Feldpostnummer zuordnen

  • Hallo zusammen, wer kann mir folgende Feldpostnummern zu dem je angegebenen Datum zuordnen. In der Axis Liste habe ich schon geguckt, waren aber in diesen Zeiträumen nicht explizit aufgeführt. L50023b am 21.12.1942. 60438A am 09.03.1945. Noch ein Absender ohne FPN jedoch Anschrift Absender H.K. Fallschirmarmee Gardelegen, wofür Steht hier das H.K. Danke im voraus viele Grüße Bartmann

  • Hallo!


    Bis du dir mit den FPN oder Zeiträumen sicher?

    L50023b am 21.12.1942.

    50023

    (8.9.1943-22.4.1944) 19.1.1944 13. Kompanie Fallschirmjäger-Regiment 6 (neu)


    ... würde nicht passen, u.a. wegen dem Datum sowie dem Zusatzbuchstaben. Das L steht für Luftwaffe und das b für die 1. Kompanie in einer Abteilung oder Bataillon, das würde somit nicht passen.



    60438A am 09.03.1945.

    60438

    (23.4.1944-24.11.1944) 17.11.1944 Stab II u. 5.-8. Kompanie Fallschirm-Regiment 19


    ... wäre der Stab des II./Fallsch.Jg.Rgt.19




    Woher stammen die FPN´s?


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven30,

    Alle Nummern stammen von Briefen.

    Im Anhang der Umschlag L50023b

    Der Inhalt liefert leider keine konkreten Erkentnisse. Der Soldat schreibt nur Weihnachtsgrüße an seine Eltern und spricht davon das die Quarantäne zum Glück aufgehoben wurde. Laut Lexikon der Wehrmacht wurde das Regiment 6 am 13.01.43 in Vannes aufgestellt.


    Auf "Schlaweck.com" wird angegeben:

    "Aufgestellt im Winter 1942/43 zusammen mit der
    2. Fallschirmjäger-Division in Nimes in Südfrankreich aus dem Luftwaffen-Feld-Bataillon 100 und der IV./Luftlande-Sturm-Regiment 1. Ende Juni 1943 erfolgte nach intensiver Ausbildung die Verlegung mit Ju 52 nach Italien"

    Der Brief ist vom 21.12.42 , könnte es nicht sein dass die Nummer auch in dem Zeitraum bereits für das Regeiment 6 vergeben war? Viele Grüße Bartmann

  • Hallo!

    Das 6. Regiment wurde am 13.01.43 in

    Vannes aufgestellt. Der Brief ist vom 21.12.42 , könnte es nicht sein dass die Nummer auch in dem Zeitraum bereits für das Regeiment 6 vergeben war?

    Möglich ist das, aber der Zusatzbuchstabe passt nicht ...


    Grüße

    Sven

  • Hallo, Bartmann,


    an dem Zusatzbuchstaben "b" würde ich mich nicht stoßen, auch die Luftwaffe verwendete solche Zusatzbuchstaben, deren Entschlüsselung jedoch bislang noch nicht gelungen ist. Diese Zusatzbuchstaben findet man hauptsächlich bei Einheiten, die sich im französischsprachigen Raum aufgehalten haben. Von daher denke ich schon, daß es sich bei der FPN um die 13./FJR 6 handelt.


    Was man natürlich auch immer einkalkulieren muß, ist eine Falscheinstellung im Datumsbereich des Feldpoststempels. Ich habe da schon tolle Stilblüten erlebt ;)


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    habe gerade nochmal in meinen Unterlagen "gewühlt" und was zu den kleinen Unterscheidungsbuchstaben bei den L-Feldpostnummern gefunden.


    Demnach könnte der kleine Unterscheidungsbuchstabe darauf hinweisen, daß es sich nicht um die 13./FJR 6 handelt, sondern um eine kleinere und auf dem Kommandowege aufgestellte Einheit, die entweder ortsnah zur 13./FJR 6 oder ihr "unterstellt" war.


