Absturz FW 190 in Krombach

  • Hallo zusammen.

    möchte mich erstmal vorstellen.

    Ich heiße Jörg Kampfmann und komme aus Krombach in Unterfranken.

    Ich bin auf der Suche von einem Namen des Piloten der zwischen 21.-23.03.1945 mit seiner Focke Wulf 190 abgestürzt ist.

    Der Pilot stammte aus Berlin war Feldwebel und sollte wahrscheinlich zum Brückenkopf nach Oppenheim fliegen.

    Wurde aber von 12 amerikanischen Jägern schon in 63829 Krombach abgeschossen und ist senkrecht, sich spiralförmig drehend im

    Wald aufgeschlagen und explodiert. Kennmarke, Papiere und Bilder des Piloten wurden beschlagnahmt aber leider in den Wirren der letzten Kriegswochen

    nicht mehr in den behördlichen Stellen gemeldet.

    Jetzt zu meiner Frage: Gibt es irgend ein Archiv, Behörde oder Stelle in Deutschland von der ich den Namen des Piloten erfahren könnte?

    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,


    mein erster Weg würde mich zur örtlichen Feuerwehr führen.

    Erstaunlich, was dort, trotz all der Kriegswirren, noch an Wissen vorhanden ist (Einsatzberichte).


    Gruß Tilo

    Ehre die Toten

  • Hallo Jörg,


    zunächst mal herzlich willkommen hier im Forum :)


    Wie heute Mittag am Telefon bereits angesprochen, gehe ich davon aus, dass Du hier Hilfe von unseren Luftwaffen-Fachleuten bekommen wirst.

    Ich wünsche viel Erfolg.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Guten Abend,


    es könnte sich um Fw. Hans Bell (* 25.9.1920) von der II./JG 2 "R" handeln, +21.3.45.

    Im Luftkampf abgeschossen im Raum Aschaffenburg. Flugzeugdaten sind nicht bekannt, außer dass es sich um eine Fw 190 D-9 handelte.


    Allerdings gibt es zu ihm eine offizielle Grablage (Volksbund), und zwar: Aschaffenburg, EG-23 .


    V. Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Uwe, leider falsch.

    Die sterblichen Überreste des Piloten lagen bis 1956 auf dem Krombacher Friedhof.

    dann wurden sie Umgebettet auf den Heldenfriedhof nach Gemünden am Main. ( Einmal- Grab Nr. Xl-177)

    In den Kirchenbüchern ist kein Namenseintrag. Bei der Feuerwehr ist auch nichts zu finden.

    Vielleicht noch ein Hinweis: Bei uns in der Region sind eine Menge Flugzeuge abgestürzt aber diese Absturzstelle

    ist anders. Großer Krater, heute nach 75 Jahren immer noch einen Durchmesser von 5 Metern.

    Diese Focke Wulf hatte eine schwere Bombe an Bord.

    Auftrag war ja den Brückenkopf zu zerstören.

    Von dem Flugzeug gab es laut Augenzeugen auch keine großen Bruchstücke (alles nicht größer als 20 Zentimeter)

    Erstmal vielen Dank.

    Gruß Jörg

  • Guten Abend J,

    mit den zusätzlichen Infos aus Beitrag 5 hätte ich mir meine Antwort sparen können.

    Diese Art der Fragerei geht mir voll auf den Strich. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg hier im Forum - nur ohne mich.

    Rien ne va plus.

    MfG, U.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Guten Tag! Nun muss ich aber auch mal nachfragen. Woher stammt denn die Info, dass es eine Fw190 war und dass der Dienstgrad des Gefallenen Feldwebel war! Insgesamt könnte natürlich eine Maschine mit FF des JG 2 in Betracht kommen, aber ich habe in meiner Liste bisher auch keinen passenden Verlust finden können, was aber nicht ausschließt, dass er doch dem JG 2 zuzuordnen wäre. Was ist denn mit den Umbettungsunterlagen der Kriegsgräberfürsorge? Da kann man evtl. noch weitere Rückschlüsse von schließen.

    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende, Dirk.

  • Hallo Uwe, vielleicht habe ich mich schriftlich nicht richtig ausgedrückt und wenn dir meine Fragerei auf den Strich geht, dann sag ich nur Sorry und Entschuldigung.

    Zu meiner Verteidigung möchte ich nur 3 Dinge sagen.

    Ich bin absoluter Laie und Neu in dem Gebiet.

