Volkssturm-Bataillon 16/121 // Volkssturm-Bataillon Angermünde-Schwedt // Volkssturm-Bataillon Schwedt​

  • Hallo!


    Anbei die bekannten Daten eines weiteren Vst.-Btl.:


    Bezeichnung:

    Volkssturm-Bataillon 16/121 // Volkssturm-Bataillon Angermünde-Schwedt // Volkssturm-Bataillon Schwedt


    Aufstellungsort:

    Angermünde und Schwedt / Reichsgau Pommern


    Aufstellungszeitpunkt:

    30. Januar 1945


    Einheitsführer:

    Btl-Kdr.: Stadtkommandan, Oberleutnantund und Bürgermeister Dr.Schrader-Rottmers

    stellv. Batl.Fhr.: Stadtinspektor Richard Graf


    1.Kompanieführer Versicherungsoberinspektor Erich Stöckel

    2.Kompanieführer Goldschmied Karl Sonntag


    Als Zugführer werden genannt: Lehrer Alfred Boldt

    Gärtner Willi Ohlbrecht

    Konditor Gottfried Gläsner

    Kaufmann Gutzeit

    Rektor Olschewski


    Einsatz:

    „ ... Anruf [Anm.: 27.01.1945] Innenministerium: Kritische Lage wird dem Bgm.Dr.Schrader-Rottmers vom SS-Obergruppenführer Schuckart bekanntgemacht. Der Schwedter Volkssturm verfügt nur über 200 Gewehre. [...] Panzersperren werden errichtet [Anm.: 27.01.1945] , Kino´s und Schulen werden zu Flüchtlingslagern und nehmen Volkssturm und Schanzarbeiter der Organisation Todt auf. informiert über die kritische Lage. „... Grabow liegt an der Straße Königsberg/Neumark – Schwedt/Oder, 3 Km. von der Oderbrücke Niederkränig. Hier setzte Mitte Januar 1945 der Flüchtlingsstrom ein. Jeden Tag dasselbe Bild. Abends war das Dorf von Trecks vollgestopft, jeder wollte eine Unterkunft. Meist erst nach Mitternacht trat dann etwas Ruhe ein. Morgens um 5.00 Uhr wollten die ersten Flüchtlinge mich schon sprechen. Bis zum Mittag hatte ich dann meine Mühe, alle los zu werden, in dem Glauben jeden zufrieden gestellt zu haben. Inzwischen hielten schon wieder neue Trecks im Ort. [...] Bei soviel Elend war es oft sehr schwer, fest zu bleiben und die Trecks zu einer Weiterfahrt zu bewegen. Oft war es nur die Nähe der Oder und bevorstehende Sicherheit hinter dem Strom, die meinen Worten Nachdruck verlieh und zur Weiterfahrt anspornte. Lobend hervorheben will ich die Haltung unseres Bäckermeisters Paul Kinsky. Er hat bis zum 30. Januar, dem Abend, bevor wir zum Volkssturm kamen, Tag und Nacht Brot gebacken, um die größte Not der Flüchtlinge zu lindern. Des öfteren hab ich ihn in der Nacht mit der Sturmlaterne auf der Dorfstraße getroffen und gesehen wie er sich die Ärmsten, die kein Unterkommen mehr finden konnten, da in keinem Haus mehr Platz war, in seine Backstube holte. [...] Von amtlicher Seite war über die wirkliche Lage und die Nähe der Front nichts Positives zu erfahren, obwohl die schauerlichsten Gerüchte laut wurden. Täglich kamen die Einwohner zu mir mit der bangen Frage: ‚Ist es wahr, müssen auch wir von hier fort?’ Ich versuchte sie immer wieder zu beruhigen. [...] Doch am 30. Januar war der Tag gekommen. Es war schon Nacht, als gegen 22.11 Uhr der Volkssturm aufgerufen wurde, Sammelpunkt: Schwedt/Oder. Wir alle, die zum Volkssturm geholt wurden, mußten die Heimat, Frauen und Kinder, ja alles was uns lieb war, dem Schicksal überlassen. [...] Neben diesem Volkssturm Schwedt/Stadt und Schwedt/Land (umliegende Dörfer) besteht noch ein kleinerer aus Königsberg Nm Stadt/Land. Anscheinend handelt es sich hierbei um ein zweites Aufgebot, denn an anderer Stelle heißt es, daß der Bürgermeister in Küstrin fiel (also bereits mit einem Aufgebot nach Küstrin kam?), und Dr.Schrader-Rottmers „kommissarischer“ Bürgermeister (Bericht Albert Steller, s.o.) war. Zum Einsatz für den Zeitraum Februar – März 1945 liegen anscheinend keine Hinweise vor. In dem o.g. Bericht heißt es: „ Der Volksturm bezieht zuerst Stellungen rechts und links der Schöpfwerkbrücke und löst dort vorrübergehend die Kampfgruppe Buchwitz (oder Buchweiz?) ab. Der Volkssturm wird dann von einer anderen Gruppe abgelöst, die unter dem Kommando von Major Zapf steht (beides sind Waffen-SS-Einheiten)“! ..."


