SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 10 - Ardennenoffensive

  • Guten Morgen,


    mich habe diverse Nachforschungen im Zuge meiner Familienforschung in Bezug auf die Ardennenoffensive durchgeführt.


    Hierbei ging es auch um den Lazarettstandort Rheinbach.

    Im Zuge meiner Recherchen viel auf, dass im Zeitraum zwischen Beginn der Ardennenoffensive bis 31.12.44 auf dem zugehörigen Friedhof des Lazarettes 14 Soldaten der SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 10 insbesondere der 4. Kompanie dieser Einheit bestattet liegen. Es handelt sich alles um Tote des Kriegslazarettes. Die Daten basieren auf einer Archivauskunft.


    Dies verwunderte mich sehr. Nach meinem Kenntnisstand haben nur kleine Teile der 10. SS-Panzer-Div. teilgenommen. Die Division gehörte nach meinem Kenntnisstand der Reserve der 6. Panzer-Armee an und nur z.B. das SS-Panzer-Artillerie-Regiment 10 nahmen an Gefechten teil, oder irre ich mich?

    Hat jemand nähere Informationen zu der o.g. Einheit und dem Einsatz während der Ardennenoffensive?


    Viele Grüße


    HendriH.

  • Guten Tag ans Forum und an den Anfragenden,


    wenn die 4.Kompanie/ SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 10, die schwere Kompanie gewesen ist, so war mein Vater Angehöriger dieser Einheit.

    Mein Vater will Weihnachten 1944 wegen eines alliierten Bombardements in einem Luftschutzbunker bei Bonn verbracht haben.

    Wenn ich das mit den Angaben zum Lazarett-Standort Rheinbach in einen Zusammenhang bringe, so mag die Einheit zwar nicht an der Front gewesen sein, aber Verluste durch Bombenangriffe erlitten haben.

    Ein für mich durchaus nachvollziehbares Szenario.

    Was steht denn in der Archivauskunft? Was haben die SS-Soldaten für Verletzungen gehabt? Jede Todesursache hat ihr typisches Erscheinungsbild, so auch Bombenverletzungen.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Danuser,


    Verluste durch Luftangriffe wären natürlich ein durchaus denkbares Szenario.


    Die Archivauskunft besagt nur, aus welchen Einheit die im o.g. Zeitraum im Lazarett in Rheinbach (wahrscheinlich Kriegslazarett 1/605) verstorben Soldaten stammen, insbesondere die Soldaten der Waffen-SS die auf der Kriegsgräberstätte Rheinbach. Ich habe nur Name, Vorname, Geb. Datum, Dienstgrad und letzte Einheit. Verletzungen bzw. Todesursachen habe ich nicht recherchiert. Hierbei war halt auffällig, dass so viele Soldaten aus einer Einheit stammen, die nicht im Gefecht in den Ardennen stand.


    Ob die 4. die schwere Kompanie war, kann ich leider nicht sagen.

    Viele Grüße


    HendriH.

  • Hallo HendriH,


    nachdem was ich in den NARA-Rollen zu der Gliederung der Aufklärungsabteilungen des Heeres in einer in 1943 durchgeführten "Reform" gelesen habe, war die 4./ tatsächlich die schwere Schwadron. Wir hatten diese Frage im Forum schon einmal, im Netz existiert eine sehr umfangreiche Homepage über die Gliederung von Einheiten, leider habe ich den Link nicht mehr.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo zusammen!



    In dem Buch von Stefan Cazenave, Chronik der SS-Pz.AA 10, wird auf S. 240 erwähnt, dass die schwere Kompanie der SS-PzAA 10 nach Oberdrees bei Rheinbach kam und dort aufgefrischt wurde.


    Zum Pionierzug dieser Kompanie wird berichtet, dass die neu hinzugekommenen Soldaten erst eingewiesen und ausgebildet werden musste. „... Während einer Unterrichtsstunde wurde der Ort bombardiert und die Schule, in der der Unterricht stattfand, erhielt einen Volltreffer. Fast alle neu hinzugekommenen Soldaten kamen dabei ums Leben oder wurden schwer verwundet...“

    Ein Datum wird nicht genannt...


    Mehr kann ich bisher nicht finden, vllt. wird ja noch ergänzendes in der Pionier-Chronik dieser Division erwähnt, die mir aber nicht vorliegt...


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland,


    der Luftangriff wäre eine Erklärung.

    Bezeichnend ist, dass die alle der recherchierten Gefallenen dieser Einheit tatsächlich sehr jung waren (Jg. 26/27) und vom Dienstgrad SS-Sturmmann waren. Einzig ein SS-Unterscharführer war Jg. 1913. Dies spricht für die Darstellung in o.g. Buch.


    Als Todesdatum ist der 31.12.44 bei allen 14 Gefallenen dieser Kompanie. Auch dies untermauert die Sache mit dem Luftangriff. Ob der 31.12.44 der Tag des Luftangriffs war, ist natürlich nicht definitiv zu sagen.


    Viele Grüße


    HendriH.

  • Hallo HendriH,



    vielen Dank für die ergänzenden Angaben zur Zahl der Toten und das Datum,


    wie geschrieben geht aus meinen Unterlagen da nichts mehr hervor, aber vllt. hat ja noch jemand anderes Ergänzungen!



    Herzliche Grüße 'Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo,


    gerne!


    Vllt. noch die Ergänzung, der o.g. Unterscharführer hieß laut meinen Unterlagen Erich Wolff. Zu diesem Mitglieder der 4. Kp./Pz.Aufk.Abt. 10 scheint es auch eine Sachakte beim Bundesarchiv zu geben: R 9361-III/501836


    Die genauen Umstände der Geschehnisse wird es hieraus aber sicherlich keine neuen Erkenntnisse geben.

    Viele Grüße


    HendriH.

  • Hallo zusammen,


    falls noch jemand Informationen benötigen sollte, würde ich mich in Oberdrees mal umhören.

    Evt. gibt es auch Unterlagen im Stadtarchiv von Rheinbach.


    Ansonsten die anhängenden Infos vom Soldatenfriedhof Rheinbach


    Gruß Bernd

  • Hey Bernd,


    vielen Dank für die beiden Bilder. Ich war auch noch im Dezember 2019 in Rheinbach und habe die Kriegsgräberstätte besucht.


    Im benachbarten späteren Sankt-Joseph-Gymnasium Rheinbach war seit September 44 auch Einheiten der Wehrmacht untergebracht. Dann war dieses Objekt Quartier von Teilen der 1. SS-Panzer-Division SS Leibstandarte Adolf Hitler. Danach wurde wohl ab November/Dezember 1944 auch in diesem Objekt ein Lazarett eingerichtet. Welches genau ist mir nicht bekannt.


    RolandP - hast du evtl. Hinweise, ob es ein SS-Lazarett in Rheinbach gab?


    Die beiden s-w Bilder zeigen das Objekt gegen Kriegsende. Das farb-Bild zeigt das Objekt im Dezember 2019.


    Laut meinen Recherchen und dem Buch „Der Schwarze Tag von Rheinbach“ war noch etwas weiter die Straße herunter das Kriegslazarett 1/605. Dies wurde wohl im Vinzenz-Pallotti-Kolleg untergebracht.

    Mein Großvater kam am 22.12.44 in eines der Lazarette, wohl in das 1/605.


    Ich hätte an weiteren Informationen insbesondere zu dem/-n Kriegslazarett/-en und der dazugehörigen Kriegsgräberstätte Interesse. Insbesondere für den Zeitraum der Ardennenoffensive.


    Viele Grüße


    HendriH.


    Quellen: o.g. Buch und Stadt Rheinbach