Polizei-Bataillon 317 Wuppertal

  • (English version follows)

    Vielen Dank an alle für die sehr informativen Beiträge. Ich suche spezifische Informationen zu Pol. Batallion 317 Aktionen in Russland zwischen Juli-Oktober 1941 und Polizei Kampfgruppe IV von Herbst 1944 bis März 1945. Verfügt das Landesarchiv NRW über detaillierte Aufzeichnungen für diese Zeiträume für diese Einheiten? Weiß jemand, ob die Kampfgruppe IV tatsächlich einen Kampf gesehen hat? Ich untersuche eine Person, die mit dieser Einheit zusammen war und bei einem Bombenangriff am 23. März 1945 verwundet wurde, aber ich weiß nicht, ob sie sich im Hauptquartier der Einheit in Bocholt (damals bombardiert) oder auf dem Feld befand.

    Vielen Dank für jede Hilfe, die Sie leisten können!

    Bob


    Thank everyone for the very imformative posts. I am looking for specific information regarding Pol. Batallion 317 actions in Russia between July-October 1941, and Polizei Kampfgruppe IV from fall 1944 through March 1945. Does the Landesarchiv NRW have details records for these periods for these units? Does anyone know if Kampfgruppe IV actually saw combat? I am researching an individual who was with that unit who was wounded during a bombing attack on March 23, 1945, but I do not know whether he was at the unit headquarters in Bocholt (bombed at that time) or in the field.

    Thank you for any help you can provide!

    Bob

  • Hallo Bob & Moderatoren,


    erstmal herzlich Willkommen hier im Forum.

    Es wäre m.M. nach aber schön bzw. sinnvoll, wenn im Einvernehmen mit Bob ein neuer Thread zum Bataillon im Unterforum Einheiten der Polizei & des SD eröffnet werden könnte, zum Beispiel unter dem Arbeitstitel:


    Polizei-Bataillon 317 Wuppertal


    Denn die Fragestellung hat relativ wenig mit dem SS-Polizei-Regiment 7 in Norwegen zu tun und so geht der Überblick verloren. Ausserdem existiert zum Polizei-Bataillon 317 bis heute noch kein eigenständiger Thread. Ich selbst besitze zum Bataillon z.B. viele Fotoalben und -Nachlässe, würde die Bilder hier aber nie einstellen, da sie mit Norwegen und dem SS-Polizei-Regiment 7 nichts gemein haben.


    Beste Grüße & danke

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().

  • Guten Abend Daniel,


    ich habe diesen Thread nach deinen Vorgaben eröffnet,

    die beiden Posts dann hier angehangen.

    ich hoffe es passt so.


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Thomas/Huba,


    sehr schön, vielen herzlichen Dank für deine Mühe und den daraus resultierenden neuen Thread. 8)

    Es war wirklich sinnvoll, da der Werdegang des Polizei-Bataillon 317 mittlerweile recht ausgiebig dokumentiert ist.


    Die folgende meinerseits leicht abgespeckte Zusammenfassung zur Bataillonsgeschichte stammt aus dem Archiv unseres nimmermüden und emsigen Rolandus/RolandP, auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Denn ohne sein Zutun wäre das hier absolut undenkbar. :thumbup:


    Mit der chronologischen Fotoabhandlung zur Bataillonsgeschichte werde ich zu einem späteren Zeitpunkt beginnen, da diese ebenfalls sehr umfangreich ist.


    Pol.Btl 317 FPNr. 39 745

    (Wuppertal), aus Pol.Ausb.Btl. Oberhausen, Anfang 1941 Protektorat, Pardubitz, Königsgrätz, Pol.Rgt Böhmen, Juni 1941 Minsk, Ende Juni 1941 Brest-Litowsk, Offizierbesprechung mit von dem Bach, Juli 1941 Russland, Bataillon selten geschlossen im Einsatz, Kompanien weiter auseinandergezogen, August 1941 Sluzk, Bobruisk, Orscha, der 286.Sich.Div. unterstellt, 1.10.1941 Smolensk im rückwärtigen Heeresgebiet, 6.Januar 1942 Stab Krupka, Befriedungs- und Bewachungsaufgaben Raum Borikow – Orscha, HSSPF Mitte, 1.Kp. Februar/März 1942 Partisaneneinsatz Tscherwen, Juli 42 Wuppertal oder Essen, aufgefrischt, wird II./Pol.Rgt 7 (s.d.) (s.a. Klemp, Nicht ermittelt, S. 440)


    Das Polizei-Ausbildungsbataillon Oberhausen wurde Anfang 1940 aufgestellt. Teile der Truppe waren in Remscheid stationiert.

    (Klemp, Nicht ermittelt 2.Auflage, S. 365, im Folgen „Klemp, II, S.“; s.a. Anm. 12 Walter Schäfer, Die Polizeikaserne „Roland“ und das Polizeibataillon 317. Aus dem Photoalbum von Walter Schäfer, Oberwachtmeister der Schutzpolizei und stabsangehöriger des Pol.Btl. 317 in: Von Mauern und Menschen, Geschichtsprojekt der Polizei Oberhausen, 2009, S 120ff Walter Schäfer wurde am 26.August 1915 in Mülheim an der Ruhr geboren. (Dellen, S. 130)


    Den Stamm für das spätere Polizeibataillon 317 bildete das Polizeiausbildungsbataillon Oberhausen, welches in einer Kaserne auf dem Dümpterkamp stationiert war.

    Als Räumlichkeiten für diese Polizeikaserne diente das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche „Roland“, die im Rahmen der Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden ungünstigen Absatzsituation für Steinkohle im Jahre 1928 stillgelegt wurde. Das Kommando der Schutzpolizei Oberhausen hatte das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche „Roland“ von der Harpener Bergbau AG übernommen und als Polizeischule eingerichtet.


    Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die entmilitarisierte Rheingebiete, sowie das Ruhrgebiet und der Kündigung des Locarno-Vertrages am 7.3.1936 ging die in Mülheim an der Ruhr in der Kaserne des ehemaligen Infanterie-Regimentes 159 stationierte und zum Präsidialbereich Oberhausen gehörende Landespolizei in das Infanterie-Regiment 77 über. Ein Großteil dieser ehemaligen Landespolizisten fanden sich nach Ableistung ihrer eineinhalbjährigen Dienstverpflichtung in der Wehrmacht als Polizeischüler in der Roland-Kaserne wieder. Hier wurden diese Polizeischüler in der Folgezeit zu Polizeihauptwachtmeistern der Reserve ausgebildet.

    (Die Polizeikaserne „Roland“ und das Polizeibataillon 317 – Aus dem Kriegstagebuch von Walter Schäfer, Oberwachtmeister der Schutzpolizei und Stabsangehöriger des Polizeibataillons 317, zusammengefasst von Klaus van Dellen in Von Mauern und Menschen, Geschichtsprojekt der Polizei Oberhausen, 12.11.2009, 1.Auflage, S. 120 – 131. Das vorliegende Kriegstagebuch basiert auf Aufzeichnungen des jungen Oberwachtmeisters der Schutzpolizei Walter Schäfer, der ausdrücklich darauf hinweist, dass dieses Tagebuch keineswegs der Verherrlichung von grauenhaften Kriegen und seinen Scheußlichkeiten dient, sondern lediglich über rein reale Tatsachen und Begebenheiten berichtet, die das Polizeibataillon 317 während seines Russlandeinsatzes erlebte. In der Folge „Dellen, S.“)


    00.09.1940

    Ende September bis Mitte Oktober 1940 befand sich das gesamte Ausbildungsbataillon auf dem Truppenübungsplatz Fallingbostel bei Bergen in der Lüneburger Heide. (Dellen, S. 120. Siehe auch Photo „Abmarsch vom Kasernenhof der Roland Kaserne, Dellen, S. 121, hier bereits mit dem Deutschen Stahlhelm)

