Polizei-Freiwilligen-Regiment 1 (Kroatien)

  • Mein Dank geht an Darko, Wolfgang und Matthias.

    Das bringt mich schon wesentlich weiter.

    Beste Grüße

    Robert

  • Vielen Dank Matthias und Darko,

    für die vielen guten Infos.


    Lieber Mattias, mit wundert ein wenig, dass ab Anfang 1945 immer wieder nur von einem Polizei-Ausbildungs-Bataillon des 1. Polizei-Freiwilligen-Regiment die Rede ist.


    Lieber Robert, weißt Du noch wann dein Vater aus der Jugoslawischen Gefangenschaft zurückgekehrt ist?


    Mit freundlichem Gruß, Wolfgang


    Ps. Habe gestern online, ein Museum der Ordnungspolizei in Münster gefunden.

  • Hallo Wolfgang,

    mein Vater war über 2 Jahre in Gefangenschaft:

    12.5.45 Gefangennahme bei Krapinske Toplice

    17.7.47 Entlassung nach Ungarn aus dem Lager Semlin (Belgrad)

    anschl. war er noch 8 Monate in Budapest interniert, bis er am 20.3.48 nach Deutschland floh.


    Beste Grüße

    Robert




  • Vielen Dank Robert,

    für deine Daten.

    Derzeit versuche ich an die Suche möglichst logisch heranzugehen.

    Davon ausgehend, mein Großvater war in Gefangenschaft, kann es eher nicht sein, dass im Herbst 1945 jemand Lebenszeichen von ihm ausgerichtet hat, der in einem jugoslawischen Lager war.

    Mein Gefühl sagt mir, die beiden amerikanischen Lager bei Heilbronn kommen in die engere Auswahl. Dorthin sind, von den Engländern, sehr viele deutsche Kriegsgefangene aus Kroatien/Österreich verfrachtet worden. In diesen Lagern wurde schon im Herbst 1945 entlassen. Allerdings sind von dort auch viele willkürlich nach Frankreich in dortige Lager gekommen und wohin auch sonst noch. Ich halte es auch für möglich, dass ihn die Sowjets beim Durchqueren ihrer Zone geschnappt haben.

    Hatte heute nettes Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Stasi-Behörde. Mal sehen was nach Eingang meiner Unterlagen von denen kommt.

    Irgendwo muss es doch eigentlich ein Nachkriegs-Grab geben. Auch wenn der Volksbund nichts davon weiß.

    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Lieber Wolfgang,

    der Kern Deiner Idee bedingt doch, dass Dein Opa (und dessen Einheit) es zwischen Anfang und Mitte Mai 1945 noch schafften in die Bundesländer Kärnten und Steiermark zu entkommen, um sich dort in britischen Gewahrsam zu begeben. Die zweite Frage ist, ob er zu diesem Zeitpunkt noch lebte, oder schon vorher bei Kampfhandlungen ums Leben kam.

    Befand er sich aber zu diesem Zeitfenster noch auf slowenisch/kroatischem Gebiet, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass er einem der Massaker bzw. Todesmärschen zum Opfer fiel. siehe hier ==> Massaker von Bleiburg und weitere Ereignisse.

    Orte, an denen im Mai und Juni 1945 Massentötungen stattfanden:
    pasted-from-clipboard.png

    "Getötete wurden in Höhlen und Schächte geworfen und diese anschl. gesprengt."

    Die Zahl der Opfer geht in die tausende, wenn nicht zehntausende!


    Lass Dich nicht entmutigen

    Robert

    PS: Ich bin froh dass mein Vater da irgendwie durchgekommen ist - sonst gäb's mich nicht!

  • Lieber Robert,

    Danke für deinen Kommentar. Früher ging die ganze Familie von gefallen in Jugoslawien aus. Das Thema war damit erledigt.

    2000 hatte ich auch schon gesucht, wurde aber von der WaSt mit dem Standardschreiben (siehe oben) abgefertigt. Habe damals zu schnell aufgegeben.


    Ich habe schon ganz zu Anfang (1.Seite oben) geschrieben: Jemand kam im Herbst 1945 bei meinen Urgroßeltern in Oebisfelde vorbei. Diese waren auf dem Acker und damit nicht zu Hause. Dieser unbekannte Heimkehrer hinterließ die Nachricht: Der Gustav lebt, er ist gesund, wir waren zusammen in Gefangenschaft und er wird auch bald heimkommen!"

    Es gab zu dieser Zeit nur 2 "Gustav" in der Familie, meinen vermissten Opa und meinen Papa. Papa war damals mit 15 noch HJ ... Es kann also nur mein Großvater gemeint sein.

    Darauf baue ich meine derzeitige Suche auf. Er ist irgendwie nach Kriegsende verloren gegangen. Nur die Götter wissen bisher wo.

    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    hier ist schon einmal die Frage nach einem Polizei-Freiwilligen-Regiment im Raum Ruma-Mitrovica (nahe Belgrad) aufgetaucht.

    Bei diesem handelte es sich um das Polizei-Freiwilligen-Regiment 1 (Kroatien). Dieses kam erst im Anschluß daran nach Esseg.

