WGO? = (Wehrmacht Gräberoffizier)

  • Hallo an alle Forumer ...


    In einer Akte des Generalbüros für die Gestaltung deutscher Soldatenfriedhöfe finde ich den Begriff "WGO 11". Können Sie mir seine Bedeutung geben?

    Ich danke Ihnen allen (Google translation)


    Noeneors

  • Hallo zusammen,


    die Wehrmachtgräberoffiziere (WGO) wurden auf Anordung des OKW ernannt und nahmen bis zum 01.10.1939 ihre Tätigkeit auf.


    Als WGO's wurden aktive oder beurlaubte Offiziere einberufen, deren Frontverwendung aufgrund des Alters oder anderer Umstände nicht in vollem Umfang gegeben war, die aber für Verwaltungs- und Versorgungsdienste in den rückwärtigen Operationsgebieten geeignet sein mussten (garnisonsverwendungsfähig Feld). Sie waren dem OKW unterstellt und wurden von diesem eingesetzt und waren im rückwärtigen Bereich der kämpfenden Truppe oder in bestimmten Bezirken tätig.


    Jede Armee erhielt für die Dauer der Kampfhandlungen einen WGO, der mit den, von den Einheiten unterhalb der Armeeebene, eingeteilten Truppengräberoffiziere zusammenarbeitete. Die WGO's hatten die Diziplinargewalt eines Kompanie-Chefs. Die Truppengräberoffiziere bei den Divisionen, Regimentern und Bataillonen hatten für die Aufstellung der Bestattungskommandos und die Meldung der Personalien der Toten mit Grablageangabe an den WGO zu sorgen. Dieser leitete die Meldungen an die Wehrmachtsauskunftsstelle (WASt) weiter. Die WGO's hatten sich auch durch Erkundigungen bei den Truppen und bei zivilen Stellen über die Anzahl der Gräber und ihre Lage zu informieren.


    Im Jahre 1941 hatte das OKW 51 WGO-Dienststellen, nach der Umbenennung der WGO's zu "Stabsoffiziere im Wehrmachtverlustwesen", hatte sich die Zahl der Dienststellen im November 1944 auf 154 erhöht.


    Viele Grüße

    Nicco

  • Guten Abend Nicco,


    feine Ergänzung,

    wie sieht es mit einer Quellenangabe aus?;)


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Guten Abend Thomas,


    aber gerne doch:

    RIHA Journal 0174 | 27 June 2017

    Dienstanweisung für den Wehrmachtsgräberoffizier

    verschiedene veröffentliche Beiträge zu diesem Thema


    Viele Grüße

    Nicco

  • Hallo Noeneors


    In einer Akte des Generalbüros für die Gestaltung deutscher Soldatenfriedhöfe finde ich den Begriff "WGO 11". Können Sie mir seine Bedeutung geben

    Ist auf dem Dokument ein Datum vorhanden?


    Auf einer WGO Liste vom 10.04.1942 wäre dies ein WGO in Brüssel/Etterbeck FPN 12671


    Übersetzung:


    l y a une date sur le document ?

    Sur une liste WGO du 10.04.1942, il s'agirait d'une WGO à Bruxelles/Etterbeck FPN 12671.



    Quelle: Nara T78 R880

    mit freundlichen Grüssen


    Uli

  • Nicco, Huba,

    Viele dank!

    Uli

    Die Daten scheinen zu stimmen. Das Dokument (R-880) muss 1941 oder 1942 sein, die WGO muss jedoch identisch sein. Gibt es eine Liste von WGOs für die Jahre 1941 bis 1944?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe.

    Noeneors

  • Hallo Noenoers


    In der T78 R880 sind sieben Liste, vier Listen aus 1942, eine aus 1943 und eine aus 1944. Die letzten beiden Listen sind jeweils im November gemacht worden.

    In der Liste von 11/44 fehlt der WGO11 bereits, Grund dürfte bekannt sein.


    die erste Liste als Anhang


    Quelle T78 R880

    Files

    • wgo liste.jpg

      (378.9 kB, downloaded 40 times, last: )

    mit freundlichen Grüssen


    Uli

  • Augustdieter

    Changed the title of the thread from “WGO?” to “WGO? = (Wehrmacht Gräberoffizier)”.
  • Hallo zusammen!


    Bei den Recherchen zur 170.ID bin ich auf die Seite "Arbeitskreis Militärgeschichte e.V." gestoßen.

    Dort berichtet Nina Janz über den Gräberoffizier der 15.ID Julius Wessinger und über Max Aurich bei der 3.Panzer-Armee.


    Gruß

    Christian

  • Hallo Christian,



    Bei den Recherchen zur 170.ID bin ich auf die Seite "Arbeitskreis Militärgeschichte e.V.

    deren Beiträge im Netz sind sehr umfangreich.

    Kannst Du einen näheren Hinweis oder gar den Link hier einstellen.


    Grüße von Karl

  • N'Abend zusammen,


    Nina Janz ist m. M. n. die kompetenteste Ansprechpartnerin u. a. in Fragen zu deutschen Soldatenfriedhöfen, "Heldenverehrung" etc.

    Ihr bisheriger Lebenslauf und ihre Aufsätze sind beeindruckend (s. dazu die entsprechende -> Seite der Uni Luxemburg).


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Stefan!


    Macht es deiner Meinung nach Sinn, sie bezüglich der 170.ID mal anzuschreiben?

    Sie nahm in dem Artikel ja ausdrücklich Bezug auf die Division.


    Gruß

    Christian

  • Hallo Christian,


    ich hatte bislang noch keinen Kontakt mit ihr - ich kenne nur ihre Aufsätze, da mich das Thema interessiert.


    Versuch macht bekanntlich ja kluch ;)


    Insofern solltest Du sie einfach anschreiben. Ich hab' mit derartigen Anfragen bisher (fast) nur positive Erfahrungen gemacht.


    Gruß + viel Erfolg


    Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Moin Stefan!


    Da könnte ich vielleicht sogar zwei Dinge kombinieren.

    Im Jahr 1965 hat mein Opa eine Anfrage aus Luxemburg über den Verbleib eines Luxemburgers in der Wehrmacht erhalten.

    Vielleicht kommt wirklich etwas dabei heraus.


    Gruß

    Christian

  • Hallo Christian,


    wie gesagt: Versuch macht kluch ;)


    Ein Beispiel: Ich hatte vor über zehn Jahren mal den im vergangenen Jahr verstorbenen Dr. Arnold Krammer* frechweg einfach per E-Mail kontaktiert und bekam von ihm auf fast alle meine Fragen umfassende Antworten - leider konnte aber auch er nicht zu allem Antworten liefern.


    Also, nutz' die Chance ...


    Gruß, Stefan


    * Verfasser von u. a. PW-Gefangen in Amerika: Die umfassende Darstellung über die US-Kriegsgefangenschaft von 400000 deutschen Soldaten (Stuttgart: Motorbuch-Verlag, 1982)

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)