Polizeibataillon 307 Feldpostbeleg

  • Hallo,

    das Polizeibataillon 307 war aktiv an der Ermordung 1000er Juden beteiligt. Eine Ausstellung und eine Begleitpublikation, auf die Thilo seinerzeit hinwies

    Ausstellung Polizeibataillon 307 Lübeck im Osteinsatz 1940-1945

    dokumentieren seine Geschichte.

    Anbei ein Feldpostbeleg des Wachtmeisters Janson aus Hamburg vom 05.10.1941. Zu der Zeit war das Bataillon im rückwärtigen Heeresgebiet der Heeresgruppe Mitte südlich Mogilew (Dru u. Dnjepr) gegen Partisanen eingesetzt.

    Auf der Karte gratuliert der Wachtmeister seiner Tochter zum Geburtstag.

    Gruß,

    JR

    forum-der-wehrmacht.de/wcf/index.php?attachment/195671/

  • Hallo,

    hatte Zeit, mich etwas mit der Geschichte des Bataillons zu beschäftigen. Aus der FPNr ist zu ersehen, daß der Absender Wachtmeister in der 2. Kompanie war. Aus dieser 2. Kompanie waren just in dem Zeitraum, an dem Wachtmeister Janson an seine Frau und seiner Tochter zum Geburtstag schreibt, Polizisten an der Ermordung von 100-200 jüdischen Menschen beteiligt.

    Hier ist ein Bericht dazu aus der anläßlich der oben verlinkten Ausstellung erschienenen Begleitpublikation und die Ergebnisse einer juristischen Nachkriegsermittlung zum Vorfall:

    Erschießung von 100 bis 200 Juden bei Klitschew oder Gorodischtsche

    durch die 2. Kompanie des Polizeibataillons 307 im

    September/Oktober 1941

    (19.9.1941-16.10.1941 Tschetschewitschi

    Stationiert in Mogilew?)

    „...wieder zu einem Einsatz gekommen, der lediglich von der 2. Kompanie durchgeführt worden

    sei. Er meine, die Kompanie sei zu einer Befriedungsaktion nach Gorodischtsche verlegt

    worden, wo sie eine Woche gelegen haben...Die Kompanie habe die Aufgabe gehabt,

    Partisanen zu bekämpfen. Zu diesem Zweck sei zunächst mit der russischen Bevölkerung

    Kontakt aufgenommen worden. Dabei sei festgestellt worden, wieviele Juden in Gorodischtsche

    ansässig gewesen seien...Es sei zunächst dazu abgeordnet worden, Juden aus

    den umliegenden Ortschaften zusammenzuholen und mit Lkw’s nach Gorodischtsche zu

    bringen...Die Juden, und zwar Frauen, Kinder und greise Männer, seien dann mit Lkw’s aus

    der Ortschaft herausgefahren und erschossen worden...

    ...Zu dem Zeitpunkt der Aktion sei der Angeschuldigte K. bereits Kompaniechef gewesen.

    Erst nach dieser Aktion sei die Kompanie nach Mogilew gekommen. Während einige Angehörige

    der 2. Kompanie den Ort umstellt hätten, seien andere beauftragt gewesen, die in der

    Ortschaft lebenden Juden aus ihren Häusern herauszuholen. Daran sei er nicht beteiligt

    gewesen. Sein Einsatz habe erst in einem Waldgelände begonnen, in dem sich eine Grube

    befunden habe, die etwa 20 m lang und 2 bis 3 m tief und ebenso breit gewesen sei. Der

    Zugwachtmeister K. seit dort auf ihn zugetreten und habe ihm den Befehl gegeben, sich zum

    Erschießen der Juden zu melden. Als er dies abgelehnt habe, habe K. zu ihm gesagt, dass

    er ihn dann zu einer Sonderaufgabe heranziehen werde. Nach kurzer Zeit seien von einem

    besonderen Kommando jeweils 5 bis 6 Personen jeglichen Alters an die Grube herangetrieben

    worden. Es seien zum größten Teil Frauen und Kinder, auch Kleinkinder, und nur

    einzelne Männer gewesen. Diese hätten sich am Grubenrand aufstellen müssen und seien

    dann auf ein Kommando des Zugwachtmeisters K., der das Exekutionskommando geleitet

    habe, erschossen worden. Nach der Salve seien sie rückwaÅNrts in die Grube gefallen. Wer

    nicht sofort tot gewesen sei, habe einen Gnadenschuss erhalten. Die Juden, die auf ihre

    Exekution gewartet hätten, seien in einem in der Nähe befindlichen Kiefernwald bewacht worden...