    Anbei 2 Fotokopien des Schreibens der WASt vom 14. Februar 1975

    Auszug:

    "Das Polizei-Freiwilligen-Regiment 1 (Kroatien) war in Syrmien bei Ruma – Mitrovica, 50 bis 70 km westlich von Belgrad, und dann im Raum Esseg, 160 km nordwestlich von Belgrad, eingesetzt."

    Mit freundlichem Gruß

    Wolfgang

    Suchdienst 1a.jpgSuchdienst 2a.jpg

  • Guten Tag zusammen.


    Am 14.08.2020 gingen bei mir einige erhaltene Kopien zur Todeserklärung (1950) meines Großvaters ein.

    Das folgende Schreiben bereitet mir, vor allem wegen der Feldpost-Nummern Kopfzerbrechen.

    Ich kann beide Nummern nicht Kroatien zuordnen.

    Das Polizei-Freiwilligen-Regiment 1 (Kroatien) hatte allerdings einen Pol.Reiter.Zug.

    Die Angaben des Gustav Krüger sind ein wenig verwirrend!


    Suchdienst-Verbindungsstelle

    Berlin

    Unser Az.: DW IV/3019/D


    Heimkehrererklärung (nach sowjetische Kriegsgefangenschaft)

    Krüger Gustav

    geb. 1.April 1910 in Poprawka / Posen

    Jetzt wohnhaft in (24b)

    Neustadt / Holst. Kreis Oldenburg i.Holst.

    Priesterkoppel 14


    Feldpost-Nr.: 21227 vom Mai 1943 bis 1947

    Offenene Anschrift der Einheit: Pol.Freiw.Batl. I


    Feldpost-Nr.:32333 vom Juni bis Mai 1945

    Offene Anschrift der Einheit: Pol.Reiter Zug I


    Ich erkläre zu dem Tod des nachstehenden Kameraden folgendes:

    Name: Dankwarth Vorname: Gustav

    Geburtstag und -jahr: 45 – 46 Jahre

    Dienstgrad: Pol.Hauptwachtm.

    Beruf: Polizeibeamter

    Wohnhaft: Berlin-Charlottenburg

    Kreis: Rossbachstraße 7


    Bei einem Rückzugsgefecht in Richtung Nova.Capella (Kroatien) durch Aussagen von Kameraden gefallen.

    (Ende)


    Vielleicht weiß hier jemand Rat?


    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    diese Aussage hast Du schon in:

    Schreiben vom 28.11. 2000 von der WASt


    "In den hier vorhandenen Unterlagen liegen keine Aufzeichnungen über die Zugehörigkeit ihres Großvaters

    Ernst Wilhelm Gustav Dankwarth, geb. am 12.07.1904 in Oebisfelde zur Polizei vor.

    Nach Aussage eines Heimkehrers soll er bei Nova Kapella/Kroatien gefallen sein."


    Meiner Meinung geht dass zusammen mit:

    1945 im März. Eingang letzter Karte aus Kroatien. (leider nicht mehr vorhanden).


    Nach Franz (Gebirgsjäger der Polizei) war am 23. März 1945 das Frw. Pol. Btl. 1 Kroatien dem Geb. Jäg. Rgt. 18 unterstellt. Damals war Rgt. noch in Noskovski-Vaska (Noskovci-Vaška), schon am 1.4.1945 Rgt. erhielt Befehl nach Varazdin zu versetzen.


    3.12.1944 - 14.2.1945: Esseg - Valpovo/Osijek - Valpovo
    15.2.- 30.3. 1945: Noskovski - Vaska/Noskovci - Vaška
    1. - 26.4. 1945: Varazdin/Varaždin
    27.4 - 5.5.1945: Koprivnica - Legrad
    6. and 7.5.1945: Ludbreg- Jabzabet-Kneginec/ Ludbreg-Jalžabet-Kneginec
    Letzte Stellung bei Varazdin/Varaždin: 8.5.1945
    9.5.1945: Treun - Pragerhof/ Videm pri Ptuju - Pragersko


    Pferde-Depot in Kroatien war am 31.3.1945 aufgelöst. Einige Pferde war zur Nachr. Komp. 506 geschieckt, Rest zu Geb. Jäg. Rgt 18 - Rgt. Stab in Vinica bei Varasdin.


    img3455a1.jpg




    Todesort nach Angabe: "in Richtung Nova Capella/Nova Kapela" ist sehr schwer zu finden, besonders ohne Datum des Gefecht


    Grüsse

    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

    Edited 3 times, last by filigranofil ().

  • Guten Morgen Darko,


    Danke für die ausführliche Info.

    Mich haben die Feldpostnummern von diesem Gustav Krüger verwirrt.

    Feldpost-Nr. 21227 war bis 8.9.1944 Feldgendamerie-Kompanie 102 (II. SS-Korps).

    Feldpost-Nr. 32333 war bis 7.9.1943 Kfz-Instandsetzungs-Zug der Luftwaffe 1/VIII.

