Der Weg der 9.Infanterie-Division

  • Hallo Forum,

    ein Bekannter von mir (ü 60) hat beschlossen den Weg seines Vaters im Ostfeldzug zu recherchieren.

    Der Vater hat überlebt aber keine Einzelheiten erzählt

    Es gibt kein Soldbuch.

    Er hat einen Antrag beim Wehrmachtsarchiv in Berlin gestellt, aber das kann dauern.

    Sein Vater hat erzählt das er beim 116.IR und 1943 auf dem Kuban Brückenkopf war. (es könne auch die Krim? gewesen sein, Gedanke von mir.)

    Ist das überhaupt möglich?

    Das 116.GR gehörte ja zur 9. ID und die waren ja etwas nördlicher.

    Auch wie ein Oberpfälzer in ein hessisches Regiment kommt, ist eigentlich nur mit dem Kollaps der 6.Armee zu erklären

    Wenn die Daten aus dem Archiv Berlin kommen sollten, gebe ich natürlich Rückmeldung. (sofern er etwas erzählen möchte)

    Ich wollte nur einmal eine Einschätzung von Insidern.

    Danke für die Bemühungen

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Eumex,

    Ich möchte das jetzt einmal eingrenzen von Aug.-Okt.

    Da er erzählt hat das er dort rausgekommen ist.

    Ich kann das nicht verarbeiten.( im Kopf)

    Wo kam die 9.ID her und wann kam sie raus.

    Über Kertsch oder Festland.

    Ich glaube ich brauche mehr Fragen als Antworten.

    Gruß Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph !

    Die 9. ID verlegte bei der Räumung des Kuban im September 1943 mit Übersetzen nach Kertsch und wurde mit Masse im Landmarsch von Kertsch über die Krim in den Raum Michailowka (nördlich Melitopol) der 6. Armee zugeführt. Die Infanterieeinheiten verlegten im Lufttransport von Wladisslawowka (nördl. Feodossija) aufs Festland nach Melitopol.

    Stab und letztes Bataillon des GR 116 waren am 25./26. September abgeflogen. Der Einsatz der Division war erst nach vollständiger Versammlung in Michailowka erlaubt.


    Gruß Herbert

  • Hallo Leute,

    Danke Herbert und Heiko für die Infos.

    Bei der dürftigen Ausgangslage denke ich ist das völlig ausreichend.

    Ich werde meinem Bekannten das ausdrucken und wenn Post aus Berlin kommt hat er etwas zum Vergleichen.

    Grüße Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Leute,

    ich mache doch noch weiter auf dem Weg der 9.ID nach der Verlegung in die Ukraine (Michailowka).

    Nach durchblättern meiner verstaubten Lektüre habe ich gesehen das sie in Sarata gelandet sind.

    Vielleicht war die Zeit bis zum Tag X ja gemütlich?

    Weit weg von der HKL aber hoffnungslos weit im Osten.

    Wer da nicht mit Heimatschuss ausgeflogen wurde hatte wohl schlechte Karten.

    Anbei noch eine Karte von der russ. Großoffensive 20:8.44.

    Aber vielleicht hat er eine oder andere noch Material?

    Danke

    Gruß Ralph

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    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph !


    Die Zeit von der Versammlung bei Michailowka (September 1943) bis zun Einsatz am Dnjestr (Aprtil 1944) war ganz sicher nicht "gemütlich" ! Nach Einsatz bei Michailowka schon im Oktober folgte der Rückzug auf Nikopol mit Verteidigung des dortigen Brückenkopfes am Dnjepr (DivGefStd bei Mal. Lepaticha) im Nov. 1943. Auch im Dezember 1943 bis Anfang Februar 1944 stand die 9.ID weiterhin bei Rubanowka (südlich Nikopol) in schweren und sehr verlustreichen Verteidigungskämpfen mit letztendlichem Rückzug über den Dnjepr und damit Räumung des Brückenkopfes Nikopol. Es folgte die Winterschlacht mit weitereren Rückzugskämpfen nach Westen zwischen Dnjepr- Ingul – Bug (Überschreiten des Ingul und Bugs im März 1944 ) Nur noch als Kampfgruppe geführt konnte die stark dezimierte 9. ID im April 1944 bei Akkerman den Dnjestr überschreiten und dort Stellung beziehen. Hier verblieb sie dann bis zum Desaster in Rumänien im August 1944.


