Volkssturm-Bataillon 16/128

  • Volkssturm-Bataillon 16/128


    2. Aufgebot


    Aufstellungsort:

    Reichsgau Mark Brandenburg


    Aufstellungszeitpunkt:

    unbekannt


    Gliederung:

    unbekannt


    Feldpostnummer:

    -


    Einheitsführer/Offiziere:

    Führer Bürgermeister Jäger

    Kp.Chef Oberleutnant Hermann Stepp


    Einsatz:

    Oderfront / Das Geschehen relativ ausführlich beschrieb im Verhör in sowjetischer Gefangenschaft der Oberleutnant Hermann Stepp (geboren 1885), Kompaniechef im 128. Volkssturm-Bataillon. Er geriet am 31. Januar 1945 im Raum Blesen, nördlich Meseritz, in Gefangenschaft. Den Zustand der Befestigung beschrieb Stepp so: «Der Stützpunkt, in dem wir uns befanden, wurde 1936 gebaut und bestand aus einer zweistöckigen betonierten Befestigung. In ihm fand mühelos eine Kompanie mit allen Maschinengewehren Platz (Stärke 50 Mann – A.I.). Dennoch hatte der Stützpunkt entscheidende Nachteile: Die Ventilation funktionierte nicht, deshalb war die Luft schlecht. Außerdem herrschte im Stützpunkt Feuchtigkeit, an den Wänden bildeten sich Wassertröpfchen. Der Zustand des Stützpunkts wirkte stark auf die Moral der Soldaten und Offiziere.»[1] An schweren Waffen gab es in der Kompanie Stepp nur 8 Maschinengewehre, Granatwerfer fehlten völlig. Das Fehlen wirkungsvoller Panzerabwehrwaffen besiegelte den Misserfolg der Verteidigung der Kompanie. Lassen wir noch einmal Oberleutnant Stepp zu Wort kommen: «Am 31. Januar erreichten am Tage russische Panzer unseren Stützpunkt. Sie befanden sich in einer Entfernung von 100 – 150 Metern. Es waren 6 Stück. Außerdem begleiteten sie zahlreiche Selbstfahrlafetten und Panzerabwehrkanonen. Was hätte ich gegen sie mit meinen Waffen ausrichten können? {…} Nachdem ich im Fernglas die Panzer sah, sagte ich, dass die Russen vielleicht weiterziehen, wenn wir nicht schießen. So machten wir es dann auch. In der Kompanie gab es einen, der ein wenig Russisch verstand. Wir hissten die weiße Fahne und kletterten danach ins Freie. Der Dolmetscher schrie den Russen zu, dass wir uns ergeben würden.»[2]


    Besonderheiten / Vermerk:

    Unterstellung CI A. K.

    Standort Wriezen


    Verbleib:

    unbekannt

    Quelle:

    • CAMO 500-12474-779-MAP-0164
    • [1] ZAMO RF, F. 233, op. 2374, d. 153, l. 137 ob.
    • [2] ZAMO RF, F. 233, op. 2374, d. 153, l. 137 ob.


    Auf Ergänzungen freue ich mich


    Gruß

    Reinhard


    Edit: Ergänzungen eingefügt / eingefügt (Sven30)

    Edited 2 times, last by Sven30 ().

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon 16-128” to “Volkssturm-Bataillon 16/128”.
  • Hallo Freunde,


    eine interessante Ergänzung findet sich in : A. Isajew S.21(Berlin 1945, Moskau 2007). Man müsste mal überprüfen ob ein Stepp (geb.: 1885) im Raum Wriezen nachweisbar ist! Auszug:

    Das Geschehen relativ ausführlich beschrieb im Verhör in sowjetischer Gefangenschaft der Oberleutnant Hermann Stepp (geboren 1885), Kompaniechef im 128. Volkssturm-Bataillon. Er geriet am 31. Januar 1945 im Raum Blesen, nördlich Meseritz, in Gefangenschaft. Den Zustand der Befestigung beschrieb Stepp so: «Der Stützpunkt, in dem wir uns befanden, wurde 1936 gebaut und bestand aus einer zweistöckigen betonierten Befestigung. In ihm fand mühelos eine Kompanie mit allen Maschinengewehren Platz (Stärke 50 Mann – A.I.). Dennoch hatte der Stützpunkt entscheidende Nachteile: Die Ventilation funktionierte nicht, deshalb war die Luft schlecht. Außerdem herrschte im Stützpunkt Feuchtigkeit, an den Wänden bildeten sich Wassertröpfchen. Der Zustand des Stützpunkts wirkte stark auf die Moral der Soldaten und Offiziere.»[1] An schweren Waffen gab es in der Kompanie Stepp nur 8 Maschinengewehre, Granatwerfer fehlten völlig. Das Fehlen wirkungsvoller Panzerabwehrwaffen besiegelte den Misserfolg der Verteidigung der Kompanie. Lassen wir noch einmal Oberleutnant Stepp zu Wort kommen: «Am 31. Januar erreichten am Tage russische Panzer unseren Stützpunkt. Sie befanden sich in einer Entfernung von 100 – 150 Metern. Es waren 6 Stück. Außerdem begleiteten sie zahlreiche Selbstfahrlafetten und Panzerabwehrkanonen. Was hätte ich gegen sie mit meinen Waffen ausrichten können? {…} Nachdem ich im Fernglas die Panzer sah, sagte ich, dass die Russen vielleicht weiterziehen, wenn wir nicht schießen. So machten wir es dann auch. In der Kompanie gab es einen, der ein wenig Russisch verstand. Wir hissten die weiße Fahne und kletterten danach ins Freie. Der Dolmetscher schrie den Russen zu, dass wir uns ergeben würden.»[2]


    [1] ZAMO RF, F. 233, op. 2374, d. 153, l. 137 ob.

    [2] ZAMO RF, F. 233, op. 2374, d. 153, l. 137 ob.


    Beste Grüße


    Eberhard