    Schätzungsweise seien 100 bis 200 Menschen auf diese Weise getötet worden. Er

    habe auf Befehl des Zugwachtmeisters K. die toten, kreuz und quer übereinander gefallenen

    Frauen und Kinder mit einer Stange ordnen und gerade legen müssen. Dies sei notwendig

    gewesen, weil die vorgesehene Grube zu klein gewesen sei und die zu Erschießenden sonst

    nicht alle darin Platz gefunden hätten. Zu dieser grauenhaften Arbeit sei er eingeteilt worden,

    weil er sich vorher geweigert habe, selbst die Frauen und Kinder zu erschießen...“.

    Quelle: Landesarchiv Schleswig-Holstein, Abt. 352, Lübeck, Nr. 1287

    „...Nach dem Ergebnis der Ermittlungen besteht auch in diesem Fall ein

    hinreichender Tatverdacht wegen Beihilfe zum Mord gegen den Beschuldigten

    K... Soweit die Kompanieangehörigen W., K. und P. nach ihren Angaben

    als Tatbeteiligte verdächtig sind, wird das Verfahren gegen sie aus

    den Rechtsgründen eingestellt, die in dem Tatkomplex Brest-Litowsk für

    die Mannschaftsdienstgrade und Unterführer aufgezeigt sind...“.

    Quelle:

    Das Polizeibataillon 307 im Osteinsatz 1940-1945


    Da kann man verstehen, daß der Wachtmeister Janson darüber den Geburtstag seiner Tochter schlicht vergessen hat: "Leider habe ich nicht eher an **** Geburtstag gedacht...."

    Bezeichnend das auch wie eine Rechtfertigung benutze gedruckte Zitat Hitlers in der Kopfzeile der Karte.


    Gruß,

    JR

    x307_Polizeibataillon Feldpost 05101941 R kl.jpg

  • Hallo,


    Quote


    Auf der Karte gratuliert der Wachtmeister seiner Tochter zum Geburtstag.

    auf Wunsch habe ich den Namen unkenntlich gemacht.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Guten Tag,


    Herbert Janson mag wohl die Karte aus Hamburg geschrieben haben,

    er ist jedoch nicht in der Datenbank der Stadt Hamburg aufgeführt

    (http://www.hamburg.de/ns-dabeigewesene/), stammte demnach

    nicht von dort - jedenfalls nicht nach derzeitigem Stand der DB.


    Namensvarianten habe ich ebenso abgefragt wie Einträge unter dem

    Stichwort "Polizei" und "Polizeigefängnis".


    Grüße, Kordula

  • stammte demnach

    nicht von dort


    Hallo Kordula,

    für die Aufnahme in der von Dir verlinkten Datenbank ist nicht relevant, ob die Personen aus HH stammten, sondern daß sie im fraglichen Zeitraum von 1933-45 dort tätig waren:

    "Deshalb werden auch nur diejenigen Dabeigewesenen aufgenommen, die zwischen 1933 und 1945 in Hamburg mit seinen Grenzen nach 1937 gelebt/gearbeitet haben."

    Das wird man aufgrund der angegebenen Heimatadresse beim Wachtmeister annehmen. Er hat die Karte nicht aus - sondern nach HH an seine Heimatadresse geschrieben.
    Außerdem scheint es in der Datenbank um NS-Verbrechen in Hamburg zu gehen.

    "Sie enthält eine Sammlung mit Kurzprofilen über Menschen, die auf unterschiedlichste Weise an den NS-Gewaltverbrechen in Hamburg Anteil hatten." (Meine Hervorhebung).

    Das Polizeibataillon 307 verübte die Grausamkeiten ja außerhalb von Hamburg.

