Arbeitsbuch nachdem Krieg

  • Hallo zusammen,


    ich habe letztens ein Arbeitsbuch gesehen, mit Einträgen und Stempeln aus der Nachkriegszeit, dass Buch stammt aus dem dritten Reich. Offiziell war das Hakenkreuz verboten, waren es einfach treue Anhänger die es mit Absicht weiter nutzten? War es üblich das diese weitergenutzt wurden und hatte es Konsequenzen falls es auffiel, wenn man sie nutzte?


    Gruß

    Emerick

  • Hallo!


    waren es einfach treue Anhänger die es mit Absicht weiter nutzten?

    .Quatsch, schließlich wurde hier das HK nicht neu produziert, gedruckt oder vervielfältigt in irgendeiner Form, sondern lediglich ein bereits vorhandener Vordruck (hier das Arbeitsbuch) weiterverwendet.

    War es üblich das diese weitergenutzt wurden und hatte es Konsequenzen falls es auffiel, wenn man sie nutzte?

    Nach dem Krieg habe ich habe auch schon Arbeitsbücher in Verwendung gesehen, wenn auch nur kurz ... man hatte ja nach Kriegsende nicht sofort neue Arbeitsbücher oder sonstige Vordrucke zur Hand, da hatte man bekannterweise ja andere Probleme.


    Was mir jedoch auffällt, dass der Inhaber des Arbeitsbuches von 1933 bis 1983, sprich fast 50 Jahre (mit Unterbrechung) bei dieser Maschinen-Fabrik in Stuttgart war. Und am Ende so ganz ohne Stempel ... sieht ein wenig inoffiziell aus, zumindest die letzten Eintragungen?! :/


    Grüße

    Sven

  • Moin Sven,


    mir fiel es auch auf, auch wenn die letzten Einträge nicht unbedingt offiziell eingetragen wurden, erscheint mir 1958 auch schon recht lange.


    Gruß

    Emerick

  • Hallo Emerick,


    die letzten Einträge wird er selbst vorgenommen haben, vielleicht als eine Art beruflicher Werdegang. Hat es Herr (Fritz) Döring als Geschäftsführer vielleicht auch selbst unterschreiben?


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • ... waren es einfach treue Anhänger die es mit Absicht weiter nutzten? ...


    Hallo,


    ich würde eher vermuten, dass der Inhaber das Arbeitsbuch aufbewahrt und fortgeführt hat, um damit einen Nachweis über seine Beschäftigungszeiten zur Vorlage bei der Rentenkasse beim Eintritt in die Altersrente zu haben?


    Gruß, J.H.


    Edit: Bericht zur Aufbewahrung/Fortführung der Arbeitsbücher und sog. Ersatzkarten angehängt. Beachtlich dort auch der Hinweis "wenngleich sie auch in ihrer äußeren Form nicht den Zeitverhältnissen entsprechen"... ^^

    Quelle: Vorarlberger Nachrichten Nr. 208 vom 11.September 1946, Seite 2

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    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited 2 times, last by Johann Heinrich ().

  • Tag allerseits,


    Hakenkreuze nahm man nach dem Krieg nicht so ernst wie heute. Da gab es noch jahrelang Bücher, die mit Hakenkreuzen ausgestattet waren und Schreibmaschinen mit SS-Runen wurden noch in den

    50er-Jahren in Behörden und Betrieben verwendet. Das war so und deshalb musste man nicht ein "besonders treuer Anhänger der NSDAP" gewesen sein. Die Menschen hatten in den ersten

    Jahren nach dem Krieg andere Sorgen, als sich um solche Dinge zu kümmern, zumal Papier und Papiererzeugnisse in den ersten Nachkriegsjahren schwer zu beschaffen waren.


    Grüße

    Bert