Volkssturm-Bataillon 25/235 // Volkssturm-Bataillon Goldap // Volkssturm-Einsatz-Bataillon Goldap // Volkssturm-Ersatz-Bataillon Goldap

  • Hallo!


    Anbei die bekannten Daten eines weiteren Vst.-Btl.:


    Bezeichnung:

    Volkssturm-Bataillon 25/235 // Volkssturm-Bataillon Goldap // Volkssturm-Einsatz-Bataillon Goldap // Volkssturm-Ersatz-Bataillon Goldap


    Aufstellungsort:

    Goldap / Reichsgau Ostpreußen


    Aufstellungszeitpunkt oder -raum:

    ab dem 17. Oktober 1944


    Einheitsführer:

    unbekannt

    Bataillonsadjutanten Bruno Just

    Kp.Fhr.: Wilhelm Kaiser

    Kp.Chef: Janke

    Einsatz:

    eingesetzt beim Endkampf in Königsberg / aus der Gliederung Armee-Abteilung Samland geht hervor, das am 17. März 1945 eine Unterstellung zur 69. Infanterie-Division erfolgte 1


    "Kreisweise bildete man Volkssturm-Bataillone. Das Volkssturm-Ersatz-Bataillon Goldap erhielt z. B. die Nummer 25/235, wobei die erste Nummer den Gau, also Ostpreußen, die zweite das Bataillon bezeichnete. Nach Bedarf konnten die einzelnen Einheiten zu Kampfgruppen zusammengezogen werden. Die Führer bis zum Bataillon bestimmte die Partei nach Gutdünken und ohne Rücksicht darauf, ob der Betreffende Soldat gewesen war oder nicht. Es kam vor, dass erfahrene Reserveoffiziere nicht führten, sondern junge Parteileute, die von der Führung einer Truppe keine Ahnung hatten. [...] Das Goldaper Bataillon, bereits am 17. Oktober aufgestellt, war 400 Mann stark und bestand aus vier Kompanien. Die Führer bestanden hier erfreulicherweise aus Reserveoffizieren. Den Gefechtstross bildeten 25 Wagen mit hauptsächlich polnischen Fahrern. An Waffen hatten die Kompanien russische Gewehre ohne Gewehrriemen, Panzerfäuste und deutsche leichte Maschinengewehre. [...] Uniformen, Erkennungsmarken, Verbandpäckchen und Decken wurden nicht ausgegeben, auch kein Schuhzeug, so dass ein Teil Halbschuhe trug. [...] Das Goldaper Bataillon [25/235] sicherte am 18. Oktober etwa 9 km nördlich Goldap die Straße nach Großwaltersdorf. Eine auch nur einigermaßen sorgfältige Ausbildung hatte bisher an den erhaltenen Waffen nicht stattfinden können. Am 21. Oktober [1944] beschoß der Gegner das Bataillon mit Granatwerfern. Das Feuer verstärkte sich noch am 22. Oktober und reichte weit ins Hintergelände. Schmerzliche Verluste traten ein. Als der Feinddruck am 23. Oktober immer mehr zunahm, erhielt das Bataillon, das der Wehrmacht unterstellt war, den Befehl, sich nach Westen zurückzuziehen. 76 Mann hatten die Kompanien durch Tod und Verwundung verloren. Die armen Verwundeten, die den Russen in die Hände fielen, sind sicherlich als Partisanen "liquidiert" worden, da sie keine Uniformen hatten. Ein Verbrechen des Gauleiters Koch. In der nächsten Zeit erfolgte kein Einsatz. Bessere Waffen, an denen sofort eifrig Ausbildung erfolgte, und auch Uniformen kamen heran, so daß die Männer auch äußerlich Soldaten wurden." 2


