Den Weg meines Vaters bei der Waffen-SS nachvollziehen

  • Guten Abend liebe Forumsmitglieder,


    ich beschäftige mich schon seit langem mit dem Thema.

    Als Neuling in diesem Forum möchte ich mit diesem Thread die fachliche Kompetenz der Mitglieder "anzapfen". Ich stelle nämlich fest, dass ich im Moment ohne Hilfe in der Sache nicht weiter komme.


    Als Gast habe ich vor geraumer Zeit in diesem Forum wertvolle Hinweise zu meinen Recherchen bekommen und möchte Ihnen deshalb zunächst eine Rückmeldung geben:

    Das Rote Kreuz konnte mir Kopien der Gefangenenakte und der Karteikarte meines Vaters aus der sowjetischen Gefangenschaft sowie weitere Informationen zu den Lagern, in denen er war, zur Verfügung stellen.

    Diese Informationen hätte ich noch gerne vertieft, aber leider wurde die Vereinbarung über zusätzliche kostenpflichtige Anfragen an das Russische Staatliche Militärarchiv in Moskau (RGWA) nicht verlängert.

    Die Auskünfte der WAST entsprachen leider nicht meinen Erwartungen:

    Demnach wurde mein Vater am 1.11.1943 zum Nachrichten-Ersatz-Regiment Nürnberg, später SS-Nachrichten-Abteilung 1 Nürnberg, eingezogen. Sein Dienstgrad war SS-Funker.

    Wegen einer –Erkrankung- (Zitat) kam er am 12.12.1943 in das SS-Lazarett Abteilung Nürnberg und wurde dann am 21.01.1944 in die SS-Lazarett-Abteilung Bad Homburg v.d.H. verlegt. (Es wird kein Grund für die Verlegung genannt).

    Aus diesem Lazarett wurde er am 12.2.1944 bedingt kriegsverwendungsfähig an die Truppe entlassen. - Ende der Auskunft -

    1.   Ich möchte nun gerne die Gründe für den Lazarettaufenthalt wissen. Kann mir evtl. jemand aus dem Forum in der Sache weiterhelfen?:(

    Im Forum habe ich die Beschreibung zu den beiden SS-Lazaretten gelesen.

    Als „bedingt kriegsverwendungsfähig“ konnte er dann formal auch nur in einer Freiwilligen-Einheit der SS eingesetzt werden.

    Aus einer anderen Quelle entnehme ich, dass mein Vater ab Mai 1944 beim SS-Freiwilligen-PzGrenReg 24 Danmark als Funker eingesetzt war. Dieses Regiment gehörte zur 11. SS-Freiwilligen-PzGren-Div „Nordland“.


    2.   Auffällig ist der lange Zeitraum (12.2. – 5/1944) zwischen Entlassung aus dem Lazarett und Ankunft bei der Truppe.

    Wurde in diesem Zeitraum evtl. eine militärische Grundausbildung durchgeführt? Ich gehe davon aus, dass die fachliche Ausbildung zuvor in Nürnberg erfolgte.

    Gab es für die Nordland oder gar für die Danmark Ersatztruppenteile (Ersatzbataillone), welche die SS-Einheit immer mit Mannschaften versorgt haben?

    Ich komme an dieser Stelle nicht weiter.:(

    Ich würde mich riesig freuen, wenn mir jemand aus dem Forum weiterhelfen könnte.

    Viele Grüße

    volk

  • Grüß Gott volk,


    hast Du bei der ehem.Wast/DD, jetzt Bundesarchiv auch die Krankenbuchunterlagen mit angefordert, darin müßte der Grund der Erkrankung enthalten sein.

    Die Nordland hatte ein Feldersatz-Regiment und das SS PzGren u Ausb. Btl 11,

    http://members.aon.at/dbundsch/ssbataillon11.html

    allerdings wurden Soldaten der versch Ersatzbataillone nicht immer zur dementsprechenden Einheit versetzt, z.B kamen Soldaten des SS-Pz Gren Ers u Ausb Btl 2 Das Reich nicht automatisch zur Division Das Reich


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Hallo,


    Quote


    Als „bedingt kriegsverwendungsfähig“ konnte er dann formal auch nur in einer Freiwilligen-Einheit der SS eingesetzt werden.

    diesen Schluß kann ich nicht nachvollziehen, aus bedingt kv ergeben sich lediglich Einschränkungen für bestimmte Verwendungen,


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Guten Morgen Erlkoenig20,

    danke für den interessanten Hinweis. Invenio ist mir bekannt und ich bin dort auch registriert.