    „… Hier begann eine intensive Gelände- und Gefechtsausbildung, die mit Schulschieß- und Gefechtsschießübungen ihren Abschluss fand. In der Freizeit verführte die blühende Heide zu manchen Spazierfahrten mit dem Fahrrad. Natürlich war auch das Grab vom Heide-Dichter Hermann Löns das Ziel. Auch Hamburg war nicht weit entfernt. Auf Einladung der Holsten-Brauerei besuchten wir den Hamburger Hafen und den Tierpark Hagenbeck in Hamburg- Stellingen. Am Abend waren wir zu Gast in einem großen Variete auf Hamburgs sündiger Meile, der Reeperbahn. …“ (Dellen, S. 122, s.a. Klemp, II, S. 365)


    10.12.1940

    Aufgelöst wurden laut Erlass des Chefs der Ordnungspolizei vom 10.12.1940 – O.Kdo I O (3) 1 Nr. 138/40 die Polizei-Bataillone 201 bis 204, 206 bis 208 und 210, neu aufgestellt wurden die Polizei-Bataillone 315 bis 320 (Karl Schneider, Auswärts eingesetzt. Bremer Polizeibataillone und der Holocaust, Klartext Verlag Essen, 2011, S. 422, Anmerkung 42)


    Aus dem Ausbildungsbataillon Oberhausen und dem Ausbildungsbataillon Remscheid entstand im Januar 1941 das Polizeibataillon 317.

    Der Einsatz des Bataillons war für die besetzten Gebiete in Böhmen und Mähren vorgesehen, um dort neben weiterer Ausbildung und Schulung auch Sicherungsaufgaben zu übernehmen. Die erste Kompanie unter Führung von Hauptmann Meyrer hatte ihren Standort in Oberhausen. Der Stab mit der zweiten und dritten Kompanie in Remscheid. (vergl. Dellen, S. 122 u. Klemp, II, S. 365)


    Ein Teil der Angehörigen des Ausbildungsbataillons Oberhausen kam allerdings nicht zum Bataillon 317, sondern zum Bataillon 319, wie aus der Personalakte des Wachtmeisters Karl S. hervorgeht.

    Zumindest ist klar, dass ein großer Teil des Personals beim Pol.Btl. 317 aus Oberhausen stammte.

    Heimatstandort wurde aber die Polizeiverwaltung in Wuppertal.

    Kommandeur war der Major d.Sch. (Karl?) Stäglich (vorher bei der PV Hamburg?)

    (Klemp, II, S. 365)


    Die 1. Kompanie wurde in Oberhausen stationiert. Der Stab, die 2. und die 3. Kompanie lagen in Remscheid. (Klemp, II, S. 365 unten – 366)


    09.02.1941

    Am 09.02.1941 wurde das Pol.Btl. 317 in Remscheid verabschiedet. Anschließend kam es in der Tschechoslowakei, im sogenannten Protektorat, zum Einsatz. Die 1. Kompanie lag dort in Königsgrätz, die 2. Kompanie in Nachod und die 3. Kompanie in Pardubitz/ Pardubice in Böhmen. (Klemp, II, S. 366, s.a. Klemp, Daluege, S. 61)


    Im Stellenplan 1941

    Polizei Regiment Böhmen

    u.a.

    Polizei-Batl. Pardubitz = Pol.Btl. 317

    (Quelle: Tessin, Ordnungspolizei)


    08.05.1941

    Aus dem Fernsprechbuch des Pol.Btl. 2: Fernschreiben K.d.S. Berlin Nr. 887 8.5.1941

    An P.P. Das Kommando der Schutzpolizei Berlin

    Die Kommandeure der Pol.Batl. 2, 65, 82, 105, 131, 309, 311, 317 und 318 sind zu einer Besprechung nach Berlin, Hauptamt Ordnungspolizei, abzuordnen, Sie sind so in Marsch zu setzen, dass sie am 10.5.41 bis 8.00 Uhr eingetroffen sind.

    Unterschrift Der Chef der Ordnungspolizei

    (Arhiv Slovenije, SI AS 2008 Fascikel 161, Fernsprechbuch des Pol.Btl. 2, begonnen 1.1.40, Recherche Marcus Schreiner-Bozic, 12.5.2011)


    Die Bataillonskommandeure bekamen hier Instruktionen zum bevorstehenden Überfall auf die Sowjetunion. Der Chef der Ordnungspolizei Kurt Daluege betonte in seiner Ansprache, dass Russland ein Staat sei, der nicht in diese Welt gehöre und infolge dessen von den Landkarten zu verschwinden hätte.

    (u.a. Klemp, Nicht ermittelt, II, S. 236)


    19.05.1941

    Am 19. Mai 1941 erhielt das Pol.Btl. 317 den Abmarschbefehl nach Waldau, Oberlausitz. Es wurde der 286. Sicherungs-Division der Wehrmacht unterstellt. (Klemp, II, S. 366, Klemp, Daluege, S. 61)


    KTB Schäfer: 19. Mai 1941 Nach diesem Einsatz-Befehl hatte das Polizeibataillon 317 sich voll motorisiert in Waldau/Ober-Lausitz einzufinden. Hier wurde er der Sicherungsdivision 286 im Verband der Wehrmacht unterstellt. Kommandeur der Sicherungsdivision 286 war Generalleutnant Müller. (s.a. Keilig, Gen.d.H., S. 233: Kurt Müller, * 29.4.1882 Ohlau, Schlesien, 1.6.41 Gen.Lt. z.V., 25.3.41 Kdr. 286.Sich.Div. bis 15.6.42, gestorben 1942 in Wiesbaden)


    Zur Kenntlichmachung erhielten alle Angehörigen des Polizeibataillons 317 einen braunen Ärmelstreifen mit der Aufschrift „Deutsche Wehrmacht“ an ihrer Uniform. Zudem trugen sie den Wehrmachts-Stahlhelm mit dem Polizei-Hoheitsabzeichen auf der einen Seite, der deutschen Nationale auf der anderen. (Dellen, S. 122)


    Der Bataillonsstab und die Kompanien versammelten sich bei Sadowa und das Polizeibataillon setzte sich über Görlitz in Richtung Waldau in Marsch.

    Bei der Ankunft bezog der Stab in einer Gastwirtschaft mit dem schönen Namen „Gerichtskretscham“ Quartier. Inhaber war ein lustiger Wirt namens Erwin Göldner. Hier erwarteten wir nun neue Befehle und hatten noch immer keinen Schimmer von dem, was da auf uns zukommen würde. (Dellen, S. 122)


    26.05.1941

    Am 26. Mai 1941 zog das Bataillon weiter über Sprottau, Glogau und Lissa nach Lodz/ Litzmannstadt,

    von dort nach Tomaschow in Polen und später weiter nach Osten. (Klemp, II, S. 366, Klemp, Daluege, S. 61 unten – 62 oben)


    KTB Schäfer: 26. Mai 1941 Abmarsch des Polizeibataillons 317 nach Sprottau. Dort Verladung auf die Eisenbahn, die das Bataillon über Glogau und Lissa nach Litzmannstadt brachte.

    Nach der Ausladung erfolgte der motorisierte Weitermarsch nach Tomaschow in Polen. Eine Seidenfabrik war das Gesamtquartier des Bataillons. Er herrschte eine ungemütliche Hitze, die einige von den Kraftfahrern auf die Idee brachten, sich eine Glatze schneiden zu lassen. Das waren die ersten Glatzköpfe in Polen. (Dellen, S. 122)


    03.06.1941

    Am 3. Juni 1941 fuhr das Pol.Btl. 317 weiter über Petrikau, Niemes und Konski zum Truppenübungsplatz Barrycze. Hier wurde Major d.Sch. Stäglich durch Oberstleutnant Gresser abgelöst. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 3. Juni 1941 Von Tomaschow ging die Fahrt weiter über Petrikau, Niemes und Konski zum ehemaligen polnischen Truppenübungsplatz Barrycze. Hier bahnte sich die Ablösung unseres Bataillonskommandeurs Major Stäglich an, der in übertriebenem Eifer zu jeder Tages- und Nachtzeit das Bataillon in Alarmbereitschaft versetzte und somit nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch bei den Kompanie-Offizieren für gewaltigen Ärger sorgte.

