Welcher Flugzeugtyp ist das? = (Bf 109 "F-2 oder F-4" 6.Staffel JG 54)

  • Guten Tag zusammen,


    wisst Ihr um welchen Flugzeugtyp es sich bei dem Bild im Anhang handelt?

    Und noch eine Frage, da ich mich kaum mit der Luftwaffe befasse. Lässt sich der Flieger aufgrund des Symbols (direkt auf Kniehöhe des Mechanikers) einem Geschwader zuordnen? Und wofür steht die 10?


    Vielen Dank im Voraus und beste Grüße

    Felix

  • Hallo,


    eindeutig eine Me 109, evtl. eine G- Version aber da bin ich mir nicht so sicher.


    Grüße


    Ulrich

    Gruß
    Ulrich


    "Jeder Angriff muß mit einem Verteidigen enden!" Carl von Clausewitz

  • Hallo Johann Heinrich,

    Hallo Gunner,


    vielen Dank für eure Rückmeldungen. Interessant was ihr dazu herausfinden konntet.


    Beste Grüße

    Felix

  • Guten Tag,

    das Wappen gehört in dieser Periode (ca. 1942, +/- 1 Jahr) zur II./JG 54.

    Die Farbe der 6 am Rumpf interpretiere ich als gelb. Daher 6. Staffel.

    Die Maschine ist eine F oder frühe G. Die oberen Rumpfwaffen sehen nach MG 17 aus. Die Fahrwerkverkleidungen sind abmontiert, damit kein Schnneematsch am Rad festfriert und die Bremsen blockiert. Daher russ. Winter 41/42 oder 42/43, Nordabschnitt Ostfront.

    Vom Handy gesendet,

    Gruß, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Hallo Uwe,


    in der Zwischenzeit habe ich durch die Experten im FdW noch weitere Informationen bekommen. Der Mann im obigen Bild war Werner Feise (1.Ehemann meiner Oma). Und zu ihm habe ich folgende Infos bekommen:


    pasted-from-clipboard.png


    Daher passen deine obigen Aussagen echt gut.

    Vielen Dank für deine Hilfe.


    Beste Grüße

    Felix

  • ... Der Mann im obigen Bild war Werner Feise (1.Ehemann meiner Oma) ...


    Hallo,


    dann ist vielleicht die Personalakte des Olt. Werner Feise im Bestand des Bundesarchiv/Militärarchiv in Freiburg noch interessant für Dich:


    PERS 6/234025
    Feise, Werner, Dr.

    Bestandsbezeichnung: Personalunterlagen von Angehörigen der Reichswehr und Wehrmacht

    Geburtsdatum: 11.2.1911

    Amtsbezeichnung/Dienstgrad: Oberleutnant d.R.
    Unterlagenart: Personalakte

    Alte Signatur: LP/66234

    Benutzungsort: Freiburg


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo Johann Heinrich,


    super Tipp und vielen Dank für´s raussuchen!!!


    Grüße

    Felix

  • Hallo,


    mit dem Namen (und zugehörigem mil. Werdegang) lässt sich das Foto noch besser datieren.

    Werne Feise wechselte Ende März 42 von der 6.Staffel (II.Gruppe) zum Gruppenstab III./JG 54.

    Demnach muss das Foto im vorangegangenen Winter 1941/42 entstanden sein.


    Die ersten Verluste des JG 54 mit der neuen "Gustav" Baureihe der Bf 109 traten im Juli 1942 ein.

    Die Maschine auf dem Foto war daher eine "F-2" oder eine "F-4".

    Das Foto dürfte in Siwerskaja aufgenommen sein.


    Der erste Hinweis (User: Johann Heinrich) hier im Thema auf das JG 76 war nicht ganz falsch ... denn die II./JG 54 entstand im Juli 1940 aus der I./JG 76 und brachte das Wappen von dort mit.

