Enigma knackbarkeit

  • Lieber Bert,

    nix für ungut - aber hältst Du es für möglich, dass man diesen Rostkasten wieder flott bekommt?

    Wenn ja, dann Hut ab vor denen, die das hinkriegen!



    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo Eberhard,


    ist eine Frage wie das Ding lag. Wenn Konservierung im Schlamm, dann gute Aussichten, bei Salzwasserlagerung eher keine Chancen.

    Aus eigener Erfahrung im Schlamm im Süßwasser, ganz gute Aussichten.


    Wir haben Ende siebziger Jahre Mechanik, allerdings eher gröberer Natur aus Schlamm geborgen, die musste nur ausgespritzt werden und bewegte sich dann wieder.


    Bei unsere Enigma-Fund aus dem Schliersee konnte man nach Reinigung und Zerlegung die Walzen wieder bewegen.


    Gruß

    Dieter

  • Hallo Dieter, hallo Interessierte,

    es ist oft ganz erstaunlich, was da technisch möglich ist.

    In diesem Fall kommt der Fund wohl aus dem Salzwasser, und wenn ich mir das Bild so anschaue...

    Interessant wäre es schon, es gibt ja wohl nicht allzu viele erhaltene Exemplare.


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Moin Eberhard,


    die Geltinger Bucht (ganz nebenbei bemerkt, eines meiner Lieblingssurfreviere) hat eine sehr geringe Salinität. Das Wasser der (westlichen) Ostsee selbst gilt eher als Brackwasser (Salzgehalt 0,1 - 1,0 Prozent).
    Die Nordsee oder erst recht das Mittelmeer sind um einiges salziger.

    Insofern kann man ganz guter Hoffnung sein.


    Vielleicht sollte ich beim nächsten Surfgang mal etwas mehr unters Brett schauen :).


    LG Justus

  • Hallo Leute,


    die Geltinger Bucht (ganz nebenbei bemerkt, eines meiner Lieblingssurfreviere) hat eine sehr geringe Salinität.

    Vielleicht gibt es ja dann eine Chance.

    Was mich mal interessieren würde: Es gab ja mehrere Versionen und Baureihen der Enigma im Krieg, sie wurde immer wieder verändert und verbessert und auch spezielleren Bedürfnissen bestimmter Wehrmachtsteile angepasst. Außerdem sollte ja die Knackbarkeit ausgeschlossen sein oder bleiben.

    Wie viele Exemplare wurden eigentlich insgesamt hergestellt? Und gab es Bereiche bzw. Codes, die nie geknackt wurden (meines Wissens traf das für den Hilfskreuzerschlüssel zu, der aber ab 1943 praktisch keine Rolle mehr spielte.

    Die meisten, bzw. fast alle wurden bei Kriegsende oder beim der entsprechenden Einheiten vernichtet.

    Wie viele intakte Exemplare gibt es derzeit noch (wohl meist in Museen)?


    Herzliche Grüße

    Eberhard

    Suche alles über die 101. Jägerdivision.

  • Hallo Justus,

    Vielleicht sollte ich beim nächsten Surfgang mal etwas mehr unters Brett schauen

    Klar, häng dir einfach ein Metallsuchgerät unters Surfbreii.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Dieter,


    Enigmas waren offensichtlich auch in landgehenden Einheiten verbreitet, ich nehme mal an Regiment oder Division aufwärts?

    Division und aufwärts, ich habe die gesamten Kriegstagebücher der "Blauen Division" geprüft, ob dort eine Ausbildung im Gebrauch der Enigma erwähnt wird, nichts, ansonsten jede Kleinigkeit.


    Gruß Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    Division und aufwärts, ich habe die gesamten Kriegstagebücher der "Blauen Division" geprüft, ob dort eine Ausbildung im Gebrauch der Enigma erwähnt wird, nichts, ansonsten jede Kleinigkeit.


    das hat folgende Gründe:

    Das KTB wurden letztlich im Heeresarchiv gesammelt und gelagert. Da hatte ein großer Personenkreis Zugang.

    Außerdem oblag die Enigma und deren Verwendung einer hohen Geheimhaltungsstufe.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    die Geheimhaltung war bezüglich der Kriegstagebücher gewährleistet, die "Blaue Division" führte nämlich ihre KTBs auf spanisch.


    Gruß Wolfgang

  • Lieber Karl,


    natürlich reicht das nicht i. S. der Geheimhaltung. Was ich damit meinte, war, daß m. E. keiner aus diesen KTB was herausgefingert.