    Sein Nachfolger wurde Oberstleutnant Gresser, ein besonnener und kluger Kommandeur. (Dellen, S. 122 unten, 123 oben)


    14.06.1941

    Am 14. Juni 1941 fuhr das Pol.Btl. 317 nach Pionki. Die Polizisten bezogen im Ort Kocenice an der Weichsel Quartier. Von dort zogen sie nach Stepkow bei Parzew und warteten auf den Beginn des Angriffs auf Russland. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 14. Juni 1941 Weitermarsch mit dem Ziel Pionki. Hinter dem Ort Kocenice Biwak im Walde kurz vor der Weichsel. Durch die große Hitze und die im Wald herrschende Feuchtigkeit kam es zu einer unangenehmen Mückenplage. Auf der Weiterfahrt am nächsten Tag (15.6.1941) wurde es uns nun doch langsam klar, was sich in diesem Raum abspielte.

    Große Truppentransporte und Marschkolonnen sämtlicher Waffengattungen zogen an uns vorbei. Zeitweise wurde unsere Weiterfahrt gestoppt, um schnellere Verbände, wie Panzer, schwere und leichte Flak, vorbeizulassen. So kamen wir nur mühsam voran und mussten von Pionki aus gleich weiter nach Stepkow bei Parzew.

    Da ich als Kurierfahrer zur Division eingeteilt war, erlebte ich auf der Fahrt zur Division an einem Bahnübergang ein Unglück mit zwei tödlich verunglückten Soldaten.

    Nun war das Bataillon in Stepkow wirklich am Ende der Welt gelandet und in scheunenähnlichen Behausungen harrten wir der Dinge, die da kommen sollten. Diese Dinge sollten sich dann genau sieben Tage später vollziehen. (Dellen, S. 123)


    22.06.1941

    Am 22. Juni 1941 rückte das Pol.Btl. 317 mit der 286. Sich.Div. bei der HGr. Mitte nach Osten vor. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 22. Juni 1941 Nächtlicher Alarm und Weitermarsch nach Bekanntgabe der kaum für möglich gehaltenen Wirklichkeit: Deutschland hatte Russland den Krieg erklärt und war in der Nacht zum angriff auf breiter Front vom Norden bis zum Süden angetreten. Gewaltiger Kanonendonner und Feuerschein kündete uns von dem Übergang der Heeresgruppe Mitte, in der wir uns befanden, über dem Bug und den Angriff auf Brest-Litowsk. (Dellen, S. 123)


    Im Juni 1941 wird das Pol.Btl. 317 in Minsk genannt (Klemp, Nicht ermittelt, S. 440, s.a. Klemp, Daluege, S. 62 oben)


    Im Polizeidienstpass von Walter Schäfer wurde für diesen Zeitraum später eingetragen:

    22. bis 28.6.1941 Bug-Übergang und Sicherung der Versorgungsstützpunkte beim A.O.K. 4

    (Klemp, II, S. 366, Dellen, S. 129)


    25.06.1941

    Am 25. Juni 1941 überquerte das Pol.Btl. 317 den Bug und fuhr durch das brennende Brest (Brest-Litowsk).

    Hier fand Ende Juni 1941 eine Offiziersbesprechung mit dem HSSPF Russland-Mitte, Erich von dem Bach, statt. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 25. Juni 1941 Im Schneckentempo erreichen wir in den frühen Morgenstunden die Brücke über den Fluss Bug und die Fahrt ging weiter durch die brennende Stadt Brest.

    Um die Zitadelle wurde noch schwer gekämpft und spätere Berichte sagten aus, dass die Kämpfe noch Wochen gedauert haben sollen. Die Straßen waren voll von ausgebrannten Militärfahrzeugen aller Art. In den Straßengräben lagen tote russische Soldaten und die ersten russische Gefangenen, nur mit Hemd und Unterhose bekleidet, kamen uns entgegen. Der deutsche Angriff war so überraschend gekommen, dass sich die russischen Soldaten nicht einmal vollständig anziehen konnten. (Dellen, S. 123)


    26.06.1941

    KTB Schäfer: 26. Juni 1941 (im Original „24.Juni“) In der Nach biwakierte das Bataillon in der Nähe der so genannten „Rollbahn“. Es war die einzige gut ausgebaute Straße in Richtung Osten, über Orscha, Smolensk, Moskau. Auf dieser Rollbahn bewegte sich der Nachschub für die vorpreschenden Truppen und die nachfolgenden Einheiten. Bedingt durch eine andere Spurbreite der russischen Eisenbahn konnten vorerst keine Wagen der deutschen Reichsbahn ab Brest weiterfahren…..

    Mit vielen Unterbrechungen und bei großer Hitze bewegte sich das Bataillon an ausgebrannten russischen Panzern und Militär- Lkw vorbei in Richtung Osten. Die präzisen Treffer der deutschen Stukas registrierten wir anhand der übrigen Trümmerrechts und links der Rollbahn. (Dellen, S. 123)


    27.06.1941

    Am 27. Juni 1941 war das Pol.Btl. 317 in Linowo angekommen, einem Städtchen an der Bahnlinie nach Orscha. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 27. Juni 1941 Wir errichten unser vorläufiges Ziel – die Stadt Linowo. Dieses Städtchen lag an der Bahnlinie nach Orscha und hatte unter der Kampfeinwirkung schwer gelitten. Der Stab bezog Quartier im Postgebäude. Unsere Ankunft wurde von einem ungewöhnlich starken Gewitter begleitet. Der Blitz schlug in ein noch erhaltenes Gebäude ein, welches anschließend komplett ausbrannte. Schon jetzt machten sich erste Aktionen der Partisanen bemerkbar, die eine Rot-Kreuz-Kolonne mit verwundeten deutschen Soldaten vollständig niedergemetzelt hatten. Deutsche Pioniereinheiten hatten im Tag- und Nachteinsatz durch Umspuren der Gleise bereits Linowo erreicht, so dass von hier aus auch schon die ersten Gefangenentransporte abgingen. (Dellen, S. 124)


    01.07.1941

    Laut Schematischer Gliederung der Sicherungs-Division 286 Stand vom 1.7.1941 bei den Ordnungstruppen aufgeführt: Pol.Btl. 317 mot mit 3 Kp.

    (T501 R0002 000147)


    04.07.1941

    Am 4. Juli 1941 marschierte das Pol.Btl. 317 in Richtung Minsk. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 4. Juli 1941 Weitermarsch von Linowo in Richtung Minsk. Übernachtung in einem leer stehenden Haus am Radiosender „Baranowitschi“. (Dellen, S. 124)


    05.07.1941

    Am 5. Juli 1941 überschritt das Pol.Btl. 317 bei Sluzk die russische Grenze. Nachmittags kamen sie in Minsk an.

