Volkssturm-Kompanie Kesselheim

  • Hallo!


    Anbei die bekannten Daten eines weiteren Vst.-Btl.:


    Bezeichnung:

    Volkssturm-Kompanie Kesselheim


    Aufstellungsort:

    Kesselheim, Kreis Koblenz / Reichsgau Moselland


    Aufstellungszeitpunkt:

    18. Oktober 1944


    Einheitsführer:

    unbekannt


    Einsatz:

    "... Mit der vorauszusehenden und drohenden Niederlage des Deutschen Reiches, wurde im Glauben an den Endsieg das letzte Aufgebot an Männern gestellt. Dieser Volkssturm wurde auch in Kesselheim am 18. Oktober 1944 gegründet, wo nun alle noch wehrfähigen Männer zwischen 16-60 Jahren an die Waffen gestellt wurden. Das weitere Schicksal des Dorfes befand sich nun vollständig in der Hand der einheimischen Volkssturmgruppe, da keine Truppenverbände oder Offiziere der Wehrmacht für die Verteidigung von Kesselheim bereitstanden. Als schließlich die alliierten Truppen jedoch immer näher kamen, zogen die deutschen Kommandanten in Koblenz auch eine Verteidigung von Kesselheim in Betracht. Die Verteidigung von Kesselheim sollte durch seine eigenen Volkssturmabteilungen erfolgen, da keine Soldaten von dem Stadtkommandanten zu entbehren waren. So kam es, dass trotz der nahenden deutschen Niederlage der Befestigungsausbau von Kesselheim begann. An der Kreuzung Hochstraße/Bubenheimer Straße (heute: Kurfürst-Schönbornstraße/Bergflege) wurde in Richtung St. Sebastian eine Palisadenmauer errichtet wohingegen sich in Richtung Bubenheim ein Panzergraben mit Erdwall befand. Ein weiterer derartiger Panzergraben befand sich in der Nähe der Kreuzung Wallersheimer Weg/Koblenzer Straße (heute: Kurfürst-Schönbornstraße/Hintermark), wo sich auch in Richtung Koblenz eine zusätzliche Palisadenmauer befand. Zusätzlich wurde aber in der Koblenzer Straße noch ein MG-Nest errichtet, welches jedoch von wenigen Kesselheimern wieder zugeschüttet wurde. Diese Aktion der Kesselheimer Bürger war aber keine Einzeltat, da schon kurze Zeit später eine kleinere Waffenansammlung der Wehrmacht, welches sich in einer unbewachten Scheune befand, ausgeräumt und im Rhein versenkt wurde. Für den Schutz der Zivilbevölkerung baute der Volkssturm einen Schutzstollen für den Fall von Kampfhandlungen in Kesselheim und Umgebung. Dieser Schutzstollen befand sich auf dem Gelände der heutigen Grundschule und war nichts anderes als ein breiter Graben ,der mit Balken, Ästen und Zweigen abgedeckt war. Darüber wurde ein Teil der vorher ausgehobenen Erde geschüttet. Dieser Erdbunker wurde später jedoch von kaum jemanden in Anspruch genommen, da er recht baufällig war und bestimmt nicht die Einwohner vor Schäden schützen konnte. Weiter Befestigungsanlagen oder Schanzenarbeiten im Raum Kesselheim sind jedoch nicht bekannt [...] Als am 08./09. März 1945 die ersten amerikanischen Panzer der 4. US-Panzerdivision in Kesselheim einfuhren, wurde trotz der Verteidigungsanlagen keinerlei Widerstand geleistet, da man auch in Kesselheim die Sinnlosigkeit eines Widerstandes erkannt hatte. ..."


    Besonderheiten / Vermerk:

    trotz verschiedener Einheitsgrößen (Abteilung, Gruppe) ist zu vermuten, dass es sich hierbei um eine Kompanie, vermutlich des Koblenzer Volkssturms, handelte


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    • Ausarbeitung "Politische und soziale Veränderungen von 1933-53 in Kesselheim" von H.N.

    Auf Ergänzungen freue ich mich!


    Grüße

    Sven


    Edit: eingefügt (Sven30)