Munition für MG

  • Guten Tag ans Forum und nach Norwegen,


    der Bodenstempel auf dem Patronenboden bedeutet folgendes:

    • Hersteller-Code "fva": für Draht- und Metallwarenfabrik G.m.b.H., Salzwedel
    • 8 und 42: für 8.Lieferung im Jahr 1942
    • St: für Stahlhülse.

    Auf der Verpackung befindet sich noch die Zusatzangabe, dass die Zündhütchen für die Patronen von der DWM, also von der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken AG stammen.Es war die 1127. Hülsen-Lieferung im Jahre 1940. Die 300 Patronen in der Schachtel waren "S.m.E.", also "Spitz mit Eisenkern". Auf der Schachtel steht allerdings auch, dass diese Patronen zur 3. Lieferung im Jahr 1942 gehören sollten.


    Ich nehme an, dass die Patrone und die Patronenschachtel wegen ihres unterschiedlichen Lieferungshinweises ( drei und acht) nicht zusammengehören.


    Zur Bestimmung von Munition gibt es Bodenstempel-Lexika und andere Fachlektüre.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo, dass war ja beeindruckend! Sehr viel Informationen. Die 300-kiste kam so verschweisst im Zink-Behalter. Immer noch wasserdicht. Herzliche Dank für das Antwort. Ingar

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  • Hallo zusammen,


    zu erwähnen wäre noch, dass die Stahlhülsen lackiert sind um eine sichere Waffenfunktion zu ermöglichen; deshalb auch für MG. Die Fa. Kopp in Treuenbrietzen hat das Lackierverfahen bereits 1939 entwickelt, aber bis alle Hülsenhersteller das Verfahren übernommen hatten war es 1941, folglich erst mitten im Krieg, geworden.

    Leider habe ich zu der verschweißten Munitionskiste nichts gefunden, gehe aber davon aus, dass es sich um eine Tropenausführung handelt. Es gab die Patronenkasten 88, später in leichterer Ausführung 900 luftdicht, auch mit Zinkblech ausgeschlagen, aber nicht verschweißt.

    Wenn es jemand weiß, würde mich die Bezeichnung des Patronenkastens auch interessieren.*


    Gruß Karl


    * Windisch, Mike, Kellner: "Die Patrone 7,9 mm der dt. Wehrmacht 1930 - 1945"

  • Hallo,


    Quote


    Die 300-kiste kam so verschweisst im Zink-Behalter.

    ist der Behälter nicht eher verlötet? Verschweißt kann ich mir bei dem Material und vor allem dem Inhalt nicht so recht vorstellen.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    ich kenne die Nachkriegsfertigung solcher Patronenkästen aus frz. und belg. Produktion. Die waren alle verlötet und wurden mittel eines beigefügten kleinen und einfachen Dosenöffners oder dem Bajonett geöffnet.


    Gruß Karl

  • Hallo,


    Ende der 60er Jahre wurden dann die inneren Munitionsbehälter aus Pappe, wie auf dem Foto ersichtlich, in Plastik eingeschweißt, wodurch das Gewicht und die Kosten reduziert wurden.


    Gruß Karl

  • Hallo,

    zu der MG-Munition, lackierte Stahlhülsen, eine Frage. Erhöhte lackierte Munition nicht die Gefahr, dass die Hülsen bei einer großen Schussfolge klemmten? (MG 42)

    MfG Wirbelwind

  • Hallo zusammen.


    So wie der Munitionsbehälter aussieht, liegt bei mir die Vermutung nahe das es sich um gefalztes Titanzink-Blech handelt, das mit einem Blei-Zinn-Lot zusammen gefügt wurde. Quasi ähnliches was die heutige Dachrinne ausmacht. Titanzink lässt sich halt in so engen Radien falzen und biegen. Bin mir nicht sicher ob es auch verzinktes oder sogar Feinblech, verzinntes Stahlblech, sein könnte. Da wäre der Einsatz eines Magneten von nutzen.

    Von der Korrosion her tippe ich ehr auf Titanzink.Mit einem Bajonett wären wohl alle drei Materialvarianten leicht zu Öffnen.

    Die Kugel gab bis jetzt auch keine weiteren Anhaltspunkte


    Grüße Uwe

  • Hallo,


    war es nicht so, dass durch sich die Hitze des Rohres der Lack weich wurde und so die Hülse im Patronenlager klemmen blieb?


