Mauser P08 S/42 von 1937, Geschichte gesucht!

  • Guten Tag liebe Forengemeinde,


    da dies mein erster Beitrag ist, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin Baujahr 1993, wohnhaft im PLZ Gebiet 87XX und habe vor kurzem eine Mauser P08 erworben.

    Gerne würde ich mehr über die Geschichte meiner Errungenschaft erfahren, und hoffe auf eure Erfahrung.


    Folgendes habe ich bereits herausgefunden:


    Hersteller: Mauser-Werke AG, Oberndorf

    Baujahr: 1937

    SN: 2700


    Quelle: Pistolen der deutschen Wehrmacht


    Ob das gute Stück Nummerngleich ist kann ich aktuell noch nicht sagen, da ich es noch nicht auseinander genommen habe.

    Auf dem Stand hat sich die Pistole als absolute Überraschung herausgestellt, der Anhaltepunkt auf 25 Meter ist für mich perfekt.

    Spiegel aufsitzend, keinerlei Abweichung nach links oder rechts. Verschossen wurde folgende Munition welche ich mir auf Rat anfertigen lies:


    Geschoss: H&N HP .357"/127 HS

    Pulver: N340 -> 4,2GN

    Zünder: CCI 500

    Hülsen: Geco, 1x verschossen

    Länge Gesamt: 28,00mm


    Ich treffe mit der 08 genau so gut/schlecht wie mit meinen zwei anderen Kurzwaffen, beide Fabrikneu gekauft. Ich bin kein sonderlich guter Schütze, dazu noch Anfänger.

    Meine Ergebnisse liegen bei der KK-Sportpistole bei durchschnittlich ca. 270 Ringen und bei 9mm durchschnittlich bei ca. 355 Ringen.


    Umso mehr freut es mich das ich mit der 08 direkt gleichbleibende Ergebnisse erziele :thumbsup:.


    Was mich jedoch wirklich interessieren würde wäre die Geschichte meiner 08. Gibt es hier eine Möglichkeit herauszufinden was das gute Stück bereits erlebt hat?

    Für eure Mühe danke ich euch im Voraus, ich hoffe die Bilder sind aussagekräftig. Ansonsten können weitere Bilder kurzfristig nachgereicht werden.


    Grüße,


    G33/40

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  • Guten Abend ans Forum und an den anfragenden Repetierer,


    für mich bleibt es maximal unverständlich gerade eine historische Waffe zu erwerben ohne vorher zu klären was ich da gekauft habe.

    Es liest sich so, als sei die Waffe zum sportlichen Schießen erworben worden.

    Für mich sind Sie hier im falschen Forum, wenn Sie über Munition und Trefferlage im Wiederlade- und Sportschützenbereich reden wollen.

    Andere Forenteilnehmer mögen eine andere Meinung haben.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo,


    Quote


    Was mich jedoch wirklich interessieren würde wäre die Geschichte meiner 08. Gibt es hier eine Möglichkeit herauszufinden was das gute Stück bereits erlebt hat?

    dazu ein klares Nein. Es gibt kein Verzeichnis der Waffennummern, zumal es keine Individualnummern sind. Die 2700 ist die 2700. P08, die 1937 bei der Mauser-Werke AG Werk Oberndorf hergestellt wurde, Die Nummern begannen jedes Produktionsjahr wieder mit 0001. Andere Hersteller machten es genauso, daher gibt es die Nummer mehrfach.


    Ansonsten ein schönes Stück, gerade auch mit den nummerngleichen Magazinen, daher wird sie nicht viel "mitgemacht" haben.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • für mich bleibt es maximal unverständlich gerade eine historische Waffe zu erwerben ohne vorher zu klären was ich da gekauft habe.

