DRK Suchdienst wird eingestellt

  • Hallo zusammen,


    Verschiedenen Medien kann man heute entnehmen, dass das Deutsche Rote Kreuz seinen Suchdienst nach Vermissten des Weltkrieges zum Ende des Jahres 2023 einstellen wird. Bereits zum Ende des Jahres 2021 werden keine Suchaufträge mehr angenommen.


    Was haltet ihr davon?

    Gruß Claas


    Ich Suche alles über die 383. ID, speziell GrenRgt 532.

  • Hallo zusammen,


    Auch ich habe heute die Kunde vernommen... Sehr schade, dass die Regierung die Forderung auslaufen lässt und das DRK den 2. WK Suchdienst einstellen muss. Ich habe schon oft und umfangreich mit diesem zutun gehabt, bin sehr begeistert und überzeugt von der Hilfsbereitschaft und den Aktenbeständen. Ich bin gespannt, wie es damit weitergeht. Vermutlich werden diese auch ins Bundesarchiv überführt?


    Vg

    THWler

    Auf der Suche nach Infos und Relikten der Technischen Nothilfe (TN), den Technischen Truppen (Technische Abteilungen und Bataillone) und dem Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD)-/Luftschutzdienst (LS)-Abteilungen/Luftschutzpolizei, zum Erhalt der Vorgeschichte des Technischen Hilfswerk (THW) und der systematischen Aufarbeitung der Historie mit dem langfristigen Ziel öffentlich zugänglicher Publikationen unter wissenschaftlichen Maßstäben.

  • Hallo,


    möglicherweise geht damit auch eine Einstellung des VBL-Onlineangebots einher, d.h. die VBL wird es nicht mehr online geben. Ich habe mich schon vor Monaten deshalb mit dem DRK in Verbindung gesetzt, wurde von Pontius zu Pilatus geschickt, Tenor: "Es ist noch nichts entschieden."


    Wenn das Angebot dann eingestellt ist, wirds entschieden sein...


    Deshalb: Schreibt ans DRK, weist auf die Bedeutsamkeit der VBL auch für die militärhistorische Forschung hin!


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,

    auch ich habe davon gehört-

    Meine Frau fragte mich: "Wer sucht denn da heute noch jemanden"

    Ich denke mal das werden sich viele fragen und mit einem kurzen Hinweis auf die

    laufenden Kosten der Meinung sein das man sich diesen Dienst sparen kann.


    Hallo Thilo und vielleicht auch an andere, nicht jeder kann ein vernünftig klingendes Anschreiben entwerfen,

    es soll ja auch nicht nur drin stehen " stellt den Dienst bitte nicht ein".

    Vielleicht könnte ja einer hier eine Art Musterschreiben entwerfen das sich jeder runterladen kann und

    dann per mail oder auch per Post an das DRK schicken kann.



    servus

    uwys

    Keine Macht den doofen!

  • Guten Tag ans Forum,


    soweit mir bekannt ist, wird die Einstellung des DRK-Suchdienstes für 2023 schon seit einigen Jahren über die Medien verkündet.

    Ich gehe davon aus, dass diese Angelegenheit schon in den so genannten "trockenen Tüchern" ist und bezüglich dieser Entscheidung längst der "Drops gelutscht" ist.

    Zumindest der Archivbestand des DRK-Suchdienstes wird ja wohl für wissenschaftliche Forschungszwecke erhalten bleiben (müssen). Hierfür müsste meiner Einschätzung nach das Bundesarchiv zuständig sein.

    Würde es für uns im eigenen Interesse nicht Sinn machen, wegen der weiteren Archivierung der Suchdienst-Bestände gezielt das DRK und das Bundesministerium des Innern anzuschreiben?

    Über die Einstellung des Dienstes als solcher, scheint ja schon längst entschieden zu sein.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Thilo,


    warum sollte denn die Online-Datenbank zur VBL eingestellt werden? Es dürfte doch das am einfachsten zu transferierende Projekt sein, wenn die Bestände dann zum Bundesarchiv kommen oder es ein neuer Bundesarchiv-Standort wird. Der Server Umzug ist doch technisch ohne Probleme umzusetzen, außerdem wird die Digitalisierung und Online-Stellung damals auch einiges an Geld (evtl. auch Fördermittel) gekostet haben. Das schmeißt doch keiner auf die Halde wenn es funktioniert und nur mit geringem Aufwand weiter genutzt werden kann.