    Gruß Herbert




  • Hallo Herbert,

    das "gemütlich" war auch nicht ernst gemeint.

    Aber Dank deiner Hilfe habe ich sie bei Paul C. wiedergefunden.

    Er schreibt: Sie fochten in den Plantagen südlich Melitopol Okt.43 (Wotanstellung).

    Auf seiner Karte gibt es ein "Lepeticha" mit dem 29AK vermerkt. Gehörten sie dort dazu?

    Dann sind sie nach der Teilung der 6.Armee (Ende Okt.) nach Norden abgedrängt worden?

    Für alle die es noch interessiert stelle ich die Karte mal ein.

    Gruß Ralph

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    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph,

    anbei im Anhang etwas zur 9.Infanterie-Division zum Übergang über den Brückenkopfes am Dnjepr.

    Vielleicht ja von Interesse für dich.


    Lg Andre


    Quelle: AOK 6

  • Hallo Ralph !

    Vorsicht bei Carell...

    Die 9. ID kämpfte Anfang Oktober nicht südlich, sondern nördlich Melitopol mit DivGefStd in Wischnewskij und Winogradowka (östl Michailowka). Sie überstand dort einen russ. Großangriff (9.10.) mit heftigen Ortskämpfen (Kochanoje, Kanadskij) und konnte die HKL halten. Auch in der Folgezeit wurden sämtliche Feindangriffe auf ihren Stellungsabschnitt abgewiesen.

    Am 22. Oktober 1943 wurde die sogenannte „Franken-Sehne“, eine ausgebaute Stellung zwischen Bogdanowka und Wassiljewka (östlich Michailowka) mit

    neuem DivGefStd: Michailowka-Südost bezogen. Ab dem 26. 10. erfolgte dann der Rückzug auf den Brückenkopf Nikopol im Rahmen des XXIX. AK, dessen Divisionen nur noch Gefechtsstärken von 200 Mann besaßen.Bis zum Februar 1944 (Räumung von Nikopol) verteidigte die 9.ID den Brückenkopf im Raum südlich Nikopol bei Nikolajewka - Rubanowka - Jekaterinowka. Sie nahm nach Überschreiten des Dnjepr an den Kämpfen zur Wiedergewinnung des Rückzugweges nach Westen teil.

    Gruß Herbert

  • das "gemütlich" war auch nicht ernst gemeint.

    Hallo Ralph!


    Nein, gemütlich war da wirklich nichts. Mein Großvater hatte für diese Zeit seine schlimmsten Erinnerungen an lange Wochen im Panzerdeckungsloch - inklusive seiner zweiten Verwundung durch einen Granatsplitter.


    Er war im Spätsommer 1943 als Pionier an die Ostfront gekommen (als Angehöriger des Pionier-Bataillons 328 der 328. Infanterie-Division).


    Ab November kämpfte er mit dem Pionier-Bataillon 306 (Unterstellung: 306. Infanterie-Division) in der Nachbardivision der 9. ID, wenn ich es auf der Karte, die Andre eingestellt hat, recht sehe.


    Als seine Einsatzräume sind mir vom Bundesarchiv von November bis Dezember 1943 Saporoshje und Nikopol, von Januar bis Februar 1944 Nikopol, im März '44 Nikolajew und von April bis Juli '44 Kischinew genannt worden.


    Über Nikolajew und Odessa bahnte sich seine Einheit damals nach seinen Schilderungen auf dem Rückzug einen Weg zur Dnjepr-Mündung. In langen Märschen hätten seine Kameraden und er - teils bis zur Hüfte im Wasser - das Fluss-Delta durchwatet.


    Kurz vor dem Untergang der Heeresgruppe Süd und der Katastrophe in Rumänien ab August 1944, von der auch Herbert schreibt, hatte er das Glück, sich mit Einheiten der Kriegsmarine über die Donau absetzen zu können.


    Es sind nur ein paar Orte und winzige Details aus meinen Aufzeichnungen, die ich Dir und Deinem Bekannten ,zurufen' kann, Ralph... Aber vielleicht ist irgendetwas Brauchbares dabei.