    Aber in der ersten Jahreshälfte 1940 gab es noch keine "F" oder "G" Baureihen der '109 - also musste es sich um die II./JG 54 handeln. Die Zweitaufstellung des JG 76 (Herbst 1944, in der Reichsverteidigung) hatte mit der Erstaufstellung rein gar nichts zu tun, dort gab es das Wappen überhaupt nicht. Und als Schnee lag, gab es das JG 76 (nur I. und III.Gruppe) schon nicht mehr - geschweige denn '109er in F oder früher G-Version mit MG 17 im Fronteinsatz ... alles ganz easy.


    Gruß, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

  • Guten Abend Uwe,


    immer wieder sensationell mit welchen Informationen du beitragen kannst.


    Jahrelange Arbeit, ganz klar.


    Schön, dass du bereit bist das mit uns zu teilen.:)


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo Eumex, hallo Uwe,


    ihr seid genial!!! Vielen Dank für Eure Hilfe und die genaue Rekonstruktion zu dem Bild.

    Verzeiht die umprofessionelle Art, ich hatte die Rückseite nicht mit Euch geteilt. Findet Ihr im Anhang, 1942 und Oblt. Feise kann ich lesen, aber das erste Wort nicht.

    Vielleicht der Entstehungsort?


    Beste Grüße

    Felix

  • Hallo Felix,

    nachdem ich Dir mit der Bio zu Dr. Feise habe helfen können (#6), würde ich mal sagen "Untersee" ist das erste Wort. Also Teil des Bodensees.

    Gruß,

    JR

  • Servus,

    hier noch ein paar Infos:


    04.11.1941 - 6./JG54 - Abschuss eine IL-2 - 07.15h

    17.03.1942 - Stab III./JG54 - Abschuss einer Polikarpov R-Z - 14.05h - Film C. 2031/I Nr.91 983/42

    12.06.1942 - Stab III./JG54 - Nachtabschuss einer SB-2 - 00.10h

    26.06.1942 - Stab III./JG54 - Nachtabschuss einer MBR-2 - 00.44h


    Die beiden Nachtabschüsse sind im Buch "Luftwaffe Night Fighter Combat Claims, 1939-1945" zu finden.

    Der Abschuss 04.11. war sein Erster und am 26.06. war sein Vierter und Letzter.


    Seine Maschine beim Abschuss war eine Bf109 G-2 mit der Werknummer 10433 (Erla Maschinenwerk GmbH, Leipzig). Quelle: http://www.aircrewremembered.c…rDatabase/?s=900&q=august

    Gruss, Holger

  • Hallo JR,


    danke für die "Übersetzung".


    Hallo Holger,

    ich bin beeindruckt was Du herausfinden konntest. Besten Dank dafür! Das Buch würde ich mir gleich zulegen, kostet allerdings bei Booklooker 80€...etwas viel um zwei Abschüsse nachzulesen. Weißt Du, was da genau drinsteht? Sind nur die Abschüsse aufgelistet, oder findet man auch einen Einsatzbericht dazu?


    Vielen Dank und Grüße

    Felix

  • Hallo Holger,

    ich bin beeindruckt was Du herausfinden konntest. Besten Dank dafür! Das Buch würde ich mir gleich zulegen, kostet allerdings bei Booklooker 80€...etwas viel um zwei Abschüsse nachzulesen. Weißt Du, was da genau drinsteht? Sind nur die Abschüsse aufgelistet, oder findet man auch einen Einsatzbericht dazu?


    Vielen Dank und Grüße

    Felix

    Servus Felix,


    da stehen nur die Abschüsse drin. Leider.

    Aber schau doch einfach mal online rein: https://books.google.de/books?…ms%2C%201939-1945&f=false

    Gruss, Holger

  • Hallo Holger,


    Danke für den Link.

    Zum ersten Abschuss am 4.11.41 habe ich den Bericht der LW Kriegsberichterkompanie 4 im Original vorliegen. Ist das für dich interessant? Dann scanne ich ihn mal und schicke ihn Dir.


