Frage zu Orden im 1. WK

  • Liebe Forumsexperten,

    Ich habe eine Frage zu einem „Orden“. Kann mir jemand sagen, wann der durch wen und für was verliehen wurde? Diese Bezeichnung habe ich so in einem Dokument gefunden, leider nicht vollständig:


    „Österreichisch-Bulgarisch-Ungarische Kriegserinnerungs.....“

    ...vielleicht Medaille?


    Liebe Grüße, Marcus

  • Hallo Markus, so kurz vor dem Ende des Wochenendes bin ich über deine Frage gestolpert. Ich denke Du meinst die Medaillien, die nach dem Ende des ersten Weltkrieges u.a. an deutsche Soldaten verliehen worden sind.? Eine gemeinsame Medaille der o.a. Staaten hat es nicht gegeben. Jedes Land, Österreich, Ungarn und Bulgarien haben an deutsche Soldaten, die im Verbund mit den Truppen dieses Staates bzw. im Kampfgebiet auf dem Staatsgebiet eigene Medailien von ca. 1935 bis 1944 verliehen. Die Erklärung ist nicht abschließend und gerne suche ich die genauen Statuten bei Zeiten heraus.

    Kurz zu den Medaillien:

    Österreich: Weisses Band mit 2 roten Längsstreifen eine bronzefarbende Medaille mit dem Österreichischen Adler usw.

    Din A5 Urkunde

    Ungarn: silberfarbende Medaillie mit ungarischem Wappen und Pro Patria Schriftzug. Band weisser Grundstoff mit grünen Querstreifen usw. Auffällig ist die rosafarbene Papierurkunde länglich...

    Bulgarien: Din A5 Urkunde kyrillisch, die kleinere Medaille goldfarbend bulgarisches Wappen am überwiegend roten Band.

    Puh Markus, das wäre es in Kürze. Wenn Fragen bitte gerne , auf Wunsch bilde ich die gewünschte Medaille gerne ab..

    So gutes Nächtle an Alle und bleibt GESUND. Volker

    PS: Sorry bisschen lange geschrieben, der liebe Achim hat toll vorgelegt. LG

  • lieber Volker, lieber Achim,

    Das ging ja schnell. Ja- Bilder der Medaillen wären sehr nett! Sind das die unter den Wikipedia links von Achim dargestellten? was mich wundert- mein Opa war bei der 1. Matrosendivision in Kiel. Wie kann man da für Österreich, Ungarn und Bulgarien gekämpft haben? Habt ihr eine Idee?


    lg, Marcus

  • Hallo Markus,

    auch als Deutscher in der Kaiserlich Deutschen Marine kann man Leistungen vollbracht haben, die den Verbündeten eine Medaille Wert war. In der Regel, weil man im Verbund mit Einheiten der Verbündeten tätig war- beim Heer z. B. an der Isonzofront/Österreich. Bei der Marine wäre ein Einsatz im Mittelmeer-Raum denkbar. Schließlich war dein Verwandter bei der Matrosendivision. Das war der Truppenkörper, der das seemänische Personal ausbildete. Ein Einsatz deines Verwandten auf einer schwimmenden Einheit (Schiff, Boot) wäre also denkbar. Aber manchmal reichte es auch aus, für hohe Offiziere den "Fremdenführer" gespielt zu haben, um es überspitzt zu formulieren. Ich denke da an den türkischen Eisernen Halbmond. Ob das auch für die drei von Dir genannten galt, weiß ich nicht.

    Gruß,

    JR

  • Hallo Markus,


    es war im und vor dem WK I gar nicht so unüblich, dass Soldaten der kaiserlichen Armee vorübergehend in den Diensten befreundeter Mächte ihren Dienst taten und dort auch ausgezeichnet wurden.

    Ich habe einen entfernten Cousin meiner Urgroßmutter,


    Karl Lorenz Auler Pascha (*1854, +1930),


    der vor dem WK I in türkischen Diensten stand. Im WK I dann General und als Kommandeur der 5. Landwehr-Division an der Westfront.


    Gruß Dieter


    Foto aus Karl Lorenz Auler Pascha.... Kurzbiografie von Jost Auler

  • Moin Dieter,

    wobei die Türkei in dieser Hinsicht in der Masse der dort tätigen Deutschen eine Ausnahme bildet.

    Allerdings gab es im Verbund mit Österreich wechselseitige Unterstellungen ganzer Regimenter u. Divisionen.

    Gruß,

    JR

  • Hallo Marcus, hallo ins Forum,

    ich habe mir dann doch die Mühe gemacht, hier die Urkunden und die Spange des Oberfeldwebels DIETZE aus Berlin zu scannen. Dietze hat im ersten WK "nur" das EK 2 bekommen.

    1934 und 1938 folgten dann die o.a. Medaillen. Mit etwas Aufwand kann dann auch der Einsatzraum seiner Einheit ermittelt werden. So, die Spange wurde von den Gebr. Schwarz in Berlin Wedding gefertigt. Nach dem EK 2 und dem Frontkämpferehrenkreuz folgt dann Österreich, Ungarm und Bulgarien. Bei den beiden letzten Urkunden war, neben den Urkunden, auch das Anschreiben dabei. Es folgt noch eine Abschrift zwecks Beglaubigung aus Berlin von 1943. Ich hoffe auf Interesse und verbleibe mit herzlichen Grüßen aus SH.

    LG Volker

  • ... Kann mir jemand sagen, wann der durch wen und für was verliehen wurde? ...


    Hallo,


    die österreichische Kriegserinnerungsmedaille wurde nur auf Antrag und gegen Zahlung einer Gebühr verliehen, die Beantragung war mit einem - vor allem für ausländische Antragsteller - nicht unerheblichen Aufwand verbunden. Gesetzl. Grundlage waren das Kriegserinnerungsmedaillengesetz aus dem Jahr 1932 und die dazu erlassene Durchführungsverordnung (die später mehrfach geändert und z.B. auf die Schwerterauflage erweitert wurde). Abschriften beider Texte und Bild des Antragsformulars im Anhang, Quellenangabe siehe Text.

    Die Medaille hatte eigentlich nur ideellen Erinnerungswert und war keine Kampfauszeichnung, die Erlöse aus ihrem "Verkauf" waren nach Abzug der Herstellungs- und Verwaltungskosten zur Verwendung für wohltätige Zwecke vorgesehen.


    Gruß, J.H.

  • Hier fehlt eine Anrede...


    Wow, vielen Dank! Ist ja spannend. Mein Opa war im WK1 bei der Marine und in der Ostsee eingesetzt (1. Matrosendivision Kiel, 1918-1919 Minensuchdivision). Am Ende ist er in Danzig gelandet. Erstaunlich, dass er für diese Aufgabe diese Erinnerungsmedaillen bekommen hat- und offenbar auch noch unter Aufwand beantragt hat. Was ihn da wohl geritten hat. Leider existieren die Orden nicht mehr- weiß der Himmel, wo die geblieben sind. Jedenfalls freue ich mich sehr, dass ihr mir so schnell helfen konntet!


    Liebe Grüße, Marcus

  • Hallo zusammen,

    Weiß jemand, ob diese Antragsformulare noch in Wien archiviert sind.....?

    lg Marcus