    In den nächsten Tagen zog das Bataillon über Borissow nach Oscha. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 5. Juli 1941 In Richtung Sluzk überschritt das Polizeibataillon 317 gegen 05.30 Uhr in der Frühe die alte und ehemalige russische Staatsgrenze. Von der Grenze aus stellte unser Bataillon ein Begleitkommando für den Divisionskommandanten Müller. Gegen 15.30 Uhr desselben Tages erreichten wir die Stadt Minsk. In einer stark lädierten Schule fand das Bataillon eine notdürftige Unterkunft. Die ganze Stadt war ein kompletter „Trümmerhaufen“. (Dellen, S. 124)


    07.07.1941

    KTB Schäfer: 7. Juli 1941 Ein neuerlicher Marschbefehl beorderte das Bataillon nach Borrissow an der Beresina, das wir über die Rollbahn direkt erreichten. Hier diente uns ein großer Backsteinbau, einst das Partei-Haus russischer Funktionäre, als Unterkunft. (Dellen, S. 125)


    08.07.1941

    Eintragung im Dienstpass: 8. bis 19.7.1941 Verwendung im Operationsgebiet während der Schlacht bei Smolensk. (Klemp, II, S. 366, Dellen, S. 130)


    13.07.1941

    KTB Schäfer: 13. Juli 1941Weitermarsch Richtung Orscha. Obwohl Orscha von deutschen Truppen eingenommen war, lag es noch immer unter feindlichem Artilleriebeschuss. Das Bataillon wurde in einem kleinen Dorf, 15 Kilometer von Orscha entfernt, einquartiert. Die ganze Nacht erhielten wir nächtliches Artilleriefeuer. Ein riesiger Feuerschein am Himmel kündete vom brennenden Orscha. Ausgesandte Spähtrupps berichteten von einem großen Eierlager in einer Fabrik. Trotz des immer noch andauernden feindlichen Artilleriefeuers wurde mit allen verfügbaren Lkw dieses Eierlager angefahren und restlos ausgeräumt. Alle umliegenden Einheiten erhielten ebenfalls ihren Anteil. Somit begann ein wahres Eiserbrutzeln und Eierbraten aller Orten. Auch durchziehende Fußtruppen machten bei uns Halt und bekamen ihren Teil vom Eierkuchen ab. In dem Roman „Verbrannte Erde“ von Paul Carell findet dieses „Eierkuchenfest“ in einem Kapitel Erwähnung. (Dellen, S. 125)


    19.07.1941

    KTB Schäfer 19. Juli 1941 Das Bataillon erreicht nach der Überquerung einer von Pionieren erbauten Pontonbrücke über den Fluss Dnjepr den Ort Orscha. (Dellen, S. 125)


    Das Pol.Btl. 317 bezog am 19.7.1941 Quartier in Orscha. (Klemp, II, S. 366)


    20.07.1941

    KTB Schäfer: 20. und 21. Juli 1941 In einem Wald hinter Orscha nächtigt das Bataillon in Biwaks. Im Ort selber richtet sich der Stab der Sicherungsdivision 286 ein. Da sich dort die für das Polizeibataillon zuständige Feldpoststelle befand, fuhr ich von nun an täglich mit einem Kübelwagen dorthin, um Post zu bringen und abzuholen. (Dellen, S. 125)


    Laut Eintrag im Dienstpass:

    20. bis 23.7.1941 Kämpfe gegen versprenge Feindgruppen und Partisanen aus der Doppelschlacht von Bialystok – Minsk,

    24.7. bis 11.8.1941 Vernichtung eines russischen Kavalleriekorps und der 121.russischen Schützendivision im Raum Sluzk – Bobruisk. (Klemp, II, S. 366, Dellen, S. 130)


    28.07.1941

    Am 28. Juli 1941 zog das Pol.Btl. 317, immer im Verband der 286.Sich.Div, weiter in Richtung Smolensk. (Klemp, II, S. 366)


    10.08.1941

    KTB Schäfer 10. August 1941 Der Bataillonsstab zog in ein leeres Kinderheim. Durch meine Postfahrten war es mir möglich, am Verpflegungslager eine Falsche Feuerwasser zu ergattern, die im Kreise meiner Kameraden zu meinem 26. Geburtstag am 26. August ihre Leben lassen musste. (Dellen, S. 126)


    12.08.1941

    Eintrag im Dienstpass:

    12.8. bis 1.10.1941 Kämpfe gegen vereinzelt versprengte Feindgruppen und Partisanen aus den Schlachten um Smolensk. (Klemp, II, S. 366, Dellen, S. 130)


    Fortsetzung folgt ...

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 2 times, last by Policeman ().

  • ... Fortsetzung

    15.08.1941

    Am 15. August 1941 hatte die 2. Kompanie, die in Lepel stationiert war, die ersten Verluste. Vier Polizisten wurden getötet. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 15. August 1941 Ein schwarzer Tag für die 2. Kompanie des Bataillons, die in Lepel stationiert war. Um 14 Uhr des selben Tages fuhren die Oberwachtmeister Frankenberger, Menke und Hagemann, sowie die Wachtmeister Renk, Lasicki und Tuszik auf der Straße von Lepel nach Borissow, um in einer der nächsten Kollektivwirtschaften Kartoffeln und Milch zu kaufen. Die Lebensmittel mussten beschafft werden, weil die Kompanie infolge ihrer Verlegung nach Lepel nur bis einschließlich 11. August 1941 Verpflegung hatte; der Wagen mit der am 14.August in Orscha empfangenen Verpflegung war noch nicht zurück. (Dellen, S. 126)


    Etwa zwei Kilometer südlich des Dorfes Adamowka, 27 Kilometer südlich von Lepel, wurde der Wagen aus etwa zehn Metern Entfernung von einem MG und mehreren Gewehren angeschossen. Ungefähre Zeit: 15.40 Uhr. Der Wagen muss durch die Einschläge in Brand geraten und ein Teil der Männer sofort getötet bzw. schwer verwundet worden sein. Nur Oberwachtmeister Hagemann, der hinten sichern auf dem Wagen stand, gelang es nach Abgabe mehrerer Pistolen- und Gewehrschüssen unverwundet durchzukommen.

    Mit einem Pferd, dass er einem Bauern von Adamowka ausspannte, ritt er mehrere Kilometer zurück, wo er dann auf einen Lkw mit drei Wehrmachtsangehörigen traf, die ihn zur Kompanie brachten…. (Dellen, S. 127)


    Wachtmeister Tuszik muss noch Zeit gehabt haben, vom Wagen abzuspringen. Er wurde von den ersten Schüssen am linken Arm und in der Seite verwundet. Er wurde am anderen Morgen etwa 300 Meter westlich der Straße nur noch mit einem Socken, Hemd und Hose bekleidet und seiner Erkennungsmarke gefunden.

    Wahrscheinlich ist er dorthin verschleppt worden; ein Schuss durch den Hals mag ihm den Tod gebracht haben, verstümmelt war er nicht. (Dellen, S. 127)


    Die Kompanie rückte sofort nach Bekanntwerden um 18.30 Uhr mit allen zur Verfügung stehenden Kräften unter Führung von Hauptmann Meyrer zum Tatort aus. Die Straße war sehr schlecht und es war schon 20 Uhr, als die Kompanie dort eintraf. Vom Gegner war nichts mehr zu sehen. Die Leichen von vier Männern lagen auf bzw. neben den noch brennenden Wagenteilen. Eine Identifizierung war nur noch bei Oberwachtmeister Frankenberger (Fahrer) und Wachtmeister Renk möglich.

    Die Leiche von Wachtmeister Lasicki war nur noch ein Rest. Bei Frankenberger fehlten seine Uhr und seine Stiefel.

    Etwa 100 Meter westlich des Wagens wurde eine Frau mit einem Lungenschuss gefunden. Die Frau hatte eine Bescheinigung eines Hauptmanns bei sich, dass ihr Mann auf dem Fliegerhorst Borissow beschäftigt sei und war deshalb von Oberwachtmeister Frankenberger auf dem Wagen mitgenommen worden. Die Verletzte wurde nach Lepel mitgenommen und in das dortige Krankenhaus verbracht. Nach ihren Aussagen hat sie nur einen Mann mit einem Kommissarsumhang und einem Gewehr gesehen. Dann ist sie ohnmächtig geworden.


