Bitte um Hilfe zum Nachforschungsantrag im Bundesarchiv

  • Liebe Forumsteilnehmer,



    zuerst einmal ein liebes Hallo in die Runde!:-)


    Ich bin ganz neu hier und habe mich angemeldet, um Klarheit über die militärische Vergangenheit einiger meiner Vorfahren zu erhalten.


    Nun möchte ich gerne Anfragen an das Bundesarchiv stellen ( ehemals WAst ).

    Aber schon weiß ich nicht weiter...:-(


    Meine Fragen wären:


    Wie muss ich den "Nutzungsauftrag" ausfüllen? Bzw. was ist der Recherchedienst? Was soll man da ausfüllen?

    Und: Wie verfahre ich bei Angehörigen eines Polizeibataillons? In diesem Falle war die Person auch vor dem Krieg bereits bei der Polizei.

    Zuerst im damaligen Dienstort bei der Polizei nachfragen? Gleich eine Anfrage an Berlin-Licherfelde stellen oder ganz normal über das Bundesarchiv?


    Entschuldigt die vielen Fragen, aber ich bin wirklich sehr ratlos gerade und würde mich über Hilfe von Euch freuen.



    Herzlichen Dank bereits und viele Grüße an alle

    von

    Lotosblume

  • ... Wie muss ich den "Nutzungsauftrag" ausfüllen? Bzw. was ist der Recherchedienst? Was soll man da ausfüllen?

    Und: Wie verfahre ich bei Angehörigen eines Polizeibataillons? In diesem Falle war die Person auch vor dem Krieg bereits bei der Polizei.

    Zuerst im damaligen Dienstort bei der Polizei nachfragen? Gleich eine Anfrage an Berlin-Licherfelde stellen oder ganz normal über das Bundesarchiv ...


    Hallo,


    die Verfahrenswege sind hier erklärt: https://www.bundesarchiv.de/DE…terlagen-persbezogen.html


    Du füllst den Benutzungsantrag und zusätzlich für jeden deiner Angehörigen, die der Wehrmacht angehörten, einen eigenen Rechercheauftrag aus und sendest alle Unterlagen an das Bundesarchiv/Abt. PA in Berlin-Reinickendorf. Das Feld "Recherchedienst" im Benutzungsantrag lässt Du frei.

    Für ehemalige Angehörige der Polizei verweist das Bundesarchiv an die entsprechenden Stellen in den heutigen Bundesländern; sollte dort nichts vorliegen kannst Du auch direkt in der Dienststelle des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde anfragen. Für die Suche nach Informationen zu ehemaligen Polizisten hat der User Marcus in diesem Forumsbeitrag auch noch ein paar Tipps zusammengestellt: Grundlagen zur Suche


    Einen externen Recherchedienst musst Du eigentlich nur beauftragen, wenn die vorliegenden Unterlagen zu deiner Suche zu umfangreich sind (teilt Dir das Archiv in der Regel dann mit) und/oder Du nicht selbst für eine Einsichtnahme in das entsprechende Archiv fahren möchtest. Der Recherchedienst stellt Dir als Dienstleister dann gegen Gebühr die gefundenen Unterlagen in Kopie zusammen und schickt sie Dir zu: https://www.bundesarchiv.de/DE…edienste-beauftragen.html


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Lieber Wolfgang,


    vielen lieben Dank für Deinen Link!

    Das hilft mir schon einmal weiter. ( Obwohl ich nicht so die Technikerin bin und wahrscheinlich den Postweg wählen werde.:-))

    Nun schreibt Wattwurm, dass gar nicht mehr alle Infos mitgeteilt werden und auch, dass die Kosten doch ziemlich hoch sind.

    Hast Du oder jemand anderes hier da Erfahrung?

    Vielleicht wäre es sinnvoller, persönlich zu erscheinen...


    Auf jeden Fall Dir ein herzliches Dankeschön und einen schönen Abend!


    Liebe Grüße

    Lotosblume


    Lieber Johann Heinrich,


    auch Dir ein ganz herzliches Dankeschön!

    Ich lese daraus, dass das Archiv wohl nicht sucht und sucht und dann eine extrem hohe Rechnung erstellt, sondern nachfragt. Das ist ja schon mal gut!:-)


    Und danke auch, dass Du mich zu den Infos über die Polizei verlinkt hast!

