Polizeibataillon 301

  • Guten Tag zusammen,

    ich bin neu hier und hoffe, am richtigen Platz im Forum zu sein.

    Ich recherchiere den militärischen Werdegang meines Vaters. Er war Angehöriger der 1.Kompanie des Polizeibataillons 301 mit Heimatstandort Bochum. Von Ende 1940 bis Frühjahr 1942 war er in Polen eingesetzt, in und um Warschau. Im Frühjahr 1942 wurde das Bataillon nach Russland verlegt und mein Vater am 10.Mai bei Wjasma verwundet.

    Mich interessiert, was das Polizeibataillon 301 in Polen und Russland gemacht hat und würde mich über Infos und Hinweise freuen.

    Beste Grüße, Mardesche

  • Hallo Mardesche,


    erst einmal herzlich Willkommen hier im Form.

    Um sich einen groben Überblick zu verschaffen, hier ein gekürzte Zusammenfassung zur Bataillonsgeschichte aus dem Archiv unseres Forumsmitglieds RolandP, herzlichen Dank dafür. 8):thumbup:


    Polizei-Bataillon 301 FPNr. 09 159

    (Bochum), 1940 Bildung als Res.Pol.Btl, aus Pol.Ausb.Komp.Bochum, Dortmund, Recklingshausen, September 1940 Ostrow-Macziewicki, November 1940 Warschau, Massenerschießungen und Ghettobewachung, im Etat 1941 (Juni 1941) im Gen.Gouv., als Btl.Warschau I, April 1942 Konstantin nahe Warschau, Mai 1942 Koydymowo, III./Pol.Rgt Mitte, Juli 1942 Rußland-Mitte, Partisanen- und Fronteinsatz (Smolensk, Mogilew, Minsk, Borissow, Polozk, Lemberg, Karpaten, wird III./Pol.Rgt 13 (s.d.), bis Herbst 1944 Osteinsatz, dann Holland/ Belgien (? Slowenien)

    (s.a. Klemp, Nicht ermittelt, S. 435, Tessin, Kannapin, Fronteinsatz, S. 635)


    Die Einheit wurde als Polizei-Ausbildungs-Bataillon Bochum-Buer 1939/40 aufgestellt. Sie bestand aus drei regulären Kompanien und einer vierten, sogenannten schweren Kompanie, die mit MG ausgestattet war. 1940 erfolgte die Umbenennung in Pol.Btl 301.

    (Stefan Klemp, Nicht ermittelt, S.231, s.a. Klemp, Vernichtung, S. 73)


    Die Umbennenung bzw. Umgliederung des Pol.A.Btl. Bochum-Dortmund in das Pol.Btl. 301, welches aus den Pol.Ausb.Kompanien Bochum, Dortmund und Recklinghausen gebildet worden sein soll, muss bis mindestens zum 14.9.1940 erfolgt sein.

    (s.a. Tessin, Kannapin, Fronteinsatz, S. 635)


    14.09.1940

    Abschrift Schnellbrief RFSS vom 14.9.1940, betreffend die Ablösung der im Generalgouvernement eingesetzten Pol.Batl. 6, 7, 8, 43, 45, 51, 72, 73, 106, 111 in der Zeit vom 25.9.-15.10.1940 durch die gem. Erlaß vom 17.8.1940 aufgestellten Pol. Batl. 301, 303-311

    (BayHStA MInn 71992 Polizeibataillone Fiche 1)


    Die Ablösung ist zu den nachstehenden Terminen wie folgt durchzuführen:

    a) am 24.09.1940:

    Pol.Batl. 6 (Standort Ostrow) durch Pol.Batl. 301 (Heimataufstellungsort Bochum-Buer)

    (Hauptstaatsarchiv München, MInn, Sign. 71988, Mikrofilm)


    15.09.1940

    Befehl zur Verlegung des Pol.Btl 301 nach Ostrow-Mazowiecki, östlich von Warschau, wo es dem Pol.Rgt Warschau (s.d.) unterstellt wurde.

