• Hallo zusammen,


    Ich bin neu hier, und hätte gleich mal ein paar Fragen.

    Mein Opa ist am 08.05.45 in Kriegsgefangenschaft gekommen und nach Frankreich ins kommando 158 Argeles/Nestalas im Hauptlager 172 Vernet/Ariege gebracht worden.

    Dort musste er bis 07.10.1948 festgehalten.

    Leider kann ich ihn nicht mehr fragen, und habe nur eine Mappe mit Briefen und ein paar Abzeichen von seiner Uniform.


    bzgl. meines Opas habe ich bereits eine Anfrage beim Bundesarchiv gemacht. Rückmeldung noch keine erhalten.

    Kann man hier aus den Abzeichen Rang und Einheit auslesen?

    Wie hat denn die Uniform dazu ausgesehen? Ich denke es wird ein Teil von der Mütze und von der Brust sein?

    Diese Plastikblume kann ich nicht zuordnen. Sie war aber mit dabei.


    Danke und Gruß

    Matthias

  • Hallo Mattias,

    erst einmal ein herzliches willkommen hier im Forum.

    Bin jetzt nicht der Experte was Abzeichen usw. betrifft.

    Die von dir beschriebene Plastikblume, gehörte zum Ärmelabzeichen der Gebirgsjäger.

    Das sogenannte Edelweiss.

    Weitere Infos zum Edelweiss siehe: hier

    Die Experten werden sich sicherlich bald dazu äußern.


    Lg Andre

    Erst wer den Dreck des Lebens gegessen hat, weiß wie schön dieses ist !!!

  • Hallo Matthias,


    Oben Hoheitsabzeichen getragen auf der rechten Brustseite.

    Links darunter Hoheitsabzeichen und Kokade Gebirgsmütze oder Einheitsfeldmütze.

    Unten Kragenspiegel Rückseite.

    Das Edelweiß ist nichtmilitärischen Ursprung.


    Gruß


    Reinhard

  • Hallo Andre und Reinhard,


    Vielen Dank für die Antworten.

    Aufgrund des Edelweiß könnte die Uniform so wie im Anhang ausgesehn haben?

    Das Edelweiß war aber nicht am Arm, da es nicht zum aufnähen war. Es hat hinten ein Loch. Der Kragenspiegel hat nichts mit dem Rang zu tun, oder?

    Gruß

    Matthias

  • Hallo Eumex,


    Da könntest du recht haben mit dem Abzeichen. Eventuell war er auch nicht bei den Gebirgsjägern, da hier noch ein Sterbebild beiliegt vielleicht von einem Kameraden aus seiner Einheit.


    Grüße

    Matthias

  • Hallo Matthias,


    zu Deinem Opa gibt es eine Karteikarte aus der Kartei der Verlust- und Grabmeldungen gefallener deutscher Soldaten 1939-1945

    Name: Reinhold Fürst

    Rang: Kan
    Geburtsdatum: 16. Apr 1926
    Geburts­ort: Hüttlingen Aalen
    Militärische Einheit: Nachr Ausb Staff Mot 260 Ludwigsburg
    Sterbedatum: 26. Jul 1944
    Sterbeort: Stuttgart
    Identifikationsnummer: G-B 145/0136


    Todesursache: Zertrümmerung des Schädels, zahlose innere und äußere Verletzungen


    https://www.ancestry.de/intera…07_b_563_gb145_0001-00685


    https://www.volksbund.de/graeb…de08846b528ed74b56210e959

    Grüße

    Dirk

  • Hallo DirkK,


    Danke dir für die Info. Aber das ist nur ein Bild in seinen Unterlagen. Wie geschrieben ist mein Opa damals aus Frankreich heimgekehrt.


    Gruß Matthias

  • Hallo zusammen,


    Was passierte eigentlich genau mit den Kgf nach dem 08.05.45? Sind diese in ein Sammellager gekommen und dann mit dem Schiff nach Frankreich? Ich habe z.B. erst Briefe ab 28.04.1947.

    Und mein Opa scheint zwei verschiedene Wege zu benutzen Briefe zu schreiben und zu erhalten. Er schreibt auch immer was von Geld ist knapp siehe Anhang.