    Einsatz in Popelken 3


    am 29.01.1945 in Maulen bei Königsberg 4


    Ende März 1945 in Königsberg-Ponarth 5


    Besonderheiten / Vermerk:

    aufgestellt zu 4 Kompanien mit insgesamt 400 Volkssturmmännern / ausgestattet mit 25 Wagen mit zumeist polnischen Fahrern / die Volkssturmmänner trugen Zivil, ausgestattet mit Gewehren, Panzerfäusten und leichen MGs / Stärkemeldung des Kommandos der Armee-Abteilung Samland vom 25. März 1945 Unterstellung Volkssturm-Bataillon 25/235 Stärke 169 Mann Unterstellung 69. Infanterie-Division


    Infos stammen aus einer Suchanzeige / Vermisster konnte beim VDK gefunden werden, jedoch in der VBL (Band VB 232 Kreis Königsberg) nicht werden:


    "Ernst Wiegandt, Volkssturmbatl. Goldap, Kompanie Janke, am 29.01.1945 in Maulen bei Königsberg in Gefangenschaft geraten. Nachricht erbittet Erna Wiegandt, Gudendorf bei Meldorf." 4


    VDK-Daten:

    Nachname: Wiegandt
    Vorname: Ernst
    Geburtsdatum: 12.10.1889
    Todes-/Vermisstendatum: 01.01.1945
    Todes-/Vermisstenort: Königsberg / Ellakrug / Molchengen / Nautzken


    Nach den uns vorliegenden Informationen ist Ernst Wiegandt seit 01.01.1945 vermisst.



    Infos stammen aus einer Suchanzeige / Vermisster konnte beim VDK gefunden werden, nicht in der VBL (Band VB 182 Kreis Goldap) :


    "Adolf Gerhardt, Bauer, geb. 08.07.1896, zuletzt wohnhaft Friedrichswalde, Kreis Goldap, letzte Anschrift: Volkssturm 25/235/4 Klein, wurde Ende März 1945 in Königsberg-Ponarth leicht verwundet und kam ins Lazarett Postamt 5 gegenüber Hauptbahnhof Königsberg. Nachricht erbittet unter Nr. 24/207 „Das Ostpreußenblatt", Anz.-Abt., Hamburg 24." 5


    VDK-Daten:


    Nachname: Gerhardt
    Vorname: Adolf
    Geburtsdatum: 08.07.1896
    Geburtsort: Jakobienen
    Todes-/Vermisstendatum: 01.08.1945
    Todes-/Vermisstenort: Asbest/Ural,Kriegsgefangenschaft


    Adolf Gerhardt wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.



    Verbleib:

    Auflösung der Einheit in Flensburg am 3. Mai 1945.


    Quelle:

    • Buch „Volksgemeinschaft am Ende“ 1
    • "Das Kriegstagebuch des Bataillonsadjutanten Bruno Just vom Volkssturm-Einsatzbataillon "Goldap" (25/235)
    • CAMO 500_12466_169_0296
    • CAMO 500_12466_169_0365
    • Buch: "Der Kampf um Ostpreußen. Ein authentischer Dokumentarbericht" von Dieckert und Grossmann 2
    • Quelle: "Ostpreußen - Biographie einer Provinz" von Hermann Pölking 3
    • Zeitung Ostpreußenblatt vom 05. Dezember 1951, 05. Oktober 1950 4, 5
    • VDK


    Auf Ergänzungen freue ich mich!


    Grüße

    Sven


    Edit: Ergänzungen eingefügt / eingefügt / Daten ergänzt (Sven30)

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon Goldap // Volkssturm-Bataillon 25/235” to “Volkssturm-Bataillon 25/235 // ​Volkssturm-Bataillon Goldap”.
  • Hallo,


    aus "Erich Koch - Hitlers brauner Zar":


    - am 17. Oktober (1944) stand das erste Bataillon in dem Städtchen Goldap,

    - vier Kompanien mit insgesamt 400 Mann,

    - 25 Wagen mit zumeist polnischen Fahrern,

    - die Männer trugen Zivil,

    - ausgestattet mit Gewehren, Panzerfäusten und leichen MGs


    Grüße


    Uli

    *** Suche alles zum 22. SS-Panzergrenadier-Regiment (10. SS-Panzerdivision "Frundsberg") und R.A.D. 2/214 Oedt. Wer hat Informationen zum Schützen-Regiment 69 (1941)? Wer hat Informationen zur Flugzeugführerschule Crailsheim (1943-45)? Danke! ***

