Frage zum 80 cm Geschütz ( E) " Dora": Wo wird der Aufbau des Geschützes detailliert beschrieben? Einsatz einer Feldbahn dazu ?

  • Hallo Freunde,

    mit meinen Recherchen zu den (Motor-)Loks der Heeresfeldbahnen im Zweiten Weltkrieg biege ich inzwischen in die "Zielgerade" ein. Inzwischen bin ich bei der weiteren Suche und Auswahl von Bildern aus den Einsätzen und der Nachkriegs-Verwendung sowie beim Versuch, die vielen Detail-Fragen zum Lebenslauf einzelner Loks zu klären.

    Eine dieser "harten Nüsse" ist der Hinweis in den Lieferlisten, das Loks auch "für das Geschütz Dora" geliefert worden seien. Bisher habe ich dafür jedoch keine Bestätigung gefunden, weder in den "Publikums-Büchern" von Herrn Taube / 1990 im ehemaligen Motorbuchverlag erschienen, oder von Herrn Hahn über die deutschen Eisenbahn-Geschütze. Auch Belege durch Bilder haben sich bisher nicht finden lassen.

    Daher würde mich nun interessieren, ob eventuell durch die zugehörige "Heeres-Dienstvorschrift" oder andere Unterlagen von Beteiligten sich der Einsatz von Feldbahnen ( etwa für die erforderlichen Erdarbeiten zum Anlegen der sogenannten "Schießkurve" ) eindeutig belegen lassen. Und wenn dies so wäre, ob dann eine Abteilung der Heeresfeldbahn oder anderer Truppenteile / Organisationen dem Geschütz fest zugeteilt waren.


    Für weiterführende Hinweise würde ich mich sehr freuen. Herzlichen Dank im Voraus.


    Nebenbei; Eine Anfrage im Krupp-Werksarchiv hat bisher noch keine Informationen hierzu ergeben, obwohl sich ein ehemaliger Lok-Konstrukteur und damit gewisser Maßen ein Kenner der Materie hierum bemüht...


    Mit freundlichen Grüßen

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Uwe,


    ich bin gerade dabei, etwas zu den Wehrmachtsloks zu schreiben.


    Für das "Sondergeschütz 80 cm" entwickelte Krupp Doppelloks.

    Neu bei diesen Loks war, dass sie einen Dieselelektrischen Antrieb besassen.

    Vier wurden fertig gestellt und als D 311a/b bezeichnet.

    Siehe auch hier.

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

    Edited once, last by Gerd Wolf ().

  • Guten Abend Gerd,


    ich danke für die Mitteilung. Die Doppelloks und deren weiterer Lebenslauf sind mir bekannt, die haben mich schon lange fasziniert.

    Hier gilt mein Interesse aber Feldbahn-Lokomotiven, die mit 60 cm Spurweite abgeliefert wurden und als Empfänger den Zusatz-Vermerk "für Dora" eingetragen haben.


    Mit freundlichen Grüßen

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Moin Uwe,


    steht in den Lieferlisten "für Geschütz Dora" oder "für Dora"?

    Wenn da nur "für Dora" steht, könnte damit auch Mittelbau-Dora gemeint sein.?


    Gruß

    Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    die Frage ist welches Datum die Lieferlisten aufweisen. "Mittelbau Dora" wurde im August 1943 als "Arbeitslager Dora" gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war das "Geschütz Dora" quasi

    stillgelegt, die Frage nach einer feldmässigen Verwendung, die den Einsatz von Feldbahnen für den Stellungsbau eingeschlossen hätte, stellte sich längst nicht mehr. Man könnte also vom

    Datum her ableiten welches "Dora" als Adressat für die Loks eher in Frage kommt.


    Gruß,

    Gerhard

  • Guten Morgen Wolfgang und Gerhard,


    ich danke Euch für die eure Gedanken. Ich werde versuchen, einen vollständigen Scan der entsprechenden Seite zu erhalten. Ich habe die Daten aus einer EDV-Datei, die ein sehr gewissenhafter Kollege vor ein paar Jahren anhand der eingesehenen Original-Unterlagen im erhalten gebliebenen Lieferverzeichnis des Herstellers erstellt hat.