    Grüße

    Files

    • 0598.jpg

      (3.96 MB, downloaded 31 times, last: )
    • 0599.jpg

      (4.02 MB, downloaded 22 times, last: )

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo, JR,


    da es sich hier um eine Anordnung des Luftgaukommandos Belgien-Nordfrankreich handelt, gehe ich davon aus, daß andere Luftgaukommandos ähnliche Anordnungen bezüglich der Feldpost hatten. Es erklärt zumindest, daß auch Luftwaffen-Einheiten Zusatzbuchstaben nutzen konnten, sogar Doppelbuchstaben. Wie allerdings die Zuteilung eines solchen Buchstabens aussah, welche Einheit sich hinter welchem Zusatzbuchstaben verbarg, da schweigen die Dokumente leider. Eine feste Zuteilung wie beim Heer gab es nicht.


    Ich füge noch eine weitere Seite aus dieser Anordnung bei.


    Grüße

    Files

    • 0600.jpg

      (4.02 MB, downloaded 17 times, last: )

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    Quote

    demnach könnte der kleine Unterscheidungsbuchstabe darauf hinweisen, daß es sich nicht um die 13./FJR 6 handelt,

    genau das. Mit diesen FPN mit einem zusätzlichen Kleinbuchstaben handelt es sich um eine Einheit die keine eigene Eigene FPN bekam

    (Gründe siehe die o.g. Anlagen).



    Also es geht nicht um das 13. Kompanie Fallschirmjäger-Regiment 6


    Ein Anmerkung an den Themenersteller, es ist immer besser Zusammenhänge ganz zu präsentieren denn es

    führt, wie in diesem Fall, zu eine falschen Deutung und auch dazu das die Einheit "klein b" unbekannt bleibt

    Gruss Dieter

  • Hallo Diana,

    danke für den "Nachklapp". Durch die Verwendung der Kleinbuchstaben war man wohl flexibel, entsprechenden Einheiten, die nur kurz im Luftgau bestanden, einen solchen "Marker" befristet zuzuweisen. Später konnten dann andere Einheiten den gleichen Buchstaben bekommen, ohne viel Aufhebens zu machen, wenn ich das richtig verstanden habe. Eine ziemlich patente Lösung, aber für den Interessierten/die Interessierte von heute ein Problem hinsichtlich der Zuweisung der Einheit.

    Beste Grüße,

    JR

  • Hallo, JR,

    ..... aber für den Interessierten/die Interessierte von heute ein Problem hinsichtlich der Zuweisung der Einheit.

    Du sagst es! Eine Identifizierung solcher Einheiten - von der Laufzeit ganz abgesehen - ist damit für uns heute praktisch unmöglich.


    Interessant finde ich aber auch den Hinweis auf die s.g. "Sammelfeldpostnummer" - in dem Fall die L 50825. Diese Feldpostnummer war ja keine Sammelfeldpostnummer im herkömmlichen Sinne, sondern gehörte zu einer Teilkommandantur der Fliegerhorst-Kommandantur A 205/XI, später E 224/XI Platzkommando Amierr-Glisy. Man könnte nun spekulieren, daß Kommandanturen/Fliegerhorst-Kommandanturen etc. (sicher nicht alle) im Prinzip solche "Feldpostnummern"-Teiler waren. In meiner privaten Sammlung konnte ich (auf die Schnelle) Zusatzbuchstaben bei Fliegerhorst-Kommandanturen mehrfach finden, und zwar L 36620 W (LGPA Wien), L 07773 A (LGPA Amsterdam), L 60353 N (LGPA Breslau). Da diese Feldpost in unterschiedlichen Luftgauen befördert wurde, gehe ich davon aus, daß evtl. alle Luftgaukommandos solche Anordnungen für Zusatzbuchstaben erlassen haben. Es gilt nun, diese zu finden ;)


    In dem Zusammenhang hätte ich noch an Bartmann die Frage, ob es sich bei dem Schreiber Soldat W. Sandhövel um folgenden Gefallenen handelt und ob er mit Dir in einem verwandtschaftlichen Verhältnis steht?