    Ich habe sehr gespannt im genannten Verzeichnis geblättert, auch Treffer erzielt, aber:

    "Gerade wenn Sie nach Personen recherchieren, empfiehlt sich eine schriftliche Anfrage an das Bundesarchiv, da viele personenbezogene Daten noch Schutzfristen unterliegen und nicht extern recherchiert werden können". :(


    LG

    volk

  • Grüß Gott Thilo,

    danke für deine Rückmeldung.

    Meine Information habe ich entnommen aus:

    Aktennotiz Himmler 1943-Ausschnitt-.docx

    Quelle: Michaelis, Rolf: Die 11. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division „Nordland“, Berlin 2001, Seite 126

  • Grüß Gott eumex,

    danke für die Informationen. Welche Nummer hatte denn das Feldersatz-Regiment, und wo war es denn stationiert?

    Soweit ich mich noch erinnere, ist manchmal der Name Sterzing ist gefallen. In Sterzing war das SS-Geb.Nachr.Ausb.Abt. 5 stationiert. teilweise fachliche Ausbildung in Sterzing vom 1.11.43 bis 12.12.43 und nicht in Nürnberg? Hier hängts!

    Ade

    volk

  • Grüß dich Eumex,

    danke für die Antwort.

    Wie muss man sich denn das System "Feld-Ersatz-Bataillon" vorstellen? War dieses Bataillon irgendwo im Hinterland, aber doch im Dunstkreis, "näheren Umgebung" und direkten Zugriff der Division angesiedelt? Gab es somit keinen festen Standort, wie z.B. in Grafenwöhr o.ä., an dem die Ausbildung stattfand und danach der Abgang zur Truppe erfolgte?

    Nachtrag zu deiner ersten Nachricht: Meine erste Anfrage bei der WAST habe ich 2015 gestellt. Beantwortet wurde sie erst nach mehreren Nachfragen im Jahre 2019, mit doch ernüchterndem Ergebnis (s.o).

    Ade

    volk

    Frank und frei

  • Guten Abend Volk(Volmar?)


    die Ausbildung fand beim SS- Panzergrenadier Ausbildungs und Ersatz Bataillon 11 in Graz statt, was dort nicht ausgebildet wurde ist beim Feldersatz -Bataillon vertieft worden....

    Die Ausbildung der Soldaten wurde ja im Laufe des Krieges immer weiter verkürzt, das hat man dann im FE-Btl nachgeholt. Daher nehme ich an , eher im Dunstkreis der Division, eventuell auch als Reserve und Alarmeinheit eingesetzt.

    https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=179930


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

    P.S. Darf man fragen welcher Teil von Franken...

  • Guten Abend Eumex,

    ups, beinahe hätte ich vergessen, mich für deine Info zu bedanken.:)

    Im Gegentum, ich habe sie eifrig studiert.

    Dabei ist mir aufgefallen:

    Michaelis, Ralf: "Die 11.SS-Freiwillingen-Panzer-Grenadier-Division "Nordland" schreibt auf Seite 81: Mitte Sept 44 wurde das SS-Feld-Ausbildungs-Btl. 11 (SS-Obersturmbahnführer Lang) in SS-Btl. z.b.B. "Nordland" undbenannt und in der "Tannenbaum-Stellung" bei der SS-Freiwilligen-Grenadier-Brigade "Nederland" eingesetzt. Ende Oktober 44 trat das SS-Btl. unter der Bezeichnung Feld-Ersatz-Btl. 11 wieder zur "Nordland" zurück.

    Dieses SS- Feld-Ausb-Btl. bestand aus 5 Kp. (vgl. Tessin, Georg: Dritter Band: Die Landstreitkräfte 6-14, S. 224).

    Jetzt bin ich so am grübeln: Diese Informationen decken sich nicht mit den Aussagen aus deinem Link. Wer schummelt hier bzw. wessen Aussagen stimmen?


    Ade, bleib schee

    volk

    frank und frei

  • Servus!

    Also hier euhhhhh, stimmt etwass nicht ganz, "Tannenbaum-Stellung".

    Es gab schon ein plan "Tannenbaum" Hittler plan war für in die Schweiz Einzudrängen

    Dann weiter gab es Zwei weitere "Tannen" Unternehmen. Ost und West.

    Ost = Suursaari insel Zu wieder zurrück zu kämpfen.

    West = Ålandinseln wieder zurruck zu kämpfen.


    Und circa ein paar tage später, hatte Gr. Admiral Dönitz, die Weiterkämpfe Gestoppt, und die Truppen zurrückgerufen.