    bei A.K.Oder, hier bei Div.z.b.V.610 direkt eingesetzt ab 17.03.1945 bis 27.03.1945im Bereich Angermünde / Pommern


    Besonderheiten / Vermerk:

    in den Lagekarten lediglich als "Volkssturm-Bataillon Angermünde-Schw." bezeichnet, hierbei dürfte es sich jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Ortschaft Schwedt handeln, aufgrund der räumlichen Nähe zu Angermünde


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    • Lagekarten der HGr. Weichsel
    • Buch: "Oderland" von Kurt Speer


    Auf Ergänzungen freue ich mich!


    Grüße

    Sven


    Edit: Ergänzungen eingefügt / Bezeichung ergänzt / eingefügt (Sven30)

  • Hallo Sven,


    in der Gräberliste des Soldatenfriedhofes in Schwedt wurde für einige Gefallenen

    das VS Btl. 16/121 als letzte Einheit vermerkt.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo!


    Befinde mich momentan in einem Kurzurlaub über das Wochenende, daher bin ich noch oft online ...

    ... in der Gräberliste des Soldatenfriedhofes in Schwedt wurde für einige Gefallenen

    das VS Btl. 16/121 als letzte Einheit vermerkt. ....

    Ist die Einheit gesichert und soll ich die übernehmen?


    Die Liste mit den Volkssturm-Einheiten kenne, leider ohne Infos und Daten ...


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,


    die Einheit ist bei 3 Gefallenen vermerkt.

    Das sollte also für das Bataillon Ang.-Schwedt passen.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon Angermünde-Schwedt” to “Volkssturm-Bataillon 16/121 // ​Volkssturm-Bataillon ​Angermünde-Schwedt”.
  • Hallo!


    Anbei ein paar Ergänzungen zum o.g. Vst.-Btl.:


    Aufstellungsort:

    Schwedt


    Aufstellungszeitpunkt:

    30. Januar 1945


    Einsatz:

    „ ... Anruf [Anm.: 27.01.1945] Innenministerium: Kritische Lage wird dem Bgm.Dr.Schrader-Rottmers vom SS-Obergruppenführer Schuckart bekanntgemacht. Der Schwedter Volkssturm verfügt nur über 200 Gewehre. [...] Panzersperren werden errichtet [Anm.: 27.01.1945] , Kino´s und Schulen werden zu Flüchtlingslagern und nehmen Volkssturm und Schanzarbeiter der Organisation Todt auf. informiert über die kritische Lage. „... Grabow liegt an der Straße Königsberg/Neumark – Schwedt/Oder, 3 Km. von der Oderbrücke Niederkränig. Hier setzte Mitte Januar 1945 der Flüchtlingsstrom ein. Jeden Tag dasselbe Bild. Abends war das Dorf von Trecks vollgestopft, jeder wollte eine Unterkunft. Meist erst nach Mitternacht trat dann etwas Ruhe ein. Morgens um 5.00 Uhr wollten die ersten Flüchtlinge mich schon sprechen. Bis zum Mittag hatte ich dann meine Mühe, alle los zu werden, in dem Glauben jeden zufrieden gestellt zu haben. Inzwischen hielten schon wieder neue Trecks im Ort. [...] Bei soviel Elend war es oft sehr schwer, fest zu bleiben und die Trecks zu einer Weiterfahrt zu bewegen. Oft war es nur die Nähe der Oder und bevorstehende Sicherheit hinter dem Strom, die meinen Worten Nachdruck verlieh und zur Weiterfahrt anspornte. Lobend hervorheben will ich die Haltung unseres Bäckermeisters Paul Kinsky. Er hat bis zum 30. Januar, dem Abend, bevor wir zum Volkssturm kamen, Tag und Nacht Brot gebacken, um die größte Not der Flüchtlinge zu lindern. Des öfteren hab ich ihn in der Nacht mit der Sturmlaterne auf der Dorfstraße getroffen und gesehen wie er sich die Ärmsten, die kein Unterkommen mehr finden konnten, da in keinem Haus mehr Platz war, in seine Backstube holte. [...] Von amtlicher Seite war über die wirkliche Lage und die Nähe der Front nichts Positives zu erfahren, obwohl die schauerlichsten Gerüchte laut wurden. Täglich kamen die Einwohner zu mir mit der bangen Frage: ‚Ist es wahr, müssen auch wir von hier fort?’ Ich versuchte sie immer wieder zu beruhigen. [...] Doch am 30. Januar war der Tag gekommen. Es war schon Nacht, als gegen 22.11 Uhr der Volkssturm aufgerufen wurde, Sammelpunkt: Schwedt/Oder. Wir alle, die zum Volkssturm geholt wurden, mußten die Heimat, Frauen und Kinder, ja alles was uns lieb war, dem Schicksal überlassen. ..“


    Quelle:

    • Buch: "Oderland" von Kurt Speer


    Grüße und herzlichen Dank an Rolandus! :thumbup:

    Sven

  • Hallo!


