Volkssturm-Bataillon 27/32

  • Hallo,


    Bezeichnung:

    Volkssturm-Bataillon 27/32


    Aufstellungsort:

    Bautzen


    Aufstellungszeitpunkt:

    Mitte Ferbruar 1945


    Einheitsführer:

    Major Rudolf Schober, geb.:25.01.1991, Studienrat Wilhelm-von-Polenz-Schule(gefallen, beim VDK nicht gelistet)

    Bataillonsadjudant: Mütze

    Stabskompanie : Leutnant Dillmann Hellmuth geb.: 16.11.1890, Lehrer Pestalozzischule,gef. 20.04.45 durch Scharfschützen im Brauhausgarten,EKM:27/32/Stabskp. Nr.1

    1.Kp.: Friedrich Lehmann geb.: 17.04.1897 Lehrer Pestalozzischule EKM: 27/32/1 Nr. 45 (hier Ausnahme für Bautzen)

    2.Kp.: Paul Kopte geb:: 13.5.1898 kriegsverwundeter Hfw. erschossen durch RA am 23.04.45 EKM: 27/32/2.Nr1

    3.Kp.: Erich Nitzsche oder Nitsche geb. 4.04.09 Lehrer aus Grubditz EKM: 27/32/3 Nr.1(war in Haft sollte ersch. werden , Standgericht ?)

    4.Kp.: Hauptwachtmeister Huste (Die Kompanie bestand aus Strafgefangenen und Beamten)


    Einsatz:

    Verteidigung von Bautzen ab dem 17. April 1945 / "... Der Volkssturm war vergleichsweise gut ausgebildet und organisiert, wenn auch (wie üblich) mangelhaft bewaffnet. Bemerkenswert war das Panzerjagd-Kommando unter der Führung Heinz Zeller, einem Kompanieführer des Volkssturms. ... Auf der 200m ostwärts gelegenen Autobahnbrücke stand am Ostufer des Löbauer Wassers eine Panzersperre, die der Volkssturm sicherte. Sie war nicht zur Sprengung vorbereitet. ...Dem Volksturm [Anmn.: Volkssturmkompanie Weißenberg] gelang es, am Weißenberger Schützenhaus einen angreifenden Panzer abzuschießen, einen zweiten zu beschädigen. Die Stadt selbst musste aufgegeben werden, die Brücke über das Löbauer Wasser wurde gesprengt. … Das Panzerkommando Zeller, das die Weißenberger Straße bei Nechern deckte, meldete 10.20 Uhr in das inzwischen in Verteidigungsbereitschaft versetzte Bautzen: Eigene Luftwaffe bekämpft Feindpanzer im Raume Görlitz – Weißenberg – Gebelzig. Von 12 Feindpanzern 6 zerstört und 3 bewegungsunfähig geschossen.“ / Am 19.4. um 4 Uhr eröffneten sowjetische Batterien das Feuer auf den Ostteil der Stadt. Der Feuerüberfall dauerte 15 Minuten. Dann schoben sich 10 T 34 des 13.Gardepanzerregiments vorwärts. Mit den Panzer-MGs wurden die Volkssturmmänner der 3./Vst.Btl. 32 im Verbindungsgraben zwischen Nadelwitz und der Kant-Kaserne niedergehalten. Sofort nachsetzende sowjetische Infanterie rollte den Graben auf. Etwa 30 Volkssturmmänner wurden gefangengenommen, nur wenige konnten sich zur Kaserne retten.


    Beim Abschuss seiner Panzerfaust wurde der Btl.Kdr. Schober am 19.04.45 um 14.30 Uhr auf der Löbauerstraße schwer verletzt und verstarb gegen 18 Uhr auf dem Transport zum Lazarett Arnsdorf in Bischofswerda.


    Besonderheiten / Vermerk:

    Die Sicherheitsbesatzung des Ortsstützpunktes Bautzen dürfte weniger als 3000 Mann betragen haben. Dazu gehörten die beiden Volkssturmbataillone 27/32 (Mj. Schober) und 27/33 (Mj. Ohland). Sie bestanden aus Stab, Stabskompanie und drei Volkssturmkompanien. Die Volkssturmmänner waren überwiegend mit dem französischen Beutegewehr 07 und je Kompanie mit vier MG 34 bewaffnet. Relativ gut waren sie mit Panzerfäusten und italienischen Eierhandgranaten mit Aufschlagzünder ausgerüstet. Für das Beutegewehr standen pro Mann aber nur fünf bis 25 Patronen zur Verfügung. Dem Vst.Btl. 27/33 wurde noch als 4. Kompanie das Panzerjagdkommando Zeller angegliedert. Das Anfang April aufgestellte Vst.Btl. 27/34 sowie das Vst.-Ersatz-Btl. 704 E(Mj.Rohr) wurden teilweise auf die vorhandenen Bataillone aufgeteilt.