    Ich habe im Beitrag 1 doch geschrieben:" Kennmarke, Papiere und Bilder des Piloten wurden beschlagnahmt aber leider in den Wirren der letzten Kriegswochen

    nicht mehr in den behördlichen Stellen gemeldet."

    Ich möchte dem Piloten einen Namen geben und Ihm einen Gedenkstein an der Absturzstelle errichten.

    Nochmals Entschuldigung für die vergebene Mühe die ich Dir bereitet habe.

    Gruß Jörg

  • Hallo Jörg,

    das, worauf Uwe hinauswollte, ist das Angeben aller bekannten Informationen, die du dann in #5 nachgeliefert hast. Sowas sorgt für unnötigen Rechercheaufwand und macht (Un)Mut für die weitere Hilfe. Das hätte vermieden werden können, denn gerade Uwe ist mit seinem Wissenund seinen Quellen ein wichtiger Partner und Helfer hier.


    Bitte zukünftig daran denken. Und vielleicht kann man das ja mal für alle Neulinge mit oben anpinnen.


    Danke und guten Abend

    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Hallo,


    es ist gleich die erste Zeile in Beitrag #5, die meinen Blutdruck in Richtung 200 treibt.:
    > Hallo Uwe, leider falsch.

    Es fehlt nur noch ein "ätschebätsch".


    Das "Rätsel" wird dann häppchenweise präsentiert - und für den nächste Rätselrunde kommt wieder ein neues Puzzleteil, nachdem sich die Foristen blind gesucht und die Finger wund geschrieben haben. Nicht mit mir.


    MfG, U.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Guten Abend,


    Präambel der Forumsregeln:

    Dieses Forum ist ein öffentlicher Raum. Oft verleiten solche Räume und die Anonymität, die hinter einem Benutzernamen stecken, dazu, die guten Sitten und ein Mindestmaß an Höflichkeit zu mißachten. Daher gilt eine Grundregel: In diesem Forum wird jeder, grundsätzlich jeder respektiert. Wir gehen menschlich und würdevoll miteinander um. Denn hinter jedem Beitrag eines Mitgliedes steckt ein lebendiger Mensch. Verfaßt Eure Antworten bitte so, als ob Ihr Euch am Tisch gegenüber sitzt und während der Antwort in die Augen sehen würdet.


    Mein Vorschlag: Neustart mit diesem Thread? Ich denke, die Fragestellung sollte doch würdig bearbeitet werden können.

    Ich helfe gerne.


    Beste Grüße,

    Justus

  • Hallo,


    von meiner Seite aus geht in Ordnung, was Justus schreibt.


    Nun zur Anfrage.

    Das ist möglicherweise ein Suchfall. Ich schreibe "möglicherweise", weil oft verfügen WASt. (BA), Volksbund, DRK, usw. über aktuellere Informationen, als auf Grabsteinen und/oder Friedhofunterlagen dokumentiert ist. Diese lokalen Unterlagen am Unglücksort sind oft nicht "nachgezogen" worden. Der Tod oder die Vermisstenmeldung wird am Herkunfts- oder Wohnort bearbeitet und die zivilen Personalunterlagen standesamtlich nachgepflegt. Für eine Todeserklärung reicht in der Kriegsfliegerei eine Aussage von Luftzeugen an Eides statt. Oft erfolgt eine Todeserklärung auf Wunsch des Ehepartners wegen Wiederverheiratung. Damit ist der Fall für die Behörden abgeschlossen.


    Bei Suchfällen gibt es in Fachkreisen oft sehr spezifische Interessenlagen, die einem aktiven, öffentlichen Beitrag zur Lösung des Suchfalls entgegenstehen. Ich schließe mich da nicht aus. Natürlich wird sehr interessiert (still !) mitgelesen.


    Ich wiederhole die Frage von Dirk: Gibt es ein Umbettungsprotokoll?

    Falls der Absturz mit hoher Geschwindigkeit und Bombenexplosion erfolgte wie beschrieben, dann dürften keine größeren Knochen im Grab zu finden sein. Wenn es im Umbettungsprotokoll anders steht, dann hat es sich so nicht zugetragen. Und: falls eine EM gefunden wurde (beschlagnahmt????) dann verbleibt eine Hälft der Marke bei den Überreten im Grab - und wird bei der Umbettung gefunden.

