Hilfe bei der Entzifferung einer Feldpost benötigt

  • Hallo miteinander.


    seit einiger Zeit versuche ich den militärischen Lebenslauf meines Vaters zu erstellen. Seine Militärzeit war zur nur kurz, enthält aber allerlei Ungeklärtes.

    an schriftlichen Unterlagen gibt es nur ganz wenig; 1x Entlassungsschein, 2x Feldpost, 1x Exlibris. Die WASt kann an Unterlagen nichts weiter beitragen (kriegsbedingt verloren...).

    Mein Vater wurde im November 44 zur Luftwaffe eingezogen. Für mich hat es fast den Eindruck, als ob er öfter die Einheit als seine Uniformhose gewechselt hat.

    Auf der Fahrt von seinem alten Standort Crailsheim an den neuen in Gardelegen hat er diesen Brief hastig in Hildesheim geschrieben.

    Einiges kann ich zwar entziffern, einiges erraten, aber den größten Teil eben nicht.

    Im Datum steht zwar der 29.1.44, es muß aber richtig 29.1.45 heißen.

    Würde mich sehr freuen, wenn jemand etwas zur Entzifferung dieses Briefes beitragen könnte.


    Gruß Jürgen

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    • Feldpost-2.jpg

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  • Hallo, Jürgen,


    der Feldpostbrief hat folgenden Inhalt:


    Hildesheim, den unleserlich 44


    Ihr Lieben

    Aus Hildesheim sendet Euch Allen die

    herzlichsten Grüße Adolf. Sind nun ein par

    Tage unterwegs. Wahrscheinlich werden wir

    heute ans vorläufige Ziel gelangen. Von

    Saalfeld aus sind wir wieder über

    Leipzig, Halle, Goslar jetzt hier und

    dann über Hannover usw. Die Fahrt

    war teils, teils ganz gut und schön,

    in den großen Städten haben wir ...

    beim R.K. gegessen. In Hildesheim haben wir

    die Nacht gut geschlafen, die neue Adresse

    muß ich selbst abwarten, wielange wir ....

    im Gadelegen bleiben. Es grüßt Euch

    Alle Adolf


    Beste Grüße


    PS: Die Fehlstellen könnte ich nur raten, wirklich zu lesen ist das leider nicht.

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Diana,


    einfach nur super !


    Mit so einer schnellen Übersetzung habe ich nun wirklich nicht gerechnet.


    Vielen Dank dafür.



    In Gardelegen ist er nur 2-3 Tage geblieben. Für ihn ging die Reise dann nach Berlin weiter.



    Gruß Jürgen

  • Hallo, Jürgen,


    gern geschehen. Hastig trifft es, was auch die Schreibfehler im Brief selbst zeigen. Aber mein Gott, Ende Januar 1945 hatte man vermutlich ganz andere Sorgen ;)


    Darf ich fragen, in welcher Luftwaffeneinheit Dein Vater war?


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Diana


    laut Erkennungsmarke gehörte er zu einem Luftgau-Nachrichten-Rgt.


    Allerdings hat er dort nur die Marke bekommen. Tatsächlich war er bis Ende Jan.45 in Crailsheim bei der Flugzeugführerschule A 43 (Anwärterkompanie).

    Ende Januar nach Einstellung des Ausbildungsbetriebes erfolgte dann diese merkwürdige Bahnfahrt (auf Saalfeld wäre ich nie gekommen).

    In Gardelegen mutierte er dann über Nacht zum Fallschirmjäger. Nach 2-3 Tagen ging es dann weiter nach Berlin.

    Dort angekommen erhielt er eine Ausbildung zum Sani, - man wird es mir kaum glauben, an der "Ärztlichen Akademie der Luftwaffe".

    Mitte/Ende März ging es für ihn dann nach Holland.

    Welche Einheit ? - Keine Ahnung.

    So am Rande: Am 23 April 45 wurde er 18 Jahre alt!



    Gruß Jürgen