Volkssturm-Bataillon Porta Nigra

  • Hallo zusammen,


    Bezeichnung:
    Volkssturm-Bataillon Porta Nigra


    Aufstellungsort:

    Trier / Reichsgau Moselland


    Aufstellungszeitpunkt:

    Ende Oktober 1944


    Einheitsführer:

    Btl.-Kdr. Paul Seibert


    Einsatz:

    „ ... In der Stadt war das Volkssturmbataillon "Porta Nigra" aufgestellt worden, das etwa 400 Mann umfaßte. Richard Bohn aus Trier berichtet: "Unsere Kompanie erheilt ihre Ausbildung unter Führung des Trier Volkssturmkommandeurs Paul Seibert in Fell bei Trier und in Waldrach an der Ruwer. Wir wurden hier in Privatquartieren untergebracht. Der Dienst spielte sich wie bei einer Einheit der Wehrmacht ab. Er bestand aus Exerzieren, Waffenunterricht und der Ausbildung im Gelände. Die Ausbildung an den Waffen, an tschechischen Gewehren und den Panzerfäusten, besorgten Offiziere der Wehrmacht. Wir wurden auch bei Aufräumungsarbeiten nach Fliegerangriffen eingesetzt, so Ende Dezember nach einem Angriff auf den Ort Ruwer bei Trier." Andere Kompanien des Trierer Volkssturms wurden später in der Jägerkasernein Trier untergebracht, auch noch in der Kemmelkaserne. Der Trierer Volkssturm wurde als einer wichtigsten Verteidiger der Stadt Trier vorgesehen, eine Aufgabe, der er auch nicht im geringsten gewachsen sein konnten; die Männer sorgten aber auch selbst dafür, daß es zu großen Kämpfen nicht mehr kam. ..." 2


    Besonderheiten / Vermerk:

    "Nachdem die Amerikaner während der Winterschlacht in den Ardennen den Kontakt mit der deutschen Miliz vorübergehend verloren hatten, trafen sie mit Beginn ihrer Schlußoffensive wieder regelmäßig auf den Volkssturm; im Rheinland und in der Pfalz kämpfte er nicht besser als in Lothringen und im Saarland. Die Heeresgruppe G richtete deswegen sogar ein geharnischtes Protestschreiben an den Gauleiter Moselland, in dem es hieß, die eingesetzten Volkssturmbataillone hätten 'in der Masse versagt' [Quelle: Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212]. Das Bataillon mit dem stolzen Namen 'Porta Nigra' sei beim Angriff der Amerikaner einfach auseinandergelaufen, eine Wittlicher Einheit noch während der Aufstellung. Außerdem monierte die Heeresgruppe das - an diesem Ort naheliegende - Verhalten des Bataillons Ruwer, das 'sich vor dem Einsatz in der Masse betrunken' hatte. Wenige Tage nach dieser Beschwerde brach die Heeresgruppe dann selbst zusammen. Mit der Auflösung der Front im Westen brachen auch die Korsettstangen der Miliz. Wo das Heer geschlagen war, gab auch der Volkssturm auf. Brachten sich überdies die örtlichen Parteifunktionäre allzu zeitig in Sicherheit (was beinahe immer geschah), dann war damit ein weiteres Signal zur Selbstauflösung des Volksaufgebotes gegeben." 1


    „ ... Eines Tages kam der Ortsgruppenleiter, erfaßte mich, und ich erhielt ein wenig später vom Standortkommando Trier die schriftliche Einberufung zum Volkssturm. In der Schule St. Paulin wurde eine Kompanie des Volkssturmbataillons ´Porta Nigra´ zusammengestellt. Wir erhielten Militäruniformen und Armbinden mit der Aufschrift ´Deutscher Volkssturm´. Für mich war keine passende Kleidung zu finden; so wurde mir eine viel zu große Uniform verpaßt, auch die Stiefel waren viel zu groß. Auch für die anderen war es schwer, die passende Größe zu finden. Man teilte uns mit, die ersten Befehle zur Ausbildung abzuwarten. ..." 2


    Das Volkssturmbataillon "Porta Nigra" bestand aus 4 Kompanien und unterstand dem Regimentsstab Ost des Festen Platzes Trier (Kommandeur des Festen Platzes Trier war Oberst Bachmann).