    (Klemp, Nicht ermittelt, S.231, Vernichtung, S. 73)


    10.11.1940

    Am 10. November 1940 zog das Pol.Btl 301 nach Warschau, wo es im Gebäude des ehemaligen polnischen Parlamentes, des Sejm, untergebracht wurde.

    Bataillonskommandeur war Oberstleutnant Erich Klein,

    Adjutant Lt./Oberlt.(?) Willi Thomas,

    Führer der 1. Kompanie war Hauptmann Walter Wilken, der 2. Kompanie Hauptmannt Erich Fredrich, der 3. Kompanie Hauptmann Karl Leineweber und Chef der 4. Kompanie war Hauptmann Edmund Berke.

    Während der Unterbringung im Sejm gab es auch ein Polizei-Jagdkommando unter Leutnant Ernst Lederer.

    (Klemp, Nicht ermittelt, S.231-232, Vernichtung, S. 73-74)


    Laut dem damaligen Polizeimeister Heinrich K. wurde das Pol.Btl. 301 auch „Bataillon von der Dorfstraße“ genannt, zu dieser Bezeichnung kam es, weil das ehemalige Parlamentsgebäude an einer Seite an einer Straße lag, die die Deutschen in „Dorfstraße“ umbenannt hatten. (Klemp, Vernichtung, S. 73)


    Das Pol.Btl. 301 hat vermutlich in der Anfangszeit das Ghetto bewacht und später andere Aufgaben erfüllt. Es hatte aber auch ein eigenes Arbeitskommando, das aus jüdischen Ghettobewohnern bestand.

    (Klemp, Vernichtung, S. 75)


    00.06.1941

    Im Etat für 1941 (etwa Juni 1941) ist das Pol.Btl. 301 als Pol.Btl. Warschau I im Generalgouvernement genannt.

    (Tessin, Kannapin, Fronteinsatz, S. 635) 00.09.1941 (?)


    Im Herbst 1941 soll das Pol.Btl 301 mehrfach zu Erschießungen von sowjetischen Kriegsgefangenen herangezogen worden sein. Diese Erschießungen wurden u.a. in Siedlce durchgeführt. Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Erich Klein gab nach dem Krieg an, auf Befehl des Regimentskommandeurs, Oberstleutnant Petsch, mindestens eine Kompanie dazu abgestellt zu haben.

    Bei einer Aktion führte der Kommandeur des Pol.Btl 308 (Pol.Btl Warschau III), Major Hans Fleckner, das Kommando.

    Bestätigt sind Erschießungskommandos für die 1. Kompanie, Hauptmann Wilken und für die 3. Kompanie, Hauptmann Leineweber.

    (Stefan Klemp, Nicht ermittelt, S.232 - 234)


    Während des Einsatzes in Warschau führten Angehörige des Pol.Btl. mehrere Massenerschießungen durch, von polnischen Zivilisten und – nach Juni 1941 – sowjetischen Kriegsgefangenen.

    (Klemp, Vernichtung, S. 76, nach dem Krieg konnten weder Daten noch Zahlen der Opfer ermittelt werden)


    Als einer der wenigen Polizisten des Pol.Btl. 301 gab Hermann G. an, dass in einem Fall Kompaniechef Fredrich für den nächsten Tag eine „unangenehme“ Aufgabe angekündigt habe. „... Auf höheren Befehl müssten Gefangene erschossen werden, die verhungert waren und sich selbst aufgefressen hätten...“

    (Klemp, Vernichtung, S. 76)


    00.04.1942

    Im April 1942 löste Major d.Sch. Hermann Dahm den bisherigen Kommandeur des Pol.Btl 301, SS-Obersturmbannführer und Oberstleutnant d.Sch. Erich Klein ab, der Ia-Offizier bei der Kampfgruppe Jeckeln vor Leningrad wurde. Kurz danach wurde das Bataillon nach Konstantin in der Nähe von Warschau verlegt.