    Ich dachte mir schon, dass das nicht so einfach wird. Jetzt muss ich mich halt langsam vorarbeiten.:-)


    Nochmals lieben Dank und einen schönen Abend!


    Liebe Grüße

    Lotosblume

  • Hi Lotosblüte,


    ich habe zu meinem Onkel per eMail angefragt, das lief reibungsloser als meine vorausgegangene schriftliche Anfrage, zu beiden habe ich bis jetzt noch keine Auskunft erhalten, aber das ist normal, es dauert eine Weile, das muß man verstehen.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Lieber Wolfgang,


    ja, Geduld wird gefragt sein, aber das sehe ich nicht so als Problem, das ist ok, wenn es dauert.

    Und dass es online gewiss zügiger und einfacher ist, glaube ich auch. Aber das überfordert mein technisches (Nicht-)Können!^^


    Wattwurm schrieb ja in dem Thread, den Du mir verlinkt hast, dass nicht mehr der ganze "Werdegang" übermittelt wird. Weißt Du genauer, was das bedeutet? Also bekommt man nicht mehr alle Einsatzgebiete oder so?

    Das wäre natürlich schade, denn gerade bei meinem Großvater würde ich schon gerne erfahren, wann er genau wo war...


    Einen schönen guten Morgen Dir und


    liebe Grüße

    Lotosblume

  • Hallo Lotosblüte,


    Dein richtiger Ansprechpartner dürfte dafür Wattwurm, ich denke er spricht Lazarettaufenthalte und Kriegsauszeichnungen, da ich bisher keine Auskunft erhalten habe, kann ich dazu nur so viel sagen, wo der Soldat eingesetzt wurde, läßt sich festzustellen, wenn man weiß wann er bei welcher Einheit war, dabei helfen wir Dir.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Lieber Wolfgang,


    vielen Dank!:-) Auch für das liebe Hilfsangebot!:-))


    Ich denke, ich sollte dann in den jeweiligen Unterforen meine Fragen stellen, damit es thematisch passt und die "Kenner" es entdecken.:-)

    Von meinem Großvater z.B. besitze ich nur wenig ( ich glaube, dass mein Onkel vieles an sich genommen hat und von ihm bekomme ich keine Auskünfte; egal worüber ). Allerdings konnte ich doch noch ein paar Sachen aufspüren.:-)

    Und auf diesen suche ich nach verwertbaren Hinweisen. Sobald ich da weiter bin, stelle ich das mal entsprechend ein und dann hoffe ich auf Ideen, die man weiterverfolgen kann.


    Liebe Grüße

    Lotosblume

  • Liebe Lotosblüte,


    ja, daran tust Du gut.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo an Alle,


    die überlangen und extrem zeitaufwendigen Auskünfte zu WASt Zeiten (die bekanntlich mehr als 2 Jahre dauerten) werden in dieser Form nicht mehr versandt. Selbstverständlich erhaltet ihr alle Informationen, aber es weden Spezialbereiche wie Kriegsgefangenschaft und/oder Kranbuchlagerunterlagen im ersten Prüfkreis nichtautomatisch ermittelt.
    Für Eure Info: Wenn der Arbeitsablauf der damaligen Ermittlungen bei der WASt beibehalten worden wären, kämmen heute Gebühren von über 300 Euro zusammen. Die WASt hat da noch nach Auskunftseiten (8€ pro Seite Auskunft) berechnet. Heute wird dort nach Ermittlungszeit berechnet. Pro angefangene halbe Stunde 15,34€. Wenn ihr nach einer ersten Auskunft tiefgreifende Informationen erhalten wollt, fragt ruhig nochmals an. Wenn möglich erhaltet ihr auch Kopien, was zu WASt Zeiten nicht der Fall war.


    Beste Grüße

    Wattwurm

  • Hallo in die Runde,


    ich kann bestätigen, dass es gerade in den Punkten Bearbeitungszeit und Erhalt von Kopien viel getan hat.

    Verstehe ich es denn richtig, dass mit der Auflösung der DD und dem Übergang des Materials an das Bundesarchiv (per Staatsvertrag zwischen dem Land Berlin und dem Bund), das Material der DD/WASt auch irgendwann automatisch zu Archivgut gem. des Bundesarchivgesetz gewidmet wird? Somit steht doch mit Sicherheit irgendwann auch mal die Frage der Nutzbarmachung gem. § 3 I - im Sinne von eigenen Recherchen im Raum, oder wird es nicht zu einer solchen Widmung nach § 3a Bundesarchivgesetz kommen?