    Ein wesentlicher Grund, warum er darüber hinaus nicht in der Datenbank enthalten ist, wird der sein, daß er so unbekannt ist, daß es bisher zu wenig Informationen für ein Profil über ihn gibt. Denn die meisten der gelisteten Personen sind dort mit kurzen biografischen Texten vorgestellt, die über ihr Leben in Eckdaten und vor allem ihre Verstrickung im NS-System Auskunft geben. Destilliert wurden diese Texte häufig (aber nicht ausschließlich) aus Angaben in der Sekundärliteratur. Taucht dort eine Person nicht auf, sind die Chancen groß, daß sie auch nicht in die Datenbank aufgenommen werden.

    Aber es ist schön, daß dieser interessante link nun auch über dieses Forum auf die Datenbank verweist.

    Schöne Grüße!

    JR

    Edited 5 times, last by IR75 ().

  • Hi JR,


    danke für Deine Lesehilfe bezüglich Suche nach Janson

    in der Datenbank. Das "in Hamburg" habe ich bisher

    leider immer überlesen.


    Danke auch dafür, warum Jordan bisher nirgendwo -

    also auch nicht in Hamburg - aufgetaucht ist.


    So ist mit Deinem Karten-Fund vll. ein Anfang gemacht.



    Die Datenbank ist dank Katrin seit 2017 im Forum bekannt,

    siehe: NS - Dabeigewesene Hamburg.


    Grüße, Kordula


    Edit: falschen Namen Jordan zu Janson korrigiert

    Edited once, last by kkn ().

  • Hallo Kordula,

    Herbert Janson ist letztmalig im Adressbuch 1943 geführt. Ab 1947 fehlt er in den Adressbüchern Hamburgs.

    Gefallen scheint er aber nicht zu sein.

    Ich bleibe dran.

    Schönes Wochenende,

    JR

    Edited once, last by IR75 ().

  • Hi JR,


    habe mir jetzt die Adresse auf Google-Maps näher angesehen.

    Hamburg-Wohldorf gehört wohl zu den vornehmeren Stadtteilen.


    Röötberg 3 ist das letzte Haus in einer Sackgasse;

    scheint ein Mehrfamilienhaus zu sein. Habe nichts dazu gefunden,

    wie das in den 1930ern, 1940ern war.



    Hatte vor einiger Zeit die Hamburger Adreßverzeichnisse für die

    1950er und 1960er nach Namen und dann auch nach Straßen

    bzw. Häusern abgesucht; konnte so über die Einträge der Mieter
    nachvollziehen, wo überall unser Angehöriger gewohnt hatte.


    Falls das auch für Hamburg bis 1945 möglich ist. läßt sich vll.

    herausfinden, seit wann die Familie dort gewohnt hat und

    wer davor.


    Vllt. hattest Du das jedoch längst abgesucht.


    Grüße, Kordula

  • Das Polizeibataillon war eine Lübecker Polizeieinheit


    1965 führte die Staatsanwaltschaft Lübeck ein Verfahren gegen die Polizisten im damaligen Polizeibataillon 307.


    304 Bataillonsangehörige verstorben oder für tot erklärt

    37 Bataillonsangehörige vermisst

    148 Angehörige des Bataillons angeblich an den Einsätzen nicht beteiligt

    221 Angehörige des Bataillons bei denen nicht nachgewiesen werden konnte, dass sie an den Erschießungen beteiligt waren

    5 Beschuldigte die sich nicht in der Bundesrepublik aufhalten

    3 Beschuldigte die aus gesundheitlichen Gründen nicht vernommen werden konnten

    329 Beschuldigte bei denen der Aufenthaltsort unbekannt ist

    122 Beschuldigte die an Ermordungen beteiligt  waren

    4 Beschuldigte gegen die das Verfahren fortgesetzt wurde (Salzinger, Niehoff, Kayser, Klocker)

    Gegen zwei Beschuldigte wurden die Verfahren eingestellt.


    Viele Männer in der Einheit wurden zwangsverpflichtet und wer nicht mitgemacht hatte wurde hingerichtet.


