Absturz einer deutschen Maschine bei Erlenbach, MSP

  • Guten Abend,


    wir, mein Bruder und ich, sammeln Daten für eine Dorfchronik über den Zeitraum 1933 - 1945. Bei Befragungen von Zeitzeugen wurde mehrfach ein Absturz einer deutschen Maschine erwähnt, über die wir bisher bei offiziellen Quellen wenig erfahren konnten. Ein großes Problem ist auch, daß alle, diesen Zeitraum betreffende Akten unserer Heimatgemeinde, entsorgt und verbrannt wurden. Deshalb wende ich mich an die Spezialisten dieses Forums, um eventuell bei unseren Nachforschungen weiterzukommen. Was wir bisher erfahren konnten, ist folgendes:

    1. Die Maschine stürzte ohne Besatzung am 1./2.September 1943 auf dem Gemeindegebiet Erlenbach/Tiefenthal, Kreis Main-Spessart in ein Waldstück. Der Ort liegt ca. 25km westlich von Würzburg. Über die Tageszeit ist nichts bekannt.
    2. Diese ist beim Aufprall explodiert und ausgebrannt. Die Maschine war aufmunitioniert. Es wurde 2cm- und MG 17-Munition an der A-Stelle gefunden.
    3. Die Besatzung sprang mit dem Fallschirm ab. Verluste, auch in einem größeren Umkreis sind nicht bekannt.
    4. Die Absturzstelle konnten wir lokalisieren und fanden Trümmerteile an der entsprechenden Stelle.
    5. Zeitzeugen sprachen von einem Doppelleitwerk bzw. es wurden auch Flugzeugtypen erwähnt, nämlich entweder eine Do-17 oder Do-217.
    6. Der Flugplatz Wertheim war für die Bergung der Trümmer in dieser Region zuständig. Ob Lw-Personal von dort tätig wurde, war nicht zu ermitteln. Eine Anfrage beim Stadtarchiv Wertheim/Staatsarchiv in Bronnbach wurde negativ beantwortet.
    7. Als Einsatzflugplatz könnte auch Giebelstadt, südlich Würzburg in Frage kommen. Auch dort waren Do-217-Maschinen zeitweise stationiert.
    8. Bei Dill/Hetz "Luftkrieg von Aschaffenburg bis Zwiesel" wird ein Absturz einer Do-217 N-1, Werknr. 1467 der 5.Staffel des NJG 5 für den 02.09.1943 westlich von Würzburg gelistet. Die Besatzung sprang mit dem Fallschirm ab. Eventuell handelt es sich um "unsere" Maschine. Hat jemand nähere Informationen darüber?

    Kann uns jemand mit detailierten Informationen weiterhelfen? Eine Sache, die uns etwas iritiert, ist das NJG 4. Laut LdW lag die 5.Staffel zu dieser Zeit bei Dijon, welches Luftlinie ca. 500km vom Absturzort entfernt ist. Besteht eventuell die Möglichkeit, daß die Zuschreibung falsch ist? Sind andere Abstürze für diesen Zeitpunkt und für unsere Gegend bekannt? Wir wären auch, falls verfügbar, an den Namen der Besatzungsmitglieder interessiert.

    Wir bedanken uns jetzt schon für jegliche Hilfe.


    Gruß

    Ewald

  • Guten Tag,

    in der Nacht zum 1.9.1943 war ein Angriff des britischen Bomber Commands auf Berlin. Zu dessen Abwehr wurden auch Nachtjäger des NJG 4 eingesetzt, die im Verfahren "Zahme Sau" von ihren Liegeplätzn in Frankreich starteten. Die Do 217 N hatte eine große Reichweite. So kann es durchaus sein, dass eine Do 217 des NJG 4 auf dem Anflug zum Einsatzraum bei Erlenbach abgestürzt ist - Motorschaden?

    Im Bundesarchiv-Militärarchiv gibt es Verlustmeldungen. Ein Mitglieder in diesem Forum hat die schon ausgewertet und wird sich bestimmt hier melden.

    Beste Grüße

    Gebhard Aders

  • Guten Tag,

    vielen Dank für die Information. Ich hatte leider vergessen zu erwähnen, daß im Buch der Hrn. Dill/Hetz eine Motorstörung als Ursache angegeben wurde.


    Grüße

    Ewald Müller

  • Für mich würden sich zwei Fragen stellen:

    Erstens: Wodurch ist das Absturzdatum gesichert? Oder handelt es sich nur um einen Rückschluss aufgrund der Verlustmeldung besagter Do 217 vom 2. September 1943, die auch von Dill/Hetz übernommen wurde?

    Zweitens: Haben Sie schon einmal mit Kurt Schüll aus Marktheidenfeld in dieser Angelegenheit Kontakt aufgenommen?


    Mit vielen Grüßen aus dem Landkreis Schweinfurt in den Landkreis Main-Spessart


    Norbert Vollmann (Gerolzhofen)