Was gehört in eine Kartentasche?

  • Guten Morgen in die Runde,

    ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen. Was gehört nun wirklich auf der linken Seite in das Fach der Kartentasche, wo ein Lineal mit ca. 20 cm rein passen würde. Wirklich ein Lineal oder doch ehr ein Maßstab?

    Dazu findet man im Netz leider die unterschiedlichsten Angaben.Und wie müsste das ?, dienstlich geliefert aussehen?

    Grüße Marc

  • Hallo Marc,


    auf der linken Seite wurde ein 20 cm Linial aus Holz getragen, die Lineale waren so schmal wie bei den heutigen Gliedermaßstäben.

    Natürlich ist davon auszugehen das das nicht immer der Standard war.

    Zusätzlich gab es noch Taktiklineale die ebenfalls eine Skala hatten.

    So kenn ich es noch von meinem Vater.

    Grüße und bleib(t) Gesund - Matthias

  • Hallo Marc und Matthias,

    interessant, da lese ich gerne mit, da ich so eine Tasche in ungebraucht im Bestand habe.. ;-)


    Die Meldezettel habe ich noch aus alten Beständen der Bundeswehr beschaffen können, ansonsten ist die Tasche aber "leer"..


    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo Matthias und Uwe,

    danke für eure Hilfe soweit.

    Das Vorhaben eine Kartentasche mit Originalen Utensilien zu bestücken habe ich deutlich unterschätzt. Der erste Stolperstein war bzw. ist schon eine Auflistung was wirklich Dienstlich geliefert reingehörte.

    Hat einer von euch zufälligerweise ein Bild von einem Dienstlich geliefert Lineal. Oder waren es Handelsübliche ohne Kennzeichnung?

    Grüße Marc

  • Hallo Marc,

    Hat einer von euch zufälligerweise ein Bild von einem Dienstlich geliefert Lineal. Oder waren es Handelsübliche ohne Kennzeichnung?

    Das wird schwierig, da die Einheiten "ihre Büroausstattungen" meisst vor Ort selbst einkaufen mussten.

    Hierzu zählten nicht die Spezialausstattungen wie Kompass, Kurvenlineal etc.


    Auch ist entscheidend wie die Kartentasche aus sah, es gab verschiedene Modelle, kann man auch im www sehr gut sehen.

    Grüße und bleib(t) Gesund - Matthias

  • Hallo Marc,

    Das wird schwierig, da die Einheiten "ihre Büroausstattungen" meisst vor Ort selbst einkaufen mussten.

    Hierzu zählten nicht die Spezialausstattungen wie Kompass, Kurvenlineal etc.


    Auch ist entscheidend wie die Kartentasche aus sah, es gab verschiedene Modelle, kann man auch im www sehr gut sehen.

    Hallo Matthias,

    meinst du mit Kurvenlineal den Kurvenmesser oder ist das noch was anderes?

    Grüße Marc

  • Hallo,

    für wen soll denn diese Kartentasche sein? Die Kartentasche eines Artillerieoffiziers, der als VB eingesetzt wurde, war sicher anders bestückt als die eines Oberfeldwebels als Zugführer bei der Infanterie oder beim Tross.
    Was sicher immer hineingehört, sind Bleistifte, Meldeblock, Radiergummi, wahrscheinlich auch mindestens ein Kopierstift, da es damals noch keine Kugelschreiber gab. Weiter eventuell Rot-Blau-Stifte oder Krokierstifte, um auf Karten farbige Hervorhebungen zu ermöglichen. Die Stifte oft mit Metallkappen als Schutz für die Spitzen.

    Grüße
    Jörg
    Krokierstifte.jpg  Kopierstift Stabilo violett.jpg  Landkartenstifte.jpg  Rot-Blau-Stift.jpg  Stiftverlängerung (1).jpg

  • Hallo Jörg,


    danke für das Einstellen der Bilder. Das es solche Stifte gibt war mir bisher noch gar nicht bekannt. Man kann doch immer wieder etwas dazulernen. Klasse!


    Herzliche Grüße

    Uwe

    An Informationen zur Heeres-Neben-Muna Kupfer, Muna Siegelsbach, Muna Urlau, Muna Ulm und zur Aggregat 4 - speziell Logistik für den Verschuß und den Eisenbahntransport- interessiert.

  • Hallo in die Runde,


    ich habe mal fix ein paar Bilder von den Dingen gemacht die mir zu dem Projekt, Kartentasche schon zugelaufen sind. Das auf dem einen Bild abgebildete Lineal ist leider zu kurz. Wenn Ihr was entdecken sollte was Zeitlich nicht dazu passt, würde ich mich über eine Info sehr freuen.

    Was auf jede fall noch fehlt ist: Lineal, Kilometermesser, Meldeblock und eine Kartenschutzhülle.


    Das fehlt noch?


    Grüße Marc

    Files

    • DSC03609.jpg

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    • DSC03610.jpg

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    • DSC03615.jpg

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    • DSC03619.jpg

      (378.62 kB, downloaded 34 times, last: )
    • DSC03620.jpg

      (345.84 kB, downloaded 33 times, last: )
  • Hallo Jörg,

    das der Inhalt je nach Waffengattung variieren kann ist wohl korrekt, da habe ich mich aber ehrlichgesagt nicht wirklich festgelegt. Ich gehe mal, wie du davon aus das das Grundsortiment bei allen ähnlich gewesen sein wird.