    Das der Suchdienst 2023 eingestellt werden soll war ja schon länger bekannt. Bin auf die Umsetzung gespannt, da hat man bisher noch gar nichts gehört, könnte mir vorstellen dass die Unterlagen entweder an das Bundesarchiv PA, das Lastenausgleichsarchiv (dorthin kamen ja schon die Unterlagen des kirchlichen Suchdienstes) gehen oder der jetzige Standort als Bundesarchiv übernommen wird. Ich kenne aber die räumliche Situation dort nicht.


    Bundesarchiv PA liegt ja auf Grund der Thematik nahe und in Berlin wird es in den nächsten Jahren sowieso einige organisatorische und räumliche Änderungen geben.


    Gruß Alex

  • Hallo zusammen,


    mir drängt sich beim Transfer der Daten, insbesondere der VBL, die Frage nach dem Datenschutz auf. Das Bundesarchiv wird die Daten der VBL evtl. nicht mehr online zur Verfügung stellen. Inwiefern es eine Rolle spielt, dass die VBL jahrelang verfügbar war und ob es so sein wird, kann ich zwar nicht beurteilen, aber auch nicht, ob die Informationen weiter für jedermann abrufbar sein werden.

    Ich, für meinen Teil, kann nur hoffen, dass die Listen weiter einsehbar sind. Schon alleine die Mahnung Nie wieder Krieg, die von diesen Listen ausgeht, muss erhalten bleiben.


    Grüße

    Alex

  • Hallo Alex,


    Quote

    Hallo Thilo,


    warum sollte denn die Online-Datenbank zur VBL eingestellt werden? Es dürfte doch das am einfachsten zu transferierende Projekt sein, wenn die Bestände dann zum Bundesarchiv kommen oder es ein neuer Bundesarchiv-Standort wird. Der Server Umzug ist doch technisch ohne Probleme umzusetzen, außerdem wird die Digitalisierung und Online-Stellung damals auch einiges an Geld (evtl. auch Fördermittel) gekostet haben. Das schmeißt doch keiner auf die Halde wenn es funktioniert und nur mit geringem Aufwand weiter genutzt werden kann.

    mit der Einstellung des Suchdienst (bzgl. des Zweiten Weltkriegs) wird nach jetzigem Stand auch das Onlineangebot VBL eingestellt, was diese Info betrifft, muß ich einfach um Vertrauen bitten. Daher habe ich an den Suchdienst und das DRK-Generalsekretariat geschrieben.


    Quote

    Hallo Thilo und vielleicht auch an andere, nicht jeder kann ein vernünftig klingendes Anschreiben entwerfen,

    es soll ja auch nicht nur drin stehen " stellt den Dienst bitte nicht ein".

    Ich halte nicht viel von Schema F -Anschreiben. nach 2-3 Stück erkennt der/die Zuständige sie schon an der Aufmachung und legt sie beiseite. Besser, wenn jeder seine persönlichen Gründe nennt, ob perfekt ausformuliert oder nicht spielt keine Rolle.


    Deutsches Rotes Kreuz e.V.

    Generalsekretariat

    Carstennstr. 58

    12205 Berlin


    https://www.drk.de/das-drk/kontakt/kontaktformular/


    DRK-Suchdienst

    Standort München

    Chiemgaustraße 109

    81549 München


    E-Mail: info@drk-suchdienst.de



    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • ... Meine Frau fragte mich: "Wer sucht denn da heute noch jemanden" ...


    Hallo,


    in der Pressemeldung zur Einstellung des Suchdienstes wurde darauf hingewiesen, dass dort alleine im vergangenen Jahr 2019 noch über 10.000 Suchanfragen gestellt bzw. bereits bestehende Suchanträge erneuert wurden - der größte Teil mit Bezug zur Schicksalsklärung von Vermissten im oder nach dem zweiten Weltkrieg und im Bereich Genealogie. Weiterhin hiess es dort, dass der Suchdienst im Rahmen seiner langjährigen Tätigkeit in 23% der Suchfälle zur Klärung beitragen konnte.

    Wenn man jetzt einfach nur mal die Statistik dieser Zahlen betrachtet wurden also im Durchschnitt in 2019 jeden Tag rund 27 Suchanträge gestellt, erneuert oder Informationen dazu angefragt.


    Vor fast genau drei Jahren hatten wir das Thema auch schon mal hier im Forum: Ab 2023 keine Suchanfragen mehr beim DRK


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Pummel,


    das Thema wurde hier schon behandelt.


    In der Bundesregierung gibt es hierzu jetzt Diskussionen, da die CDU/CSU für ein Fortbestehen wirbt.