    Die schnell eintretende Dunkelheit verhinderte ein weiteres Suchen nach den Tätern. Zudem schien ein Verbleiben in dem unübersichtlichen Wald mit der schwachen Kompanie nicht ratsam. (Dellen, S. 126)


    Nach Wegräumen des Wagens von der Straße marschierte die Kompanie mit den Resten der Leichname zurück nach Lepel. Dort traf sie um 23.30 Uhr ein. Der Sonderführer der Ortskommandantur begleitete die Kompanie, um eventuell durch Einwohner, die im allgemeinen die Banditen scharf ablehnten, Näheres zu erfahren. Es konnte aber nichts festgestellt werden. Die Schießerei war lediglich gehört worden. (Dellen, S. 127)


    Wie bereits geschildert, wurde Wachtmeister Tuszik im Morgengrauen des nächsten Tages gefunden. Aus den benachbarten Dörfern wurden 22 Männer mit nach Lepel genommen. Diese wurden im Laufe des Tages durch den Ortskommandanten, den Sonderführer und den Kompaniechef einzeln vernommen und wieder freigelassen, weil ihnen keine Verbindung mit den Banditen oder gar eine Mittäterschaft nachgewiesen werden konnte. Lediglich zwei Männer wurden eingesperrt und nach einem weiteren Verhör am nächsten Tag wieder auf freien Fuß gesetzt…. (Dellen, S. 127)


    Walter Schäfer: „Mit diesem Tagebuch möchte ich an die gefallenen Kollegen erinnern:

    15. August 1941 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Ernst Frankenberger

    15. August 1941 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Helmut Menke

    15. August 1941 Wachtmeister der Schutzpolizei Johann Lasicki

    15. August 1941 Wachtmeister der Schutzpolizei Paul Renk

    15. August 1941 Wachtmeister der Schutzpolizei Heinrich Tuszik

    … (Dellen, S. 130)


    Ernst Frankenberger, Helmut Menke, Johann Lasicki, Paul Renk und Heinrich Tuszik wurden noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den vorliegenden Informationen befindet sich deren Grab derzeit noch an folgendem Ort: Lepel - Belarus


    Nachname: Frankenberger

    Vorname: Ernst

    Dienstgrad: Oberwachtmeister

    Geburtsdatum: 06.11.1913

    Geburtsort: Ringelberg

    Todes-/Vermisstendatum: 15.08.1941

    Todes-/ Vermisstenort: Adamowka


    Nachname: Menke

    Vorname: Helmut

    Dienstgrad: Polizei-Oberwachtmeister

    Geburtsdatum: 01.09.1914

    Geburtsort: Bochum

    Todes-/Vermisstendatum: 15.08.1941

    Todes-/ Vermisstenort: Bei Adamowka Partisanenüberfall


    Nachname: Lasicki

    Vorname: Johann

    Dienstgrad: Polizei-Wachtmeister

    Geburtsdatum: 02.06.1909

    Geburtsort: Kroben

    Todes-/Vermisstendatum: 15.08.1941

    Todes-/ Vermisstenort: Bei Adamowka


    Nachname: Renk

    Vorname: Paul

    Dienstgrad: Polizei-Wachtmeister

    Geburtsdatum: 11.07.1912

    Geburtsort: Köln

    Todes-/Vermisstendatum: 15.08.1941

    Todes-/ Vermisstenort: Adamowka, in der Nähe von Lepel, ungef. 160 km nordostw. Kensk


    Nachname: Tuszik

    Vorname: Heinrich

    Dienstgrad: Polizei-Wachtmeister

    Geburtsdatum: 13.07.1911

    Geburtsort: Frankfurt am Main

    Todes-/Vermisstendatum: 15.08.1941

    Todes-/ Vermisstenort: Adamowka/ Lepel-Barisow


    16.08.1941

    Laut Tagebuch von Walter Schäfer sind am 16. August vier „Banditen füsiliert“ worden. (Klemp, II, S. 366)


    KTB Schäfer: 16. August 1941: Die Gefallenen (der 2.Kompanie vom 14.8., der Verf.) wurden am 16. August 1941 um 18.15 Uhr auf dem kleinen Heldenfriedhof in Lepel mit militärischen und kirchlichen Ehren beerdigt, da der Divisionspfarrer gerade in Lepel weilte.

    Befragte Bauern aus der Gegend versprachen sogar jede Kenntnis von der Bande auf schnellstem Wege zu melden.


    Aufgrund einer solchen Meldung konnten am selben Tag um 16.30 Uhr vier Banditen „füsiliert“ (standrechtlich erschossen) werden. Die Überfälle auf einzelne Fahrzeuge wurden von mehreren kleinen, nur aus wenigen Männern bestehenden Banden ausgeführt, die in dem unwegsamen riesigen Wald- und Sumpfgebiet jeden Angriff auf ihre Existenz nach vollbrachtem Anschlag leicht ausweichen und nur mit Hilfe der Einwohner gefasst werden konnten. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie, wenn nötig mit Gewalt, aus den Dörfern (Dellen, S. 127)


    Keine weiteren Angaben aus dem KTB Schäfer für die Zeit bis zum 26. Oktober 1941


    02.10.1941

    Die Eintragung im Dienstpass lautete:

    2.10. bis 4.12.1941 Kämpfe gegen vereinzelt versprengte Feindgruppen und Partisanen aus der Doppelschlacht Wjasma – Brjansk. (Klemp, II, S. 367, Dellen, S. 130)


    13.10.1941

    Walter Schäfer nennt an „Kameraden, die durch Unglücksfälle und Krankheit ihr Leben ließen“, u.a.

    13.Oktober 1941 Wachtmeister der Schutzpolizei Hans Böhme

    13.Oktober 1941 Wachtmeister der Schutzpolizei Artur Hoffmann

    (Dellen, S. 130)


    Hans Böhme und Artur Hoffmann wurden noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den vorliegenden Informationen befindet sich deren Grab derzeit noch an folgendem Ort: Borisow - Belarus


    Nachname: Böhme

    Vorname: Hans

    Dienstgrad: Polizei-Wachtmeister

    Geburtsdatum: 28.09.1911

    Geburtsort: Würgnitz

    Todes-/Vermisstendatum: 13.10.1941

    Todes-/Vermisstenort: Chujsowo


    Nachname: Hoffmann

    Vorname: Artur

    Dienstgrad: Wachtmeister

    Geburtsdatum: 03.12.1910

    Geburtsort: Hirschberg

    Todes-/Vermisstendatum: 13.10.1941

    Todes-/Vermisstenort: B. Chlujsowo, Krasnoje


    26.10.1941

    KTB Schäfer: 26.Oktober 1941 Der Bataillonsstab und die 3.Komanie werden nach Boguschewskoje, 40 Kilometer nordwestlich von Orscha, verlegt. Das wichtigste bei jedem Einzug in eine neues Quartier war, die Behausung winterfest zu machen. Schon bald zeigte sich General Winter mit eisiger Kälte und heftigem Schneetreiben. Die Heiztechnik für die russischen Öfen, Pietschko genannt, mussten wir erst erlernen, um unsere Hütten warm u bekommen. Der Brennstoff bestand aus Holz, welches wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit einsammelten. Mit den russischen Bauern kam es häufig zu Tauschhandel. Unseren Verpflegungsschnaps tauschten wir mit ihnen gegen Jeikis (Eier), Maslo (Butter), Ssalla (Speck) und Kuritza (Hühner). Ein sehr begehrter Tauschartikel war unser Tabak. Aus der nahen Molkerei bekamen wir Milch. (Dellen, S. 128)


    Im Oktober 1941 wurden der Stab des Pol.Btl. 317 und die 3. Kompanie in Boguschewskojo, 40 km nordwestlich von Orscha, stationiert. (Klemp, II, S. 366)


    06.11.1941

    Laut Meldungen des HSSPF Russland Mitte zu Exekutionen in der Zeit vom 22. Oktober bis 6. November 1941 hat das Pol.Btl. 317 in diesem Zeitraum 2 Partisanen, 2 Kommunisten und 4 Juden erschossen. (Klemp, II, S. 367 unten – 368 oben, nach BA-MA N 756 Sammlung Vopersal, 41b)


    09.11.1941

    Am 9. November 1941 wurde der Stab des Pol.Btl. 317 und die 3. Kompanie nach Kritschew verlegt.