    Und: Quellenangaben zu den einzelnen Punkten wären hilfreich - denn die Primärquellen lassen oft völlig unterschiedliche Interpretation zu.

    Woher kommen die Informationen?

    Und: ist das eine journalistische Recherche?


    Zum Gruß, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Jörg!


    Habe alles sehr aufmerksam gelesen, bin allerdings hier kein Experte.

    Muß aber in die gleiche Kerbe wie Jörg hauen, es passt nicht ganz zusammen.

    Starke Explosion, wahrscheinlich Aufschlagsbrand, nur sehr kleine Trümmerteile. Was sollte hier noch vom Flugzeugführer bleiben? Vielleicht Fragmente. Papiere, Bilder usw. halte ich für sehr fragwürdig.

    Wäre was anderes wenn der Feldwebel noch hätte vorher aussteigen können und wäre hierbei ums Leben gekommen.

    Allerdings ist bei der sehr ausführlichen Schilderung des Absturzes (genaue Anzahl der Feindflugzeuge, Verhalten der Maschine beim Absturz) unwahrscheinlich. Es gab also viele Augenzeugen die auch bestimmt zur Absturzstelle hin sind

    Dazu: warum eine Beschlagnahmung? Von wem?

    Ich denke auch nicht, das man kurz vor Ende noch großen Aufwand betrieb. Du schreibst man sieht den Krater heute noch - man hat sich also noch nicht einmal die Mühe gemacht alle Reste zu vergraben.

    Gibt es in der Nähe eine Kirche oder einen Friedhof? Wenn wirklich etwas gefunden wurde hat man es vielleicht einfach dem Pfarrer überlassen....


    schönes WE Stephan

    Suche alles zur Waffenschule des AOK 1

  • ch möchte dem Piloten einen Namen geben und Ihm einen Gedenkstein an der Absturzstelle errichten.

    Hallo Jörg,


    an einer unserer damaligen Ausgrabungsstellen ist vom Heimatverein ein Gedenkstein aufgestellt woren.

    Dieser war sofort das Ziel von Zerstörungs - bzw. Beschädigungsaktionen.

    Nur so z.K.!


    Gruß Karl

  • Hallo und Danke an alle die sich hier die Mühe machen mir weiterzuhelfen.

    Ich muss weiter ausholen, mein Vater Baujahr 1928, leider 2015 Verstorben war Augenzeuge bei dem Luftkampf und Absturz.

    Der 2. Weltkrieg hat ihn als Jugendlicher Geprägt und Flugzeugabstürze wurden sein Steckenpferd.

    Er war jung, Sohn eines Landwirtes musste viel auf dem Acker arbeiten und war sehr Neugierig.

    Nach dem Krieg wurde er so eine Art Heimatforscher, schrieb mehrere Berichte in der Zeitung und in unser Orts-Chronik.

    Der Höhepunkt seiner Hobby- Heimatforscher- Karriere war der Besuch des Navigators dessen B-17 Bomber neben unseres Ortes abgestürzt ist. ( Navigator ist mit Fallschirm abgesprungen)

    Jetzt zum Thema.

    Ich schreibe den Bericht den mein Vater 1990 in unsere Dorf- Chronik verfasst hat. In dem Bericht handelt es sich um zwei Abstürze binnen einer Woche in Krombach.

    Ich schreibe beide Berichte da der 2. Absturz kein genaues Datum vorweist. ( eine Woche darauf) In Bericht zwei geht es um den wesentlichen Fall.


    " Seit dem Herbst 1944 waren in unserer Gegend nur noch deutsche Jagdflugzeuge vom Himmel gefallen: Huckelheim, Eichenberg, Schöllkrippen und Sommerkahl.

    Absturz 1 Am 15. März 1945 wollte ein Fliegerfeldwebel, mit seiner Focke Wulf von Nidda kommend nach Bad Kreuznach zum Einsatz fliegen. Er bekam um 14.30 Uhr über Krombach

    Motorschaden und stieg mit dem Fallschirm aus. Das Flugzeug stürzte im Rohrgrund, von Krombach kommend, zwischen dem Waldrand und 7 Metern von der Straße ab.

    Die Tragflächen waren abgebrochen, der Rumpf stak bis zu Leitwerk im nassen Wiesengrund. Absturz 2 Eine Woche darauf sollte wiederum eine Focke Wulf, die zum Brückenkopf Oppenheim fliegen

    sollte über Krombach von 12 amerikanischen Jägern abgefangen und ohne jegliche Chance abgeschossen werden.

