Deutsches Kreuz in Gold

  • Hallo zusammen, mein Großvater Viktor Kemmer war bei der legion Condor in Schwäbischhall beim kampfgeschwader 53 stationiert. Er wechselte dann zu einem Nachtjagdgeschwader und durch technische Probleme bei einem Transportflug stürzten er 1944 nahe Wuppertal ab. Er hatte 1943 schon einen schweren Absturz. Ich wollte euch hier mal ein paar Bilder zeigen und ein paar Meinungen mir einholen zu den höchsten Auszeichnungen die er hatte, vorlallem für das deutsche kreuz in gold. Es ist zwar schwer beschädigt, jedoch hat es ein ganz persönlichen Wert weil es dadurch eine eigene Geschichte erhält. Ich wollte dies einfach nur mit euch teilen und eure Meinung hören.

    Grüße Rare

  • Hallo und Willkommen hier im Forum,


    stammen die Beschädigungen vom Absturz am 23.11.1944 bei Donnenberg/Neviges?


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Guten Morgen,

    Das weiß ich leider nicht, die frontflugspange und ein von den zwei EK1 sind auch verbogen, zwar nicht all zu stark aber auch ein bißchen. Ich weiß es aber nicht. Vermutlich aber schon, da das Flugzeugführerabzeichen und das verwundeten abzeichen nicht bei uns angekommen. Also schätze ich das er 1944 nur die zwei, oder nur das glugzeugführerabzeivhne getragen hat und dass die beschädigen schon bei dem vorherigen Absturz war.


    *Grüße Rare

  • Moin,


    anbei zur Klarstellung 3 Ausschnitte aus der Namentlichen Verlustmeldung (NVM, WASt.) zum Absturz von Ofw. Viktor Kemmer am 23.11.1944.

    1) Als Verlustort ist Doenberg (Dönberg) angegeben, siehe auch (Ortsbeschreibung): https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6nberg

    Der von Thilo angegebene Ort Donnenberg liegt ca 2-3 km weiter westlich. Thilo: woher hast du das? Dönberg ist korrekt - nicht Donnenberg!

    Das ist auch logisch, weil Dönberg auf einer Kuppe liegt und die Maschine in Schlechtwetter natürlich zuerst mit höherem Gelände Bodenberührung bekommt, siehe Angeben zur Unfallursache (2).

    Die Besatzung konnte man ja nicht mehr befragen - also handelt es sich um eine Vermutung.

    2) Die Maschine befand sich nicht auf einem Transportflug, wie von Rare genannt, sondern auf einem lokalen Prüfflug. Wenn zuvor Werftarbeiten durchgeführt wurden, spricht man von einem Werkstattflug. Prüfflüge wurden regelmäßig zur Herstellung der Einsatzbereitschaft durchgeführt. Dabei werden die Funktion von Bordfunk (FT), Bord-Eigenverständigung, Funkmess und allen zur sicheren Flugdurchführung unter Nacht-/Blindflugbedingungen notwendigen Systemen des Flugzeugs (Motoren, Navigatorische Hilfsmittel, Sauerstoffanlage, ...) überprüft. Wenn alle Systeme zufriedenstellend arbeiten, wird das Flugzeug nach der Landung und Neubetankung einsatzbereit gemeldet.

    3) Erste Grablage


    MfG, Uwe K.

  • Hallo,

    Vielen Dank für die reichlichen Infos, wieder ein bißchen schlauer. Und die Erklärung von DR40eghs ist nachzuvollziehen.

    Und nochmals zu dem Deutschen kreuz in gold? Habt ihr da ein paar Infos vielleicht?

    Grüße Rare

  • Hallo Rare,


    Viktor Kemmer wird auch bei Tracesofwar geführt.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo rolli.m,

    Ja stimmt und seine zwei Kameraden Ulrich Stamm und Gustav Schmitz auch,hab ich gerade gesehen.

    Vielen dank

    Gruß Rare


    *und was ich auch sehr interessant finde, was für Kräfte auf die Besatzung ausgewirkt haben müssen bei den Absturz, was an dem DKiG ja deutlich erkennbar ist. Weil ich meine, sowas bekommt man im Normalfall doch nicht so einfach klein? ?‍♂️

    Gruß Rare


    Beiträge zusammengefügt...Huba

  • Hallo Rare,


    da möchte ich mir nicht vorstellen, wieviel von dem Flugzeug

    und der Besatzung noch erkennbar war.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland, ja das stimmt, ich möchte nicht im dme moment im Flieger gewesen sein. Unvorstellbar, wnen das an seiner brust war und dann so aussah?. Das DKiG sieht am schlimmsten aus, die frontflugspange in gold mit dme stenr Anhänger hat es besser überstandne, nur das eine Aufhängung zum Stern leider abgebrochen ist. Immerhin ist der pokal noch top in Schuss. Aber das siddn ja "nur" Abzeichen. Das Leben wäd schöner gewesen egal ob mit oder ohne die orden.