    Netten Gruß Wolfgang

  • ... Was ich damit meinte, war, daß m. E. keiner aus diesen KTB was herausgefingert ...


    Hallo,


    soll das bedeuten, dass Du auch der Meinung bist, dass außer gebürtigen Spaniern niemand spanisch spricht...? Man darf wohl davon ausgehen, dass es auch in der spanischen Division einige deutsche Verbindungsoffiziere, Sonderführer (z.B. als Dolmetscher) und Rahmenpersonal in wichtigen Funktionsstellen (z.B. Funker, Fernschreiber u.ä.) gegeben hat, die spanisch sprachen. Die KTB der deutschen Einheiten mussten übrigens regelmäßig an die zuständigen Archive abgegeben werden, ob das auch bei der "Blauen Division" so war ist mir nicht bekannt. Kannst Du bitte noch eine Quellenangabe für Deine Aussage zu den "spanischen Kriegstagebüchern" anführen?


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Hallo zusammen,
    ich habe mal quer gesucht und auf den ersten Blick nichts gefunden. Aus dem Grund teile ich mal den Link zu einem kurzen Artikel in Archaeology zu einer gefunden Enigma die von Tauchern des WWF geborgen wurde. Vielleicht paßt das ja hierher.
    Falls sich das irgendwo doppelt, gerne Bescheid sagen, dann lösche ich den Post.

    https://www.archaeology.org/ne…enigma-encryption-machine

    Viele Grüße aus Trier und schon mal ein schönes Wochenende
    Olli

  • Hallo Olli!


    (...)
    ich habe mal quer gesucht und auf den ersten Blick nichts gefunden. Aus dem Grund teile ich mal den Link zu einem kurzen Artikel in Archaeology zu einer gefunden Enigma die von Tauchern des WWF geborgen wurde. Vielleicht paßt das ja hierher.
    Falls sich das irgendwo doppelt, gerne Bescheid sagen, dann lösche ich den Post.

    https://www.archaeology.org/ne…enigma-encryption-machine
    (...)

    ...siehe hier im Thread Beitrag #193 vom 02.12.2020!


    Mit freundlichen Grüßen

    Schorsch

  • Hallo Johann,


    nein, ich bin nicht spanischer Abstammung und spreche trotzdem fließend spanisch, aber so ein Kriegstagebuch ist was ganz anderes, teilweise habe ich den Raúl in Argentinien fragen müssen. Warum sollte sich das irgendwer antun?


    Gruß Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    ich habe einmal eine Verständnisfrage zu geknackten Enigma Nachrichten: nachdem Bletchley Park eine Nachricht entschlüsselt hatte und diese für, zum Beispiel 8th Army in Afrika gedacht war, wie wurde die Nachricht dann übermittelt?

    Am schnellsten wäre es ja gewesen die entschlüsselte Nachricht bzw. wichtige Informationen daraus zu funken. Ich nehme mal nicht an, dass die Inhalte per Kurier weitergegeben wurden (wäre ein sehr langer Nachrichtenweg).

    Wenn aber die Nachricht gefunkt worden wäre, hätten die deutschen diese wiederum abfangen können und, falls möglich, beim Entschlüsseln gemerkt, dass hier Informationen weitergegeben werden, die nur aus deutschen Funksprüchen stammen können.

    Habe leider nichts dazu gefunden und frage mich auch, ob die britische Verschlüsselung für die Deutschen unknackbar war?


    Grüße

    Alex

  • Hallo Alex,


    die Verbindung zu Stäben, die mit ULTRA-Informationen versorgt werden sollten, hielten sogenannte "Special Liaison Units", die zumeist aus einem RAF-Offizier und dem notwendigen Fernschreib- bzw. Funk- und Schlüsselpersonal bestanden, aber nicht dem jeweiligen Stab unterstanden, sondern Bletchley Park untergeordnet waren. Diese SLUs erhielten ihre Informationen sorgfältig umformuliert via Fernschreiber bzw., sollte das nicht möglich sein, über one-time-pads verschlüsselt per Funk.


    Interessanterweise wurden in der Anfangszeit des Krieges Aufklärungsergebnisse des französischen P.C. Bruno via ENIGMA-Verschlüsselung nach Großbritanien übermittelt. Scheint so, dass unter gewissen Umständen die maschinenverschlüsselten Nachrichten doch nicht ganz so einfach aus dem Buchstabensalat eines ENIGMA-Chiffrates zu filtern waren.


    Mit freundlichen Grüßen

    Schorsch