Welches MG?

  • Guten Tag!


    Kann mir jemand sagen, welches MG vorn/unten aus dem Kampfkopf der Do 17 Z herausragt? Kann das ein MG 151/15 sein? Die hier gezeigte Do 17 wurde zum Geleitschutz über dem Mittelmeer, aber auch zur Erdkampfunterstützung im Afrikafeldzug eingesetzt.


    Freundliche Grüße


    Wolf

  • Hallo Wolf,


    ich würde ehere auf ein MG17 tippen.

    Das MG151 hatte 2cm Kaliber und wirkte wesentlich wuchtiger.


    Bist Du mit Do17 sicher?

    Könnte auch Ju88 sein, Do17 in Afrika ist mir nicht bekannt, weil bereits 1940 zu langsam.


    Grüße, ZAG

    Mainfränkische Einheiten, 454.Sich.Div.

  • Hallo ZAG,


    danke für die freundliche Einschätzung. Ja, ich bin mir sicher. Mein Schwiegervater war der Kapitän der Staffel (10./ZG 26). Er ist der Mann mit Mütze, der sich das MG besieht. Unten noch ein Bild, aus dem man ersehen kann, dass das Front-MG einen längeren Lauf zu haben scheint als die anderen.


    Beste Grüße


    Wolf

  • Hallo Wolf,


    Quote

    Unten noch ein Bild, aus dem man ersehen kann, dass das Front-MG einen längeren Lauf zu haben scheint als die anderen.

    das scheint nur so, bei den anderen MG 17 an Bord sitzt nur die Aufnahme für die Lafette weiter vorne. Je weiter hinten, also Richtung Schütze die Aufhängung sitzt, desto größer wird der Schwenkbereich. Allerdings nimmt dann die Streuung zu und der Schütze muß auch den Bewegungsraum haben, den Schwenkbereich ausnutzen zu können.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    danke für den Hinweis. Dann verbuche ich das Front-MG dieser Do 17 ebenfalls als MG 17, wenn sich kein Widerspruch erhebt.


    Gruß


    Wolf

  • Hallo Wolf,

    das ist ein MG 15, für bewegliche Handbedienung durch den Beobachter oder Bordmechaniker (je nachdem, ob 3 oder 4 Mann Besatzung).

    Die gleiche Waffe war auch im Heckstand der Do 17 eingebaut.

    Das MG 17 war die Version für starren Einbau (Jäger, Zerstörer, Nachtjäger).

    Die nach vorn/unten ausgerichtete Waffe in der Do 17 auf dem Bild diente für Tiefangriffe und konnte natürlich auch geschwenkt werden (im Gegensatz zum starr eingebauten MG 17, bei dem mit dem ganzen Flugzeug/Rumpf gezielt wurde).

    Das MG 15 war in allen deutschen Mehrsitzern (Do 17, He 111, Ju 88, Ju 87, Bf 110, diverse Seeflugzeug. usw....) bei Kriegsbeginn die Standard Abwehrwaffe nach hinten/seitlich, und wurde in den späteren Versionen durch das MG 81 abgelöst.

    Alle genannte Waffen haben das Kaliber 7.92 mm (Zivil: 8x57), wie auch die Heereswaffen MG 34 und 42.

    Falls ich mich irre, bitte ich um Korrektur.

    V. Grüße, Uwe K.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • Guten Abend!


    Mein Dank an Thilo und Uwe für die freundlichen Auskünfte!


    Beste Grüße


    Wolf

  • Hallo Karl,


    das müsste ich nachlesen, die Teilelisten der Do 17 Z habe ich nicht auf Abruf, auch nicht die der anderen Muster.
    Sollte es mich irgendwann mal interessieren, dann finde ich es heraus.

    Momentan fehlt mir dazu die nötige Motivation.


    Ich hab's mehr mit der Fliegerei und den operativen Einsätzen der Luftwaffe - um das Flugzeug kümmert sich das technische Personal. ;)


    Gruß, Uwe K.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • Hallo zusammen,


    vielleicht noch interessant in diesem Zusammenhang:

    Die beschriebenen MG für den Einsatz in Luftfahrzeugen wurden im weiteren

    Verlauf des Krieges teilweise (z.B. MG 15, 17, 81) umgerüstet (Zweibein, sowie

    Schulterstütze) und als Infanteriewaffen eingesetzt.


    Gruß

    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo,


    zum Karfreitag, auch von mir noch eine kleine Ergänzung.


    Das MG 15 und das spätere MG 81, das meist als Zwillings MG 81 Z verwendet wurde, hatte für die Handbedienung:

    - einen Pistolengriff zur Führung und Abzugauslösung, und seitlichen, mechanischen Spann-/Durchladehebel

    - die Trommeln wurden beim MG 15 von den Bordschützen manuell gewechselt.

    - auch die Bordfunker und -mechaniker hatten eine Bordschützenausbildung.

    - das MG 15 hatte (Doppel-)Trommelmagazin, das MG 81 (Z) eine Gurtzuführung für die Munition

    - das MG 81 Z war kürzer und daher handlicher als das MG 15 und hatte als Zwilling - im Vergleich zum MG 15 - eine deutlich höhere Feuerrate

    - beim MG 15 blieben die verschossenen Hülsen im Gurt in der Trommel, beim MG 81 gab es einen Auswurfkanal, der in einen Hülsensack mündete. Dadurch flogen die verschossenen Hülsen nicht quer durch die Flugzeugkanzel.


    Das MG 17 hatte als starr eingebaute Waffe:

    - pneumatische oder elektrische Durchlade- und Spannvorrichtung

    - pneumatische oder elektrische (Fern)Auslösung, in der Regel mit Gurtzuführung der Munition

    - z.B. bei der Bf 109 (verbaut bis Baureihe G-4, ab G-5/6 dann abgelöst durch das 13 mm MG 131), mit Hülsenkanal und Sammelvorrichtung (Sack) für verschossene Hülsen


    Frohe Ostern, Uwe K.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."