    Die 1. Kompanie wurde nach Propoisk und die 2. Kompanie nach Churawitschi befohlen. Aufgabe sei die Partisanenbekämpfung gewesen. (Klemp, II, S. 366)


    Neben der Rollbahnsicherung wurden alle drei Kompanien zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. (Dellen, S. 128)


    00.12.1941

    Im Dezember 1941 nahmen die Angehörigen des Pol.Btl. 317 an Fronteinsätzen bei Roslawl und Orel teil. (Klemp, II, S. 367)


    Eintragung im Dienstpass:

    5.12.1941 Kämpfe mit versprengten Feindgruppen und Partisanen während der Winter- und Abwehrschlachten vor Moskau. (Klemp, II, S. 367. Dellen, S. 130)


    24.12.1941

    KTB Schäfer: Weihnachten 1941 feierten der Stab und Teile der 3.Kiompanie in bescheidenem Rahmen in der Unterkunft (Kritschew, der Verf.). Vor Weihnachten war eine große Menge an Feldpostpäckchen angekommen und fast jeder hatte Rauchwaren und etwas Gebäck erhalten. Wer kein Päckchen bekam, erhielt eines von den Sendungen an den „unbekannten Soldaten“, die beim Feldpostamt verteilt waren.

    Am zweiten Weihnachtstag gab eine KdF- Schauspieltruppe aus Berlin in einem größeren Raum ein Gastspiel. Die Truppe kam mit einem Möbelwagen durch den Schnee gefahren, der von einem Kettenfahrzeug gezogen wurde. Die große Kälte machte den Schauspielern sehr zu schaffen. (Dellen, S. 128)


    25.12.1941

    KTB Schäfer 25. Dezember 1941 Schwere Abwehrkämpfe bei Roslawi und Orel gegen durchgebrochene russische motorisierte Schlittenverbände. Auf großen Schlitten hatten diese Verbände am Ende Motoren mit Propellern angebracht, die für den schnellen Antrieb sorgten. Überfallartig stießen diese schnellen und wendigen Schlitten vor. Leichte Panzereinheiten der Polizei wurden ebenfalls zur Bekämpfung eingesetzt. (Dellen, S. 128)


    26.12.1941

    Am 26. Dezember 1941 wurde das Pol.Btl. 317 bei 35 bis 40 Grad minus über Mogilew nach Kupka verlegt.

    Bei der Silvesterfeier setzten die Polizisten laut Bericht von Walter Schäfer mit Leuchtspurmunition eine Garage in Brand und verloren einen Lkw. (Klemp, II, S. 367)


    28.12.1941

    KTB Schäfer: 28. Dezember 1941 Eintreffen in Krupka. Der Stab übernahm die Ortskommandantur. Hier erlebten wir Silvester, und das neue Jahr 1942. inmitten der übermütigen Silvester-Schießerei mit viel Leuchtspurmunition verloren wir durch einen Garagenbrand einen unserer Mannschafts- Lkw. (Dellen, S. 128)


    00.01.1942

    Hinsichtlich der Gliederung des Pol.Rgt Mitte für den Beginn des Jahres 1942 liegen folgende Angaben vor:

    Polizei-Regiment „Mitte“ in Mogilew Oberst d.Sch. Max Montua

    Polizei-Bataillon 307 in Tschetschewitsch Major d.Sch. Stahr

    Polizei-Bataillon 316 in Mogilew Major d.Sch. Behr

    Polizei-Bataillon 322 in Gniesdorog Major d.Sch. Detlef Ohrt (so im Org.)

    Major d.Sch. Gottlieb Nagel

    Reserve-Pol.Btl. 131 in Toropez Major d.Sch. Detlef Ohrt

    Polizei-Bataillon 309 in Orel Major d.Sch. Ernst Weis

    Polizei-Bataillon 317 in Beruschewsk Oberstleutnant d.Sch. Erwin Gresser

    (Phil Nix, Georges Jeromes, Uniformed Police Units of the Third Reich, S. 259)


    09.02.1942

    Im Februar 1942 wurde das Pol.Btl. 317 nach Gusino verlegt. Gleichzeitig wurde eine „Kampfgruppe Gresser“ gebildet. Walter Schäfer berichtet in seinem Tagebuch von weiteren Partisaneneinsätzen. (Klemp, II, S. 367)


    KTB Schäfer: 9. Februar 1942 Verlegung des Bataillons nach Gusino und gleichzeitig Aufstellung der „Kampfgruppe Gresser“.

    Der russische Feind war mal wieder an einigen Frontabschnitten eingedrungen und wurde mit allen verfügbaren Kräften zurückgeschlagen. Das Bataillon war in verschiedene Abschnitte aufgeteilt und hatte neben den Rollbahn-Feldwachen auch die Bahnabschnitte zu sichern. (Dellen, S. 128)


    03.03.1942

    KTB Schäfer: Am 3. und 5. März 1942 kamen bei der Bekämpfung von Partisanen, die die Eisenbahn zu sprengen versuchten, mehrere Kameraden ums Leben. (Dellen, S. 128)


    3. März 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Friedrich Römer

    5. März 1942 Zugwachtmeister der Schutzpolizei Gerhard Rosen

    5. März 1942 Zugwachtmeister der Schutzpolizei Albert Haupt

    5. März 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Helmut Albrecht

    5. März 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Michael Zeyen

    (Dellen, S. 130)


    Friedrich Römer wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den dem Volksbund vorliegenden Informationen ist die Lage des Grabes derzeit noch nicht verzeichnet


    Nachname: Römer

    Vorname: Friedrich

    Geburtsdatum: 13.06.1909

    Geburtsort: Versmold

    Todes-/Vermisstendatum: 03.03.1942

    Todes-/ Vermisstenort: Tschislowo


    Gerhard Rosen, Albert Haubt, Helmut Albrecht und Michael Zeyen wurden noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den vorliegenden Informationen befindet sich deren Grab derzeit noch an folgendem Ort: Slawgorod / Mogilew - Belarus


    Nachname: Rosen

    Vorname: Gerhard

    Dienstgrad: Polizei-Zugwachtmeister

    Geburtsdatum: 21.02.1912

    Geburtsort: Pankow

    Todes-/Vermisstendatum: 05.03.1942

    Todes-/Vermisstenort: Klinok bei Tscherwenen


    Nachname: Haubt

    Vorname: Albert

    Dienstgrad: Polizei-Zugwachtmeister

    Geburtsdatum: 26.02.1913

    Geburtsort: Josefstal

    Todes-/Vermisstendatum: 05.03.1942

    Todes-/Vermisstenort: Klinok bei Tschwrwina


    Nachname: Albrecht

    Vorname: Helmut

    Dienstgrad: Polizei-Oberwachtmeister

    Geburtsdatum: 28.01.1909

    Geburtsort: Zehden/Oder

    Todes-/Vermisstendatum: 05.03.1942

    Todes-/Vermisstenort: Klinok bei Tscherwenen


    Nachname: Zeyen

    Vorname: Michael

    Dienstgrad: Polizei-Oberwachtmeister

    Geburtsdatum: 15.06.1909

    Geburtsort: Gelsenkirchen-Buer-Erle

    Todes-/Vermisstendatum: 05.03.1942

    Todes-/Vermisstenort: Klink bei Tscherwenen


    04.03.1942

    Walter Schäfer nennt an „Kameraden, die durch Unglücksfälle und Krankheit ihr Leben ließen“, u.a.

    4. März 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Heinrich Elter (Dellen, S. 130)


    Heinrich Elter wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Osipowitschi - Belarus


    Nachname: Elter

    Vorname: Heinrich

    Dienstgrad: Polizei-Oberwachtmeister

    Geburtsdatum: 25.03.1905

    Geburtsort: Münstereifel

    Todes-/Vermisstendatum: 04.03.1942

    Todes-/Vermisstenort: B. Ossipowitschi


    05.03.1942

    Der Tagebuchschreiber Walter Schäfer berichtete nicht über einen Partisaneneinsatz am 5. März 1941 in Tscherwen.

