Ladzam bleibt ein Rätsel :rolleyes:

    Hallo Frank,


    "Ereg" kann nicht gleich Eger sein! Das liegt viel zu weit ab vom damaligen Geschehen.


    Ich habe mir das mal aus Interesse an Geographie und Geschichte genauer angeschaut und etwas "herumgesucht" (Ortssuche und Karten finde ich sehr interessant, sind auch in meiner Ahnenforschung sehr wichtig).


    Erstens umfaßte Nordungarn damals ja noch einen breiten Streifen der heutigen Süd-Slowakei, wo auch heute noch starke ungarischstämmige und -sprachige Bevölkerungsteile leben, und daher lag die hier ungarisch-slowakische Grenze (siehe dazu unten die Erwähnung im Buchtext) deutlich weiter nördlich.

    Zweitens war der gesamte Raum Eger - Miskolc zu diesem Zeitpunkt (23.12.1944) längst - schon seit Wochen - durch sowjetische Truppen besetzt, wie Lagekarten belegen. Insofern ist eine Gefangennahme Bernsteins in Eger erst am 23.12. äußerst unrealistisch.

    Drittens waren im Raum Eger nie Dirlewanger-Einheiten eingesetzt. Sie operierten vielmehr, wie nachzulesen ist, nach den Kämpfen gegen den slowakischen Aufstand weiterhin in der Slowakei.

    Viertens waren zu diesem Zeitpunkt (23.12.1944) "18. SS + Teile Dirlewanger", wie Lagekarten der Armee-Gruppe Fretter-Pico zu den unterstellten Korps und Verbänden sowie von Angriffsrichtungen der Roten Armee (Stand der Karten bspw. 19. - 21.12.1944) eindeutig ausweisen, im Süden der damaligen (!) Slowakei im Einsatz und dort noch deutlich nördlich der Stadt Ipolyság (slowak. Sahy) an der Ipola (und damit genau nördlich von Budapest!), wo damals noch die deutschen Truppen in Abwehr in der HKL lagen (weit entfernt von Eger). Ipolyság erwähnen für Dirlewanger auch andere Berichte - und oben ja auch "RolandP". Die "18. SS + Tle. Dirlewanger" sind dort übrigens auch noch am 27.12.1944 im Einsatz (Armeegruppe Balck, Lagekarte der unterstellten Korps und Verbände sowie von Angriffsrichtungen der Roten Armee).

    .

    Also muß man die beiden Ortsnamen "Ladzam" und "Ereg" erstens sicher wohl unter Berücksichtigung einer russifizierten Schreibweise der damaligen ungarischen oder slowakischen Ortsnamensform betrachten, um sie zu finden, zweitens die obigen vier geographischen und zeitlichen Voraussetzungen berücksichtigen und drittens dann dort die richtigen damaligen und heutigen Ortsnamen für "Ereg" und "Ladzam" ermitteln. "Ladzam" klingt nicht ungarisch, eher slawisch (also slowakisch), während "Ereg" eher ungarisch klingt.


    Dabei legt die im Buch der Hrsg. Schmeitzner / Weigelt / Müller / Schaarschmidt "Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947)" berücksichtigte Beschreibung "Raum Ladzam" und "vor Ereg" nahe, daß "Ladzam" wohl der größere Ort der beiden war.

    Wie erwähnt, könnten diese beiden Ortsnamen im Rahmen der Dokumentation von Gefangennahme und Verurteilung von Bernstein durch die Rote Armee entweder russifiziert und / oder grundsätzlich mehr oder weniger falsch geschrieben worden sein.

    Das von Dir oben erwähnte "Sowjetische Militär-Tribunal (SMT) der 2. Ukrainischen Front" wird im Buch der Hrsg. übrigens nicht erwähnt. Der Text lautet dort auch etwas anders als bei Dir: "[...], seit 7.11.1944 Zugführer, geriet am 23.12.1944 vor Ereg im Raum Ladzam an der Grenze zwischen Ungarn und Slowakei in sowjetische Gefangenschaft. Das Urteil wurde am 3.4.1945 vollstreckt." Ende des Buchtextes.

    Liebe Grüße,

    Anja

    Edited 2 times, last by AnjaK ().

  • Hallo Anja,


    dem gekautten Buch lag noch eine CD bei, dort steht ein bißchen mehr ;)

    Vielleicht kann mit Ladzam auch Ladzany (deutsch Lasan), 25 km nördlich von Sahy, gemeint sein?


    Gruß Frank

  • Vielleicht kann mit Ladzam auch Ladzany (deutsch Lasan), 25 km nördlich von Sahy, gemeint sein?

    Hallo Frank,


    ja, Ladzany hatte ich auch schon gefunden und sowas vermutet. Das war auch der Raum, in dem auf den erwähnten Lagekarten die "18. SS + Tle. Dirlewanger" zu finden sind.


    Dann müßte dort auch ein Ort namens "Ereg" oder ähnlich zu finden sein - zumindest auf damaligen Karten - kann ja sein, daß er heute auf Slowakisch ganz anders heißt oder gar keine Ortschaft im eigentlichen Sinn war / ist, sondern bspw. ein Weiler, ein Gehöft oder ähnlich. Die Lagekarten vom Dez. 1944 sind in den Details wegen der geringen Auflösung leider nicht lesbar genug.


    Das Gelände unmittelbar nördlich von Ladzany ist immerhin ein recht gebirgiges Waldgebiet (heute Naturschutzgebiet) von knapp 780 km2 und mit Bergen bis 1009 m Höhe. Als Rückzugsgebiet also ideal.


    Daß auf der CD mehr als im Buch gespeichert steht, ist offensichtlich nicht in vollem Umfang richtig, denn immerhin fehlt doch auf der CD die zur Lokalisierung wichtige Angabe zur Lage von "Ereg im Raum Ladzam an der Grenze zwischen Ungarn und Slowakei" ...

    Liebe Grüße,

    Anja

    Edited 3 times, last by AnjaK ().

  • Hallo Interessierte

    ...

    Führer mit unbekannter Dienststellung:

    ...
    00.00.1945-00.05.1945 SS-Hstuf. Johannes Karnop

    Weiß jemand aus dem Stegreif wie oder warum SS-Hauptsturmführer Johannes Karnop bei der Dirlewanger landete?


    KARNOP, Johannes (manchmal auch nur "Hans" genannt)

    SS-Nr. 314.222

    01.10.1897 geboren

    verheiratet, ein Kind (Stand 01.11.1941)

    20.04.1936 zum Hauptmann d.SchP. befördert

    01.05.1937 Eintritt in die NSDAP, Mitgliedsnr. 5.211.483

    00.09.1939 Schwadrons-Chef während des Polenfeldzuges, später Berittene Abteilung beim Polizei-Regiment Krakau


    Weiterführende Angaben zur Person findet man auch hier: Polizei-Wachbataillone aus dem WK X


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.