    Denn SS Nordland sowie SS Niederland, befanden sich alle beide unter dem III SS Panzerkorps Unterstellt von SS General Felix Steiner. (Bei diesen September 1944 unternehmen Tannen). Also hier für den moment, habe ich nicht gerarde die Pläne von den Truppen stellung. Aber es kann schon sein, dass zu diese Zeit, Ein Teil von Nordland auf Ost und ein Weiteres Teil zu der 23.SS Niederland zugeteilt für das Zweite .Unternehmen.

    Grüße Gerard

  • Aberwarte mal.ja da stinkt est wass faul in diese Geschichte mit "tannenbaum". Denn, sag mir ob du es Verstehst dies.


    Also so startet die Gesamte Geschichte, und wass hat sie mit Suursaari oder mit andere zu tun????

    Also es stimmt schon Tanne ost und West, für diese beide inseln, aber hier "Tannenbaum" war sicher nur die Bezeichnung von der Stellung, nicht von einem Unternehmen. Morgen bearbeite ich die übersetzung von der Restliche Geschichte, denn ja, hier marschierte schon ein teil von der Nordland Rgt. mit denn Niederland SS. (Circa am 19 September 1944)

    Grüße Gerard

  • Fortsetzung:


    Also hier Versteht man es Besser, der Warum es eine Mischung mit der SS Brigade Niederland Gab.

    Grüße Gerard

  • Quote from Volk

    Wegen einer –Erkrankung- (Zitat) kam er am 12.12.1943 in das SS-Lazarett Abteilung Nürnberg und wurde dann am 21.01.1944 in die SS-Lazarett-Abteilung Bad Homburg v.d.H. verlegt. (Es wird kein Grund für die Verlegung genannt).

    Aus diesem Lazarett wurde er am 12.2.1944 bedingt kriegsverwendungsfähig an die Truppe entlassen. - Ende der Auskunft -

    1.   Ich möchte nun gerne die Gründe für den Lazarettaufenthalt wissen. Kann mir evtl. jemand aus dem Forum in der Sache weiterhelfen?


    Servus ein weiteres mal!

    Also mit welchen Grund?

    Der Grund kan ganz einfach sein, in dem fall dass ein Feldlazaret, nicht die Möglichkeiten gehabt hatte, um die Pflegungen oder um der Richtige Artz, oder weiter noch, dass dieses Lazaret nicht die Richtige Tecknologie gab, So wird auch noch heute, von einem Hospital zu dem weitere ein Patient Verlegt.

    Weiter noch, konntes es sich handeln, um ein Diagnose Fehler zu Vermeinden, wurden die Patienten von A zu B übertragen. So dass ein Zweiten Doctor, der patient unter die lupen nimmt.

    Weiter noch, kann es sein, dass der Patient Verschlechtung Gab, oder Weiter noch, wenn in Einem Lazarett eine Zu Große menge an Patienten liegen, wo sie nicht alle Diagnose oder Pflegen können, werden auch wieder hier, die Speziellen oder die wo mehr Zeit benötigen, um das die Pflegung vollständigt ist, usw...


    Also kommst du jetzt auch mitt über den Warum?

    Grüße Gerard

  • Guten Morgen Gerard,

    danke für deine Ausführungen.

    Daraus entnehme ich, dass ich meine Frage nicht deutlich formuliert habe: Ich suche nach Informationen, am besten Patientenakten aus den SS-Lazaretten Nürnberg und Bad Homburg, um Näheres über die Erkrankung zu erfahren. Ich habe in diesem Forum den Hinweis auf das Krankenbuchlager im Bundesarchiv Berlin bekommen. Diesem Hinweis werde ich nachgehen.


    In meinem Beitrag vom Dienstag ist mir ein Tippfehler unterlaufen :(. Es muss heißen: SS-Btl. z.b.V. "Nordland".

    Mir ging es dabei nur um unterschiediche Ausssagen zum SS-Ausb.Btl 11 von Michaelis und axishistory.


    Bonne journée

    volk

  • Hallo,


    den Grund der Erkrankung kann ich nicht erkennen – es gab aber immer wieder mal Scharlach- oder Diphterie-Erkrankungen mit entsprechenden Quarantänen und anschließender Genesungszeit – aber bei der „SS-Lazarett-Abteilung Bad Homburg v.d. Höhe“ handelt es sich um ein Genesungsheim der Waffen-SS...



    Die SS-Genesungsheime

    ...

    Bad Homburg, v. d. Höhe,

    ...

    führten ab dem 1.Oktober 1942 die Bezeichnung „SS-Lazarett-Abteilung“, z. B. SS-Lazarettabteilung Bayrischzell, Anschriftenverzeichnisse, Stempel, Dienstsiegel usw. waren entsprechend zu berichtigen.