    Laut einem Erfahrungsbericht des Polizeiregiments 14, der sich mit der „Bandenbekämpfung Juli 1941 bis September 1942“ beschäftigt, lag die 1. Kompanie des Pol.Btl. 317 am 4. März 1942 in Stärke von 100 Mann, davon 30 Ukrainer, gemischt mit Ordnungsdienst, in Klinok.

    Drei Kilometer entfernt habe sich ein Partisanenlager, Stärke etwa 500 Mann, befunden haben. Die 1. Kompanie hatte vom 3. bis 8. März 1942 an einem Angriff auf ein Partisanenlager bei Klinok teilgenommen. Dabei soll die 1. Kompanie zehn Tote und sechs Verwundete gehabt haben. (Klemp, II, S. 367, nach Curilla, S. 697ff. Ermittlungen der Zentralstelle Dortmund 1965 gegen Angehörige der 1. Kompanie, wonach ein Zugführer die Erschießung einer Gruppe Juden geleitet habe, im April 1942 wurde in einer Kiesgrube bei Proposik 30 Zivilisten baptistischen Glaubens, darunter auch kleine Kinder, ermordet, die Täterschaft konnte nicht geklärt werden, jedoch spricht vieles für die 1. Kompanie Pol.Btl. 317)


    14.04.1942

    Walter Schäfer nennt an „gefallenen Kameraden“

    14. April 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Karl Wolter

    15. April 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Walter Marquardt (Dellen, S. 130)


    Karl Wolter wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den uns vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Borisow - Belarus


    Nachname: Wolter

    Vorname: Karl

    Dienstgrad: Polizei-Wachtmeister

    Geburtsdatum: 27.09.1909

    Geburtsort: Alsweiler

    Todes-/Vermisstendatum: 14.04.1942

    Todes-/Vermisstenort: Bei Gitschi


    Walter Marquardt ist beim Volksbund nicht aufgeführt …


    19.04.1942

    Am 19. April 1942 wurde der Kommandeur des Pol.Btl. 317, Oberstleutnant d.Sch. Gresser, abgelöst. (Klemp, II, S. 367)


    KTB Schäfer: 19. April 1942 Unser Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Gresser, verlässt uns und wird zu einem Polizeiregiment abgeordnet. (Dellen, S. 129)


    24.04.1942

    Nachfolger als Bataillonskommandeur wurde am 24. April 1942 Major d.Sch. Hösl. (Klemp, II, S. 367)


    KTB Schäfer: 24. April 1942 Der neue Kommandeur, Major Hösl, trifft in Gusino ein. Er brachte eine überaus glückliche Nachricht für das Bataillon mit. Danach sollte das Bataillon bald aus dem Verband der Sicherungsdivision 286 herausgelöst und zur Heimat zurückbeordert werden.

    Der Abtransport sollte am 26. Mai 1942 erfolgen.

    Einige Partisanen-Überfälle erforderten vor dem Abmarsch noch den Einsatz von einigen Kräften des Bataillons zu ihrer Bekämpfung. (Dellen, S. 129)


    19.05.1942

    Walter Schäfer nennt an „Kameraden, die durch Unglücksfälle und Krankheit ihr Leben ließen“, u.a.

    19. Mai 1942 Oberwachtmeister der Reserve Josef Düllberg (Dellen, S. 130)


    Josef Düllberg wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Dubrowno - Belarus


    Nachname: Düllberg

    Vorname: Josef

    Dienstgrad: Polizei-Oberwachtmeister

    Geburtsdatum: 29.02.1908

    Geburtsort: Wuppertal-Elberfeld

    Todes-/Vermisstendatum: 19.05.1942

    Todes-/Vermisstenort: B. Kassnoe i. Dnjepr


    01.06.1942

    Das Pol.Btl. 317 schied am 1. Juni 1942 aus dem Verband der 286.Sicherungsdivision aus und wurde zunächst nach Deutschland zurückverlegt. Die Kraftfahrstaffel blieb aber anscheinend im Osten (Klemp, II, S. 367)


    Im Divisions-Tagesbefehl Nr. 55 heißt es:

    „Am 1. Juni 1942 scheidet das Polizeibataillon 317 aus dem Verband der Sicherungsdivision 286 aus und wird für neue Aufgaben in die Heimat verladen. Seit Aufstellung der Division hat das Bataillon dem Divisionsverband angehört und sich bei allen ihm gestellten Aufgaben seit Beginn des Russlandfeldzuges durch stete Einsatzbereitschaft und hervorragende Tapferkeit, insbesondere in den vergangenen schweren Wintermonaten, besonders ausgezeichnet. Für die geleisteten Dienste spreche ich dem Bataillon anlässlich des Ausscheidens meine volle Anerkennung aus und gebe der Hoffnung Ausdruck, dass es sich auch bei der Durchführung der neuen Aufgaben aufs beste bewähren wird. Für die Zukunft begleiteten das Polizeibataillon 317 und alle seine Angehörige meine der ganzen Division besten Wünsche…“ (Dellen, S. 129, Tagesbefehl vermutlich noch vom ersten Kommandeur der Division, Generalleutnant Kurt Müller, der anscheinend dann am 15.6.1942 die Führung der Sich.Div. 286 abgab und noch 1942 verstarb)


    Von Gusino aus fuhr der Sonderzug bis Krasnoje, wo die 2. und 3. Kompanie angekoppelt wurde. Aus der nun folgenden Fahrt durch Polen bis zur Heimat herrschte eine fantastische Stimmung. Zumal unterwegs bekannt wurde, dass das Polizeibataillon zu Wiederauffüllung und Erneuerung nach Essen in die Norbert-Kaserne verlegt werden sollte.


    Nach sechs Tagen Zugfahrt traf das Bataillon endlich in Essen ein. (Dellen, S. 129)


    Interessanterweise nennt Walter Schäfer noch einen “gefallenen Kameraden” für den 4. Juni 1942:

    4. Juni 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Alfred Limberg (Dellen, S. 130)


    Alfred Limberg wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.

    Nach den vorliegenden Informationen befindet sich sein Grab derzeit noch an folgendem Ort: Witebsk II - Belarus


    Nachname: Limberg

    Vorname: Alfred

    Dienstgrad: Polizei-Oberwachtmeister

    Geburtsdatum: 15.04.1914

    Geburtsort: Wuppertal-Elberfeld

    Todes-/Vermisstendatum: 04.06.1942

    Todes-/Vermisstenort: Bei Orscha-Witebsk


    Walter Schäfer nennt an „Kameraden, die durch Unglücksfälle und Krankheit ihr Leben ließen“, u.a.

    6. Juni 1942 Oberwachtmeister der Schutzpolizei Wilhelm Ramacher (Dellen, S. 130)


    Wilhelm Ramacher ist beim Volksbund nicht aufgeführt


    07.07.1942

    Mit Kommando-Tagesbefehl Kommando der Schutzpolizei München vom 07.07.1942 wird Abordnung des Majors d.Sch. HÖSL als Bataillonskommandeur zum Pol.Batl. 302 unter Aufhebung seiner Abordnung zum Pol.Batl. 317 ausgesprochen.

    (Staatsarchiv München, Mikrofilm S2889, Sign. 8221)


    Ab 1943 war das Pol.Btl. 317 als II. Bataillon des Pol.Rgt 7 bis Kriegsende in Norwegen eingesetzt. (Klemp, II, S. 367)


    Beste Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 2 times, last by Policeman ().

  • Hallo,


    da ich nach Rosenmontag noch ein wenig Freizeit habe, beginne ich heute doch schon mit der visuellen Darstellung zur Bataillonsgeschichte.