    (Klemp, Nicht ermittelt, S.232, Klemp, Vernichtung, S. 74)


    Von da aus ging es weiter zum Mittelabschnitt der Ostfront. Dort wurde es dem Pol.Rgt Mitte unterstellt, dessen Kommandeur Oberstleutnant Petsch gewesen sein soll.

    (Klemp, Nicht ermittelt, S.232, Klemp, Vernichtung, S. 74)


    07.05.1942

    In dem Korpsbefehl Nr. 103 des Kommandierenden General der Sicherungstruppen und Befehlshaber im Heeresgebiet Mitte, Ia, vom 7.5.1942 heißt es unter Ziffer 3.): „ …

    Im Einvernehmen mit dem Höh. SS u. Pol.Führer werden die im Laufe des Monats Mai eintreffenden neuen Pol.Btle. wie folgt zugeführt:

    Pol.Btl. 6 )

    Pol.Btl. 85 ) welche das Pol.Rgt. nach Smolensk

    Pol.Btl. 301 ) Mitte bilden,

    Pol.Btl. 51 und 122 nach Mogilew

    Pol.Btl. 91 (für Sich.Brig. 203) nach Bobruisk

    Pol.Btl. 134 (für Sich.Div. 286) nach Orscha

    Pol.Btl. 111 (für Sich.Brig. 201) nach Polozk …“

    (BA-MA N 756, Kopie aus Begh.i.H.Geb.Mitte, RH 22/231, im Besitz des Verfassers, s. a. Pol.Rgt Mitte)


    Ab Juli 1942 gehörte das Pol.Btl 301 als III. Bataillon zu dem aus dem Pol.Rgt Mitte hervorgegangenen Pol.Rgt 13 (s.d.)

    (Klemp, Nicht ermittelt, S.231, Klemp., Vernichtung, S. 74, der Verf. 7.2005, Tessin, Kannapin, Fronteinsatz, S. 635)


    Existieren von deinem Vater eventuell noch Fotos oder sonstige Dokumente aus seiner Zeit bei der Schutzpolizei? Sie könnten möglicherweise weitere Aufklärung bringen. In meinem Bestand bzw. Archiv befinden sich diese drei Nachlässe, die ich in den letzten Jahren vor der Zerstörung retten konnte.


    Polizei-Bataillon 301 Bochum

    Fragmente eines Fotoalbums: Ausbildung Bochum-Buer, Fahrt nach Polen, Warschau, Minsk, Mogilev, Glebokie, Karpathen-Einsatz 1943

    41 Fotos aus einem Nachlass der 2. Komp.: Warschau, Russland

    1 Fotoalbum: Ausbildung, Fahrt nach Polen, Warschau


    Wenn ich wieder mehr Zeit habe, werde ich sicherlich das eine oder andere Foto zum Thema hier im Thread einstellen.


    Viele Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 3 times, last by Policeman ().

  • Liebe Forumer, ganz herzlichen Dank für die prompte und ausführliche Reaktion. Ich bin schwer beeindruckt.

    Es gibt von meinem Vater keine Personalakte aus Bochum mehr, die ist bei einem Luftangriff 1943 verbrannt. Allerdings existiert ein Gruppenfoto seiner Kompanie.

    An der 1960er Jahre wurde er als Zeuge verhört, davon habe ich einen Auszug. Es ging um genau die Verbrechen und Namen, die Daniel nennt.

    Vielleicht kann ich mal Einblick in die drei Nachlässe nehmen? Möglicherweise ist mein Vater dabei.

    Ich möchte natürlich wissen, ob er selbst ab Verbrechen beteiligt war. Ich nehme es an, aber er hat nie darüber gesprochen und ich nie gefragt.

    Viele Grüße,

    Hans-Joachim

  • Guten Abend ans Forum und an den Anfragenden,


    Hans-Joachim, wären Sie bereit Einzelheiten zur Dienstzeit mit oder ohne Name Ihres Vaters beim Polizeibataillon 301 hier ins Forum zu stellen?

    Und was wäre mit dem Gruppenfoto?

