Otto GUSTAV Willi MÖLLER, 1913 - 1944

  • Hallo Ihr Lieben,



    Gustav Möller wurde am 20. Okt. 1913 in Empfertshausen (Rhön) geboren. Er war der älteste Sohn des Holzschnitzers und späteren Kaufmanns Georg Heinrich Möller ebd. und der Klara geb. Feldmann aus Kaltennordheim. Bald zog die Familie nach Vacha (Rhön). wo Gustav mit drei Geschwistern aufwuchs.


    Gustav interessierte sich sehr für Landwirtschaft und hätte gern einen eigenen Hof gehabt. Von Beruf wurde er Milchkontrolleur. Seine Eltern gehörten der "Landeskirchlichen Gemeinschaft für entschiedenes Christentum" an, eine fundamentalistische Gruppe innerhalb der ev. Landeskirche, die im Werratal um 1920 entstanden war.


    Der Prediger wohnte meist in Dankmarshausen, manchmal auch in Wölfershgausen (Kr. Hersfeld). Seit 1956 steht das Gemeinschaftshaus in Heimboldshausen.


    Im Jugendbund des ECs lernte Gustav die Schneidertochter Auguste Reinhardt in Lengers kennen. Seine Eltern waren gegen die Verbindung, vor allem sein Vater. Denn Auguste hatte mit 18 Jahren ein uneheliches Kind bekommen, die kleine Liesel (* 19. Mrz. 1932).


    Auguste wurde am 20. Nov. 1913 als fünftes Kind des Schneidermeisters Heinrich Reinardt´in Lengers und der Elisabeth geb. Möller aus Wölfershausen geboren. Sie half nach ihrer Konfirmation 1927 ein Jahr lang im Haushalt des Missionars Schmidt in Heringen (Werra). Dann besuchte sie die Haushaltsschule in Weimar und arbeitete im dortigen "Waldschlösschen".


    Bei einer Tanzveranstaltung lernte sie den Berufssoldaten Hans Götz kennen, * Reckendorf (bei Bamberg) 10 Okt,. 1904. Dieser kam aus einer streng katholischen Familie mit zwölf Kindern. Sein Vater war Mitinhalber einer Ziegelei.


    Hans wollte zurück nach Oberfranken, Guste lehnte es ab, "ins Katholische" zu ziehen. Also trennte sich das Paar. Zurück in Lengers, nach Abschluss ihrer Ausbildung, stellte Augustes Mutter fest, dass ihre 17-jährige Tochter schwanger war.


    Hans und Guste standen noch brieflich in Verbindung. Der werdende Vater reiste im Febr. 1932 nach Lengers, auch mit dem Jugendamt wurde schon Kontakt aufgenommen. Eine Heirat war weiterhin unerwünscht. Hans Götz (1904 - 1987) würde das Kind anerkennen und Alemente zahlen. Einen persönlichen Kontakt zwischen Vater und Tochter gab es nie.


    So standen die Dinge, als Gustav und seine zukünftige Frau sich kennenlernten. Vater Möller kam aus einer Empfertshäuser Holzschnitzerfamilie, seine Frau aus besseren Kreisen. Ihre Mutter Luise war eine geb. Gebhardt, deren Mutter Natalie eine geb. Förtsch. Natalies Mutter Caroline Emilie war eine Tochter des Steuereinnehmers Karl Gottlieb Burckhardt und der Jeanette Friederike Eleonore geb. von Wolffersdorf.


    Wo Gustav seinen Wehrdienst ableistete, ist bis jetzt nicht bekannt. Im Rahmen seiner Berufsausbildung arbeitete er bei dem Landwirt Schütrumpf in Leimbach bei Heringen/Werra.

  • Hallo Wolfgang,


    Gustav Möller ist beim Volksbund verzeichnet:


    Nachname: Möller

    Vorname: Gustav

    Geburtsdatum:20.10.1913

    Todes-/Vermisstendatum: 01.07.1944

    Todes-/Vermisstenort: Olschanitza / Stanislaus / Tlumatsch / Tysmenitza


    Nach den uns vorliegenden Informationen ist Gustav Möller seit 01.07.1944 vermisst. In dem Gedenkbuch des Friedhofes Potelitsch haben wir den Namen und die persönlichen Daten von Gustav Möller verzeichnet. Sie können gern einen Auszug bei uns bestellen.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,


    den Vermisstenort habe ich bisher noch nie gehört oder gelesen. Nach meinen Informationen wurde Gustav Möller seit dem 27. oder 28. Jul 1944 vermisst.