  • Hallo,


    danke für deine Ergänzungen.

    am 17. Oktober (1944) stand das erste Bataillon in dem Städtchen Goldap,

    ... bedeutet das, dass es noch mehr Vst.-Btle. aus dieser Kleinstadt kamen? Falls dies so sein sollte, so können wir nicht zu 100% sagen, ob wir hier das selbe Vst.-Btl. meinen ... :/


    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,

    ich lese das heute oder am Wochenende nochmal nach. Ich meine dass es so gemeint war, hier sei die erste Einheit in Ostpreußen / im Einflußbereich von Koch entstanden.

    Werde berichten.

    Grüße

    Uli

    *** Suche alles zum 22. SS-Panzergrenadier-Regiment (10. SS-Panzerdivision "Frundsberg") und R.A.D. 2/214 Oedt. Wer hat Informationen zum Schützen-Regiment 69 (1941)? Wer hat Informationen zur Flugzeugführerschule Crailsheim (1943-45)? Danke! ***

  • Hallo,


    habe jetzt nochmal nachgelesen. So wie ich es verstehe, entstand in Goldap das erste ostpreußische Volkssturmbataillon.


    Es gibt ein Buch zu dieser Einheit: klick!


    "Das Kriegstagebuch des Bataillonsadjutanten Bruno Just vom Volkssturm-Einsatzbataillon "Goldap" (25/235) vom 17. Oktober 1944 bis zur Auflösung der Einheit in Flensburg am 3. Mai 1945. Englischer Text, Paperback, einige sw-Fotos."


    Grüße


    Uli

    *** Suche alles zum 22. SS-Panzergrenadier-Regiment (10. SS-Panzerdivision "Frundsberg") und R.A.D. 2/214 Oedt. Wer hat Informationen zum Schützen-Regiment 69 (1941)? Wer hat Informationen zur Flugzeugführerschule Crailsheim (1943-45)? Danke! ***

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon 25/235 // ​Volkssturm-Bataillon Goldap” to “Volkssturm-Bataillon 25/235 // Volkssturm-Bataillon Goldap // Volkssturm-Einsatzbataillon Goldap”.
  • Hallo,


    hier noch aus einem anderen Buch:


    "... im Morgengrauen wurde das Goldaper Volkssturm-Bataillon mit Granatwerferfeuer und Bomben eingedeckt. Sechsundsiebenzig Tote und Verwundete."


    In dem Absatz geht es allgemein darum, wie es den Volkssturm-Bataillonen ergangen ist. Hier leider keine weitere Infos, z.B. wo die beschriebenen Verluste waren. Aber klar der Hinweis auf nur ein Goldaper VS-Bataillon.


    Quelle: "Der II. Weltkrieg - Der totale Krieg"


    Aus meinem vorherigen Post könnte noch der Verbleib eingetragen werden (Auflösung der Einheit in Flensburg am 3. Mai 1945).


    Grüße


    Uli

    *** Suche alles zum 22. SS-Panzergrenadier-Regiment (10. SS-Panzerdivision "Frundsberg") und R.A.D. 2/214 Oedt. Wer hat Informationen zum Schützen-Regiment 69 (1941)? Wer hat Informationen zur Flugzeugführerschule Crailsheim (1943-45)? Danke! ***

  • Hallo!

    "... im Morgengrauen wurde das Goldaper Volkssturm-Bataillon mit Granatwerferfeuer und Bomben eingedeckt. Sechsundsiebenzig Tote und Verwundete."

    Eigentlich interessant, aber ohne Ort und Datum ist diese Info schwer einzubauen ... vielleicht finden wir noch was zu diesem Umstand oder können die Zeit und Ort über die VBL eingrenzen?!