    Grüße Marc

  • Hallo Marc,

    meinst du mit Kurvenlineal den Kurvenmesser oder ist das noch was anderes?

    ja, Schreibfehler von mir.


    Welches Lineal du nimmst ist egal, es muss aus Holz sein und aus der Zeit.


    Je nach Verwendung gehörten z.B. noch Taktiklineale dazu.

    Die Stifte sind schön rund gespitzt, also fehlt auch noch ein Spitzer.

    Das Tinte und Federn in der Tasche waren, glaube ich nicht.;)

    Grüße und bleib(t) Gesund - Matthias

  • Hallo Marc,


    Quote
    Hat einer von euch zufälligerweise ein Bild von einem Dienstlich geliefert Lineal

    wobei, wenn um die BW geht, ja nicht Lineal heißen muss da gab es sicher einen der "berüchtigten" Eigennahmen.


    Das Rätsels Lösung steht auf jeden Fall in der BesAnVH (Besondere Anweisungen für die Versorgung des Heeres)

    Gruss Dieter

  • Hallo Matthias,

    das mit dem Anspitzer sollte nicht allzu schwer werden, einen Radiergummi habe ich bereits. Der war mir aber kein Foto wert.

    Das mit dem Tintenfass fand ich nur insofern passend, da ich davonausgehe das ein Großteil der Feldpostbriefe mit Tinte geschrieben wurde. Dienstlich geliefert aber wahrscheinlich nicht, da hast du schon recht.

    Grüße Marc

  • Hallo,

    ich habe einmal in meinem Buch des OF York Kelm, Die Ausbildung des Kompanietrupps, Aufgaben und Einsatz, Zweite, neubearbetete Auflage, Berlin 1940, steht auf der Seite 12 etwas zum Inhalt der Kartentasche für Kompanie und Zugtrupp:

    "Meldeblock, mindestens zwei Bleistifte Nr. 2, Blau= oder Rotstift(keine Kopierstifte verwenden, ihre Schrift verschwindet im Regen), Radiergummi, Kilometermesser, Lineal, Zeichentafel für Rahmenflagge, Bleistiftspitzer, Schreibunterlage aus Sperrholz in Grösse des Meldeblocks mit Klammer um den Meldeblock darauf zu befestigen (Hosenklammer, die man zum Radfahren benutzt, Weckringe oder Kuponringe genügen auch). Karten der betreffenden Gegend, soweit sie vorhanden sind."

    Je nach Aufgabe hatten die einzelnen noch zusätzliches Material, Formulare etc. mitzuführen.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer ().

  • Hallo Rainer,

    herzlichen Dank für den Buch Tipp.

    Das mit den Weckringen hat bei mir etwas gedauert (???), aber dann sind mir Omas Einmachgläser in den Sinn gekommen.

    Zu der Zeichentafel für Rahmenflagge, hat jemand von euch so eine schon mal im Handel gesehen? Online habe ich nichts gefunden, oder gibt es noch eine andere Bezeichnung dafür?

    Grüße Marc

  • Hallo Marc,

    was in die Kartentasche als Spezialausrüstung, je nach Funktion, dazugehörte war verschieden. Waffen lassz ich weg/

    KpTrpFhr,: Zielgevierttafel, Planzeiger, Pauspapier, Karte Marschkompass, Doppelglas, Decknamenverzeichnis, Verzeichnis Fliegererkennungssignale, Formulare für die Tagesmeldungen.

    Blinktrupp: Spruchformulare an Stelle der Meldeblöcke

    ZgTrpFhr: Marschkompass, Plangerät und Formulare für Tagesmeldungen.

    Gruss

    Rainer

    P.S.: Marc, bei dem Nachnamen vertan, es muss Kelm sein.

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer ().

  • Hallo,
    heute sind zwar noch Kopierstifte vereinzelt erhältlich, üblich sind sie ja wohl nicht mehr. Gibt es noch Bereiche wo sie heute noch Verwendung finden?

    Gruß

    Andreas

    Beste Grüße, Andreas


    "Die Würde des Menschen ist unantastbar". (Art.1GG)

  • Hallo,

    heute sind zwar noch Kopierstifte vereinzelt erhältlich, üblich sind sie ja wohl nicht mehr. Gibt es noch Bereiche wo sie heute noch Verwendung finden?

    von Faber-Castell sind Kopierstifte noch in einer ganzen Reihe von Farben (Behörden-Farbhierarchie) und auch als Rot-Blau-Stifte erhältlich, Koh-i-noor hat sie auch noch im Programm.
    Verwendet werden sie immer noch dann, wenn z.B. Markierungen auf nassen Oberflächen (z .B. Stahlbau) gebraucht werden. Auch bei Wahlen werden noch Kopierstifte für die Wahlzettel verwendet, da sie im Gegensatz zu Bleistiften oder manchen Kugelschreibern nicht korrigiert / radiert werden können.
    Kopierstifte gelten als dokumentenecht, was bei Kugelschreibern und Füllern nur der Fall ist, wenn diese einer bestimmten DIN entsprechen.


    Grüße
    Jörg