    Wissen Sie, wo die Personalakte bei dem Luftangriff 1943 verbrannt sein soll? Denn das Polizeipräsidium Bochum, dort wo man die Personalakte Ihre Vaters während des Krieges vermuten könnte,

    war von keinem der vielen Bombenangriffe auf Bochum betroffen. Dort sind definitiv keine Personalakten verbrannt.


    Hier im Forum sind übrigens einige" Polizeispezialisten" tätig, die über erstaunliche Informationen zu einzelnen Personen verfügen und nicht nur über Materialien zu Einheiten.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • ... An der 1960er Jahre wurde er als Zeuge verhört, davon habe ich einen Auszug. Es ging um genau die Verbrechen und Namen, die Daniel nennt ... ... Ich möchte natürlich wissen, ob er selbst ab Verbrechen beteiligt war. Ich nehme es an, aber er hat nie darüber gesprochen und ich nie gefragt ...


    Hallo,


    zu den genannten Kriegsverbrecherprozessen/Nachkriegsverfahren und der Zeugenaussage Deines Vaters könnte auch an der Forschungsstelle der Universität Amsterdam weiteres zu finden sein. Die Forschungsstelle unterhält eine Datenbank, in der die Kriegsverbrecherprozesse soweit möglich erfasst werden; die Urteile können dort käuflich erworben werden und es wird dort auch Hilfe bei der weiteren Forschung und Recherche angeboten: https://www.expostfacto.nl/junsv/inhvzbrdddr.htm


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo,

    erstmal vielen Dank für die vielen hilfreichen Reaktionen.

    Zu den Fragen von Peter: Mein Vater, Heinrich Wiese, wurde am 1.4.1940 beim Polizei-Wachbataillon VI in Bochum-Buer als "Wachtmeister über vier Dienstjahre" eingestellt. Nach Ausbildung im Sennelager kam er im September 1940 mit der 1.Kompanie des Polizei-Bataillons 301 nach Warschau. Dort war er bis zum 10.April 1942 im Einsatz. Dann wurde sein Bataillon nach Weißrussland verlegt, wo mein Vater am 10.Mai 1942 bei Wjasma verwundet wurde. Nach einem Lazarettaufenthalt war er von September 1942 bis Februar 1944 als Ausbilder an seinem Heimatstandort Bochum tätig. Von Februar 1944 bis Kriegsende war er Angehöriger des II.Wachbataillons "Dänemark". Nach Kriegsende wurde er von der Polizei in Flensburg übernommen. All dies habe ich seinem Lebenslauf und seiner Vernehmung am 16.4.1968 bei der Kriminalpolizei Flensburg entnommen.

    Zur Personalakte: Die wurde nach Angaben des 4.Polizei-Wachbataillons I am 13.6.1943 bei einem Luftangriff auf Bochum in der Josefinenschule in Bochum-Grumme, Josefinenstr. 80 vernichtet. Eine Kopie der Bestätigung sowie ein Gruppenfoto von der 1.Kompanie des Pol.-Bat.301 schicke ich gerne, aber die die Dateien sind zu groß. Kann man die akzeptierten Dateigrößen erweitern?

    Soviel zunächst. Beste Grüße,

    Hans-Joachim

  • Hallo Hans-Joachim,

    veruch es mal beim Bundesarchirv Berlin, die haben durch die polizeiliche Zentralisierung ab mitte der 1930er einige Aktenbestände.

    Grüße

    Thomas

  • Guten Abend ans Forum und an Hans-Joachim,


    erst mal danke für die Angaben zum Vater.

    In meinem Datenbestand zur Polizeiverwaltung Bochum / zum Polizeibataillon 301 habe ich ihn nicht gefunden.