    Grüße

    Sven

  • Hallo,


    Ergänzung


    aus der Gliederung Armee-Abteilung Samland

    17. März 1945 Einsatz bei 69. Infanterie-Division

    )

    Quelle: CAMO 500_12466_169_0296


    Gruß


    Reinhard

  • Hallo,


    Ergänzungen


    Stärkemeldung des Kommandos der Armee-Abteilung Samland

    vom 25. März 1945Unterstellung

    Volkssturm-Bataillon 25/235 Stärke 169 Mann

    Unterstellung 69. Infanterie-Division

    Quelle CAMO 500_12466_169_0365


    Gruß


    Reinhard

  • Hallo zusammen,


    ich habe genauere Angaben zu den Kämpfen gefunden, die in Post #7 erwähnt worden sind. Quelle:


    [Major] Kurt Dieckert, [General] Horst Grossmann: Der Kampf um Ostpreußen. Ein authentischer Dokumentarbericht, München 1965.


    Seite 64:

    "Kreisweise bildete man Volkssturm-Bataillone. Das Volkssturm-Ersatz-Bataillon Goldap erhielt z. B. die Nummer 25/235, wobei die erste Nummer den Gau, also Ostpreußen, die zweite das Bataillon bezeichnete.

    Nach Bedarf konnten die einzelnen Einheiten zu Kampfgruppen zusammengezogen werden. Die Führer bis zum Bataillon bestimmte die Partei nach Gutdünken und ohne Rücksicht darauf, ob der Betreffende

    Soldat gewesen war oder nicht. Es kam vor, dass erfahrene Reserveoffiziere nicht führten, sondern junge Parteileute, die von der Führung einer Truppe keine Ahnung hatten.


    Das Goldaper Bataillon, bereits am 17. Oktober aufgestellt, war 400 Mann stark und bestand aus vier Kompanien. Die Führer bestanden hier erfreulicherweise aus Reserveoffizieren. Den Gefechtstross bildeten 25 Wagen mit hauptsächlich polnischen Fahrern. An Waffen hatten die Kompanien russische Gewehre ohne Gewehrriemen, Panzerfäuste und deutsche leichte Maschinengewehre.

    Uniformen, Erkennungsmarken, Verbandpäckchen und Decken wurden nicht ausgegeben, auch kein Schuhzeug, so dass ein Teil Halbschuhe trug."


    Seite 67:

    "Das Goldaper Bataillon [25/235] sicherte am 18. Oktober etwa 9 km nördlich Goldap die Straße nach Großwaltersdorf.

    Eine auch nur einigermaßen sorgfältige Ausbildung hatte bisher an den erhaltenen Waffen nicht stattfinden können.

    Am 21. Oktober [1944] beschoß der Gegner das Bataillon mit Granatwerfern. Das Feuer verstärkte sich noch am 22. Oktober und reichte weit ins Hintergelände. Schmerzliche Verluste traten ein.

    Als der Feinddruck am 23. Oktober immer mehr zunahm, erhielt das Bataillon, das der Wehrmacht unterstellt war, den Befehl, sich nach Westen zurückzuziehen.

    76 Mann hatten die Kompanien durch Tod und Verwundung verloren. Die armen Verwundeten, die den Russen in die Hände fielen, sind sicherlich als Partisanen "liquidiert" worden, da sie keine Uniformen hatten.

    Ein Verbrechen des Gauleiters Koch.

    In der nächsten Zeit erfolgte kein Einsatz. Bessere Waffen, an denen sofort eifrig Ausbildung erfolgte, und auch Uniformen kamen heran, so daß die Männer auch äußerlich Soldaten wurden."