    Ich bin jedenfalls sofort hellhörig geworden, als ich Deinen Thread, die Schilderungen und die Ortsnamen (gerade auch auf den Karten) gelesen habe. Von Krivoj Rog aus trat mein Opa beispielsweise seinen ersten Fronturlaub an.


    Von daher danke ich Euch allen an dieser Stelle für Euer Kartenmaterial und die Anhänge und hoffe, dass ich in einem ,fremden Thema' nicht zu sehr dazwischengegrätscht bin.


    Viele Grüße!


    Frank/Evergreen

  • Hallo Leute,

    Danke für die rege Beteiligung .

    Als erstes ist mir aufgefallen, das in der Liste von Andre die Einheitsführer.

    Teils als Kdr. Kommandeur oder Fhr. Führer bezeichnet werden.

    Sind Fhr. etwa Offiziere die eine Planstelle belegten, die über ihrem Dienstgrad lag?

    Oder sind letztere etwa Parteigenossen?

    zu Frank: Zeitzeugenberichte sind immer eine Bereicherung.

    zu Herbert: ohne Worte

    Na ja wenn sie von einem Korps (29) aufgefangen wurden dann war es um die Kampfstärke schlecht bestellt.

    Ich mache weiter und stelle ein wenn ich etwas finde.

    Aber das größere Potenzial liegt im Forum.

    Grüße Ralph

    P.S. Im Thema

    Kampfgruppe Fach - Einsatz Michailowka

    gibt es auch noch Kartenmaterial.

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

    Edited once, last by Bludau Ostpreußen ().

  • Hallo Ralph,

    der Kommandeur, z.B. Bataillonskommandeur, ist der Chef der Einheit und hat eine entsprechende Planstelle.

    Ist der Chef in Urlaub oder gefallen, übernimmt in der Regel der ranghöchste Offizier die Führung. Im Bataillon, z.B. der Chef der 1. Kompanie. Er ist dann Führer des Bataillons hat aber nicht die Planstelle des Kommandeurs.

    Ich hoffe, das ist verständlich?

    Beste Grüße

    Werner

  • Hallo Leute,

    habe im Forum eine Karte gefunden, die hier gut reinpasst.

    Ich habe festgestellt, es geht nicht nach einem Regiment (GR.116) zu suchen.

    Man muss die Division (9.ID) verfolgen.

    Grüße Ralph

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    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Forum,

    ich bin es noch einmal.

    Da ich die Gliederung auf Andre's Karte vom Dnepr-Übergang nicht verstehe.

    Ich lade deshalb noch ein Detail von Andre's Karte, und eine Übersichts-Karte von Büchner hoch.

    Auf Andre's Karte sieht es so aus als ob die 9.ID Flankenschutz für den Übergang des 29.AK gibt.

    Aber sind das dann im Brückenkopf noch Reste der 17.Armee ??

    Oder was bedeutet die 17? Und vielleicht das Datum.

    Danke für Euer Interesse

    Gruß Ralph

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    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.

  • Hallo Ralph,

    anbei im Anhang etwas zur 9.Infanterie-Division vor dem Übergang über den Brückenkopfes am Dnjepr.

    Vielleicht ja von Interesse für dich.


    Lg Andre


    Quelle: AOK 6

  • Hallo Ralph,

    hier vorerst die letzten Dokumente die ich finden konnte.


    Lg Andre


    Quelle: wie oben

  • Hallo Ralph,

    hier weiteres was ich gefunden habe.

    Morgen stelle ich die Rest hier ein.


    Lg Andre


    Quelle: wie oben

  • Hallo Andre,

    das ist brutal gutes Material für mich.

    Die Planung der Tagesbefehle das muss ich mir erst einmal alles herunterladen und durchdenken.

    Ich weis jetzt nicht ob der Dnepr zu diesem Zeitpunkt (14.Dez.)vereist war.?

    Zumindest kann man sagen das die 17.Armee dort oben nicht mehr vertreten war.

    Sondern die 17.ID die Hauptkraft im Brückenkopf war.

    Danke Ralph

    Namen, die keiner mehr nennt, Marion Gräfin Dönhoff.