Soldaten (Uffz., Offz, Melder) mit Beute-Buick (Ärmelabzeichen, Sporen usw.)

  • Hallo allerseits,


    anbei ein Foto eines befreundeten Sammlers, auf dem ich einen wohl erbeuteten Buick von 1930 mit Aufbau als zweisitziges Cabriolet identifizieren konnte. Diese Wagen wurden zwar auch in deutschen Landen öfters verkauft, aber m.W. ab Kriegsbeginn altersbedingt nicht requiriert.


    Der Wagen ist komplett in matter Farbe überlackiert worden, wobei man auch die Frontscheibe bedacht hat, evtl. um die Reflektionsfläche zu verringern. Die Vorderstoßstange und die Radkappe des Ersatzrads fehlen.


    Mein Interesse gilt den Soldaten um den Wagen herum: Vorne meine ich einen Unteroffizier zu sehen, mit der kuriosen Kombination von Fahrerbrille und Sporen an den Stiefeln - evtl. eine Spaßaufnahme? Was bedeutet das Ärmelabzeichen? Ansonsten scheint er eine Pistolentasche und eine Taschenlampe bei sich zu haben. Der Kamerad am Hinterrad des Buick scheint ein Offizier zu sein, richtig?


    Was ist von dem Melder mit Overall im Hintergrund zu halten? War dieses Kleidungsstück bei Motorradfahrern im Heer verbreitet oder war es individuell umfunktioniert worden.


    Wie immer freue ich ich auf alle Hinweise und eine rege Diskussion - ich lerne gern dazu.


    Danke vorab und beste Grüße

    Michael

  • Guten Abend Michael,


    der Soldat vorne, dürfte ein Oberfeldwebel,Oberwachtmeister sein, Sporen wurden von Aufklärern(ehem.Kavallerieeinheiten) sowie auch von bespannten Artillerieeinheiten getragen...

    Siehe auch Anhang


    Der knieende Soldat ist ein Offizier und der Overall ist der normale Anzug für Motorradkraftfahrer.


    Servus Eumex

    Vivat Bavaria

  • Moien,

    der Unterführer wird wohl zur Kavallerie oder reitenden Artillerie gehören, daher die Anschnallsporen. Das Armabzeichen mit silberner Umrandung dürfte ein gotisches S für einen Schirrmeister sein. Ich erkenne zwei Rangsterne, also dann ein Oberwachtmeister

    h.

  • moin


    Das Vergleichsbild mit dem Kradmelder - ist gefaked? Im Originalfoto fehlt auch der Stempel "Collection Akira ..."

    Denn selbst Yandex findet kein Kradmelderfoto von vor 45 mit Visier. Ich habe bei ca, 2000 Bildern so einen

    Schutz auch nicht und in Nevel, Oblast Pskow, hat ein Freund die Kompletten Originalen Uniformen. So ein Schutzvisier aber nicht.


    Und in den Versorgungsnummern der Uniformen und Zubehör kann ich so ein Teil auch nicht finden.


    Sollte es "Echt" sein, würde ich doch ehrlich staunen.


    lg dorgrufti

  • Hallo, kann es sich bei dem offenbar angenieteten Teil eventuell um eine Frontimprovisation aus Plexiglas (evtl. von einem Flugzeug) handeln?


    Gruß,

    Michael

  • Moien,

    der Unterführer wird wohl zur Kavallerie oder reitenden Artillerie gehören, daher die Anschnallsporen. Das Armabzeichen mit silberner Umrandung dürfte ein gotisches S für einen Schirrmeister sein. Ich erkenne zwei Rangsterne, also dann ein Oberwachtmeister

    h.

    Moin,


    danke für die Erklärung des Ärmelabzeichens. Wieso aber trägt jemand Sporen und eine Fahrerbrille? Im Auto stören die Sporen und auf dem Pferd trug man doch keine solche Brille (oder doch bei starker Staubentwicklung im Konvoi?).


    Gruß,

    Michael

  • moin Michael


    Im Krieg wurde viel improvisiert. Aber diese Konstruktion?