    Gruß Frank

    Suche Informationen/Fotos zur 56. Minensuchflottille

  • Hallo in die Runde,


    kleine Ergänzung:


    Kp.Fhr.: Wilhelm Kaiser


    Einsatz in Popelken


    Quelle: "Ostpreußen - Biographie einer Provinz" von Hermann Pölking


    Gruß

    Boris

    Suche alles über die 91. Luftlandedivision, Gren.Rgt.1057 u. 1058 sowie 344. Infanteriedivision ab Oktober 1944 Fest.Gren.Rgt 832, 854 u.855

  • Sven30

    Changed the title of the thread from “Volkssturm-Bataillon 25/235 // Volkssturm-Bataillon Goldap // Volkssturm-Einsatzbataillon Goldap” to “Volkssturm-Bataillon 25/235 // Volkssturm-Bataillon Goldap // Volkssturm-Einsatz-Bataillon Goldap // Volkssturm-Ersatz-Bataillon Goldap”.
  • Hallo!

    Anbei ein paar weitere Daten des o.g. Vst.-Btl.:


    Einheitsführer:

    Kp.Chef: Janke


    Einsatzort:

    am 29.01.1945 in Maulen bei Königsberg


    Besonderheiten / Vermerk:

    Infos stammen aus einer Suchanzeige / Vermisster konnte beim VDK gefunden werden, jedoch in der VBL (Band VB 232 Kreis Königsberg) nicht werden:


    "Ernst Wiegandt, Volkssturmbatl. Goldap, Kompanie Janke, am 29.01.1945 in Maulen bei Königsberg in Gefangenschaft geraten. Nachricht erbittet Erna Wiegandt, Gudendorf bei Meldorf."


    VDK-Daten:

    Nachname: Wiegandt
    Vorname: Ernst
    Geburtsdatum: 12.10.1889
    Todes-/Vermisstendatum: 01.01.1945
    Todes-/Vermisstenort: Königsberg / Ellakrug / Molchengen / Nautzken


    Nach den uns vorliegenden Informationen ist Ernst Wiegandt seit 01.01.1945 vermisst.


    Quelle:

    • Zeitung Ostpreußenblatt vom 05. Oktober 1950
    • VDK

    Grüße

    Sven

  • Hallo!

    Anbei ein paar weitere Daten des o.g. Vst.-Btl.:


    Einsatzort:

    Ende März 1945 in Königsberg-Ponarth


    Besonderheiten / Vermerk:

    aufgestellt zu mind. 4 Kompanien / Infos stammen aus einer Suchanzeige / Vermisster konnte beim VDK gefunden werden, nicht in der VBL (Band VB 182 Kreis Goldap) :


    "Adolf Gerhardt, Bauer, geb. 08.07.1896, zuletzt wohnhaft Friedrichswalde, Kreis Goldap, letzte Anschrift: Volkssturm 25/235/4 Klein, wurde Ende März 1945 in Königsberg-Ponarth leicht verwundet und kam ins Lazarett Postamt 5 gegenüber Hauptbahnhof Königsberg. Nachricht erbittet unter Nr. 24/207 „Das Ostpreußenblatt", Anz.-Abt., Hamburg 24."


    VDK-Daten:

    Nachname: Gerhardt
    Vorname: Adolf
    Geburtsdatum: 08.07.1896
    Geburtsort: Jakobienen
    Todes-/Vermisstendatum: 01.08.1945
    Todes-/Vermisstenort: Asbest/Ural,Kriegsgefangenschaft


    Adolf Gerhardt wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt.



    Quelle:

    • Zeitung Ostpreußenblatt vom 05. Dezember 1951
    • VDK

    Grüße

    Sven

  • Hallo Sven,


    bei meinen aktuellen Recherchen zum Einsatz der Fhr.Gren.Brig.in Ostpreußen bin ich zwangsläufig auch über das Volkssturm-Einsatz-Bataillon 25/235 Goldap gestolpert. Anbei einige weitere Informationen zum unglückseligen Einsatz des Bataillons bei Schwadenfeld und Zellmühle. Interessant fand ich, dass auch die Angehörigen des Gren.Rgt. 1091 der 547. V.G.Div. eine sehr große Bereitschaft zum "Absetzen nach hinten" zeigten. Ein Angehöriger der Brig.Bgl.Kp. der Fhr.Gren.Brig., die um den 22.10. das Gren.Rgt. 1091 im Raum Zellmühle verstärken musste, bezeichnete den Verband schlichtweg als "Sauhaufen". Aber das ist eine andere Geschichte.