    Die Frage scheint mir beantwortet zu sein, da:

    - einerseits eine (fest zugeteilte) Feldbahn (Einheit etc.) zum Geschütz keinen Sinn macht ( Feldbahnen des Heeres haben vorrangig den Zweck, Bahnbetrieb zum Transport von Versorgungs- und Verbrauchsgütern durchzuführen. Hier wäre es eine reine Feldbahn zu Bauzwecken gewesen - also eher in Richtung OT oder ähnliches.. ) ;

    - bisher keine Bild- oder andere Erstquellen-Belege für eine Feldbahn bekannt wurden;

    - andererseits auch die zeitliche Nähe der (kriegswirschaftsbedingt um zwei Jahre verzögerten) Anlieferung der Loks eher zum Komplex "Dora" in Thüringen passen würde und dort auch nutzungsmäßig mehr Sinn machen würde.

    Vermutlich ist dem Eisenbahner-Kollegen hier beim Wort DORA tatsächlich nur das Geschütz mit diesem Spitznamen in den SInn gekommen..


    Vielen Dank für die Unterstützung,

    herzliche Grüße und einen schönen Sonntag

    Uwe


    (der sich schon gewundert hatte, da die zwei in Jugendjahren kennengelernten Nachbarn aus seinem Wohnviertel, die bei dem Geschütz dabei waren und immer wieder einmal darüber berichteten, jedoch nie etwas von einer Feldbahn o.ä. erwähnten.. )

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo zusammen,


    Quote

    - bisher keine Bild- oder andere Erstquellen-Belege für eine Feldbahn bekannt wurden;

    auf der anderen Seite muss der Geländeeinschnitt der Schießkurve des Geschütz vor Sewastopol ja irgendwie erstellt worden sein

    Einen Feldbahn-Einheit was da schon die erste Wahl. Das nichts überliefert Ist kann damit zusammenhängen das die Erd u. Gleisbau

    Arbeiten weit vor dem eigentlichen Geschützaufbau fertig sein musste.


    Es fehlen noch Belege um das eine oder andre ausschließen zu können.

    Gruss Dieter

  • Hallo Dieter,


    sollten sich Erst-Quellen oder verläßliche Hinweise finden lassen, wäre das natürlich sehr hilfreich.

    Bisher scheint sich ja noch niemand damit näher auseinandergesetzt zu haben.


    Im Zusammenhang mit meiner aktuellen Betrachtung der Empfänger von Motorloks erschient mir jedoch die Lieferung "zugunsten" des Geschützes Dora sehr unwahrscheinlich - sowohl aus sachlichen wie inbesondere auch aus zeitlichen Gründen.


    Zu den Erdarbeiten für die Schießkurve bei Sewastopol:

    hier wird ja berichtet, daß zu den Erdarbeiten bis zu 1000 Einheimische, überwiegend Frauen, verpflichtet wurden. Also auch wieder eher unwahrscheinlich, daß Privatfirmen, OT- oder Heeresfeldbahn- / Eisenbahn-Pionier - Truppen damit beauftragt waren


    Es bleibt spannend.. ;-)


    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Uwe,

    hier wird ja berichtet, daß zu den Erdarbeiten bis zu 1000 Einheimische, überwiegend Frauen, verpflichtet wurden. Also auch wieder eher unwahrscheinlich, daß Privatfirmen, OT- oder Heeresfeldbahn- / Eisenbahn-Pionier - Truppen damit beauftragt waren

    Bei Sewastopol, genau bei Bachtschissarei waren zur Erstellung dr Schießkurve 3 O.T. Bauzüge ( ca. 1.000 Mann) ein Zug Eisenbahnpioniere ( ca. 60 Mann) Arbeitskräfte aus der Bevölkerung ca. 1.500 Köpfe eingesetzt.

    Der gesamte Personaleinsatz betrug aber einschl. Bewachung, Flak Abt. ( 400 Mann) Hundeführeren, Feldpolizei usw. 4.370 Mann.