    VG
    THWler

    Auf der Suche nach Infos und Relikten der Technischen Nothilfe (TN), den Technischen Truppen (Technische Abteilungen und Bataillone) und dem Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD)-/Luftschutzdienst (LS)-Abteilungen/Luftschutzpolizei, zum Erhalt der Vorgeschichte des Technischen Hilfswerk (THW) und der systematischen Aufarbeitung der Historie mit dem langfristigen Ziel öffentlich zugänglicher Publikationen unter wissenschaftlichen Maßstäben.

  • Guten Abend zusammen,


    ich habe die Threaderöffnung von "Pummel" hier angehangen,

    "THWler" hatte darauf aufmerksam gemacht.

    Danke sehr.;)


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo zusammen,


    THWler

    Danke für die Info. Diesen Thread hatte ich noch nicht gelesen. Als ich heute morgen den Artikel las, fand ich es nur wichtig das diese Info auch in dieses Forum gelangt.

    Dieses Angebot des DRK hat mit Sicherheit schon vielen geholfen etwas über seine Angehörigen zu erfahren - auch mir.

    Ich werde mich ebenfalls mit einem Schreiben an das DRK wenden, mit der Bitte, diesen Dienst beizubehalten.


    Thomas

    Danke für die "Umsetzung"


    Grüße von

    Pummel

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich mit den mir bekannten parlamentarischen Staatssekretären in den Bundesministerien des Innern, für Bau und Heimat und Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu der Thematik ausgetauscht und darf einen kurzen Sachstand vermelden: Beide Seiten der Regierungskoaliation befürworten die Fortführung des DRK-Suchdienst. Eine Stellungnahme dazu wird es noch diesen Monat geben.


    VG
    THWler

    Auf der Suche nach Infos und Relikten der Technischen Nothilfe (TN), den Technischen Truppen (Technische Abteilungen und Bataillone) und dem Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD)-/Luftschutzdienst (LS)-Abteilungen/Luftschutzpolizei, zum Erhalt der Vorgeschichte des Technischen Hilfswerk (THW) und der systematischen Aufarbeitung der Historie mit dem langfristigen Ziel öffentlich zugänglicher Publikationen unter wissenschaftlichen Maßstäben.

  • Moin Jörg,


    das ist eine ganz hervorragende Nachricht! Und auch ein Erfolg, an dem alle auch hier im Forum beteiligt sind, die ihre Zeit und ihr Wissen eingebracht haben und einbringen, Vermisstenschicksale klären zu helfen. Ein stiller, mitnichten aber unwichtiger Erfolg dieses Forums.


    Es macht Mut zu sehen, dass politische Entscheidungen gelegentlich auch von denen revidiert werden, die sie getroffen haben.


    Viele Grüße,

    Justus

  • Moin Justus ,

    das ist eine Seite der Medaille.leider gibt es aber auch im bereich der Gräber viel ungereimtes was man heute mit Hilfe von Fotos nachbessern könnte. Da wurde jemand als Unbekannter Soldat bestatte und trotz später aufgefundene Grabfoto ist man nicht willens das zu ändern. Da lies sich viel gerade Rücken wenn Behören mitdenken würden.


    Gruß

    Jörg

  • Guten Tag Jörg,


    ein berechtigter Einwand von dir, von Leuten, die nicht wissen können, was hier hinter den Kulissen abläuft...abgelaufen ist.


    Ob ich das alles jetzt eins zu eins repetieren kann, ich glaube eher nicht,

    ist auch egal, aber,

    die Arbeitsgemeinschaft Erstgrablagen, eine unserer ArGes im Forum,

    hat in der Beziehung schon Unglaubliches geleistet.

    Guten Kontakt zum Volksbund, zu den Umbettern vor Ort selbst,

    Auswertung von Grabbildern, hier war Spürnase Ulf unersetzlich, was er natürlich immer noch ist,

    wir haben mehrmals den Volksbund, deren Umbetter vor Ort, erst mit den nötigen Informationen versorgt,

    damit die überhaupt wissen, wo etwas zu finden sein wird.

    Deutlicher, wir haben die mit der Nase erstmal darauf gestossen.....


    Durch den Wegfall von Mattias/Faintz, er war federführend hinsichtlich der Kontakte,

    sind wir dabei, das Ganze wieder in Form zu bringen.


    Gebt uns Zeit, wir schaffen das,


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Moin Andreas,


    eure Arbeit stelle ich ja gar nicht in Frage. Ich habe da ja so ein klein wenig aus den Zeilen lesen können. Was mich ärgert ist das man nicht früher, besonders als es noch Bilder in Massen bei lebenden Kriegsteilnehmern gab, auf diesen Weg kam. Man hätte Grablagen nur mit den Fotos nach kontrollieren müssen.

    Gruß

    Jörg