    Gibt es hier schon Aussagen von Seiten des Bundesarchivs?


    Viele Grüße


    HendriH.

  • Lieber HendriH,


    ja, die Unterlagen der ehemaligen WASt und der ehemaligen Deutschen Dienststelle sind jetzt Archivgut und Unterliegen nun dem Bundesarchivgesetz, der Benutzungsverordnung und der Kostenverordnung. Die Umwidmung Besteht bereits seit dem 1.1.2019. Nur die Unterlagen für die gesetzlichen Aufgaben (Gräberkarten, Einzelne Gräberlisten, Übersendungen der Umbettungsprotokolle usw.) sind noch in der Fortführung und werden vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt umgewidmet werden.

    WASt und Deutsche Dienststelle gibt es nicht mehr. Derzeit werden die Arbeitsabläufe von Verwaltungsschriftgut zu Archivgut (dazu gehört ja auch der sukzessive veränderte Umgang mit den Unterlagen) umgestellt. Sicherung von konservatorischen Massnahmen bis hin zum ersten Digitalisierungsprojekt laufen bereits.


    Gruss

    Wattwurm


    Liebe Lotosblume,


    wenn Deine Anfrage beim Bundesarchiv (egal ob in Lichterfelde oder Reinickendorf, beide in Berlin) stellst, es wird geprüft, was vom Gesuchten vorhanden ist. Es wird auch geschaut, ob vielleicht an einer anderen Abteilung des Bundesarchiv etwas vorliegt. Du bekommst dann einen entsprechenden Hinweis dazu. Danach musst Du entscheiden, welche Informationen Du noch erhalten möchtest. Du bekommst alle Informationen, es wird nichts zurück gehalten. Nur wird aufgrund der eventuellen Fülle und der nicht digitalisierten Unterlagen in der Abteilung PA in verkürzter Form geantwortet, so dass Du eine Entscheidungsfreiheit hast und auf Deine Bereitschaft in welcher Höhe Du Kosten übernehmen möchtest, geachtet wird.


    Beste Grüße

    Wattwurm

  • Hallo Wattwurm,


    vielen Dank für die Antwort.
    Das hört sich sehr interessant an. Gerade Digitalisierungsprojekte könnten sehr interessant sein. Ich finde es gibt hier ein riesiges Potential z.B. auch für Schulprojekte. Die „große Geschichte“ wird auf einmal so persönlich bzw. ortsnah.


    Gibt es eigentlich Kennzahlen zur Abteilung PA des Bundesarchivs, die über die Anzahl der Anfragen, Anzahl Mitarbeiter etc. informieren? Sind doch sicherlich auch von der Politik gefragt...


    Grüße


    HendriH.

  • Lieber Wattwurm,


    vielen lieben Dank für Deine ausführlichen Informationen!!:-):thumbup:

    Also anfragen lohnt sich dann auf jeden Fall und man könnte - je nach vorhandenem Material - die Informationen vertiefen. Sozusagen stückweise vorangehen; das ist gut!:-)

    Ich hätte also die Chance, die "Löcher" zwischen den z.B. bei meinem Opa freimütig erzählten Zeiten zu füllen.:-) Vielleicht wird es eine schlimme Füllung, aber eine Gewissheit.


    Spannend finde ich natürlich auch, dass jetzt das erste Diagitalisierungsprojekt läuft!


    Es ist sehr lieb von Dir, dass Du mir das extra nochmal so ausfürlich erklärt hast! Danke dafür!:-))


    Einen schönen Abend und viele liebe Grüße

    Lotosblume


    Lieber HendriH,


    danke auch an Dich für Deine Vertiefung der Fragen!:-)

    Wie ich lese, hast Du bereits eine Anfrage gestellt. Es dauert also keine zwei Jahre mehr? ( Diesen Zeitraum hatte ich hier öfter gelesen.)

    Darf ich fragen, wie lange Du - und ihr - auf Antwort gewartet habt?


    Liebe Abendgrüße

    Lotosblume

  • Guten Abend,


    in der Abteilung Pa sind nun noch 230 Mitarbeiter/innen tätig. Davon ca. 120 in der Auskunfterteilung. Neu eingerichtet sind Magazindienst und eine zentrale Registratur.