    Außerdem hat mich seine Rückkehr aus sowjet. Kriegsgefangenschaft ein wenig verwirrt.


    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Darko,


    vielen Dank und es ist alles interessant was meinen Opa betrifft.

    Ich warte noch immer auf die Auskunft der Stasi und des Bundesarchives.

    Derzeit bin ich mir unsicher ob mein Opa Ende 44-45 überhaupt noch die Feldpostnummer hatte.

    Und die Aussage von diesem Gustav Krüger wurde seinerzeit auch von WASt und Rotem Kreuz, da ein wenig unklar, angezweifelt.

    Sie kam für mich auch zu passend bei dem laufenden Gerichtsverfahren (Todeserklärung) Ende 49 Anfang 50.

    Lieber Gruß

    Wolfgang


    Ps. Ich hatte diese Woche einen Rückruf aus Osjek. Die haben praktisch nichts.

    Außerdem wäre das dort sogar heute noch ein heißes Eisen.


    Wenn ich mehr weiß, versuche ich über Moskau an Informationen, auch aus Belgrad, zu kommen.


    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Darko,

    deine beiden letzten Schreiben sind mehr als GUT.

    Ergänzt mein Einsatzbild des Polizei-Freiwilligen-Batl. 1.

    Mein Papa wird das auf jeden Fall auch sehr gerne lesen.

    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    ergänzt nicht nur Deine Einsatzbild...

    Diese Dokument war bis jetzt noch nicht veröffentlich.

    Leider gibt es nicht mehr solche Documente in Archiv Slowenien..


    Wenn möchtest Du bessere Kopie, schicken mir Private Nachricht.


    Vieleicht gibt es mehr Dokumente über Frw.Pol. Btl. 1 Kroatien in Militärarchiv In Belgrad, aber es ist Problem mit Besuch. Muss man Besuch durcht Botschaft organisiert, weil Archiv ist nach NATO Racketierung jetzt in eine Kaserne. Wie ist beschädigt, weiss ich nicht.


    Grüsse

    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

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  • Hallo Darko,

    und vielen Dank!


    Wo das Bataillon anfangs bei Krusedol zuerst eingesetzt war, hatte ich schon oben geschrieben. Ruma – Mitovica.

    Deine Schreiben zeigen den späteren Einsatz, den ich mir vorher anders vorgestellt hatte,

    04.11.44 - 20.11.45 Erdevic

    21.11.44 Valpovo

    19.12.44 in Cepin (3.Kp und Teile 4.Kp.), Siro-Polje (1.Komp. und Teile 4.Kp. / Major Ney) und Tross in Josipovac


    Über die erbärmliche Ausstattung des Bataillon hatte ich schon vorher gelesen.

    Das Schreiben von dir ist allerdings der Hammer!


    Belgrad muss bei mir noch warten. Ich brauche vorher die Meldungen von der Stasi und dem Bundesarchiv.

    Falls mein Opa nach Kriegsende den Sowjets in die Hände fiel (z.B. beim Durchqueren der Sowjetzone), könnte er in Karaganda oder dem Ural gelandet sein.

    Nach Kasachstan habe ich einige Beziehungen. Russland nicht ganz so viele..


    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang, hallo Robert,


    in Fällen der jugoslawischen Gefangenschaft dürfte es ggfs. für jeden Gefangenen auch eine Akte gegeben haben, die näheren Aufschluss über das Schicksal des Betreffenden in Gefangenschaft geben kann. In Fällen der russischen Gefangenschaft können diese Akten - wie Ihr wahrscheinlich wisst - beim DRK Suchdienst angefordert werden. Ob dies auch bei jugoslawischer Gefangenschaft der Fall ist, weiß ich nicht.


    @ Darko: Hast Du nähere Informationen darüber, ob es ein Archiv in den Nachfolgestaaten des ehem. Jugoslawien gibt, das personenbezogene Akten über Kriegsgefangene aufbewahrt?


    Gruss

    Kai

  • Hallo Kai,


    das Problem mit dem Roten Kreuz, ist für mich, die haben meinen Opa, weil 1950 für tot erklärt, scheinbar abgehakt.

    Außerdem bringen die es jedesmal fertig, zumindest im Antwortschreiben, ihm den Vornamen "Ernst" zu geben.

    Sein Rufname war aber Gustav. Damit hat er auch unterschrieben und so steht er in den alten Berliner Adressbüchern usw.

    Es gab während dem Kriegsgeschehen, auf deutscher Seite, nur eine Handvoll "Dankwarth".

    Eigentlich müsste er doch gefunden werden können.

    Es soll, zumindest von den Amis, Mikrofilme geben, auf denen alle Kriegsgefangene enthalten sind. Die hat glaube ich die WASt oder man kann sie sogar irgendwo kaufen.

    Wird wohl einer meiner nächsten Schritte sein.

    Oder hat die hier vielleicht jemand?


    Lieber Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Kai,


    Danke für die Info.

    Aber, bevor ich in eine dieser endlosen Richtungen anfange tiefer zu graben,

    muss erst mal die Stasi-Auskunft oder die vom Bundesarchiv da sein.


    LG Wolfgang