    Neben dem Volkssturm-Einsatz-Bataillon 25/235 wird noch ein weiteres Volkssturm-Bataillon aus Angerapp erwähnt. Kann es sich dabei um das Bataillon 25/225 gehandelt haben? Nördlich davon, im Raum Husarenberg, kam ein weiteres Volkssturm-Bataillon im Rahmen des Pi.Btl. 2 H.G. am 20./21.10.44 zum Einsatz. Hierzu habe keinerlei weitere Informationen finden können. Südwestlich von Gumbinnen kam im gleichen Zweitraum ein Volkssturm-Bataillon aus Schlossberg zum Einsatz, mehr habe ich auch hier nicht finden können. Vielleicht hast Du ja etwas zu den drei anderen Volkssturmeinheiten, die im Bereich des russischen Einbruchs bei Großwaltersdorf im Oktober 1944 zum Einsatz kamen.


    Beste Grüße

    Timm


    Offiziere Volkssturm-Einsatz-Bataillon 25/235:


    Kdr.: Hauptmann Batt


    Adju.: Leutnant Just


    Chef 1.: Hauptmann Regge


    Chef 2.: Hauptmann Klein


    Chef 3.: Oberleutnant Rohse


    Chef 4.: Hauptmann Szurowski


    Trp.Arzt: Dr.Räthling


    Fhr. der Trosse: Preuss



    17.-19.10.1944


    Aufstellung am 17.10.44 in Goldap. Am gleichen Tag Beginn der Ausbildung an der Panzerfaust, allgemeine Ausbildung, aber kein Anschießen der überwiegend russischen Karabiner. 200 der 400 Mann des Bataillons wurden nach Hause geschickt, um ihren Familien bei der Vorbereitung zur Evakuierung zu helfen. Nur ein Zug der 3. Kompanie wurde mit Uniformen ausgestattet, der Rest ging mit ziviler Bekleidung in den Einsatz.


    20.10.44:


    Um 08.00 Uhr wurde der Volkssturm in Goldap aufgerufen, die Gräben östlich der Stadt zwischen Heidensee und der Schießanlage nahe Goldap-Mühle zu besetzen. Um 17.00 Uhr traf der Befehl der Gebietskommandantur ein, dass das Bataillon die Straße zwischen Daken - Groß Waltersdorf - Husarenberg gegen vorgehende russische Panzer sichern sollte. Um 19.00 Uhr wurde das Bataillon auf Lkw. verladen und fuhr bis Daken, wo Wehrmachtsangehörige die Weiterfahrt untersagten, da die für das Bataillon vorgesehen Stellungen bereits von Feind besetzt waren. Der Btl.Kdr. meldete sich beim lokalen, militärischen Führer in Daken, einem Oberstleutnant, der ihm erklärte, dass sein Bataillon seiner Einheit sofort untergestellt werden müsse, wenn es am Kampf teilnehmen wolle. Der Btl.Kdr. meldete dies an die Kreisleitung in Goldap und fuhr zum Gefechtsstand der 547. V.G.Div. Das Bataillon bezog derweil Stellungen in Daken.