    Es kommen ca. 3500 Neuanfragen pro Monat rein.


    ich selber habe bei meinen Nachfragen auch etwa 1 1/2 Jahre (das war 2016) gewartet. Im Anschluss habe ich alle weiteren Unternehmungen von einer Verwaltung zum Archiv zeitnah verfolgt.


    Gruss

    Wattwurm

  • Hallo Lotusblume,


    ich habe tatsächlich auf Altanfragen aus der Zeit der ehemalige DD schon sehr lange gewartet. Der längste Rückmeldezeitraum dauerte 2 Jahre und 3 Monate.

    Eine im August 2019 gestellte Anfrage wurde aber beispielsweise binnen 6 Wochen beantwortet. Das war bisher der kürzeste Zeitraum.


    Allgemein sind meine Erfahrungen mit dem Bundesarchiv (egal welche Abteilung) gut.


    Viele Grüße


    HendriH.


    Guten Abend und vielen Dank für die interessanten Daten, Wattwurm.


    42.000 Anfragen im Jahr ist ja schon noch was. Ist die Zahl noch steigend? Wurde die Anzahl der Stellen nach der Übernahme durch das Bundesarchiv aufgestockt? Ist bekannt wie viele Stellen unter der Verwaltung des Berliner Senats bei der DD waren?


    Viele Grüße


    HendriH.

  • Hallo in die Runde,


    das alte Klagelied über die sehr lange Bearbeitungszeit, kann ich nur schwer ertragen. Die WaSt, bzw. das Bundesarchiv handlet sehr vertrauliche Daten, dabei kann es sich schon um Erkrankungen handeln, die den Persönlichkeitsschutz auch heute noch berühren könnten und ebenso kritisch kann die Auskunft über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Einheit zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dann könnte der Soldat in Verbindung mit Kriegsverbrechen, die er gar nicht begangen hat, gebracht. Und gerade falsche Gerüchte halten sich sehr hartnäckig, besonders im Internet.


    Die Auskunftsstelle muß also sehr sorgfältig prüfen, wem sie welche Informationen gibt, das dauert halt, mein Vater erzählte uns Buben, daß einige Kameraden beim pinkeln, was bestimmtes abgefroren haben, das geht auch heute noch nur den betreffenden Soldaten an.


    Ich kann nur um Verständnis werben, für die lange Bearbeitungszeit.


    Gruß Wolfgang

    QUOD SEVERIS METES * Für jede Information zur 296., 327. und 357. I.D. bin ich dankbar.

  • Hallo an Alle,

    Nein, die Stellen wurden sogar vorher abgesenkt. Vor dem Übergang waren es noch fast 240 VZÄ = Vollzeitstellen.

    Bei der DD waren sehr viele in verschiedene Teilzeitmodelle. Der Altersdurchschnitt lag bei 56 Jahren. In den nächsten Jahren werden sehr viele in Rente gehen. Ob diese Stellen nachbesetzt werden, ????


    Viele Grüße

    Wattwurm

  • Lieber Wattwurm, lieber HendriH,


    danke für eure Infos über die Bearbeitungszeiten.

    Eigentlich ist es ja logisch, dass es bei dieser Fülle an Material nicht ruckizucki gehen kann.

    Und wie ich lese, ist es ja auch vom Personal her nicht üppig.


    Letztendlich ist es ja sekundär, denn grundlegend ist das Ergebnis wichtig. Ich wollte nur einmal hören, ob es da unterschiedliche Erfahrungen bei den Bearbeitungszeiten gibt oder es eben "in der Regel" so und so lange dauert. So kann man sich darauf einstellen.


    Auch Dir lieben Dank, Lobito! Natürlich darf man nicht vergessen, dass eine genaue Überprüfung der Infos, die herausgegeben werde, auch Zeit kostet! Und klar gibt es Privates, das dann tatsächlich niemanden etwas angeht.


    Ich habe aber eben noch gar keine Vorstellung davon, welche Art von Informationen man überhaupt erhalten kann. Das ist sicher unterschiedlich, weil ja nicht mehr von jedem alle Unterlagen existieren. Aber ich hätte auch nicht angenommen, dass ich sehr Privates erfahren würde.:-) Eher in die Richtung wann mein Opa z.B. wo eingesetzt war und bei welcher Einheit.


    Na, ich werde sehen, wie alles kommt!:-)


    Euch allen lieben Dank und ein schönes Wochenende...und bleibt gesund!:-)


    Liebe Grüße

    Lotosblume