    Gruß Rare

  • Hallo Rare,


    du bist an Details aus dem Bereich der Flugunfallforschung interessiert?

    Aus meiner eigenen, über 30-jährigen, aktiven Fliegerei habe ich folgende VERMUTUNG.


    Zunächst: die Maschine ist infolge schlechter Sichtbedingungen (Staubewölkung) mit hoher Geschwindigkeit in die Botanik geflogen (worden), wobei starke Verformungen der Flugzeugkanzel auftreten und hohe G-Kräfte auf die angeschnallte Besatzung einwirken.

    Ich vermute weiter, dass die Beschädigung vom Unfall selbst herrührt und das DKiG NICHT mit einem Hammer nachträglich in der Familie bearbeitet wurde.


    Die Bf 110 G war auf dem Führesitz mit 4-Punkt Gurten ausgestattet, d.h. ein 2-teiliger Bekengurt und 2 Schultergurte. Der 4-teilige Gurt wird am Gurtschloss zusammengehalten, das sich in geschlossenem Zustand mittig auf dem Becken, unterhalb des Bauchnabels befindet. Beide Schultergurte sind mit einem metallischen Gurtschloss ausgestattet, um das bequeme Anlegen und das Straffen vor und während des Fluges zu ermöglichen, damit bei "bockigem" Wetter die Besatzung nicht ständig aus dem Sitz gehoben wird und mit dem Kopf gegen die Kabinenhaube stößt. Die 4-Punkt Gurte haben den Nachteil, dass der zu schützende Pilot bei hoher Verzögerung nach vorne/unten aus den Gurten rutscht bzw. sich mit dem Oberbauch in den Bauchgurt schiebt. Im Extremfall reißen die Gurte oder der gesamte Flugzeugführersitz wird aus der Halterung gerissen. Bei Kunstflug werden 5-Punkt Gurte verwendet, der "Sackgurt" fixiert den Beckengurt auf dem Becken.

    Ich VERMUTE, dass die Verbiegung des DKiG durch Verhaken mit dem Bauchgurt (nach vorn/unten Herausrutschen) entstanden ist, oder durch harten Kontakt mit dem Intstrumentenbrett. Das Ganze spielt sich in ein paar Milisekunden ab.

    Ist das plastisch genug?


    Weiter:

    - das ebenfalls verbogene EK.1 wurde ebenfalls beim Unfall verbogen.

    - das andere, unbeschädigte EK ist das EK.2. Von diesem wird in der Regel nur das rot-weiß-schwarze Band getragen - das eigentliche Metallkreuz bleibt in der Schublade.

    - weitere Orden sind evtl. in den Trümmern der Maschine verblieben oder waren so stark vom Unfall zestört, dass man der Familie den Anblick ersparen wollte.


    Und noch mehr Infos.

    - Viktor Kemmer trug eine EM der 10. Staffel (IV. Ergänzungsgruppe) KG 53 mit sehr niedriger individuelle Nummer (< 20). Das lässt darauf schließen, dass er schon bei Aufstellung der Gruppe im März 1941 bei dieser Staffel eingesetzt war, und danach in die Stabskette wechselte.

    - Erste Feindflüge dürfte er noch bei den Nachteinsätzen gegen England, also vor dem Juni 41, geflogen sein.

    - Die für den EP und das DKiG erforderliche Anzahl Feindflüge "sammelte" bei Einsatz an der Ostfront


    Weitere Infos hast du ja schon im Sommer 2019 im MFF und im TOCH Forum erhalten.


    MfG, Uwe G.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

    Edited once, last by DR40eghs ().

  • Hallo Uwe,

    also zu aller erst, vielen Dank für den detaillierten Ablauf und der Beschreibung des Sitze, Gurte... Ich kann versuchen mal alle abzeichen die er hatte noch zu schicken, das ihr euch einen besseren Eindruck verschaffen könnt. Also die orden sind damals bei meiner oma angekommen, die Verpackung ist verschwunden. Seitdem liegen sie in der Schublade in einer Feldpostschachtel. Die ganzen Urkunden sind leider weg, was ich aber z.b noch habe is das Nachlass schreiben und einige Alben. Das eine EK1 ist verbogen, ja aber ich bin mir zu 100% sicher, daß er zwei hatte,da ich im Besitz von insgesamt 3 EK's bin.Da ich kein Fachmann bin vermute ich mal das EM=erkennungsmarke heißen soll? Wenn ich es richtig verstehe, soll die niedrige Nummer bedeuten das er schon von Anfang an, bei der Gründung der Staffel war? Finde ich sehr interessant zu wissen weil das eine neue Info ist die ich noch nicht kannte. Vielen Dank für deine/eure Mühe.

