Volkssturm-Bataillon​ 31/181 // ​Volkssturm-Bataillon Oberwart

  • Hallo!

    Anbei die bekannten Daten eines weiteren Vst.-Btl.:


    Bezeichnung:

    Volkssturm-Bataillon 31/181 // Volkssturm-Bataillon Oberwart


    Aufstellungsort:

    Reichsgau Steiermark (31)

    Oberwart


    Aufstellungszeitpunkt:

    Mitte März 1945


    Einheitsführer:

    unbekannt


    Einsatz:

    Ab 30. April 1945 in der Reichsschutzstellung ; Festungsabschnitt Steiermark; Unterabschnitt Nord;

    Kampfabschnitt Rechnitz. Abschnittskommandant Hauptmann Osterroth


    letzten eigenen Nachrichten der Vermissten in der VBL aus Rechnitz, 03.-04.1945


    "... General Kessel beauftragte nach dem 26. März den Gauleiter der Steiermark, Dr. Uiberreither, die vorgesehenen Volkssturm-Bataillone sofort im steirischen Abschnitt der Reichsschutzstellung zum Einsatz zu bringem und die Kampfabschnitte von Rettwitz bis Radkersburg mit 12 - 14 Volkssturm des I. Aufgebots zu besetzen. Sieben Bataillone des Unterabschnitts Nord setzten sich in Marsch, die übrigen erwartete man ein bis zwei Tage später in den Stellungen. [...] Die Feldkommandantur Körmend gab am 25. März ersten Alarm, kurze Zeit später St. Gotthard und Steinamanger. Als der Kanonendonner hörbar war, hoben die Volkssturmmänner neue Panzergräben aus, um einen sogenannten "Südostwall" zu errichten. Im Waldgebiet schlugen sie Schußschneisen. Am 28. März traf die Meldung ein, daß sowjetische Panzer 5 km vor Steinamanger stünden. Es bedurfte entsprechender Verteilung der Volkssturmeinheiten. Im Unterabschnittskommando Fürstenfeld standen zwölf Volkssturmbataillone, die ihnen zugetreilten Abschnitte bezogen. Am 31. März traf die Meldung ein, daß Sowjets durch einen schmalen Panzerkeil über Güns und Steinamanger vorstoßend die Reichsgrenze erreicht hätten. Mit dem Vorgehen der Sowjets trafen aber auch die ausgebluteten, sich dennoch eisern wehrenden Teile des deutschen Feldheeres ein, die sich dem Volkssturm eingeliederte, weil dieser allein keine ausreichende Kampfkraft verkörperte. Die Sturmbataillone erhielten die Namen ihrer Herkunftsorte: "Graz-Stadt", "Graz-Land", "Weiz", usw. Dem Unterabschnitt Nord teilte man die Volkssturmbataillone "Fürstenfeld", "Feldbach", "Weiz", "Radkersburg", "Leibnitz" zu. Die beiden letztgenannten schieden im Ernstfall aus. Es kamen für den Unterabschnitt noch Volkssturmbataillone "Oberwart", "Hartberg" und "Voitsberg" hinzu, die man allerdings nach Hause entließ. Für die Ortsverteidigung bereitete man ganz bestimmte Orte vor, die selbstständige Verteidigungsabschnitte mit einem Kampfkommandanten darstellten, der sogar eine vom Kreisleiter unterzeichnete Ernennungsurkunde erhielt. [...] Die Volkssturmangehörigen gewannen einne überwältigenden Eindruck von der starken sowjetischen Überlegenheit. [...] Man wußte aus Ungarn und Rumänien, wie die Sowjets sich in den Ortschaften verhielten. In der Stadt Fürstenberg allein kamen 247 Bewohner um. Dazu die Zahl der Gefallenen, 236 Gehöfte brannten ab. [...] Die Volksstumrmänner, sei es junge "Pimpfe" oder alte Weltkriegsteilnehmer, kämpften daraufhin mit dem Mut der Verzweiflung, um die "rote Flut" zu bremsen, deren weiteres Eindringen in das Heimatgebiet zu verhindern. ..." 4