    Hallo Peter,


    mir gefällt einfach das Modell in diesem Zustand. Da die 08 tatsächlich sportlich verwendet wird und für mich kein Sammelobjekt darstellt, habe ich auf

    weitreichende Recherchen verzichtet ;). Die entsprechenden Bücher z.B. Görtz sind ja doch relativ kostspielig.


    dazu ein klares Nein. Es gibt kein Verzeichnis der Waffennummern, zumal es keine Individualnummern sind. Die 2700 ist die 2700. P08, die 1937 bei der Mauser-Werke AG Werk Oberndorf hergestellt wurde, Die Nummern begannen jedes Produktionsjahr wieder mit 0001. Andere Hersteller machten es genauso, daher gibt es die Nummer mehrfach.

    Hallo Thilo, vielen Dank für deine Auskunft. Das habe ich leider bereits vermutet, ich wollte jedoch trotzdem in einem Expertenforum nachfragen.

    Schade das man nicht mehr zu genau meinem Exemplar in Erfahrung bringen kann ?(


    Viele Grüße


    G33/40

  • Hallo Karl,


    leider habe ich keinerlei weiteres Zubehör. Das Werkzeug sieht interessant aus, ich vermute es wird mit der Bohrung im Magazin eingehängt um über den gebogenen Schenkel besser laden zu können?


    Vielen Dank für den Tipp! :thumbsup:


    Grüße,


    G33/40

  • Hallo GR33/40,


    Ich zitiere aus dem "Waffentechnischen Unterrichtsbuch für den Polizeibeamten" von Schmidt:

    " Die linke Hand erfasst das Magazin, Öffnung oben, Spitze rechts, streift den Schraubenzieher ( Das Werkzeug D.U.) -Schneide oben - mit seiner Durchbohrung über den Knopf, zieht mit dem Daumen den Zubringer auf den Abstand einer Patronenstärke herunter; die rechte Hand schiebt eine Patrone von vorn unter die übergreifenden Lippen, ohne diese gewaltsam auseinander zu drücken.

    Es ist darauf zu achten, dass das Herunterziehen des Zubringers absatzweise erfolgt, da nur dann die Patronen sich richtig lagern."


    Viel Spaß und Freude mit der schönen Waffe! ( Eigentlich zum sportlichen Schießen zu schade.)


    Gruß Karl

  • Moin zusammen,

    abgesehen davon dass die Pistole mit den zwei nummerngleichen Magazinen recht interessant und sammelwürdig erscheint, sehe ich ein anderes Problem. Denn ich kann kein gültiges Beschusszeichen erkennen.

    Ohne gültiges Beschusszeichen darf eine Waffe nicht überlassen (Ausnahme: Händler und Inhaber einer roten WBK) oder zum Schiessen verwendet werden.

    Vgl: §12 Beschussgesetz

    http://www.gesetze-im-internet.de/beschg/__12.html

    Selbst wenn "G33/40" eine rote WBK besitzt, dürfte er trotzdem nicht damit auf den Schießstand, wenn die Waffe keinen gültigen Beschussstempel aufweist.

    Wenn er "nur" eine WBK (gelb) für Sportschützen besitzt, hätte er die Waffe noch nicht mal erwerben dürfen!

    Der Beschußstempel von 1937 ist heute nicht mehr gültig.


    Ob das gute Stück Nummerngleich ist kann ich aktuell noch nicht sagen, da ich es noch nicht auseinander genommen habe.

    Im übrigen kann ich nicht verstehen, wie man mit einer unbekannten Waffe auf den Schießstand geht, ohne sie vorher auf's genaueste überprüft zu haben!


    Gruß

    Wolfgang

  • Ich zitiere aus dem "Waffentechnischen Unterrichtsbuch für den Polizeibeamten" .....


    Viel Spaß und Freude mit der schönen Waffe! ( Eigentlich zum sportlichen Schießen zu schade.)

    Hallo Karl,


    danke für dein Zitat :). Die 08 kommt einmal im Jahr für den Ordonnanzwettbewerb zum Einsatz, sie wird also nicht oft ausgeführt.


    ... ich kann kein gültiges Beschusszeichen erkennen...