    Sh.: Pawlas Waffen Lexikon 1709 - 100-1, Waff. Evue 13 S. 1995.


    Übrigens war auch für die Probeschüsse der Peenemünder Pfeilgeschosse im Donautal eine Schießkurve angelegt gewesen. Manhat die Felswände.

    beschossen.


    Gruß Karl


    Im Nachtrag eine Foto i. S. Deiner Wolchowbahn.

    Quelle: "Zentralarchiv der Pioniere - Deutsche Pioniere 39 -45"

  • Hallo Mitstreiter,


    @ Uwe: welche Spurweite hatten die Loks?


    Die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahngesellschaft (NWE) betrieb zu den Nebenlagern vom Stammlager "Dora" eine meterspurige Kleinbahn.




    Quelle: BahnEpoche 35- Sommer 2020; VGB-Verlag, Fürstenfeldbruck 2020

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo Karl und Gerd,


    interessante Ansätze und Hinweise, vielen Dank.


    @ Gerd: Die Feldbahn-Loks hatten die Spurweite von 600 mm.


    @ Karl:

    - Danke für die Präzisierung der Mannschafts-Stärkeangaben samt Quellen-Verweis.-

    - das die Pee-Pfeilgeschosse im Donautal getestet wurden, war mir bisher nicht bekannt. Wo kann man dazu näheres finden?

    - Zur Bahn in den Wolchow-Sümpfen: Das BIld zeigt eine gute Übersicht über einen "Umladebahnhof", wobei mich die fehlende Tarnung gegen Fliegersicht hier schon wundert - "entsprach nicht den Regeln der Vorschrift".. ;-)

    Diese Aufnahme war mir noch nicht bekannt, werde mal das Buch nach einer Quellenangabe sichten - vielleicht entstammt es ja einer Bilder-Serie..


    Ich wünsche Euch eine angenehme Woche,

    herzliche Grüße aus der Schreibstube

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Uwe,


    steht in den Lieferlisten möglicherweise der Empfänger der Loks?

    Zum Beispiel Wehrmacht; RLM oder SS?


    Falls die SS Empfänger war, könnte es sich um das Lager "Dora" handeln.

    Neben "Mittelbau Dora" gab es rund um den Kohnstein mehrere U-Verlagerungen, u.a. von Junkers.

    Auf dieser Seite ist auch von einer Schmalspurbahn mit 60 cm Spurweite die Rede.

    (Absatz 5, Zeile 7)

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo Uwe,



    Diese Aufnahme war mir noch nicht bekannt, werde mal das Buch nach einer Quellenangabe sichten - vielleicht entstammt es ja einer Bilder-Serie..

    mehrere diesbezügl. Fotos sind nicht dabei.

    das die Pee-Pfeilgeschosse im Donautal getestet wurden, war mir bisher nicht bekannt. Wo kann man dazu näheres finden?

    Melde mich...keine Zeit jetzt.


    Gruß Karl

  • Hallo Uwe,


    Ottmar Rogge: " Flügelstabilisierte Langgeschosse der Artillerie" .

    Heimatkreis Fridingen e. V. " Gesammelte Aufsätze zur Fridinger Geschichte Nr. 30. BeitragWilli Hermann " Schiessversuche vom Hennenbühl in der Buchhalde".


    Gruß Karl

  • Guten Abend Karl,


    klingt sehr interessant. Von diesen Aufsätzen hatte ich noch nichts gehört, werde ich mir gerne besorgen.

    Nochmals vielen Dank für den Hinweis und die Hilfe.


    Herzliche Grüße

    Uwe

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  • Hallo Uwe,


    zwar kein Hinweis zu einer Feldeisenbahn, aber dennoch dazu passend der Transport von Dora, Bruno, Karl und Gama- 42er-Gerät.

    Dora.jpg Dora1.jpg


    Quelle T312R355

    Grüße und bleib(t) Gesund - Matthias

  • Hallo Matthias,

    interessanter Fund - Danke, daß Du an mich gedacht hast.


    Herzliche Grüße

    Uwe

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