    FPN 66419 (25.11.1944 - Kriegsende), zugewiesen für den Stab am 14.04.1945 Stab des Volkssturm-Bataillon 27/32, ab dem 28.04.1945 zugewiesen für den Stab u. Einheit (Stabskompanie und drei Volkssturmkompanien) des Volkssturm-Bataillon 27/32


    "... Der Volkssturm war vergleichsweise gut ausgebildet und organisiert, wenn auch (wie üblich) mangelhaft bewaffnet. Bemerkenswert war das Panzerjagd-Kommando unter der Führung Heinz Zeller, einem Kompanieführer des Volkssturms. ... Auf der 200m ostwärts gelegenen Autobahnbrücke stand am Ostufer des Löbauer Wassers eine Panzersperre, die der Volkssturm sicherte. Sie war nicht zur Sprenung vorbereitet. ..."


    Am 17.04.45 wurde als 4.Kp. eine Strafgefangeneneinheit aufgestellt. Vorgesetzte Beamte der Landesstrafanstalt.


    Verbleib:

    ...


    Quelle:

    Edit: Ergänzung eingefügt / eingefügt (Sven30)

    Gruss, Holger

    Edited 9 times, last by Sven30 ().

  • Guten Morgen,


    Quelle FPN-Übersicht:


    66419

    (25.11.1944 - Kriegsende) zugewiesen 14.4.1945 Stab Volkssturm-Bataillon 27/32

    (25.11.1944- Kriegsende) zugewiesen 28.4.1945 Stab u. Einheit Volkssturm-Bataillon 27/32


    Gruß,

    Charly


    Edit: eingefügt (Charly)

  • Hallo!

    66419

    (25.11.1944 - Kriegsende) zugewiesen 14.4.1945 Stab Volkssturm-Bataillon 27/32

    (25.11.1944- Kriegsende) zugewiesen 28.4.1945 Stab u. Einheit Volkssturm-Bataillon 27/32

    Habe deine Daten eingefügt, danke!


    Interessant finde ich, das in der FPÜ die Anzahl der Kompanien fehlt, die konnte ich hingegen aus der Quelle von Holger (Stabskompanie und drei Volkssturmkompanien) ergänzen.


    Grüße

    Sven

  • Hallo!


    Anbei ein paar Ergänzungen des o.g. Vst.-Btl.:


    Aufstellungszeitpunkt:

    Mitte Ferbruar 1945


    Einsatz:

    Verteidigung von Bautzen ab dem 17. April 1945 / "... Der Volkssturm war vergleichsweise gut ausgebildet und organisiert, wenn auch (wie üblich) mangelhaft bewaffnet. Bemerkenswert war das Panzerjagd-Kommando unter der Führung Heinz Zeller, einem Kompanieführer des Volkssturms. ... Auf der 200m ostwärts gelegenen Autobahnbrücke stand am Ostufer des Löbauer Wassers eine Panzersperre, die der Volkssturm sicherte. Sie war nicht zur Sprengung vorbereitet. ...Dem Volksturm gelang es, am Weißenberger Schützenhaus einen angreifenden Panzer abzuschießen, einen zweiten zu beschädigen. Die Stadt selbst musste aufgegeben werden, die Brücke über das Löbauer Wasser wurde gesprengt. … Das Panzerkommando Zeller, das die Weißenberger Straße bei Nechern deckte, meldete 10.20 Uhr in das inzwischen in Verteidigungsbereitschaft versetzte Bautzen: Eigene Luftwaffe bekämpft Feindpanzer im Raume Görlitz – Weißenberg – Gebelzig. Von 12 Feindpanzern 6 zerstört und 3 bewegungsunfähig geschossen.“


    Besonderheiten / Vermerk:

    "... Der Volkssturm war vergleichsweise gut ausgebildet und organisiert, wenn auch (wie üblich) mangelhaft bewaffnet. Bemerkenswert war das Panzerjagd-Kommando unter der Führung Heinz Zeller, einem Kompanieführer des Volkssturms. ... Auf der 200m ostwärts gelegenen Autobahnbrücke stand am Ostufer des Löbauer Wassers eine Panzersperre, die der Volkssturm sicherte. Sie war nicht zur Sprenung vorbereitet. ..."