    „Sie werden hiermit gemäß § 1 der Notdienstverordnung vom 15 Oktober 1938 bis auf weiteres zum langfristigen Notdienst herangezogen und auf Grund des § 2 Abs. 1 der Ersten Durchführungsverordnung zur Notdienstverordnung vom 15. September 1939 als Polizeireservist dem Polizeipräsidenten (Kommando der Schutzpolizei) in Lübeck zur Dienstleistung zugewiesen.




    Aus dem Einsatztagebuch des Polizei-Bataillons 307 in gekürzter Form;


    03.07.1941 Brest-Litowsk offizielle Abschlussmeldung 4.435 Juden erschossen


    18.07. bis 26.07.1941 Baranowicze Beteiligung an der Exekution der jüdischen Bevölkerung


    12.08.1941 Sluzk Beteiligung an der Exekution der jüdischen Bevölkerung 50 Frauen und 10 Kinder erschossen


    16.10.1941 Goroditsche Bataillon 307 exekutiert von 200 jüdischen Männer, Frauen und Kinder und 8 Partisanen.

  • Hallo Uwe P.,


    zunächst einmal Willkommen hier bei der "Polizei" im Forum.


    Dann die Frage, was möchtest Du uns mit der Aufzählung sagen?


    Gruß aus München

    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo UweP.


    danke für Deinen Beitrag.

    Hast Du eine Quelle für die Aussage "wer nicht mitmachte, wurde hingerichtet?

    Nach dem aktuellen Stand der Forschung zu diesem Thema gibt es keinen einzigen Fall, der dies belegt.

    Mit dieser Behauptung konnten sich aber viele angeklagte Polizisten nach dem Krieg einer Verurteilung entziehen.


    Schönes Wochenende

    Dieter

  • Guten Tag ans Forum,


    nach Durchlesen des grußlosen Beitrags von "Uwe P" vermute ich, dass die Angaben aus Ermittlungsakten zum Polizeibataillon 307 durch "Uwe P." so zusammengestellt wurden. Wie Dieter schon richtig gesagt hat, gehört die Aussage "...wer nicht mitgemacht hatte wurde hingerichtet" zu den Standard-Nachkriegsausreden zum Befehlsnotstand und entsprechen nicht der belegbaren Faktenlage.

    Da "Uwe P." diese Angabe nicht als Zitat aus den Akten (beispielsweise aus Aussage von Angeklagten oder Verteidigern, kenntlich gemacht hat) könnte das auch die aktuelle Meinung von" Uwe P". sein. In diesem Fall würde der Geschichtsrevisionismus grüßen lassen. Vielleicht beantwortet "Uwe P". ja die Fragen von Marcus und Dieter.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Zuerst entschuldige ich mich, dass ich ohne Gruß einfach etwas hier hineingeschrieben habe.


    Ich grüße alle hier im Forum.


    Oben steht etwas über einen Hamburger, der im Polizeibataillon 307 war. Es war eine Lübecker Polizeieinheit, die erst 1940 zusammengestellt wurde. "Wer nicht mitmachte, wurde hingerichtet" wurden in später Aussagen bei den jeweiligen Staatsanwaltschaften vielfältig gesagt. Es gibt ein Buch von Christopher Browning "Ganz normale Männer". Ein Buch über das Reserve-Polizeibataillon 101 Hamburg. Der Autor hatte über 200 Aussagen bei der Staatsanwaltschaft HH lesen dürfen. Er beschreibt, wie aus normalen Familienvätern, Mörder wurden.

    Für die jüngeren Männer waren die erschossenen Juden nur "Wesen", die der Heimatland nur schaden wollen. Die Menschen im Osten wurden als Untermenschen angesehen. Diese menschenverachtende Überzeugung wurde ihnen in der Kindheit und Jugend in der Schule, in der Hitlerjugend und in Wochenschauen indoktriniert.


    Die Notverordnung zwang viele Familienväter, die schon im 1. Weltkrieg dienten in den von Angriffen dezimierten Einheiten Dienst zu leisten.

    Diese Männer, fast alle ausnahmslos über 40 Jahre alt kamen nach 1942 in Einheiten, die schon völlig verroht waren.