    21.10.44:


    Das Bataillon bezog am Morgen neue Stellungen bei Schwadenfeld. Links von ihnen befand sich eine Wehrmachtseinheit (Teile 547. V.G.Div.) in den Stellungen, viele von ihnen allerdings Versprengte, die man wahllos in die Gräben gesteckt hatte. Rechts von ihnen befand sich ein Volksturm-Bataillon aus Angerapp. Um 12.00 Uhr meldete der Kompaniechef der 1. Kompanie, dass man unter Feuer russischer Infanterie liegen würde. Gegen 13.00 Uhr meldete die Kompanie erneut feindliches Infanterie- und Panzerfeuer auf den eigenen Stellungen. Die Grenadiere zur linken würde sich angeblich in Richtung der Kompanie absetzen. Um eine Einschließung zu vermeiden, befahl der Btl.Kdr. der 1. Kompanie, sich in den zweiten Graben zurückzuziehen. Identische Befehle wurden daraufhin an die anderen Kompanien erteilt und ein Ausweichen in den zweiten Graben begann. Der Btl.Kdr. und sein Adjutant verblieben zunächst im ersten Graben und beobachteten die Lageentwicklung für einige Zeit. Als die beiden unter immer heftigeres Feuer gerieten, zogen sie sich in den zweiten Graben zurück, der zu ihrer Überraschung leer war. Die beiden schlossen sich anderen Einheiten an, die sich ebenfalls nach Zellmühle absetzen. Man fand die 2. – 4. Kompanie schließlich in Zellmühle wieder. Die Kompanien hatten sich dem Rückzug der Wehrmacht angeschlossen. Von der 1. Kompanie fehlte aber jede Spur. Hauptmann Batt übergab das Kommando über die 3 Kompanien an den Chef der 4. Kompanie und begab sich mit seinem Adjutanten zum Gut Zellmühle, wo er endlich auf den Chef der 1. Kompanie traf. Hauptmann Regge berichtete, dass er sich bereits beim Divisionskommandeur gemeldet habe und dass dieser bereits auf Batt warten würde. Auf dem Gefechtsstand der Division angekommen, machte der Divisionskommandeur Hauptmann Batt nieder und ließ ihn wegen Feigheit vor dem Feind festnehmen. Das Bataillon wurde daraufhin vom Kommandeur des Angerapper Volkssturm-Bataillon übernommen, welcher das Bataillon sofort wieder nach vorn in den Graben beorderte. In der Zwischenzeit war der Tross des Bataillons eingetroffen und zog in Zellmühle unter. Kurz darauf setzte Artilleriefeuer auf Zellmühle ein. In der Nacht fuhren zahlreiche Fahrzeuge der Division „Hermann Göring“ und der Fhr.Gren.Brig. durch den Ort. Man nahm an, dass diese zum Gegenangriff antreten würden.


    22.10.44:


    Hauptmann Batt befand sich weiterhin im Gutshaus Zellmühle im Arrest, war verhört worden und sollte erschossen werden. Er wurde dann aber an die Partei übergeben, da diese für den Volksturm zuständig war. In der Nacht hatten die Reste des I./ Gren.Rgt. 1091, die zuvor zwischen Tollmingen und Warnen verteidigt hatten, die Stellungen im Raum westlich von Schwadenfeld verstärkt. Obwohl nicht unmittelbar vom Feind bedroht, setzen sich Teile des I. Bataillons im Verlauf des Tages nach hinten ab, Auslöser dafür war angeblich ein vom Feind abgegebener Funkbefehl. Der Kommandeur des Angerapper Volksturm-Bataillons setzte eine Besprechung mit den Chefs der 1. & 2. Kompanie und dem Adjutanten an. Während der Besprechung wurde festgelegt, dass Hauptmann Klein, der Chef der 2. Kompanie, die Führung des Bataillons übernehmen sollte. Der Gefechtsstand und die Trosse verblieben in Zellmühle, die Ortschaft wurde seit Tagesbeginn von russischer Artillerie beschossen. Das Artilleriefeuer steigerte sich in der Nacht zum 23.10. erheblich.


    23.10.44:


    Die Russen steigerten am Morgen ihr Feuer auf die deutschen Stellungen und das Hinterland. Der erste Tote des Bataillons war Hauptmann Regge, der Chef der 1. Kompanie, der durch sein Verhalten den Rückzug am 21.10. eingeleitet hatte. Er wurde von einem russischen Scharfschützen in der Brust getroffen. Ein Bataillonsführer des Gren.Rgt. 1091 bestätigte den Tod eines Hauptmanns des Volkssturms an diesem Tag. Der Zugführer Kopkow übernahm die Führung der Kompanie. Ein Mann, der zu den Russen überlaufen wollte, wurde von seinen Kameraden erschossen.


