Welche Aufgaben hatte ein "Schreiber" zu erledigen?

  • Guten Abend liebe Freunde,


    Ich bin letztens bei einer Recherche auf folgendes Zitat gestoßen:

    "Hans W. war 1941 Schreiber bei der dritten Kompanie des Infanterieregiments 691."

    Was sind Aufgaben eines solchen angesprochenen Schreibers? War das ein Soldat, der zusätzlich Einsatzberichte verfassen musste?

    Oder war er für die Kommunikation mit anderen Einheiten zuständig?


    Viele Grüße,

    Hans

  • Hallo Hans,


    der "Schreiber" war ein Soldat des "Innendienstes". Dem Hauptfeldwebel unterstellt, sass er auf der "Schreibstube" (in einer Kaserne im sogn. "Geschäftszimmer) und bearbeitete und schrieb den gesamten "äußeren" Schriftverkehr mit dem Bataillon/Regiment und sonstigen Wehrmachtsbehörden (z.B. Berichte, Meldungen). Auch der "innere" Schrift-und Verwaltungsverkehr oblag ihm, zb Personalverwaltung. Gesuche der Soldaten u.ä. bearbeitete er unter Aufsicht des Haupftfeldwebels bzw. des Kompaniechefs.


    Beste Grüsse

    Ingo

  • Hallo,


    sehr gute beschrieben, Ingo.

    Im Einsatzfall hatte er dafür zu sorgen, dass die von ihm betreute "Kompaniekiste" mit den Schreibutensilien, Papier, Formulare wie z. B. Fahrbefehle usw.. und einer Schreibmaschine in den Lkw des Hauptfeldwebels mit verladen wurde. Sodann hatte er im Feld seinen Schreibdienst mit dieser Kiste, die mit Fächern und einer Klappe ausgestattet war, aufzunehmen. Die Kiste diente als eine Art Schreibtisch.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    ich habe heute eine ähnliche Frage wie oben verfasst, aber zum Schreiber eines Infanterie-Regiments.

    Hast Du dazu auch so plastische Informationen wie oben?


    Gruß,

    Neuling53

  • 2 Stufen höher nach dem Kompanschreiber, Bataillonsschreiber nun der Regimentsschreiber.eute eine ähnliche Frage wie oben verfasst, aber zum Schreiber eines Infanterie-Regiments.

    Diesen Beitrag habe ich gelesen.

    Dazu kann ich nur folgendes schreiben:

    Der Regimentsschreiber musste, das wurde bisher nicht erwähnt, jeweils ein Exemplar der Meldungen für die Gefechtsberichte und für das zu erstellende Kriegstagebuch abheften/sammeln.


    Der Regimentsschreiber gehört zum sog. "Unterstab" des Regiments, also dem sog. Stabszug, neben dem Gefechtstross, VI Tross, dem Verpflegungstross, dem V II Tross, dem Zahlmeister mit der Regimentskasse, dem Gepäcktross mit allen Fahrzeugen.

    Die Aufgaben des Schreibers waren prinzipiell dieselben, nur eben nach dem Kompanieschreiber, dem Bataillonsschreiber nun der Regimentsschreiber und der eben zwei Stufen höher. Auch er hatte seine Unterlagen im Felde mitzuführen, allerdings ware seine Unterbringung im Regimentszelt oder Bunker meist etwas komfortabler und nicht in unmittelbarer Frontnähe, aber durchaus noch in Reichweite mancher Geschosse und Granaten.

    Ferner ist zu berücksichtigen, dass das Regimenet i. d. R eine eigene Regimentsgeschichte, neben dem offiziellen KTB herausgab, wozu auch Infos gesammelt wurden.

    Da dessen Arbeit umfangreicher war, wurden dem Schreiber von Fall zu Fall verfügbare Soldaten des Unterstabes, wie Melder, Fahrer etc. für einfache Arbeiten zugeteilt.

    Die Mehrfertigungen für das Kriegstagebuch gingen an den Divisionsstab, Führungsabteilung, den OI, 1. Ordonanzoffizier, welcher das KTB und die Lagekarten zu führen hatte. Zur Führung des KTB wurden schreibgewandte Offiziere, möglicht mit artverwandter Tätigkeit im Zivilberuf verwendet.


    Gruß Karl