    Viele Grüße

    Felix

  • Hallo Uwe,


    Fahrwerkverkleidungen sind abmontiert, damit kein Schnneematsch am Rad festfriert und die Bremsen blockiert.

    nun habe ich eine Frage:

    Dadurch gelangte aber auch während dem Flug Kaltluft und Schnee in die Tragfläche. Hat das keine Auswirkungen auf das Aus - und Einfahren desselben?


    Felix: Schönes Foto der Inenansicht der 109.


    Gruß Karl

  • Guten Abend,


    ich will jetzt nicht klugscheißen - aber so RICHTIGE Nachtabschüsse waren das nicht - eher "Dämmerungsabschüsse".


    Bedingt durch die geographische Lage dicht am Polarkreis wurde es bei Leningrad/Petersburg Mitte/Ende Juni (Mittsommer !) nie so richtig dunkel und man konnte auch "Nachts" ganz gut nach Sicht fliegen. Mit der Bf 109 und ohne entsprechende Boden-Infrastruktur (Funkmess- und -navigation, für Einmot nachtlandefähige Flugplätze, usw.) wäre ein Einsatz bei völliger Dunkelheit gar nicht möglich gewesen, geschweige denn das Auffinden und Abschießen des Gegners.

    Tut aber der fliegerischen Leistung dennoch keinen Abbruch.


    Grüße, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."

    Edited once, last by DR40eghs ().

  • Hallo Karl,


    ist das jetzt eine Fangfrage - oder willst du mich aufs Glatteis führen oder veräppeln?


    IN die Tragfläche kommt eigentlich kein Schnee oder Schneematsch der dort festfrieren könnte. Und der Fahrtwind "pfeift" auch nicht durch die Tragfläche - sonst würden durch den Staudruck bei bis zu 750 km/h die Beplankungsbleche wegfliegen. Flugzeuge fliegen (auch im Sommer!) in kalter Luft, dafür sind sie gebaut. Die Temperatur nimmt bekanntlich mit zunehmender Höhe mit 0.6 - 1.1 Grad pro 100 Meter Höhe ab (trocken- bzw. feuchtadiabatische Abkühlung der Luft - bitte googeln falls nicht bekannt) ... über 4000 m Höhe ist es auch im Sommer unter 0 Grad. Und in 8000 m Höhe hat es auch in unseren Breiten unter -40 C.


    Es kommt höchsten Spritzwasser bzw. Schneematsch in den Fahrwerkschacht, der dort in der Kälte festfriert. Deshalb sollte man beim Rollen vor dem Start nicht jede Pfütze und Matschhaufen "mitnehmen" und entsprechend vorsichtig rollen, wenn es schon am Boden friert. Der Matsch kann auch in die beweglichen Teile der Steuerflächen (Höhen-, Quer- und Seiteruder) kommen und frieren - das wäre noch fataler.

    Natürlich kommt bei der Landung und Zurückrollen Nässe, Matsch und Dreck ans Flugzeug - das lässt sich nicht vermeiden.

    Das muss aber vom Bodenpersonal vor dem Wiederstart entfernt (geputzt) werden, bevor es festfriert und dicke Eisklumpen bildet. Um sich die Arbeit zu erleichtern, werden daher bei Flugzeugen die von Grasplätzen operierten (Jagdflieger, Stukas, Nahaufklärer, ...) diejenigen Teile in der Frostperiode abmontiert, die dem Matsch am stärksten ausgesetzt sind und die zum Fliegen nicht unbedingt notwendig sind - also die Fahrwerksverkleidung, vorübergehnd abmontiert. Der Verlust an Aerdodynamik lässt sich verschmerzen - das ist besser als jedes mal die Eisklumpen zwischen Fahrwerkverkleidung und Fahrwerkbein bzw. Rad und Bremzylinder herauszumeiseln.


    Mit Fliegergruß, Uwe K.

    "Was sprechen die Diesel, Johann? - Die Diesel sind zufrieden, Herr Kaleu."