    Wohl habe ich einen Hinweis zur Bochumer Stadtgeschichte entdeckt, dass bei einem Bombenangriff am 13.06.1943 die evangelische Einrichtung August-Hermann-Francke-Haus, Bochum-Grumme, Josephinenstr.80, bis auf die Grundmauern niederbrannte. Zur Adresse Josephinenstr.80 habe ich bisher keinen polizeigeschichtlichen Bezug herstellen können, d.h. mir ist nicht bekannt, dass die Josephinenstr. 80 ein Dienstgebäude o.ä. der Bochumer Polizei war. Insofern wäre die genannte Bestätigung über die verbrannte Personalakte schon interessant.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Guten Tag, Peter,


    danke für Deine Recherche. Im Anhang findest Du die Bestätigung. Hoffentlich ist sie leserlich, ich musste die Datei verkleinern.


    Viele Grüße,

    Hans-Joachim

    Files

    • Bochum.jpg

      (190.28 kB, downloaded 39 times, last: )
  • Guten Tag ans Forum und Hans-Joachim,


    danke für das Einstellen der Bescheinigung.

    Das genannte Polizei-Wachbataillon gehörte nicht zur Polizeiverwaltung Bochum, sondern wie der Stempel belegt zum Befehlshaber der Ordnungspolizei (BdO) im Wehrkreis VI (Münster) mit Dienstsitz in Münster, Villa ten Hompel,

    heute ein bekannter Geschichtsort.

    Die Stationierung der Kompanie des Vaters hier in Bochum war mir bisher nicht bekannt. Man lernt halt immer noch Neues dazu.

    So lässt sich vermutlich erklären, warum die Personalakte des Vaters 1943 nicht mehr im Aktenbestand der Polizeiverwaltung Bochum vorhanden war, wo sie nicht verbrannt wäre.

    Offensichtlich war der Vater Berufspolizist. Bei seiner Einheit führte er den entsprechenden Dienstgrad eines Zugwachtmeisters der Schutzpolizei, im Einzeldienst hätte dieser Dienstgrad Revieroberwachtmeister der Schutzpolizei gelautet. Vergleichbar waren diese beiden Polizdienstgrade mit einem Feldwebel der Wehrmacht.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,

    danke für die Reaktion. Mein Vater wurde 1940 als „Wachtmeister über vier Jahre“ eingestellt. Ob das als Berufspolizist gilt, weiß ich nicht.

    Der Geschichtsort Villa ten Hompel ist mir bekannt. Könnte die Personalakte meines Vaters womöglich dort vorhanden sein?

    Freundliche Grüße,

    Hans-Joachim

  • Guten Abend ans Forum und an Hans-Joachim,


    der Hinweis auf den Berufspolizisten ergibt sich aus dem ausgeschriebenen Dienstgrad, im Falle des Vaters mit dem Zusatz "...der Schutzpolizei". Wäre der Vater Polizeireservist gewesen, also quasi ein "wehrpflichtiger Polizist mit Zivilberuf", so hätte der Zusatz: "...der Schutzpolizei der Reserve" gelautet. Aus dem Dienstgrad alleine kann nicht herausgelesen werden, ob jemand Berufspolizist oder Polizeireservist war, aus dem Zusatz wohl.

    Falls vom Vater in Nordrhein-Westfalen noch Personalunterlagen aus seiner Zeit bei der Polizeiverwaltung Bochum vorhanden sein sollten, so würden sich diese im Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, in Münster befinden. Beim Geschichtsort Villa ten Hompel gibt es auch Sammlungsbestände, aber nicht als Personalaktensammlung.

    Da der Vater nach dem Krieg Polizist in Schleswig-Holstein gewesen ist, könnten Personalakten von seinem neuen Arbeitgeber bei alten angefordert worden sein und würden sich heute dann in Schleswig-Holstein befinden.

    Das Land Schleswig-Holstein müsste auch für die Pensionszahlung an den Vater verantwortlich gewesen sein, so er eine solche bezogen hatte.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,

    nochmal vielen Dank für die Infos. Ich werde mich mal an das Landesarchiv NRW wenden.

    Zudem weiß nicht ich von einer Zeugenvernehmung meines Vaters Anfang der 1960er Jahre durch die Staatsanwaltschaft Dortmund. Da will ich auch mal um Akteneinsicht bitten.

    Beste Grüße,

    Hans-Joachim