    Grüße


    Ulf

  • Hallo Ulf,


    Quote


    war es nicht so, dass durch sich die Hitze des Rohres der Lack weich wurde und so die Hülse im Patronenlager klemmen blieb?

    die Lackierung ist zum einen als Rostschutz für Stahlhülsen notwendig, die Hülse ist beim MG nur für Bruchteile einer Sekunde im Patronenlager. Anders sieht es bei kurzen Feuerpausen aus, hier erfüllt der anschmelzende Lack eine gewisse Schmierfunktion, ohne die es sonst zu Hülsenreißern beim Ausziehen kommen würde


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,

    (...)

    Anders sieht es bei kurzen Feuerpausen aus, hier erfüllt der anschmelzende Lack eine gewisse Schmierfunktion, ohne die es sonst zu Hülsenreißern beim Ausziehen kommen würde

    (...)

    ...sowohl MG 34 als auch MG 42 (um nur die wichtigsten deutschen MGs zu nennen) waren zuschießende Waffen. Da ist nix mit Schmieren in der Feuerpause, weil die Patrone erst im Moment des Schusses durch den nach vorn schnellenden Verschluss ins Patronenlager geschoben werden.


    Mit freundlichen Grüßen

    Schorsch

  • Hallo,


    wenn ich das einschließlicher Informationen aus anderer Quellen richtig verstehe, ist die Ursache für die Hülsenklemmer in der Eigenschaft des Stahls als Hülsenmaterial (Verformung/Elastizität) an sich zu suchen und nicht in der Lackierung. Die Stahlhülsen saßen demnach sehr fest im Patronenlager und der Lack sollte nicht nur vor Rost schützen, sondern auch die Oberfläche glätten und so die Gleitfähigkeit beim Ausziehen der Hülse erhöhen?



    Gruß


    Ulf

  • Hallo Ingar,


    eigentlich müsste um die Metallkiste in einer Holzkiste gewesen sein. Ist die verfault, nicht vorhanden oder kannst Du ein Foto von den Resten einstellen?


    Gruß Karl

  • Hallo,

    zu meinem Verständnis nochmal nachgefragt. Kann es sein, dass gegen Kriegsende sich die Zusammensetzung der Stahlhülse bzw, des der sie umgebenden Lackes änderte? Warum bohre ich da nach? Im Buch ,,Vergiss die Zeit der Dornen" schildert der Verfasser, ein bewährter MG-Schütze, dass gegen Kriegsende lackierte Patronen mit Blechumantelung zum Einsatz kamen, die verstärkt zu Hülsenreißern neigten., Daher war er bei starken russ. Infantrieangriffen immer froh, wenn er unter seiner Munition auch Gurtkästen mit Messing-Patronen hatte. Dies verringerte die Gefahr von Hülsenreißern, die sich oft nur aus etwas abgekühlten MG-Läufen entfernen ließen. Bestenfalls gab es nur 2 Ersatzläufe. Von verchromten Läufen schreibt er nichts.


    MfG Wirbelwind

  • Hallo Wirbelwind,


    > zur Enfernung von Hüsenreißern, Hülsenklemmern usw. ga es extra eine sog. " Hülsenzieher.

    > deshalb war die Munition für MG/sMG auf der Schachtel vermerkt ( sieh Beitrag oben Aufrdruck " Für MG"

    > 1942 sind an die Heeresgruppe Süd 19.200 verchromte Läufe für MG 34 und 42ausgegeben worden. ( Bezeichnung "cr")

    lackierte Patronen mit Blechumantelung

    > 1942 war ein Patronenhülse aus Aluminium serienreif. Dies wurde auf Einspruch des Luftfahrtministerieus nicht ausgegeben, da dort hoher Aluminiumbedarf. ( Vielleicht ein Versuch, kann ich mir aber nicht vorstellen).

    > Es gab Patronenhülsen mit verringerter Wandstärke, mit (St+) gekennzeichnet*


    Gruß Karl


    *Quelle vorstehend.

  • Hallo Karl, leider sind nur 3 300-Blechbehaltern vorhanden. Eine habe ich geøffnet😀. Partei stammt aus der Vorrat der 295.ID hier in Sunndalsøra, Norwegen. Die Jungs kam hier herbst 1943, ganz muede von Stalingrad. Die dann abgeløste 181.ID musste zum Partizanbekaempfung nach Balkan. Mfg Ingar.