    Nachname: Sandhövel

    Vorname: Wilhelm Johann

    Dienstgrad: Unteroffizier

    Geburtsdatum: 31.12.1923

    Geburtsort: Köln

    Todes-/Vermisstendatum: 03.07.1944

    Todes-/Vermisstenort: nicht verzeichnet


    Wilhelm Johann Sandhövel ruht auf der Kriegsgräberstätte in Köln-Südfriedhof, Commonwealth-Te.

    Endgrablage: Reihe 44E Grab 82


    Wenn man dessen militärischen Werdegang kennen würde, ließe sich vielleicht die FPN L 50023 b entschlüsseln.


    Beste Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Moin Diana,

    habe nur wenige FP-Belege aus dem 2. WK und in der Regel auch anders weggeordnet, da diese dann personenbezogenen (Splitter)nachlässen zugeordnet sind, statt z.B. der Rubrik "Feldpost, 2. WK." Aber von Dir jetzt entsprechend sensibilistert, werde ich die Augen nach dieser Besonderheit offenhalten und dich gegebenenfalls informieren, wenn ich auf solche Belege stoße.

    einen schönen 1. Mai,

    JR

  • Hallo,

    ein recht herzliches Dankeschön an alle, für ihre Antworten und Hinweise.

    @ natu02 es besteht kein verwandtschaftliches Verhältnis, die Adresse könnte jedoch auf die Identität des Briefschreibers hinweisen.

    Hier ein weiterer Hinweis zum Todesort https://museenkoeln.de/ns-doku…chstabe=S&s=2488&id=11816. Letztendlich wird die Nummer sowie das Schicksal des Soldaten für immer ein Rätsel sein.

    Gruß Bartmann

  • Hallo zusammen,


    Quote

    die Adresse könnte jedoch auf die Identität des Briefschreibers hinweisen.

    zu der Adresse auf dem FPB, das ist soweit alles schlüssig sie Anhang.


    Zu der Suche, obwohl die FPN auf dem Brief sehr verlockend ist taugt sie nicht zur Aufschlüsselung weil hier,imo, ein Fehler drin ist.


    Sinn könnte machen bei dem letzten "Truppenteil" anzusetzen


    Quote

    H.K. Fallschirmarmee Gardelegen

    Damit dürfte Hermann Göring Fallschirmarmee gemeint sein und das würde auch den Weg zum Verbleib weisen

  • Hallo, Bartmann,


    Quote

    Letztendlich wird die Nummer sowie das Schicksal des Soldaten für immer ein Rätsel sein.

    nicht unbedingt! Man könnte beim Volksbund freundlich nachfragen, welcher Einheit der Gefallene angehörte, als er fiel bzw. verstarb. Einen Versuch ist es wert. Ich könnte mir vorstellen, daß sie dem FJR 6 sehr nahe war, vielleicht eine Transport- oder Gerätekolonne?


    Beste Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo zusammen,


    eine Zuordnung der Feldpostnummer L50023 zur 13./FJR6 halte ich für ausgeschlossen. Das FJR 6 wurde erst im Februar 1943 aufgestellt. Außerdem erhielt die Einheit zunächst die Feldpostnummer L54823.

    Leider habe ich keine Idee was die Lösung sein könnte?! Eventuell ist die Zuteilung der Feldpostnummer zu diesem Zeitpunkt nicht erhalten geblieben. (Kannapin ist nicht vollständig)


    Mich würde ein Bild des Briefes aus Gardelegen interessieren, vielleicht kann man da noch etwas erkennen, was der Lösungsfindung zuträglich wäre ;)


    daflocki007

  • Hallo Daflocki,


    genau das ist auch mein Punkt. Neben dem von dier angesprochen Punkten könnte hier der BDF ggf. weiterhelfen zumidest mit den Zeiten

    wann wo augestellt. Hier gibt es ja auch Versionen ;)

    Gruss Dieter