    Stärken des Volkssturmbataillons "Porta Nigra":

    - 11.02.1945: 27 Offiziere, 80 Unteroffiziere und 426 Mannschaften

    - Bei der Einschliessung von Trier: 22 Offiziere, 65 Unteroffiziere und 415 Mannschaften 3


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    • HENKE, Klaus-Dietmar "Die amerikanische Besetzung Deutschlands" (1995), S. 955 [vgl. Schreiben der Heeresgruppe G an Gauleiter Gustav Simon vom 6.3.1945; zit. nach Gerhard Förster, Richard Lakowski (Hrsg.), 1945, Berlin (Ost) 1975, S. 212]. 1
    • Buch: "Krieg am Westwall 1944/45 " von Edgar Christoffel 2
    • Von der 10.US Panzerdivision bei der Eroberung von Trier erbeutete deutsche Dokumente - G2 Bericht 55 vom 04.03.1945 3


    Viele Grüße,

    Benjamin


    Edit: Ergänzungen eingefügt / eingefügt (Sven30)

    Edited 4 times, last by Sven30 ().

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon "Porta Nigra"” to “Volkssturm-Bataillon Porta Nigra”.
  • Hallo!


    Anbei noch ein paar Infos zu dem o.g. Vst.-Btl.:


    Aufstellungszeitpunkt:

    Ende Oktober 1944


    Einsatz:

    „ ... Eines Tages kam der Ortsgruppenleiter, erfaßte mich, und ich erhielt ein wenig später vom Standortkommando Trier die schriftliche Einberufung zum Volkssturm. In der Schule St. Paulin wurde eine Kompanie des Volkssturmbataillons ´Porta Nigra´ zusammengestellt. Wir erhielten Militäruniformen und Armbinden mit der Aufschrift ´Deutscher Volkssturm´. Für mich war keine passende Kleidung zu finden; so wurde mir eine viel zu große Uniform verpaßt, auch die Stiefel waren viel zu groß. Auch für die anderen war es schwer, die passende Größe zu finden. Man teilte uns mit, die ersten Befehle zur Ausbildung abzuwarten. ..."


    Quelle:

    • Buch: "Krieg am Westwall 1944/45 " von Edgar Christoffel

    Gruß

    Sven


    Edit: eingefügt (Sven30)

  • Hallo!


    Anbei ein paar weitere Infos zum Volkssturm-Bataillon Porta Nigra:


    Aufstellungsort:

    Trier, Kreis Trier / Reichsgau Moselland


    Einheitsführer:

    Btl.-Kdr. Paul Seibert


    Einsatz:
    „ ... In der Stadt war das Volkssturmbataillon "Porta Nigra" aufgestellt worden, das etwa 400 Mann umfaßte. Richard Bohn aus Trier berichtet: "Unsere Kompanie erheilt ihre Ausbildung unter Führung des Trier Volkssturmkommandeurs Paul Seibert in Fell bei Trier und in Waldrach an der Ruwer. Wir wurden hier in Privatquartieren untergebracht. Der Dienst spielte sich wie bei einer Einheit der Wehrmacht ab. Er bestand aus Exerzieren, Waffenunterricht und der Ausbildung im Gelände. Die Ausbildung an den Waffen, an tschechischen Gewehren und den Panzerfäusten, besorgten Offiziere der Wehrmacht. Wir wurden auch bei Aufräumungsarbeiten nach Fliegerangriffen eingesetzt, so Ende Dezember nach einem Angriff auf den Ort Ruwer bei Trier." Andere Kompanien des Trierer Volkssturms wurden später in der Jägerkasernein Trier untergebracht, auch noch in der Kemmelkaserne. Der Trierer Volkssturm wurde als einer wichtigsten Verteidiger der Stadt Trier vorgesehen, eine Aufgabe, der er auch nicht im geringsten gewachsen sein konnten; die Männer sorgten aber auch selbst dafür, daß es zu großen Kämpfen nicht mehr kam. ..."


    Quelle:

    • Buch: "Krieg am Westwall 1944/45 " von Edgar Christoffel


    Grüße

    Sven

  • Guten Morgen Benjamin, Guten Morgen Sven,


    Das Volkssturmbataillon "Porta Nigra" bestand aus 4 Kompanien und unterstand dem Regimentsstab Ost des Festen Platzes Trier (Kommandeur des Festen Platzes Trier war Oberst Bachmann).

    Stärken des Volkssturmbataillons "Porta Nigra":

    - 11.02.1945: 27 Offiziere, 80 Unteroffiziere und 426 Mannschaften

    - Bei der Einschliessung von Trier: 22 Offiziere, 65 Unteroffiziere und 415 Mannschaften


    Quelle: Von der 10.US Panzerdivision bei der Eroberung von Trier erbeutete deutsche Dokumente - G2 Bericht 55 vom 04.03.1945.


    Gruss

    Wolfgang