Gefreiter Gustav Möller aus Vacha/Rhön (1913 - 1944)

  • Hallo in die Runde,



    er war der Ehemann meiner Großmutter Auguste Möller geb. Reinhardt (1913 - 2002). Die Ehe wurde 1938 auf dem Standesamt in Heringen/Werra und in der ev. Kirche zu Lengers geschlossen.:(
    Meine Großmutter brachte ein sechsjähriges Mädchen mit in die Ehe, meine Mutter Liesel, die den Familiennamen Möller erhielt.


    Nach der Hochzeit zogen Gustav und Guste nach Mahlum (Kr. Hildesheim), Liesel blieb bei den Großeltern in Lengers.


    1939 wurde im Krankenhaus Hildesheim Sohn Gerhard geboren. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Abkommandierung von Gustav an die Front zog Auguste in ihr Elternhaus zurück und bekam dort 1940 ihren zweiten Sohn. Er wurte Art(h)ur genannt.


    Gustav Möller fuhr im Krieg LKWs. Eines Tages durchfuhr er eine französische Ortschaft. Eine Frau stellte sich mitten auf die Straße und breitete ihre Arme aus. Der Mann meiner Großmutter zog sein Pistole und erschoss sie.


    Es gab ein Militärgerichtsverfahen. Anscheinend wurde er aber nur milde verurteilt.



    Mit besten Grüßen

    Wolfgang

  • Hallo!

    Gustav Möller fuhr im Krieg LKWs. Eines Tages durchfuhr er eine französische Ortschaft. Eine Frau stellte sich mitten auf die Straße und breitete ihre Arme aus. Der Mann meiner Großmutter zog sein Pistole und erschoss sie.

    Hört sich so erstmal nicht ganz nachvollziehbar an, aber egal ... Wenn du hierzu mehr wissen möchtest, dann kann ich dir nur eine Anfrage bei der Wast / Deutschen Dienststelle empfehlen. So wirst du zumindest auf die Einheit kommen. Ich vermute bei einer Feldkommandantur oder anderen rückwärtigen Einrichtungen zur Verwaltung wirst du ggf. ein paar Hinweis zu dem Vorfall bekommen. Von wem stammt die Geschichte / Überlieferung? Gab es noch eine Nachkriegsverhandlung diesbezüglich?


    Grüße

    Sven

  • Von wem stammt die Geschichte / Überlieferung? Gab es noch eine Nachkriegsverhandlung diesbezüglich?

     

    Hallo Sven,


    herzlichen Dank für Deinen Tipp. - Als meine Großmutter langsam blind wurde, um das Jahr 2000, bat sie mich, ihr noch einige Feldpostbriefe ihres Mannes vorzulesen. Sie wollte entscheiden, welche sie aufhebt und welche sie vernichtet.


    Bei einer Briefstelle erinnerte sie sich an die Schwierigkeiten, die ihr Mann wegen diesem Vorfall hatte und erzählte mir davon.


    Mit besten Grüßen

    Wolfgang

  • Hallo!

    Sie wollte entscheiden, welche sie aufhebt und welche sie vernichtet.

    Ich hoffe, es wurde nichts vernichtet! =O


    Stell die Briefe hier doch einmal ein, wenn die vom Zweiten Weltkrieg sind, dann dürfte hier eine Feldpostnummer (fünfstellige Zahl, ggf. mit Zusatzbuchstaben) zu finden sein. Welches Datum hat die FPN?


    Grüße

    Sven

  • Ich hoffe, es wurde nichts vernichtet! =O


    Stell die Briefe hier doch einmal ein, wenn die vom Zweiten Weltkrieg sind, dann dürfte hier eine Feldpostnummer (fünfstellige Zahl, ggf. mit Zusatzbuchstaben) zu finden sein. Welches Datum hat die FPN?

     

    Sie hat einen Brief zerrissen oder zwei, mehr als 100 sind noch vorhanden.


    Ich werde sie mal suchen.


    LG Wolfgang

  • Servus Wolfgang,


    erhalte diese Briefe unbedingt! Ich weiß wie schwer es ist von seinen Vorfahren etwas zu erfahren, wenn du nur ein paar mehr oder weniger nichtssagende Bilder und ein paar Aussagen hast.

    Das ist Zeitgeschichte und somit sehr wertvoll.


    Grüße

    Ulrich

    Gruß
    Ulrich


    "Jeder Angriff muß mit einem Verteidigen enden!" Carl von Clausewitz

  • Hallo Ulrich,


    Gustav hatte zwei Söhne, sieben leibliche und noch drei adoptierte Enkel, bestimmt wird es Nachkommen geben, die sich für transkribierte Briefe interessieren werden.