    Grüße Rare

    Edited once, last by Rare ().

  • Hallo Rare,


    geh doch mal auf einen naheliegenden Flugplatz, am Besten auf ein Segelfluggelände. Dort fragst du, ob du dir mal ein Cockpit aus der Nähe anschauen, besser noch, reinsitzen darfst. Das geht sicherlich problemlos. Aber vor Betreten des des Fluggeländes undebedingt fragen (Unfallgefahr !), man wird dich dann ans Flugzeug führen und eventuelle Fragen beantworten.


    Die in den heutigen Segelflugzeugen und Motorseglern verwendeten Gurtsysteme ähneln denen, die bis 1945 von der Luftwaffe verwendet wurden. Auch die Platzverhältnisse sind - zumindest was die Jagd- und Zerstörermaschinen betrifft, vergleichbar.


    Viel Spaß, Uwe K.


    P.S.: ich hatte noch nie einen Flugunfall (!), und musste auch noch nie Erste Hilfe leisten, zumindest nicht in der Fliegerei (auf der Straße schon). Bei der Ausbildung und den jährlichen Sicherheitsbelehrungen werden allerdings verschiedene Gefahrenquellen angesprochen - auch was das richtige Anschnallen betrifft.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • Hallo Uwe,

    Ja gute Idee das wär mal eine Maßnahme, sich in ein ganz kleines bischen in die Situation zu begeben. In Niederstetten ist ja schon der nächste Flugplatz. Die Technik ist bestimmt heute viel ausgereifte aber trotzdem habe ich sehr Respekt vorn fliegen. Habt ihr noch Interesse an den andern Bildern, pokal...?

    Grüße Rare

  • Hallo Rare,


    Niederstetten hat ja schon fast die Dimensionen und Betrieb eines "International Airport" und entsprechende Scherheitsmaßnahmen (Zaun, Absperrung), auch wegen der Historie als Heeresflieger-Standort. Wenn du in der Nähe von Bad-Mergentheim zu Hause bist, dann rate ich dir zum Besuch auf einem der kleineren Plätze Unterschüpf oder Rothenburg/o.T.. Dort kommst du viel näher an die Flugzeug und Piloten (zur Kontaktaufnahme) ran, beide Plätze kenne ich von eigenen "Befliegungen" (Zwischenlandungen).


    Und: Bilder sind immer gut !


    Gruß, Uwe K.

    "Phillipp - das ist nicht mehr die alte Gang."

  • Hallo Uwe,

    Ja, ich wohne genua in Laudenbach 20km neben Bad Mergentheim und so ca 10 km neben Niederstetten. Ich schicke nacher noch Bilder(wenn sie von der Datei Größe her passen).

    Grüße Rare


    Hier ein paar bilder


    *

    3 Beiträge zusammengefügt...Huba

  • Guten Abend,

    Ich habe mal noch ein bißchen im internet gestöbert und stieß auf den Begriff "luftsiege". Gibts eine Möglichkeit diese Zahl irgendwo ca. herauszufinden?Ich möchte natürlich da auf meinen Urgroßvater hinaus, aber nur natürlich wenn dies geht?

    Grüße Rare

  • Hallo!

    Gibts eine Möglichkeit diese Zahl irgendwo ca. herauszufinden?

    Ad hoc fällt mir die Offiziers-Liste der Luftwaffe ein, dort waren jedoch nur Offiziere gelistet. Für die Verleihung des DKiG wird es aber bestimmt noch eine genaue Erfolgsquote geben, wen auch keine endgültige bei Absturz.


    Grüße und viel Erfolg

    Sven

  • Hallo Sven,

    Danke für deine schnelle Antwort. Ja auf der Liste ist er nicht aufgelistet was ja logisch ist. Trotzdem Dankeschön und noch einen angenehmen abend

    Grüße Rare

  • Hallo,


    Quote


    Die 4-Punkt Gurte haben den Nachteil, dass der zu schützende Pilot bei hoher Verzögerung nach vorne/unten aus den Gurten rutscht bzw. sich mit dem Oberbauch in den Bauchgurt schiebt.

    das nennt man im Motorsport "submarining", weshalb auch in diesem Bereich heute Fünf- bzw, Sechspunktgurte Standard sind.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941