    Quelle:

    • Buch: „Das Kriegsende in Sachsen“ von Wolfgang Fleischer


    Ich ergänze die o.g. Daten.


    Grüße

    Sven

  • Hallo Freunde,

    Aufstellungszeitraum des Btl. Beginn:29.01.45

    Am 17.04.45 wurde als 4.Kp. eine Strafgefangeneneinheit aufgestellt. Vorgesetzte Beamte der Landesstrafanstalt.

    Vgl.: Haft unterm Hakenkreuz Bautzen I und II.

    Katalog zur Ausstellung S.132. Bericht des Zugführers Huste

    Zu : Schober Rudolf , EKM:27/32/Stab Nr.1

    geb.:25.01.1991, Studienrat Wilhelm-von-Polenz-Schule,

    Beim Abschuss seiner Panzerfaust am 19.04.45 um 14.30 Uhr auf der Löbauerstraße schwer verletzt und verstarb gegen 18 Uhr auf dem Transport zum Lazarett Arnsdorf in Bischofswerda.

    Bei Bedarf könnte ich die Kompanieführer noch nachreichen.

    Beste Grüße

    Eberhard

  • Hallo Sven,

    ich bin seit 1985 an den Kämpfen um Bautzen dran. Seit 1995 mit Wolfgang Fleischer durch die gemeinsame Arbeit am Buch: Kriegsschauplatz Sachsen 1945 vom DZA-Verlag Leipzig (Herausgeber Militärhistorisches Museum Dresden) gut bekannt. Die Informationen habe ich aus jahrelangen Recherchen zusammengestellt. U.a. hat mir die WAST die Erkennungsmarkenlisten von den Bataillonen 32 und 33 (Stand März 45 ) kopiert und zugesandt. Kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Der Volksturm liegt mir so ein bisschen am Herzen. Ich habe mich u.a mit dem OWB und Brandenburg sowie Niederschlesien beschäftigt. Den Ehrhardt hast Du ja schon im Blick. Wenn ich Deine mail-Adresse habe könnte man vielleicht etwas direkt senden? Habe techn. Probleme hier was unter zu kriegen.

    Hinweis : Zum dem Panzerabschuss in Weißenberg direkt. War nicht von Zeller sondern von der Volkssturmkompanie Weißenberg.

    Kompanieführer 27/32 :

    Stabskompanie : Dillmann Hellmuth geb.: 16.11.1890, Lehrer Pestalozzischule,gef. 20.04.45 durch Scharfschützen im Brauhausgarten,EKM:27/32/Stabskp. Nr.1

    1.Kp.: Lehmann Friedrich geb.: 17.04.1897 Lehrer Pestalozzischule EKM: 27/32/1 Nr. 45 (hier Ausnahme für Bautzen)

    2.Kp. Kopte Paul geb:: 13.5.1898 kriegsverwundeter Hfw. erschossen durch RA am 23.04.45 EKM: 27/32/2.Nr1

    3.Kp. Nitzsche Erich geb. 4.04.09 Lehrer aus Grubditz EKM: 27/32/3 Nr.1(war in Haft sollte ersch. werden , Standgericht ?)

    Beste Grüße

    Eberhard

  • Hallo in die Runde,


    weitere Ergänzung zum Verbleib der Vst-Männerdes Vst.-Btl.27/32:


    Am 19.4. um 4 Uhr eröffneten sowjetische Batterien das Feuer auf den Ostteil der Stadt. Der Feuerüberfall dauerte 15 Minuten. Dann schoben sich 10 T 34 des 13.Gardepanzerregiments vorwärts. Mit den Panzer-MGs wurden die Volkssturmmänner der 3./Vst.Btl. 32 im Verbindungsgraben zwischen Nadelwitz und der Kant-Kaserne niedergehalten. Sofort nachsetzende sowjetische Infanterie rollte den Graben auf. Etwa 30 Volkssturmmänner wurden gefangengenommen, nur wenige konnten sich zur Kaserne retten.


    Quelle: https://www.flickr.com/photos/spzabt/6869477857


    Gruß

    Boris

    Suche alles über die 91. Luftlandedivision, Gren.Rgt.1057 u. 1058 sowie 344. Infanteriedivision ab Oktober 1944 Fest.Gren.Rgt 832, 854 u.855

  • Hallo Mitstreiter,

    Zwei Erlebnisberichte zum Einsatz des Vst.Btl. 27/32 finden sich in der Neuerscheinung des Helios-Verlages:

    Eberhard Berndt

    "Auf ein letztes Wort"

    Zeitzeugen erinnern sich an die Kämpfe um Bautzen 1945.