    Er stieß fast senkrecht, sich spiralförmig drehend, herunter und schlug in die Waldabteilung " Belzen- Heide" auf und explodierte. Ein großer Krater zeugt heute noch von dem Absturz.

    Der Pilot, ein Feldwebel aus Berlin, wurde bei dem Absturz getötet. Da kein Sarg vorhanden war, bildeten ältere Männer aus Mittelkrombach eine Nachtwache, die bis zur Fertigstellung des Sarges

    durch den hiesigen Schreiner Richard Rosenberger bei den sterblichen Überresten des Fliegers blieben. Er wurde am nächsten Tag ohne jegliche Zeremonie und ohne Eintrag ins Sterberegister beigesetzt.

    Tragisch hierbei ist, das die gefundenen Papiere, Fotos und die Kennmarke von der in der Nähe in Übung befindlichen Hauensteiner Hitlerjugend beschlagnahmt, aber nicht weitergeleitet wurden.

    So gilt der Pilot heute noch als vermisst bei seinen Angehörigen. Er liegt auf dem Gemünder Soldatenfriedhof " Einmal" - Grab- Nr. Xl- 177, wohin er am 30.April 1958 überführt wurde.


    Mein Vater Erzählte oft von diesem Absturz noch anzumerken was er immer sagte aber nie aufschrieb : Trotz dieser gewaltigen Detonation, von dem Flugzeug gab es kein Stück Metall das größer

    als 20 Zentimeter war. Die sterblichen Überreste des Piloten wurden von den alten Männern zusammengesucht ( mein Opa war auch dabei) und passten in ein 5 Liter Eimer. Vater u. Opa haben sich immer gewundert das trotz der Kraft der Detonation Dinge aus Leder, ( Tasche, Jacke, Stiefel, Geldbörse, Reifenteile ) Verhältnissmäßig gut den Absturz überlebt haben.

    Hauensteiner Hof ist ein großer Viereckhof in dem die Hitlerjugend aus unserer Region ihre Übungen abgehalten haben.


    Mein Vater hat aus seinen Verhältnissen alles erdenkliche unternommen dem Piloten einen Namen zu geben. Kriegsgräberfürsorge, Sterberegister in Krombach und in Würzburg, Feuerwehr noch damals lebende Zeitzeugen befragt.           

    Von meiner Seite hab ich das Bundesarchiv in Berlin kontaktiert die Kriegsgräberfürsorge und im Internet gesucht. Hängengeblieben bin ich bei Stefan Reuter der mir empfohlen hat hier mal zu fragen.


    Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag

    Gruß Jörg Kampfmann




  • Hallo,

    komme aus Krombach in Unterfranken.

    wenn ich dann lese


    von Nidda kommend nach Bad Kreuznach zum Einsatz fliegen.

    dann ist etwas seltsam. Bad Kreuznach liegt grob südwestlich von Nidda. Unterfranken aber südostwärts von Nidda.Nach "Niddaer Geschichtsblätter", Band 7, Seite 156 wurden die in Nidda stationierten Einheiten am 15.3.1945 nur in Luftkämpfe verwickelt. Vorherige Tage hatte es Einsätze gegen die Brücke in Remagen gegeben.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Guten Abend!

    Mir fällt da jetzt auch noch der Lt. Friedrich Theilmann von der 3./JG 2 ein. Er fiel an 18.03.45 bei Eichenberg i. R. Alzenau.

    Focke Wulf 190 D-9. Abgestürzt im Luftkampf mit P-51. Auch er hat seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Gemünden gefunden. Vielleicht findet sich ja etwas passendes in dieser Verlustaufstellung der Verlustaufstellung des JG 2 auf unserer Seite bei fliegerschicksale.de.tl

    Viel Erfolg und schönen Abend noch,

    Dirk.

  • Guten Tag!

    Leider war es mir nicht möglich den Link zu unserer Homepage mit dem Smartphone zu kopieren und

    hier einzusetzen.

    Aus diesem Grund habe ich es jetzt mit dem PC probiert und es hat funktioniert.

    Ich hoffe es verstößt nicht gegen die Forumsregeln, die Verlustaufstellung von unserer

    Homepage hier zu verlinken.


    https://fliegerschicksale.de.t…-der-Heimat-1944_1945.htm


    Herzliche Grüße und viel Erfolg bei den weiteren Recherchen,

    Dirk