    Im Laufe des Vormittags beschossen die Russen die Gräben mit Granatwerfern. Aus Richtung Schwadenfeld drangen Lkw.- und Panzergeräusche herüber. Kurz darauf griffen starke Infanterie-Kräfte und Panzer, unterstützt von Artillerie und Jagdbombern die Stellungen des Regiments an. Das Gren.Rgt. 1091 räumte den ersten Graben. Wieder setzte sich die eigene Truppe zu weit ab, angeblich auf Befehl. Das sollte sich wiederholen, die Soldaten begannen unter dem „Russenschreck“ zu leiden. Zwischen dem Dorf und der Domäne Zellmühle sammelte man die Reste der ausgewichenen Kompanien und wollte sie wieder in die alten Stellungen zurückführen, allerdings war zwischenzeitlich der Befehl eingetroffen, das Gren.Rgt. 1091 aus der bisherigen Stellung in die Linie Dorf Zellmühle – Domäne Zellmühle zurückzunehmen. Gegen 16.00 Uhr hatten sich auch die ersten Angehörigen des Volkssturms dem Rückzug angeschlossen und sich aus den vorderen Gräben abgesetzt. Es war nahezu unmöglich die Männer aufzuhalten und man konnte den Horror des erlebten in ihren Augen ablesen. Dem Adjutanten gelang es, viele der Männer aufzufangen und zu halten, aber der Strom der Fliehenden war unaufhörlich. Am Abend befanden sich die Reste des Gren.Rgt. 1091 in der Linie Höhe 128 (östlich von Tiefenort) - Zellmühle – Schlossberg bis Texeln, wo Anschluss nach rechts zum Gren.Rgt. 1093 hergestellt werden konnte. Man verständigte sich darauf, die Reste des Volkssturms nach Zoden, 7 km südwestlich von Kaschen, zu führen und dort zu sammeln. Es kehrten nur noch einzelne Soldaten zurück, die keine Angaben zu anderen Angehörigen des Bataillons machen konnten. Von den in russische Hand gefallenen Soldaten hat man auch nach dem Krieg nie wieder etwas gehört. Dem Bataillon schlossen sich auch einige Angehörige der Hitlerjugend an. Die Reste des Bataillons wurden noch am selben Abend nach Klein Zedmar, südöstlich von Angerapp verlegt. Dort wurde festgestellt, dass 76 Mann fehlten.


    26.10.44:


    Das Bataillon meldete eine Stärke von 120 Mann, was angesichts der gemeldeten Verluste darauf schließen lässt, dass es mit lediglich 200 Mann in den Einsatz gegangen war.



    Neben den oben bereits erwähnten Quellen habe ich zusätzlich den kompletten Bericht von Bruno Just, Adjutant des Volkssturm-Bataillons 25/235 und den Bericht von Oberleutnant Frohn, Bataillonsführer des II./ Gren.Rgt. 1091 ausgewertet.

  • Hallo!


    Vielen Dank erstmal zum Einstellen deiner Infos

    Neben dem Volkssturm-Einsatz-Bataillon 25/235 wird noch ein weiteres Volkssturm-Bataillon aus Angerapp erwähnt.

    Problematisch ist hier, dass das Vst.-Btl. aus der Stadt Angerapp oder auch nur aus dem gleichnamigen, ostpreußischen Kreis Angerapp kann. Aufgrund der Größe der Stadt Angerapp 1939 (knapp 5000 Einwohner) war es selbst möglich, dass aus der Stadt ein bis zwei schwache Vst.-Btl. aufgestellt wurden.


    Ein Zuordnung halte ich daher für relativ schwer, aber vielleicht findet man mehr in der Zeit ...


    Grüße

    Sven