    U.a. dabei ein Strukturschema der Bataillone 27/32 und 27/33 nach Erkennungsmarkenlisten und Ortsgruppen mit Bildern der Bataillonsführer

    sowie ein Bericht zum Ersatzbataillon 27/704 E (Mj. Rohr).

    (Das Buch versendet der Helios-Verlag zum Ladenpreis)

    MfG

    Eberhard

  • Hallo Zusammen,


    nachstehend die vollständige Stellenbesetzung für das Bataillon:


    Bataillonskommandeur: Major Schober

    Bataillonsadjudant: Mütze

    Kommandeur Stabskompanie: Leutnant Dillmann

    Kommandeur 1. Kompanie: Friedrich Lehmann

    Kommandeur 2. Kompanie: Kopte

    Kommandeur 3. Kompanie: Nitsche

    Kommandeur 4. Kompanie: Hauptwachtmeister Huste (Die Kompanie bestand aus Strafgefangenen und Beamten)


    Quelle: Auf ein letztes Wort von Eberhard Berndt

    Gruss

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang!


    Danke für deine Ergänzungen!

    3.Kp.: Erich Nitzsche oder Nitsche geb. 4.04.09 Lehrer aus Grubditz EKM: 27/32/3 Nr.1(war in Haft sollte ersch. werden , Standgericht ?)

    ... jetzt müssten wir noch herausfinden, welche Schreibweise die Richtige ist!


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,


    ich habe noch einmal die Schreibweise in meiner Quelle überprüft; dort steht effektiv "Nitsche".

    Gruss


    Wolfgang

  • Guten Morgen zusammen,


    eine Verständnisfrage:

    Wolfgang spricht von Kommandeuren bei den Kompanien,

    im Ausgangspost werden diese Leute jetzt unter "Einheitsführer" gelistet.


    Wie nannte man denn nun diese Dienststellung?

    Kommandeur, Kompanieführer, Kompaniechef?


    Wenn ich nicht irre gab es bei der Wehrmacht erst ab Bataillonsebene Kommandeure,

    und ein Kompanieführer war noch lange kein Kompaniechef.

    War das beim Volkssturm anders?


    Beste Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo!


    @ Wolfgang: Danke für´s Nachschauen!

    Beim Volkssturm gab es insgesamt fünf verschiedene Dienstgrade, die jeweils nur über die Kragenspiegel zu erkennen waren:

    • Volkssturmmann (ohne Abzeichen)
    • Gruppenführer (ein Pickel am Kragenstück)
    • Zugführer (zwei Pickel am Kragenstück)
    • Kompanienführer (drei Pickel am Kragenstück)
    • Bataillonsführer (vier Pickel am Kragenstück / inoffiziell auch Kommandeur genannt, abgeleitet von der Wehrmacht)

    Diese unterschiedlichen Bezeichnungen rühren u.a. durch die Verbindung zur Wehrmacht, entweder durch ehemalige Offiziere der Wehrmacht beim Volkssturm oder durch externe Offiziere, die mit dem Volkssturm nicht richtig betraut waren. Alle verwendeten im Endeffekt die ihnen geläufigen Begriffe ...


    Grüße

    Sven

  • Guten Abend Thomas,


    Bei den Stellenbesetzungen, die ich für die Volkssturm-Bataillone 27/32 und 27/33 eingestellt habe, werden die "Verantwortlichen" für die einzelnen Kompanien als Kompanieführer geführt; in den amerikanischen G2-Berichte dagegen wird immer von "Kommandeuren" gesprochen. Aus diesem Grund habe ich bisher keine Differenzierung gemacht.

    Gruss

    Wolfgang

  • Hallo!

    Aus diesem Grund habe ich bisher keine Differenzierung gemacht.

    Keine Angst, hatten die meisten Offiziere der Wehrmacht wohl auch nicht gemacht ... ^^


    Im Ernst: die Offiziere der Wehrmacht haben mitbekommen, dass es neben der bisher schon großen Vielfalt an selbstständigen Bataillonen eine neue Form von Bataillonen gibt und haben die altbekannten Bezeichnungen beibehalten. Auch nur so kann ich mir erklären, warum es an der Ostfront plötzlich Vst.-Btle. ohne Nummerierung der Reichsgaue gab, wie Vst.-Btl. 1, 57, 111, 244, 705, etc. ...


    Grüße

    Sven