    Der neue gültige Beschuss befindet sich an der Laufunterseite sowie auf der linken Seite des Kniehebels. Leider nicht

    sauber auf den Fotos erkennbar, da die Stempel sehr klein ausfallen. Durch den gültigen Beschuss, dem Funktionstest vom Büchsenmacher sowie dem vertrauen in die Fertigungsqualität habe ich mich direkt auf den Stand getraut ;).


    Grüße


    G33/40

  • Moin,

    dann scheint ja alles gut! Viel Spass und gute Ergebnisse mit der neuen Kanone.

    Trotzdem würde ich nicht mit einer Waffe auf den Schießstand gehen, ohne das Ding vorher selber noch mal kontrolliert zu haben.

    Nur ein gut gemeinter Ratschlag.

    Gruß

    Wolfgang

    Edited once, last by Amberg ().

  • Hallo 33/40,


    Ordonnanzwettbewerb

    ...immer eine interessante Angelegenheit, wenn die Bedingungen und die Waffen genau festgelegt sind. Sonst kommt noch einer mit einer Pistole 08 mit Anschlagbrettchen.*


    Gruß Karl

    *Spass: und der Reihenfeuer mit Trommelmagazin.

  • Hallo,


    Quote

    Leider nicht

    sauber auf den Fotos erkennbar, da die Stempel sehr klein ausfallen.

    warum leider, sei froh, daß der Neubeschuß so dezent ausgefallen ist. Manches schöne Stück wurde schon durch sowas verunstaltetet.


    Grüße

    Thilo.

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo G33/40,

    Name für Anrede wäre schön. Die Waffe sieht für mich nachbrüniert aus. Die „t“-Serie v 1937 müsste noch goldgelb angelassene Teile gehabt haben und hatten eine Salzbrünierung. Die Umstellung erfolgte bei der anschließenden Serie „u“, wo bei Fertigungen ca. im Bereich der Seriennr. 6000 - folgende, in der Übergangszeit beide Brünierungsmethoden parallel angewandt wurden. Interessant bei Dir ist, dass die Magazine beide Nummerngleich sind, sehr selten!!! Es müsste sich meiner Meinung nach um eine Polizei 08 handeln, falls die Magazine tatsächlich zu der abgebildeten Waffe „t“ 2700 gehören, da die Nummern am Magazinboden die Zusätze „1“ und die „2“ haben. Bei Wehrmachtsmodellen wurde das 2. Magazin mit einem „+“ gekennzeichnet. Das wurde im Holster verwahrt. Hier ein Beispiel einer P.08 1937/S42 für die andere Variante mit goldgelb angelassenen Teilen.

    Einige Polizei 08, (nur diese!), hatten auch noch eine zusätzliche seitliche Sicherung, eine Art „Metallbügelchen“ neben dem Patronenlager, die später erlassgemäss wieder entfernt werden sollten. (Ich glaube Es gab sogar ein Walther-Patent). Man erkennt die heute bei einigen Modellen an einer kleinen, verbliebenen Bohrung, die der Anbringung diente. Zweck der Zusatzsicherung war, dass sich im gespannten Zustand des Verschlusses, wenn sich noch eine Patrone darin befand, diese im zerlegten Zustand der Waffe nicht abfeuern kann, wenn dann der Verschluss entspannt wird. Das führte manchmal zu schlimmen Unfällen. Im Grunde unverständlich, dass vor Zerlegen der Waffe der Ladezustand nicht überprüft wurde.

    Falls Dein Englisch gut ist empfehle noch das http://www.lugerforum.com eine wunderbare Webseite/Fachforum.

    Gruß

    Andreas

  • PS: Deine SerienNr lautet vollständig t 2700, Danach folgt u, v, usw.
    Innerhalb eines Herstellungsjahres gab es mehrfach die Nrn. 1-9999 sie unterschieden sich durch das Suffix (z.B. „t“) der jeweiligen Serie.

    Beste Grüße, Andreas


    "Die Würde des Menschen ist unantastbar". (Art.1GG)

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