    Ich finde solche Briefe persönlich auch hochinteressant.


    Mit besten Grüßen

    Wolfgang

  • Dann besteht ja Hoffnung....


    Viele Grüße


    Ulrich

    Gruß
    Ulrich


    "Jeder Angriff muß mit einem Verteidigen enden!" Carl von Clausewitz

  •  

    Stell die Briefe hier doch einmal ein, wenn die vom Zweiten Weltkrieg sind, dann dürfte hier eine Feldpostnummer (fünfstellige Zahl, ggf. mit Zusatzbuchstaben) zu finden sein. Welches Datum hat die FPN?

    Hallo Sven,


    ich habe jetzt ein paar Briefe wiedergefunden, darunter einen vom 11. Juli 1941, den Valentin Reinhardt auf dem Fliegerhorst Zellhausen bei Seligenstadt am Main an seinen Schwager Gustav Möller im Osten geschrieben hat, dieser hatte die FPN 26860.


    Mit besten Grüßen

    Wolfgang

  • Die FPN 26860 gehörte im Juli 1941 Schlächterei-Kompanie 1 (16. 2. 1941 - 18. 7. 1941).

     

    Hallo Sven,


    das ist spannend für mich, dass man das so leicht feststellen kann. Gustav Möller war Kraftfahrer, er transpostierte Lebensmittel für die Soldaten.


    Mit besten Grüßen

    Wolfgang

  • Guten Morgen,


    hier der besagte Brief:




    Zellhausen, den 11. Juli 1941


    Lieber Gustav!


    Jetzt, wo Du wieder im Einsatz bist, wartest Du sicher besonders auf Post. Ich weiß das. So stark ist das Bedürfnis sonst nie, wenn man auch im versteckten Ostpreußen sitzt. (Meine Großmutter hatte ihn in Königsberg besucht, ihre Freundin Herta Kattner lebte dort.)


    Viel wirst Du in der Zwischenzeit wieder erlebt haben. Gern wäre ich auch im Osten dabei. Was das heißt in der Hitze, Gustav, weiß ich. Meine Gedanken sind oft bei der armen Infanterie. Doch wenn es immer wieder vorwärts geht, das spornt an.


    Sicher ist Dein Kopf schon manchmal aufs Steuerrad gesunken vor Müdigkeit. Doch auch Russland geht vorbei. Ich bin immer noch hier unten. Fern von Kampf und Krieg. Ich war kurz bei meiner Truppe (in Siegen?), die gerade von Kreta kam.


    Meine Kompanie ist arg gerupft. Von meiner Gruppe lebt noch ein Mann, der mit einer anderen Gruppe sprang und wegen einer Sprungverletzung gleich wieder nach Athen kam. Die Maschine, mit der ich geflogen wäre, ist brennend abgestürzt. Wer herauskam, wurde von bereitstehenden Panzern vernichtet. Wenn ich dabei gewesen wäre, wäre ich auch nicht mehr. So geht das.


    War auch noch acht Tage zu Hause. Es gab ja so allerlei Arbeit. Auch um Deine Sprösslinge habe ich mich in der soldatischen Erziehung etwas gekümmert. Gerhard (* 14. Apr. 1939) habe ich mit ins Schiff genommen (welches „Schiff“?), und tolle mit ihm geschaukelt. Er war gar nicht ängstlich.

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    Wenn nicht gerade Sperra in der Werra gewesen wäre wegen Typfus, hätte ich ihn mal mit ins Wasser genommen. Ist gut, wenn er schon früh das Schwimmen lernt, dann braucht man auch nicht mehr solche Bange haben.

    Habe vorgestern hier zum ersten Mal auch Kopfsprung vom 8(?) m Turm gemacht.


    Nun wünsche ich Dir viel Kraft für Deine Aufgaben und ein frohes humorvolles Gemüt.


    Dein Schwager Valentin



    Beste Grüße

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    hier die Daten von Gustav Möller beim Volksbund:


    Nachname: Möller

    Vorname: Gustav

    Geburtsdatum: 20.10.1913

    Todes-/Vermisstendatum: 01.07.1944

    Todes-/Vermisstenort: Olschanitza / Stanislaus / Tlumatsch / Tysmenitza /


    Nach den uns vorliegenden Informationen ist Gustav Möller seit 01.07.1944 vermisst.

    Beste Grüße!
    Dirk