    „Sie werden hiermit gemäß § 1 der Notdienstverordnung vom 15 Oktober 1938 bis auf weiteres zum langfristigen Notdienst herangezogen und auf Grund des § 2 Abs. 1 der Ersten Durchführungsverordnung zur Notdienstverordnung vom 15. September 1939 als Polizeireservist dem Polizeipräsidenten (Kommando der Schutzpolizei) in Lübeck zur Dienstleistung zugewiesen.


    In einem Kreisarchiv im Landesarchiv in Schleswig fand Unterlagen zu mehreren Männer, die zwangsverpflichtet wurden. Einer beging Suizid, als er zurück in seine Stadt kam. Zwei weitere waren Alkoholiker, kamen mit ihrem Leben nicht zurecht und verstarben früh. Als endlich von der STA Lübeck 1965 ein Verfahren angestrengt wurde, war der letzte in der Stadt verbliebene aus dem 307er nach Hamburg verzogen. Von den schrecklichen Geschehnissen im Osten sprach keiner.


    Leider gelang es einigen der jüngeren Männer des Bataillons 307 in den normalen Polizeidienst in Schleswig-Holstein aufgenommen zu werden. Einer von ihnen kam auch in meine Stadt. Ein Mann, der seine nationalistische Einstellung nach Erzählungen anderer nie abgelegt hat.


    Ich wünsche einen guten Abend


    Uwe

  • Hallo Uwe,

    danke für Deine Zusammenstellung. Daß das Polizeibataillon 307 aus SH (Lübeck) stammt steht im 1. Post dieses threads.

    Ausstellung Polizeibataillon 307 Lübeck im Osteinsatz 1940-1945

    Das ändert aber nichts daran, daß die Heimatanschrift des betreffenden Polizisten (warum auch immer) Hamburg war.

    Schöne Grüße,

    JR

  • Hallo,

    die Angehörigen der 300er und 250er Bataillone wurden nicht zwangsverpflichtet, sondern sie haben sich ganz überwiegend nach der Werbeaktion vom Oktober 1939 freiwillig gemeldet, wenn sie nicht schon vorher im Polizeidienst standen. Im Oktober 1939 startete die Ordnungspolizei eine große Werbeaktion. Gesucht wurden 26.000 Männer (Ungediente) der Jahrgänge 1909-1912 und 1918-1920. Sie konnten sich freiwillig zur Schutzpolizei melden melden, mit der Aussicht auf eine Anstellung als Beamter auf Lebenszeit. Viele bewarben sich in der Hoffnung, nicht an die Front zu müssen. Es gab 160.000 Meldungen. Ein kaum zu bewältigender Aufwand.

    Es gab wenige Befehlsverweigerer. Polizisten die sich weigerten, Frauen und Kinder zu erschießen. Keiner von ihnen wurde hingerichtet. Selbst die "Kameradenhilfe" des Willy Papenkort hat es trotz intensiver Bemühungen für eine Entlastung von beschuldigten Polizeiangehörigen nicht geschafft, auch nur einen einzigen solchen Fall zu finden.

    Fakt sind auf der anderen Seite aber auch Selbsttötungen von Polizisten, die dem Druck nicht stand halten konnten.

    Diese gab es insbesondere an den Standorten, wo Polizeibataillone Ghettos bewachten.

    viele Grüße

    WS

  • Hallo Wintersocke :D;)

    ...

    Fakt sind auf der anderen Seite aber auch Selbsttötungen von Polizisten, die dem Druck nicht stand halten konnten.

    Diese gab es insbesondere an den Standorten, wo Polizeibataillone Ghettos bewachten.

    ...

    Gibt es dafür greifbare bzw. belegbare Zahlen?


    Liebe Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo Policeman,


    freut mich von Dir zu hören. Die Neuauflage von Nicht ermittelt ist in Arbeit. In den beiden alten Auflagen gab es dazu ein kleines Kapitel. Es sind neue Erkenntnisse hinzugekommen. Es sind danach über 100 Selbsttötungen bekannt. Bald mehr dazu, u.a. mit Infos zu den Einheiten.


    viele Grüße


    WS

  • Hallo WS,


    über 100 Selbsttötungen 8|.

    Auf die Neuauflage freue ich mich schon jetzt.


    Liebe Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.