    Anbei ein paar Ergänzungen zum o.g. Vst.-Btl.:


    Einheitsführer:

    Btl-Kdr.: Stadtkommandan, Oberleutnantund und Bürgermeister Dr.Schrader-Rottmers

    stellv. Batl.Fhr.: Stadtinspektor Richard Graf


    1.Kompanieführer Versicherungsoberinspektor Erich Stöckel

    2.Kompanieführer Goldschmied Karl Sonntag


    Als Zugführer werden genannt: Lehrer Alfred Boldt

    Gärtner Willi Ohlbrecht

    Konditor Gottfried Gläsner

    Kaufmann Gutzeit

    Rektor Olschewski


    Einsatz:

    "... Neben diesem Volkssturm Schwedt/Stadt und Schwedt/Land (umliegende Dörfer) besteht noch ein kleinerer aus Königsberg Nm Stadt/Land.

    Anscheinend handelt es sich hierbei um ein zweites Aufgebot, denn an anderer Stelle heißt es, daß der Bürgermeister in Küstrin fiel (also bereits mit einem Aufgebot nach Küstrin kam?), und Dr.Schrader-Rottmers „kommissarischer“ Bürgermeister (Bericht Albert Steller, s.o.) war. Zum Einsatz für den Zeitraum Februar – März 1945 liegen anscheinend keine Hinweise vor. In dem o.g. Bericht heißt es: „ Der Volksturm bezieht zuerst Stellungen rechts und links der Schöpfwerkbrücke und löst dort vorrübergehend die Kampfgruppe Buchwitz (oder Buchweiz?) ab. Der Volkssturm wird dann von einer anderen Gruppe abgelöst, die unter dem Kommando von Major Zapf steht (beides sind Waffen-SS-Einheiten)“! ..."


    Quelle:

    • Buch: "Oderland" von Kurt Speer

    Grüße

    Sven

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon 16/121 // ​Volkssturm-Bataillon ​Angermünde-Schwedt” to “Volkssturm-Bataillon 16/121 // Volkssturm-Bataillon Angermünde-Schwedt // Volkssturm-Bataillon Schwedt​”.
  • Hallo!

    in den Lagekarten lediglich als "Volkssturm-Bataillon Angermünde-Schw." bezeichnet, hierbei dürfte es sich jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Ortschaft Schwedt handeln, aufgrund der räumlichen Nähe zu Angermünde

    Nur zum Verständnis, aber gibt es ggf. alternative Orte mit der Abkürzung "Schw.", die zu dem o.g. Volkssturm-Bataillon passen könnten? Nicht das es dort zwei gab und diese hier versehentlich zusammengewürfelt wurden und Schwedt eine ganz eigene Vst.-Einheit hatte?! :/


    Anbei der Auszug der Lagekarte vom 17. März 1945.


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,


    der bei Küstrin gefallene Bürgermeister war Olt. Erich Märkl, der den

    Gerüchten zu folge bei Küstrin gefallen sein soll.

    In den VBL des DRK findet sich ein Eintrag. Letzte Einheit war dem-

    nach das Granatwerferbtl. 23.

    Im Stadtmuseum Schwedt gibt es eine Abschrift einer Beurteilung

    seiner Person.

    Erich Märkl kam als Assessor nach Schwedt und wurde zum Bürger-

    meister erhoben.

    Auf Grund pers. Fehltritte und Fehlentscheidungen wurde er 1944

    an die Front weggelobt.


    Das Schw. in der Bez. der Volkssturmeinheit kann nur Schwedt

    bedeuten. Es gibt und gab keinen vergleichbar großen Ort in

    der Uckermark.


    Gruß Roland

  • Hallo Roland!


    Danke dir für deine Ergänzungen!


    Das Schw. in der Bez. der Volkssturmeinheit kann nur Schwedt

    bedeuten. Es gibt und gab keinen vergleichbar großen Ort in

    der Uckermark.

    ... dann dürfte das gesammelte zu dem o.g. Vst.-Btl. ja eigentlich passen.


    Grüße

    Sven