    Mir liegt zum Polizei-Bataillon 317 (Heimatstandort: Wuppertal) bisher folgendes Material vor:

    1 beschriftetes Fotoalbum zur 1. Kompanie (mit ca. 150 Fotos)

    1 Fotokonvolut zur 1. Kompanie (35 Fotos)

    1 Fotokonvolut zur 3. Kompanie (94 Fotos)

    1 Fotokonvolut einer unbekannten Kompanie (58 Fotos)

    dazu diverse Einzelfotos, Ansichts- und Feldpostkarten


    Da ich hier nicht jedes einzelne von über 330 Fotos zeigen kann, werde ich wieder eine halbwegs chronologisch zusammengewürfelte Fotopräsentation aus allen Nachlässen erstellen. Beginnen würde ich heute mit Bildern zur Polizeikaserne „Roland“ in Oberhausen.


    01.jpg 02.jpg 03.jpg


    04.jpg 05.jpg

    Auf Wachposten am Haupteingang der Kaserne


    Bis demnächst

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Guten Abend mein lieber Daniel,


    sowas nenne ich dann mal "FullPull",

    Rolands nimmermüden Einsatz Informationen zu sammeln, auszuwerten, kenne ich zur Genüge.

    Ich habe ihm kürzlich 6 (in Worten sechs) Sticks zukommen lassen.


    Ändert aber nichts an deiner erstklassigen Arbeit hier im Forum bezüglich der Polizeieinheiten,

    nicht nur im Forum, ich darf an deine Ausarbeitungen im Lexikon erinnern,

    erste Sahne.


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Daniel


    Falls noch nicht bekannt es gibt im Projekt Erstgrablagen

    ein Foto der Gräber von dem 15.08.1941 bei Adamowka gefallenen Polizisten


    Gruß Stefan

    Suche alles zu Gerätepark 661 und Sturm-Bataillon AOK 8.

  • Hallo Daniel,


    herzlichen Dank , dass Du so ausführlich über das Pol.-Batl. 317 schreibst, über das es bisher noch keinen Thread gab, und auch für Fotos aus Deiner umfangreichen Sammlung.


    Einen kleiner Fehler, der aber die Aussage wesentlich verändert und den Forumsnutzern, die sich nicht so speziell mit den Polizeieinheiten befassen, nicht auffallen dürfte, möchte ich jedoch berichtigen.


    Wahrscheinlich handelt es sich um einen Tippfehler des Tagebuchschreibers Schäfer oder von unserem Roland.


    Unter dem 5.3.1942 heißt es:

    "Laut einem Bericht des Pol.-Rgt. 14, der sich mit der "Bandenbekämpfung Juli 41 - Sept. 42" beschäftigt, lag die 1. Komp. des Pol.-Batl. 317 am 4. März 42...."

    Am 5.3.42 kann man keinen Erfahrungsbericht abgeben, der den Zeitraum Juli 41 bis Sept. 42 umfasst.

    Außerdem wurde das Pol.-Rgt. 14 erst im Juli 1942 aufgestellt.


    Beste Grüße

    Dieter

  • Hallo Freunde,


    Dieter, danke für den Hinweis.


    Weiter gehts ...


    Es folgen Aufnahmen von der Vereidigung des Polizei-Ausbildungs-Bataillon Oberhausen auf dem ehemaligen Adolf-Hitler-Platz (heute Friedensplatz) in Oberhausen und von Teilen des Bataillons (eine Kompanie) in Remscheid.


    06.jpg

    Auf dem letzten Foto sehen wir die Ansprache vom Ausbildungs-Gruppenkommandeur Abschnitt West, Oberst d.SchP. Wolfgang DENICKE, links den Bataillonskommandeur Major d.SchP. Karl STÄGLICH.


    07.jpg

    Oben: Oberleutnant d.SchP. Walter ESCHER verliest die Eidsformel


    08.jpg

    Das letzte Foto zeigt den Vorbeimarsch am Polizeipräsidium Oberhausen nach der Vereidigung.


    09.jpg 10.jpg
    Vereidigung in Remscheid 1940


    Fortsetzung folgt ...

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 2 times, last by Policeman ().

  • ... Fortsetzung


    Es folgen nun Fotos vom ersten auswärtigen Einsatz des Bataillons im Protektorat Böhmen-Mähren.


    11.jpg

    Die Polizei-Kaserne in Königsgrätz (heute Hradec Kralove), Standort der 1. Kompanie Pol.-Batl. 317


    12.jpg

    Die Polizei-Kaserne in Nachod, Standort der 2. Kompanie Pol.-Batl. 317


    13.jpg

    Die Polizei-Kaserne in Pardubitz, vermutlich (nicht gesichert) Standort der 3. Kompanie Pol.-Batl. 317


    14.jpg 15.jpg

    Rückseitige Orig. Beschriftung des Fotos:

    "Auf den Schlachtfeldern

    von 1866. Hptm. Meyerer.

    März 1941.

    Königsgrätz."


    Heinrich MEYERER war Chef der 1./Pol.-Batl. 317

    18.12.1898 geboren

    verheiratet, zwei Kinder, kein SS-Mitglied (Stand 01.11.1941)

    01.05.1933 Eintritt in die NSDAP, Mitgliedsnr. 2.019792

    09.11.1937 zum Hauptmann d.SchP. befördert


    Fortsetzung folgt demnächst ...


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().

  • Ich entschuldige mich für meine verspätete Antwort. Ich war letzte Woche nicht zu Hause.


    Vielen Dank für die detaillierten Informationen! Der Offizier, den ich erforsche, ist Meister d. Sch.Pol. Sonnabend (er wurde 1942 zum Leutnant d. Sch. Pol. und später zum Oberleutnant d. Sch. Pol. befördert). Er war bei Pol.-Ausb.-Batl. Remscheid ab 24.4.1940. Diese Einheit wurde Teil von Pol. Batl. 317. Er war bei 3./Pol.-Batl. 317 in Russland von Juli bis Oktober 1941 und mit der Kampfgruppe IV Ende 1944 bis März 1945.


    Notiert zufällig eines der Fotos Meister Sonnabend?


    Vielen Dank!

    Bob

  • Klarstellung: Meister Sonnabend war mit 3. Zug, 1. Kompanie Pol.-Ausb.-Batl. in Remscheid. Laut seinem KVK II. Urkunde aus August 1941 war er mit 3./Pol. Batl. 317. Ich weiß nicht, ob sich die "3" in seinem Auszeichnungsdokument auf die 3. Zug oder 3. Kompanie bezieht. Normalerweise auf einem Auszeichnungsdokument, das sich auf die Kompanie beziehen würde, aber ich bin sicher, dass es Abweichungen gibt.

    Vielen Dank,

    Bob

  • Guten Tag Bob,


    Klarstellung, immer eine feine Sache.;)


    Klarstellung,

    Anrede und Gruß, in jedem Post, so die Forumsregel.

    Nicht gelesen?


    Nur zur Klarstellung!8)


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Bob,


    Deine Unklarheit ist sehr einfach zu beseitigen.

    Für seinen Dienst beim Ausb.-Batl. Remscheid im 3. Zug der 1. Komp. konnte er kein KVK erhalten. Später war er in der 3./Pol.-Batl. 317, also in der 3. Kompanie. Eine solche Zahl vor der Abkürzung Pol.-Batl. bedeutet immer "Kompanie" und nicht die untergeordnete Gliederung "Zug".

    Die von Dir vermutete mögliche Abweichung gibt es nicht.


    Herzlichen Gruß

    Dieter

  • Hallo Dieter und Thomas,


    Vielen Dank für den Klarstellung und Information über dem Kompanie vs. Zug.


    Herzlichen Gruss,

    Bob

  • Hallo


    Angehöriger des Polizei-Bataillon 317 - jetzt II./Polizei-Regiment 7 - zur PV Wuppertal versetzt:

    Oberleutnant d.SchP. Günter MITTELSTRAß

    (Quelle: Kommando der Schutzpolizei Dortmund, Sonderbefehl Nr. 26, v. 17.08.1943)


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().