    Den Auszug hätte ich sehr gern.



    Mit herzlichem Dank und besten Grüßen

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    die Gegend, in der er vermißt geriet, liegt östlich Stanislau/ Iwano-Frankiwsk in der Ukraine. Den Auszug kannst Du beim Volksbund bestellen.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo ihr Beiden,

    den beim Volksbund gelisteten Gustav Möller habe ich auch in den VBL gefunden. (suche hier mit Band BA Seite 197)

    Allerdings will der dort angegebene Wohnort 1939 "Mahlum / Brschwg." und der Beruf "Beamter" nicht richtig zu den obigen Ausführungen passen.

    Ich halte es jedenfalls nicht für ausgeschlossen dass es weitere Gustav Möller gab, die am 20.10.1913 geboren wurden.


    Grüße.

    Frank.

  • Hallo Frank,


    doch das ist der Richtige, ist immer schlecht wenn Themen zu einer Person zerpflückt werden:


    Quote


    Nach der Hochzeit zogen Gustav und Guste nach Mahlum (Kr. Hildesheim),

    Gefreiter Gustav Möller aus Vacha/Rhön (1913 - 1944)


    Einheit 5./Grenadier-Regiment 1.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,

    und Danke für den Hinweis. Dann passt das ja.

    Ich hatte nur diesen Thread gelesen ...


    Grüße.

    Frank.

  • Hallo Frank,


    tut mir Leid mit dem Zerpflücken. Herzlichen Dank für Deinen Beitrag. Das Foto ist genau das, welches meine Großmutter bis zu ihrem Tod im Wohnzimmer hängen hatte.


    Mit besten Grüßen

    Wolfgang

  • Moin,




    Gustav Möller an seine Ehefrau Auguste


    "B[elgien], den 16. Mai 1940


    Mein liebes Frauchen und Kinder!


    Aus Feindesland einen kurzen Gruß, das Briefpaper ist auch hier aus Belgien, ist doch sehr hübsch, nicht wahr, mein Lieb.


    Wir haben anstrengende Tage hinter uns, eben sind wir wieder auf dem Sprung, aber es ist gerade noch so viel Zeit, um ein paar Zeilen hinzuhauen, anderst kann man es ja nicht nennen.


    Habe mit meinem Wagen schon zweimal Pech gehabt, vorgestern hat er gebrannt und gestern versagte der Motor, so hat man seinen Dampf.


    Aber Spaß macht es doch, es geht nur feste ran an den Feind. Wir sind schon ziemlich weit, kann Dir ja nicht schreiben, wo, ist ja auch nicht nötig, denn wenn Dich der Brief erreicht, sind wir wieder ganz woanderst.


    Sonst geht es mir noch gut, Verluste haben wir noch keine gehabt. Ist ja ….(?), dass Heinrich (Augustes Bruder) nicht dabei ist, wird ihm wohl Leid tun. Heute bin ich stolz darauf, dass ich dabei sein kann und an der großen Entscheidung meinen Teil beizutragen.


    Der Vormarsch gestaltet sich oft sehr schwierig, denn überall hat der Feind die Brücken und Straßen gesprengt, aber unsere Pioniere sind auf Draht, so geht es unaufhaltsam weiter. Hebe diesen Brief mal gut auf und wenn ich dann wieder zu Hause bin, will ich Dir dann mal so Verschiedenes erzählen, was ich jetzt nicht schreiben kann wegen Spionage.


    Von Dir konnte ich ja bis jetzt noch keine Post erhalten, die Hauptsache ist ja, wir leben noch. Hoffentlich geht es Dir auch gut, mein Lieb, wird ja nun nicht mehr so lange dauern (bis zur Geburt des zweiten Sohnes am 17. Juni 1940),

    aber …. getrost, es geht alles mal vorüber.


    Für heute die herzlichsten Grüße und Küsse von Deinem Dich liebenden Gustav und Euerm Papa.



    Grüße an alle und besonders Mutter in Vacha, wenn es sich morgen ermöglichen lässt, schreibe ich mal ein paar Zeilen."




    Mit besten Grüßen

    Wolfgang

  • Tag allerseits,


    manche Soldaten waren mit großer Begeisterung dabei, als die Wehrmacht nur eines kannte: SIEGEN.

    Das beweisen einige Sätze aus dem Brief des Soldaten:


    Spaß macht es doch, es geht nur feste ran an den Feind.


    Heute bin ich stolz darauf, dass ich dabei sein kann und an der großen Entscheidung meinen Teil beizutragen.


    Grüße

    Bert