    Besonderheiten / Vermerk:

    FPN 64212 (25.11.1944-Kriegsende) zugewiesen am 16.03.1945, aufgestellt zu 5 Kompanien


    "... Die vorhandenen Waffen reichten aber höchstens zur Ausrüstung von 30 Bataillonen. Diese sollten im Wechsel die Reichsschutzstellung mit entsprechender militärischen Ausbildung. Aus den Bataillonen eines Kreises stellte man eine Auswahl (etwa 700 Mann) zu sogenannten Alarm-Bataillonen zusammen. So konnten bis März 1945 etwa 6300 Mann eine Ausbildung von bis zu zwölf Wochen erhalten. Allerdings bereitete die Ausrüstung und Bewaffnung Schwierigkeiten. Die Bataillone aus dem Wehrkreis XVII wurden am 9. März vorübergehend entlassen, weil sie der Volkswirtschaft, insbesondere der Landwirtschaft fehlten. Das geschah, nachdem der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe dem Volkssturm versichert hatte, diesem rechtzeitig Nachricht zukommen zu lassen, sobald der Volkssturm wiedder benötigt würde. Die Vorbereitung erfuhr dadurch eine Unterbrechung. [...] Die Ausrüstung der Volkssturmverbände bestand zunächst aus einem Gewehr für jedermann, zum größten Teil minderwertigen italienischen Waffen, einigen Maschinenpistolen je Bataillon und zwei MG 42 und zwei Granatwerfern je Bataillon sowie ausreichend Panzerfäusten. Rückwärtige Dienste gab es nicht, folglich auch keine Feldküchen, so daß die Verpflegung ein Problem darstellte. ..." 4


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    • Manfried Rauchensteiner: Der Krieg in Österreich 1945; Wien 1984; Anhang Seite 499 (Original wahrscheinlich BA-MA Freiburg)
    • VBL (Band VC 529)
    • FPÜ
    • "Kriegsende 1945 in der Steiermark: Terror, Kapitulation, Besatzung, Neubeginn" von Heimo Hailbrainer 4


    Beste Grüße

    Ingo


    Edit: Ergänzungen eingefügt / eingefügt (Sven30)

    Edited 4 times, last by Sven30 ().

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon Oberwart 31/181” to “Volkssturm-Bataillon​ 31/181 // ​Volkssturm-Bataillon Oberwart”.
  • Guten Morgen,


    .) FPN 64212 (25.11.1944-Kriegsende) zugewiesen am 16.03.1945, aufgestellt zu 5 Kompanien

    .) letzten eigenen Nachrichten der Vermissten in der VBL aus Rechnitz, 03.-04.1945


    Quelle: FPÜ, VBL

  • Hallo!


    Anbei die bekannten Daten eines weiteren Vst.-Btl.:


    Bezeichnung:

    Volkssturm-Bataillon Oberwart


    Aufstellungsort:

    Oberwart / Reichsgau Steiermark


    Aufstellungszeitpunkt:

    unbekannt


    Einheitsführer:

    unbekannt


    Einsatz:

    "... General Kessel beauftragte nach dem 26. März den Gauleiter der Steiermark, Dr. Uiberreither, die vorgesehenen Volkssturm-Bataillone sofort im steirischen Abschnitt der Reichsschutzstellung zum Einsatz zu bringem und die Kampfabschnitte von Rettwitz bis Radkersburg mit 12 - 14 Volkssturm des I. Aufgebots zu besetzen. Sieben Bataillone des Unterabschnitts Nord setzten sich in Marsch, die übrigen erwartete man ein bis zwei Tage später in den Stellungen. [...] Die Feldkommandantur Körmend gab am 25. März ersten Alarm, kurze Zeit später St. Gotthard und Steinamanger. Als der Kanonendonner hörbar war, hoben die Volkssturmmänner neue Panzergräben aus, um einen sogenannten "Südostwall" zu errichten. Im Waldgebiet schlugen sie Schußschneisen. Am 28. März traf die Meldung ein, daß sowjetische Panzer 5 km vor Steinamanger stünden. Es bedurfte entsprechender Verteilung der Volkssturmeinheiten. Im Unterabschnittskommando Fürstenfeld standen zwölf Volkssturmbataillone, die ihnen zugetreilten Abschnitte bezogen. Am 31. März traf die Meldung ein, daß Sowjets durch einen schmalen Panzerkeil über Güns und Steinamanger vorstoßend die Reichsgrenze erreicht hätten. Mit dem Vorgehen der Sowjets trafen aber auch die ausgebluteten, sich dennoch eisern wehrenden Teile des deutschen Feldheeres ein, die sich dem Volkssturm eingeliederte, weil dieser allein keine ausreichende Kampfkraft verkörperte. Die Sturmbataillone erhielten die Namen ihrer Herkunftsorte: "Graz-Stadt", "Graz-Land", "Weiz", usw. Dem Unterabschnitt Nord teilte man die Volkssturmbataillone "Fürstenfeld", "Feldbach", "Weiz", "Radkersburg", "Leibnitz" zu. Die beiden letztgenannten schieden im Ernstfall aus. Es kamen für den Unterabschnitt noch Volkssturmbataillone "Oberwart", "Hartberg" und "Voitsberg" hinzu, die man allerdings nach Hause entließ. Für die Ortsverteidigung bereitete man ganz bestimmte Orte vor, die selbstständige Verteidigungsabschnitte mit einem Kampfkommandanten darstellten, der sogar eine vom Kreisleiter unterzeichnete Ernennungsurkunde erhielt. [...] Die Volkssturmangehörigen gewannen einne überwältigenden Eindruck von der starken sowjetischen Überlegenheit. [...] Man wußte aus Ungarn und Rumänien, wie die Sowjets sich in den Ortschaften verhielten. In der Stadt Fürstenberg allein kamen 247 Bewohner um. Dazu die Zahl der Gefallenen, 236 Gehöfte brannten ab. [...] Die Volksstumrmänner, sei es junge "Pimpfe" oder alte Weltkriegsteilnehmer, kämpften daraufhin mit dem Mut der Verzweiflung, um die "rote Flut" zu bremsen, deren weiteres Eindringen in das Heimatgebiet zu verhindern. ..."


    Besonderheiten / Vermerk:

    "... Die vorhandenen Waffen reichten aber höchstens zur Ausrüstung von 30 Bataillonen. Diese sollten im Wechsel die Reichsschutzstellung mit entsprechender militärischen Ausbildung. Aus den Bataillonen eines Kreises stellte man eine Auswahl (etwa 700 Mann) zu sogenannten Alarm-Bataillonen zusammen. So konnten bis März 1945 etwa 6300 Mann eine Ausbildung von bis zu zwölf Wochen erhalten. Allerdings bereitete die Ausrüstung und Bewaffnung Schwierigkeiten. Die Bataillone aus dem Wehrkreis XVII wurden am 9. März vorübergehend entlassen, weil sie der Volkswirtschaft, insbesondere der Landwirtschaft fehlten. Das geschah, nachdem der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe dem Volkssturm versichert hatte, diesem rechtzeitig Nachricht zukommen zu lassen, sobald der Volkssturm wiedder benötigt würde. Die Vorbereitung erfuhr dadurch eine Unterbrechung. [...] Die Ausrüstung der Volkssturmverbände bestand zunächst aus einem Gewehr für jedermann, zum größten Teil minderwertigen italienischen Waffen, einigen Maschinenpistolen je Bataillon und zwei MG 42 und zwei Granatwerfern je Bataillon sowie ausreichend Panzerfäusten. Rückwärtige Dienste gab es nicht, folglich auch keine Feldküchen, so daß die Verpflegung ein Problem darstellte. ..."


    Verbleib:

    unbekannt


    Quelle:

    • "Kriegsende 1945 in der Steiermark: Terror, Kapitulation, Besatzung, Neubeginn" von Heimo Hailbrainer


    Auf Ergänzungen freue ich mich!


    Grüße

    Sven


    Edit: eingefügt (Sven30)