    Angenietet kann das Plexiglas nicht sein. Und nur mit dem Gummiband hat es kaum Halt.

    Dazu nüchtern betrachtet, 70 Jahre später bei Millionen von WK II Fotos das Besagte nur einmal zu finden? Ohne richtige Quelle, nur von ausländischen Seiten.


    Auch das Bild oder ein ähnliches, mit dem Buick, findet keine Suchmaschine. Mich stört auch die anlackierte Windschutzscheibe. Weder auf Fotos, noch Originalfahrzeugen sah ich das bisher.


    Ich trug vor Jahrzehnten einmal das >>

    die schwarze Panzerkombi meines Vaters, Knobelbecher, einen Kradmeldermantel (Sommerausführung) Stahlhelm mit Polizeiwappen, da drauf die Große Staubschutzbrille,

    und das Blechschild der "Kettenhunde". (Feldpolizei) Feldflasche mit Gasmaskenbüchse. Sah mit der 200er DKW und WH Kennzeichen (Wehrkreis Hannover) auch echt aus.

    Nicht passen tat lediglicht der Totenkopf auf dem Kragenspiegel.


    Stell das Foto doch bei den Ausrüstungsspezis ein. Da gibt es welche die Erkennen jeden Knopf. :)


    lg dorgrufti

  • Moin Dorgrufti

    in Nevel, Oblast Pskow, hat ein Freund die Kompletten Originalen Uniformen

    wäre es Dir möglich, mir den Kontakt zu o.g. Bekannten von Dir per PN zur Verfügung zu stellen? Ich muss irgendwann nochmal nach Newel und brauche vor Ort einen Ansprechpartner.


    LG Justus

  • Hallo,

    bei dem Kradmelderfoto, das ja laut Beschriftung nach dem Einmarsch in Rußland entstanden sein soll, stört mich vor allem, daß das Krad noch einen Scheinwerfer hat, der das Licht nicht reduziert, außerdem scheint es auch noch ein ziviles Kenzeichen zu führen. War das zu der Zeit noch üblich?

    Gruß,

    JR

  • Hallo Justus


    Mein Freund Anton ist gerade länger in Norge. Wir treffen uns aber noch vor Väterchen Frost in unserer Datscha bei Parfino.

    Um den vierten Versuch zu machen, zur He111 vom Cousin Siegfried zu kommen, jetzt mit einem Slowenischen Luftkissenfahrzeug.

    Ich frage ihn dann da er durch zu viele "ungute" Gestalten, sprich Militaria, etwas genervt ist. Du siehst ja meine E-Mail, schreib

    doch kurz.

    Isernhagen ist ja nicht weit weck.


    lg dorGrufti

  • Hallo zusammen,


    das Foto würden ich wie folgt beschreiben. Ein liegen gebliebener PKW der Organisation Todt wird von einem Heeres Schirrmeister und seinem Fahrer untersucht (B-Wagen Krad)

    Ein Autoschlosser im Monteur Overall (Solo-Krad) trifft zu Unterstützung ein.

    Files

    • PKW OT.jpg

      (206.19 kB, downloaded 45 times, last: )

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    das Foto würden ich wie folgt beschreiben. Ein liegen gebliebener PKW der Organisation Todt wird von einem Heeres Schirrmeister und seinem Fahrer untersucht (B-Wagen Krad)

    Ein Autoschlosser im Monteur Overall (Solo-Krad) trifft zu Unterstützung ein.

    Hallo Dieter,


    danke für die übersichtliche Aufbereitung Deiner interessanten Interpretation.


    Zum Nummernschild: Auf dem Original ist links vom Ziffernblock nur ein senkrechter Balken zu sehen, kein T. Kann der rechte Teil eines H oder auch einfach nur ein I sein. Oder ist das konkrete Nummernschild als OT-Kennzeichen bekannt?


    Zur Frontscheibe: Diese ist beim Überlackieren am Rand mit eingejaucht worden, habe ich an anderen Beutewagen auch schon gesehen. Ein Mückennetz o.ä. würde aus meiner Sicht keine so glatte Oberfläche ergeben.


    Gruß,

    Michael