    Gruß Matthias

  • Hallo,

    auf dem Bild Beitrag 4 sieht man am rechten Arm das Gebirgsjägerabzeichen, also Gebirgsjäger. Môglicherweise gehörte er zu den 100 000 deutschen Kriegsgefangenen, die von Norwegen über Bremerhaven, Bretzenheim an Frankreich übergeben wurden.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Guten Tag ans Forum und an Matthias,


    wo ist der Opa in Kriegsgefangenschaft geraten und welche Alliierten nahmen ihn gefangen?

    Was für Schiffe haben ihn von wo aus nach Frankreich gebracht? Aus Amerika, aus Großbritannien, aus Nordafrika?

    Zwei Stationen seiner Gefangenschaft in Frankreich sind ja offenkundig schon bekannt.

    Ich würde die Rückmeldung vom Bundesarchiv abwarten, um genaue Angaben zur Gefangenschaft zu bekommen.


    Ab einem gewissen Zeitpunkt konnte ein Gefangene in Frankreich zum Beispiel als "travailleur libre" mehr oder minder frei gegen Lohn (und Bro)t in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in Firmen arbeiten.

    Möglicherweise hat das der Opa gemacht und das Geld wurde durch den Kauf von Zusatzleistungen (Tabak, Alkohol,...) halt knapp.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,


    danke dir. Ich weiß leider nichts mehr von den Erzählungen, da zu jung. Ich habe hier nur das Entschädigungsschreiben nach dem KgfGesetz wo am Ende steht: "Der Antragsteller geriet am 08.05.1945 als deutscher Wehrmachtsangehöriger in Gefangenschaft." somit entschädigungsberechtigt.

    Von seinen Briefen konnte ich rauslesen, dass er einmal kurzzeitig bei einer Dame im Haushalt geholfen hatte, und die meiste Zeit in einer Bleimine gearbeitet hatte im Schichtbetrieb. Weshalb er noch Jahrelang Milch trinken sollte.

    Nach seiner Freilassung hat er dann noch sein Geld erhalten das sie ihm bei seiner Gefangennahme abgenommen haben.

    285 RM. Mir scheint das es 1945 viel Geld war das er da mit sich rumgetragen hatte.

    Grüße Matthias

  • ...Möglicherweise hat das der Opa gemacht und das Geld wurde durch den Kauf von Zusatzleistungen (Tabak, Alkohol,...) halt knapp...

    Hallo!


    Vorab: Ich habe keine Ahnung von der Materie.


    Allerdings liest sich der Brief von oben für mich eher so, daß es darum geht, wegen dem knappen Geld in der HEIMAT den Briefverkehr ZU dem Großvater kostengünstig zu gestalten.


    Ich vermute, daß offizielle Kriegsgefangenen-Briefe kostenlos waren (aber evt. lange dauerten).

    Es scheint so, daß der Großvater alternativ auch unter einer zivilen, "teuren" Adresse erreichbar war.


    Wie gesagt, ich habe keine Ahnung, aber von der Lesart her hat der Großvater nicht alles "versoffen und verraucht" und es scheint ihm nicht um SEIN knappes Geld gegangen zu sein.

    Oder mußte er evt. eine Art Nachnahme-Gebühr entrichten, wenn der Brief an "seine zivile" Adresse kam?


    MfG

  • Hallo Matthias,


    die Währungsreform am 20. Juni 1948 könnte zu dem knappen Geld geführt haben.


    Gruß


    Reinhard

  • Hallo zusammen,


    Nach für mich langer Wartezeit habe ich jetzt ein paar für mich wichtige Daten vom Bundesarchiv erhalten.


    Nachr. Ausb. Staffel (mot) 260. Vom 12.07.44- 24.12.44

    H.A.A. II98 Stabsbattr.

    25.12.44- 8.05.45

    Rang kanonier

    Somit war er in der selben Einheit wie der gefallene Soldat.

    Kann mir hier vielleicht jemand was zu den Einheiten erzählen?


    Zur Gefangenschaft habe ich noch ein paar Sachen gesehen.

    8.05.45 Rosenheim

    Juni.45 Heilbronn Neckar

    La flech Frankreich

    Aus seinen Briefen hab ich noch das.


    Vernet Lager kommando 172

    07.10.48 Leonberg Malmsheim


    Gruß Matthias