    (Hubert Fischer, Der deutsche Sanitätsdienst 1921 – 1945, Organisation, Dokumente und persönliche Erfahrungen, Band 3 Teil C Der Sanitätsdienst der Wehrmacht im 2.Weltkrieg (1939 – 1945, Biblio-Verlag, Osnabrück, 1984, Teil XIV Der Sanitätsdienst der Waffen-SS, S.2203)


    Dort wurden Soldaten nach einer Erkrankung oder Verwundung „aufgepäppelt“, um dann nach anschließend zum Ersatztruppenteil zurückzukehren...



    „Bedingt kv“ bedeutet anscheinend zu diesem Zeitpunkt, dass er die Folgen der Erkrankung immer noch nicht vollkommen überwunden hatte...

    Er dürfte dann zunächst in die Genesenden- oder Genesungs-Kompanie gekommen sein...


    Der im Herbst 1943 während der Verlegung des SS-Pz.Rgt 1 LAH an schwerem Gelenkrheumatismus erkrankte Panzerfunker Heinz Mahncke fuhr, nach einem Lazarettaufenthalt in Magdeburg und einem aus Nürnberg Anfang Dezember 1943 bewilligten doppelten Heimat- und Genesungsurlaub, am 2.Januar 1944 nach Nürnberg zur Genesungskompanie seiner Ersatzeinheit. Dazu berichtete er: “ ... Die Genesungskompanie in der Kaserne des SS-Nachrichten-Ersatz-Regimentes (zu dieser Zeit Abteilung, der Verf.) in Nürnberg erwies sich als ein seltsamer Haufen. Die Genesungskompanie nahm einerseits jene auf, die noch nicht wieder einsatzfähig waren, aber auch jene, die von hier aus als Genesene wieder den Truppenteilen an der Front zugeteilt werden sollten. Der äußere Dienstplan beschränkte sich auf Wecken, Morgenappell und Zapfenstreich. Ausgang wurde großzügig gewährt und beim Morgenappell wurde uns mitgeteilt, wer sich wann und wohin in Marsch zu setzen hätte. Außerdem wurden verschiedenerlei Arbeitsdienste inner- und außerhalb der Kaserne vergeben, auch Aushilfe bei Behörden, ebenso aber Kartoffelschälen oder Pistoleneinfetten. Als eines der beliebtesten Außenkommandos erwies sich der Nachmittags- und Abenddienst im Nürnberger Stadttheater – als Statist. Nach einigen Tagen Wartezeit gelang es mir, der künstlerischen Laufbahn über den Bühneneingang näher zu kommen. Auf dem Spielplan stand in jenen Wochen das Drama “Agnes Bernauer” ....

    (Heinz Mahncke, Gesammelte Werke Band II, Selbstverlag Tellingstedt 1998; S. 59, 61, 68 , 71-72, der Verf. 3.4.2006 )


    Eventuell folgte dann nach „vollständiger Herstellung der Gesundheit“ eine erneute/weitere Ausbildung bis zur endgültigen Abstellung an die Fronteinheit...

    Was den Zeitraum Februar bis mai 1944 durchaus erklären k ö n n t e...


    Aber das sind alles nur „Gedankengänge“ und ohne stichhaltige Angaben nur Vermutungen...


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Grüß Gott,

    vielen Dank für diese "Gedankengänge" und Erläuterungen.

    Die Idee mit der Genesungskompanie hatte ich bisher noch nicht auf dem Schirm.

    Da fällt mir ein, dass er bei Familienfeiern oftmals vom Aufenthalt in Sterzing geschwärmt hat. Diese Aussagen habe ich bisher nicht in einen Zusammenhang bringen können. Es gilt nun zu klären, ob es ggf. dort auch eine Genesungskompanie gegeben hat. Dann hätte ich wieder ein Puzzle mehr.


    Liebe Grüße

    volk

  • Hallo Volk,


    in Sterzing gab es die SS-Nachr.-Ausbildungs-Abt. 5, und ja,

    es gab auch Versetzungen von Rekruten, die zunächst in Nürnberg waren, zur weiteren Ausbildung nach Sterzing...


    Eine Genesenden-Kompanie gab es lediglich in Nürnberg, später in der sogenannten SS-Nachrichten-Ersatz-Abteilung


    Ich vermute ja, dass der Gesuchte dann zum Abschluss seiner Ausbildung dann noch nach Sterzing kam und von dort aus dann zum Fronttruppenteil...


    Aber wie gesagt, alles nur Vermutungen...


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump